Die Bundesliga-Kolumne

Frings frustriert nach Platzverweis, Khedira fällt aus

Der SC Freiburg hat sich auf den Relegationsplatz 16 vorgeschoben. Die Breisgauer erkämpften sich gestern im badischen Derby bei 1899 Hoffenheim ein hoch verdientes 1:1. Mohamadou Idrissou brachte die Gäste aus Freiburg in seinem 100. Bundesligaspiel in Führung (64.). Josip Simunic gelang zehn Minuten vor Schluss der Ausgleich. Freiburg (24 Punkte) schob sich dank des Punktgewinns an Hannover 96 (23) vorbei.

Es sollte die Initialzündung im Kampf gegen den Abstieg sein und wurde zum Desaster. Während die Fans vor dem Stadion auf die Barrikaden gingen, stand Hannovers Manager Jörg Schmadtke nach dem 1:4-Debakel gegen den 1. FC Köln fassungslos in den Katakomben der AWD-Arena und fand schonungslose Worte. "So wie wir uns präsentieren, so wie wir auftreten, haben wir ja egal gegen wen keine Chance", sagte Schmadtke. Angesichts der kommenden Gegner HSV, Schalke, Bayern und Leverkusen wird die Angst vor dem fünften Abstieg aus der Bundesliga nach 1974, '76, '86 und '89 immer größer. "Wir müssen uns darauf konzentrieren, Drittletzter zu werden", sagte Mittelfeldspieler Hanno Balitsch, der kurz vor der Pause mit Gelb-Rot den Platz verlassen musste.

Zerknirscht stand auch Torsten Frings in den Katakomben des Weserstadions und rätselte über seinen ersten Bundesliga-Platzverweis. "Ich habe nichts gemacht. Ich weiß nicht, was er da gesehen hat", sagte der Kapitän von Werder Bremen über die aus seiner Sicht "klare Fehlentscheidung" von Schiedsrichter Markus Schmidt . Dank des 4:2 gegen den 1. FC Nürnberg schob sich der Tabellenfünfte bis auf einen Zähler an Borussia Dortmund heran. Doch der Verlust des Mittelfeldantreibers wegen einer angeblichen Tätlichkeit trübte die Stimmung. Der Club wiederum fuhr trotz der Niederlage mit neuer Hoffnung im Abstiegskampf nach Hause. Das Team von Trainer Dieter Hecking hatte zumindest in der zweiten Hälfte eine gute Leistung gezeigt.

Der VfB Stuttgart muss in der Endphase der Saison zunächst ohne Mittelfeldspieler Sami Khedira auskommen. Der Nationalspieler erlitt beim Spiel der Schwaben am Sonnabend bei Bayern München (2:1) nach einer rüden Attacke von Miroslav Klose Anrisse des Kreuz- und des Innenbandes im linken Knie. Nach Vereinsangaben fällt er mindestens drei bis vier Wochen aus. Eine Teilnahme des 22-Jährigen an der WM 2010 in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) ist aber derzeit nicht gefährdet. Khedira musste in München in der 34. Minute ausgewechselt werden, nachdem ihn Klose von hinten umgegrätscht hatte. Er muss aber wohl nicht operiert werden.

Ausgerechnet Chefkritiker Heribert Bruchhagen gab bei Eintracht Frankfurt als Erster die Zurückhaltung auf. "Wenn wir diese Leistung konservieren können, schließe ich nichts aus", sagte der Vorstandsboss der Hessen nach dem eindrucksvoll herausgespielten 2:1 beim VfL Bochum. "Es wäre töricht, wenn wir die kleine Chance nun nicht in Angriff nähmen", erklärte Bruchhagen und blies damit zur Attacke auf einen Europa-League-Platz.

Ein Sonderlob von Trainer Lorenz-Günther Köstner gab es für Wolfsburgs Stürmer Edin Dzeko "Er ist ein kommender Weltfußballer", sagte der VfL-Coach. Der bosnische Angreifer hatte dem Meister zuvor mit seinen Saisontoren 15 und 16 ein 2:0 beim FSV Mainz 05 gesichert. "Er hat das Spiel auf seine Art und Weise entschieden. Das macht ihn so wertvoll", sagte Köstner.