FC St. Pauli: Rückrundenstart in Ahlen

Klassentreffen der Europameister bei Rot Weiss

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Dirk Steinbach

Foto: WITTERS / WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos

Gleich vier U-19-Europameister dürfen auf einen Einsatz hoffen. Sechs Weggefährten aus dem Erfolgsjahrgang haben sich schon etabliert.

Hamburg. Die Einladung steht. Er würde sich sehr freuen, "die drei Jungs in Ahlen wiederzusehen", erklärte Mario Vrancic im Gespräch mit dem Abendblatt. Die drei Jungs sind Deniz Naki, Bastian Oczipka und Richard Sukuta-Pasu vom FC St. Pauli, mit denen der Mittelfeldspieler von Rot Weiss im Juli 2008 U-19-Europameister wurde. Mit Naki und Sukuta-Pasu hat der mittlerweile 20 Jahre alte Deutsch-Bosnier noch regelmäßigen Kontakt. "Das sind echt verrückte Typen", sagt Vrancic. "Und beides überragende Fußballer."

Das weiß auch St. Paulis Trainer Holger Stanislawski nur zu gut. Neben Naki, der zu Saisonbeginn von Ahlen nach Hamburg gewechselt war und für die Kiezkicker bereits drei Treffer in 14 Zweitliga-Spielen erzielte, nominierte er auch die erst in der Winterpause von Bayer Leverkusen ausgeliehenen Sukuta-Pasu und Oczipka (spielte zuletzt in Rostock) für das erste Rückrundenspiel an diesem Sonnabend (13 Uhr/Sky, Liveticker auf abendblatt.de).

"Die haben in Leverkusen oder eben in Rostock volles Programm trainiert. Beide sind in Ahlen dabei", hatte Stanislawski schon am Donnerstag verraten. Alle anderen Akteure erfuhren erst am Tag darauf nach dem Abschlusstraining, ob sie für das Duell Letzter gegen Zweiter eingeplant sind. Wie von Stanislawski angekündigt, gab es ob des auf 32 Spieler angewachsenen Kaders Härtefälle. So mussten mit Jan-Philipp Kalla und Dennis Daube Spieler zu Hause bleiben, die am Ende der Hinrunde noch zur Startelf zählten.

Naki und Oczipka bestiegen dagegen am Freitagmittag den Mannschaftsbus der Kiezkicker Richtung Ahlen. Sukuta-Pasu war bereits vorab in den Westen gereist, um in Leverkusen mit Erfolg seine Abschlussprüfung als Sport- und Fitnesskaufmann zu absolvieren. Da auch Vrancic ins Ahlener Aufgebot gegen St. Pauli berufen wurde, steht einem Klassentreffen der U-19-Helden nichts mehr im Weg. Für alle vier Spieler gilt, dass sie bereits bei einem Bundesligisten unter Vertrag standen (Naki ebenfalls in Leverkusen, Vrancic in Mainz) und nun eine Etage tiefer an ihrem endgültigen Durchbruch arbeiten.

Einige Teamkollegen aus der Erfolgsmannschaft von Trainer Horst Hrubesch, die im EM-Endspiel in Tschechien Italien mit 3:1 bezwang, sind schon einen Schritt weiter. Stefan Reinartz und Lars Bender (beide Leverkusen), dessen Bruder Sven (Dortmund), Dennis Diekmeier und Marcel Risse (beide Nürnberg) sowie Timo Gebhart (Stuttgart) kamen in dieser Saison bereits regelmäßig in Deutschlands Eliteklasse zum Einsatz. "Natürlich hat man nach dem Triumph mit der U 19 gedacht, dass das jetzt der Durchbruch sei", meint Vrancic, der in Ahlen nur unregelmäßig zum Einsatz kommt. "Man muss aber lernen, geduldig zu sein."

Geduld ist bei seinem Klub momentan ein kostbares Gut. Mit nur acht Zählern steht Rot Weiss mit dem Rücken zur Wand. "Das wird ein ganz unangenehmes Spiel", meint Naki. "Ich hoffe sehr, dass sie nicht absteigen, aber die nötigen Punkte sollen sie gegen andere holen, gegen Kaiserslautern, Bielefeld ..." Gastgeschenke aus Hamburg wird es zum Klassentreffen also nicht geben. Auch Vrancic hat eine genaue Vorstellung, wie das Wiedersehen ablaufen soll: "Es wäre schön, wenn wir alle auf dem Platz stehen und jeder für sich Erfolgserlebnisse sammeln kann. Am Ende müssen wir dann natürlich gewinnen."