WM 2010

Ballack: "Es gibt bessere Mannschaften"

Düsseldorf. Kapitän Michael Ballack zählt die deutsche Fußballnationalmannschaft nicht zum engsten Favoritenkreis für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. "Es gibt sicherlich Mannschaften, die im Moment besser sind als wir", sagte er im Gespräch mit der "Rheinischen Post". Neben Europameister Spanien und Rekord-Weltmeister Brasilien gelten für den beim FC Chelsea tätigen Profi, der am 26. Dezember, dem sogenannten "Boxing Day", mit seiner Mannschaft auf Birmingham City trifft, vor allem die Engländer als Anwärter auf den Titel. "Sie haben eine tolle Mannschaft und viele Spieler mit herausragender individueller Klasse. In Fabio Capello haben sie jetzt auch einen Trainer, der Stabilität hineingebracht hat." Bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres hatte Ballack sogar Teamkollege Frank Lampard hinter Messi seine Zweitstimme gegeben.

Mit Blick auf die Vorrundengegner der deutschen Mannschaft sagte er: "Australien, Serbien, Ghana - das sind physisch starke Mannschaften, die uns alles abverlangen werden. Wir sind vom ersten Tag an gefordert." Der 33-Jährige glaubt keinesfalls an einen Spaziergang der deutschen Mannschaft durch die Gruppenphase. "Wir haben eine schwierige Gruppe bekommen, das sagen auch die Jungs hier bei Chelsea." Im Gegensatz zu Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Präsident Theo Zwanziger will der "Capitano" deshalb auch nicht vom Gewinn des WM-Titels sprechen. "Bei einer Weltmeisterschaft muss einfach alles passen - und noch mehr. Und man braucht Glück."

Optimistisch blickt Ballack unterdessen einer möglichen Vertragsverlängerung beim FC Chelsea entgegen. In den Tagen nach Weihnachten soll mit den Verantwortlichen der Blues über eine Verlängerung des Kontrakts gesprochen werden. "Man wird sicher bald mal zusammenkommen und sich unterhalten. Aber ich habe da keinen Druck. Beide Seiten wissen, was sie voneinander haben", sagte Ballack, der sich trotz zwiespältigen Erinnerungen aus der Kindheit auf Weihnachten freut. "Ich hatte immer ein bisschen Angst vor dem Weihnachtsmann. Da war ein natürlicher Respekt vor dem Mann mit der tiefen Stimme, wenn er zu uns nach Hause gekommen ist. Manchmal habe ich nur die Geschenke vorgefunden. Besonders erinnere ich mich an mein erstes großes Fahrrad, das habe ich mit acht Jahren bekommen." Heute feiert er den Heiligen Abend im Kreis seiner Familie: "Dann singen wir alle mindestens ein Lied gemeinsam."