Die Bundesliga-Kolumne: Der 13. Spieltag

Hannovers tränenreiche Rückkehr in den Alltag

Hannovers neuer Kapitän Arnold Bruggink schämte sich seiner Tränen nicht, und Trainer Andreas Bergmann zeigte Verständnis für die erneut hochkommenden Emotionen. "Wir haben Robert ja weiter in unserem Herzen. Ich wusste, dass es noch einmal emotionale Momente geben würde", sagte der 96er-Coach nach der 0:2-Niederlage bei Schalke 04. Wie schwer am Sonnabend der Schritt zurück in den Alltag für die Niedersachsen war, wurde in diversen Situationen immer wieder deutlich. Alle Spieler trugen Trauerflor, Hannovers Profis zusätzlich eine kleine, schwarze "1" auf ihrem Trikot. Das erste Bundesliga-Spiel elf Tage nach dem tragischen Tod des Idols Robert Enke war keine normale Partie, aber eine weitere wichtige Etappe auf dem langen Weg zur Normalität. "Es war sehr schwierig", gab Bruggink zu. Seine Stimme stockte und vor laufenden Kameras wischte sich der Niederländer nach der Partie die Tränen von der Wange. Doch als es "nach der Trauerminute losgegangen" sei und das Spiel begonnen habe, "da ging es auch irgendwie".

Fiese Fouls, neun Gelbe Karten und doppelt so viele Torchancen - das 3:2 des 1. FC Nürnberg beim VfL Wolfsburg war Adrenalin pur und wird für Raphael Schäfer ein Nachspiel haben. Der Club-Torwart muss nach einem nicht geahndeten Tritt gegen Zvjezdan Misimovic mit einer mehrwöchigen Sperre rechnen. "Die Bilder waren eindeutig", gestand Nürnbergs Trainer Michael Oenning und meinte auch den Kung-Fu-Tritt von Martin Wolf gegen Edin Dzeko , der aber ohne Folgen bleiben wird, weil der schwache Schiedsrichter Markus Schmidt die Aktion nur als Foul wertete.

Enttäuschung bei Hertha BSC: Nach langer Ladehemmung trafen die Berliner beim 1:1 in Stuttgart endlich wieder, warten aber seit zwölf Spielen auf einen Sieg. Beim VfB wird das Klima immer rauer: "Ich kann nicht verhindern, wenn es eine Trainerdiskussion gibt", sagte Manager Horst Heldt . Ein klares Bekenntnis zu Markus Babbel war das nicht.

Ebenfalls stark in der Kritik steht Kölns Trainer Zvonimir Soldo nach dem 0:4 gegen Hoffenheim.

Torlos und trostlos: Beim ersten Rendezvous mit seiner alten Liebe hätte sich Jürgen Klopp ein wenig mehr Leidenschaft gewünscht - besonders von seiner Mannschaft. Am Ende war der Trainer von Borussia Dortmund mit dem 0:0 gegen seinen ehemaligen Klub FSV Mainz 05 "zufrieden, aber nicht glücklich". Im Gegensatz zu den 74 600 Zuschauer, die das Geplänkel im Signal-Iduna-Park mit einem Pfeifkonzert quittierten.