Engländer freuen sich über den neuen Teamgeist und auf Rooney

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Kiew. Wayne Rooney hat den Finger schon am Abzug. Doch der Scharfschütze der englischen Nationalmannschaft ist selbst ins Visier geraten. "Rooney kommt zurück. Aber wer braucht Rooney, wenn er Danny Welbeck und Andy Carroll hat?", fragte die "Daily Mail". Nach dem 3:2 gegen Schweden luden die Kritiker durch.

Für Teammanager Roy Hodgson ist Rooney aber über jeden Zweifel erhaben, auch wenn die jungen Wilden Carroll, Welbeck und Theo Walcott mit je einem Treffer gegen die Tre Kronor ihre Reifeprüfung bestanden. "Wayne ist ein Weltklassespieler, und deshalb bin ich ein glücklicher Mann, wenn er zurückkommt", sagte Hodgson. Er gab Rooney, 26, nach dessen abgelaufener Rotsperre eine Einsatzgarantie für das Spiel gegen Gastgeber Ukraine morgen (20.45 Uhr/ARD) in Donezk: "Er wird auf seiner Position als hängende Spitze spielen. Wenn ich ihn rauslassen würde, wäre in der Kabine doch der Teufel los."

Rooney selbst will gegen die Ukraine nicht nur den fehlenden Punkt einfahren. "Ich kann kaum erwarten, dass es endlich losgeht", sagte der Angreifer von Manchester United. Auf die Frage, ob er Angst hatte, nach der Sperre gar nicht erst für die EM nominiert zu werden, gestand er: "Natürlich hatte ich Angst. Zunächst hatte die Sperre ja drei Spiele betragen. Das wäre sicher das Aus gewesen. Zum Glück wurde es reduziert, nun bin ich hier." Klar einfordern wollte er seinen Platz nicht. "Dass die anderen Jungs getroffen haben, ist auch gut für mich, weil England gewonnen hat", sagte er diplomatisch: "Wir sind vier gute Stürmer und kämpfen um ein oder zwei Plätze."

Ohne den bulligen Rooney hatten die Fans endlich wieder ein Team gesehen, mit dem sie sich identifizieren. Mit zahlreichen Mängeln und Fehlern zwar, aber auch mit Herz und Leidenschaft - und sogar Glanz beim eingesprungenen Hackentor von Welbeck (78.). "Smells like team spirit", schrieb der "Mirror" in Anlehnung an den Nirvana-Klassiker. Es riecht nach Teamgeist. Etwas, was sie im Mutterland des Fußballs, im Land der Fußball-Romantiker, lange vermisst hatten. Unzählige Anhänger wollen sich nun kurzfristig auf den Weg in die Ukraine machen.

Sie freuen sich auch auf Rooney, selbst wenn der für England in wichtigen Phasen lange nicht überzeugt hat. Bei der WM 2006 war er erst verletzt und sah dann Rot, bei der 2010 blieb er ohne Tor, die EM 2008 hatte England mit ihm verpasst. Dass er nun dennoch spielt, ist eigentlich der logische Weg, der des geringsten Risikos. Sollte England morgen mit Rooney verlieren und ausscheiden, wäre auf der Insel aber tatsächlich der Teufel los.

( (sid) )