Angst vor Gewalt - Fanforscher: Fans sollen zu Hause bleiben

Warschau. Kurz vor der EM wachsen die Sorgen vor der Gewalt. Sorgen machen den Sicherheitskräften vor allem die etwa 5000 polnischen Hooligans, die als die gewalttätigsten in Europa gelten. "Am besten wäre es, die Fans blieben zu Hause. Bei diesem Turnier wird es Probleme geben, ganz sicher", sagt der renommierte Fanforscher und DFB-Berater Gunter A. Pilz.

Im Internet wimmelt es von Gewaltandrohungen polnischer Hooligans. In fast keiner dieser Botschaften fehlt die Ankündigung, "Jagd auf Deutsche" zu machen. Die polizeibekannten Hooligans in Deutschland sollen vor allem durch Meldeauflagen daran gehindert werden, in die EM-Länder zu reisen. Die polnische Polizei will mit Schnellgerichten und drastisch verschärften Sicherheitsmaßnahmen reagieren. Auch die ukrainischen Behörden haben ein hartes Durchgreifen angekündigt. Auf die Ausstrahlung einer BBC-Dokumentation und der darin enthaltenen Aufforderung des englischen Ex-Nationalspielers Sol Campbell ("Bleiben Sie zu Hause, sehen Sie sich die Spiele im Fernsehen an. Riskieren Sie nichts, sonst könnten Sie am Ende in einem Sarg zurückkommen.") reagierten die Machthaber in Kiew verschnupft. "Die Ukraine zu beschuldigen, rassistisch und faschistisch zu sein - und das in einem Ton, den britische Medien, einige britische Fußballer und britische Politiker angeschlagen haben - ist einfach schändlich", sagte Oleg Woloschin, Sprecher des Außenministeriums. Uefa-Präsident Michel Platini klammert sich an das Prinzip Hoffnung: "Ich glaube, das Turnier wird ein großer Erfolg, und ich hoffe, die Fans werden sich anständig benehmen."

( (sid) )