Aus für Diarra, Hoffnung für Torres

Schwerer Schlag für Frankreich. Der Weltmeister von 1998 muss in Südafrika auf seinen defensiven "Mittelfeldmotor" Lassana Diarra verzichten. Der 25-Jährige sei "ausgelaugt" und habe im Trainingslager in der Alpengemeinde Tignes "sehr gelitten", sagte der französische Nationaltrainer Raymond Domenech am Sonntag. Aufgrund von Magenschmerzen hatte der Profi von Real Madrid bereits seit vergangenem Donnerstag nicht mehr am Training der Franzosen teilgenommen. Der verletzte Kapitän der "Équipe Tricolore", William Gallas, soll dagegen noch eine Chance erhalten. Der 32-jährige Verteidiger vom englischen Klub Arsenal London laboriert derzeit an einer Ende März erlittenen Wadenverletzung.

DFB-Auftaktgegner schlägt die "Kiwis". Australien, am 13. Juni erster Gegner der DFB-Auswahl, hat sich in einem WM-Test mit 2:1 gegen Neuseeland durchgesetzt. Der Siegtreffer am Montag in Melbourne gelang Brett Holman in der vierten Minute der Nachspielzeit. Die Gästeführung von Chris Killen (16.) hatte zuvor der vom 1. FC Nürnberg an den MSV Duisburg ausgeliehene Dario Vidosic (57.) ausgeglichen. Der australische Nationalcoach Pim Verbeek musste bei dem Spiel auf mehrere Stammkräfte wie den leicht angeschlagenen Torhüter Mark Schwarzer verzichten. In einem weiteren Testspiel unterlag Japan in Saitama Südkorea mit 0:2.

Verkehrschaos bei Stadion-Eröffnung. Es ist das größte Stadion der WM, der Austragungsort des Eröffnungs- sowie des Endspiels. 94 700 Zuschauer sollen den Mannschaften dann im Soccer-City-Stadion in Johannesburg zujubeln. Die Generalprobe am vergangenen Sonnabend ist gründlich daneben gegangen. Tausende Fans erreichten die Arena beim Eröffnungsspiel, dem nationalen Pokalfinale, wegen zahlreicher Staus erst deutlich nach Anpfiff der Partie. "Das ist frustrierend", sagte WM-Chef Danny Jordaan. Der Umbau des Stadions, dessen Form an einen traditionellen afrikanischen Trinkbecher erinnern soll, hat drei Jahre gedauert und rund 300 Millionen Euro gekostet.

Schnelle Strafverfahren an Spielorten. In Südafrika sind eigens für die WM 56 Schnellgerichte eröffnet worden. Die Sondertribunale sollen sich ausschließlich mit strafrelevanten Angelegenheiten beschäftigen, die im Zusammenhang mit dem Sportgroßereignis stehen. "Wir wollen vermeiden, dass die bereits bestehenden Gerichte während der WM zusätzlich belastet werden", sagte Sprecher Tlali Tlali vom südafrikanischen Justizministerium.

Nigerias Präsident erwartet WM-Titel. Nigerias neuer Präsident Goodluck Jonathan steckt den "Super Eagles" hohe Ziele für das Turnier am Kap: "Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft sich gut vorbereitet und den Pokal holt", sagte der Staatschef bei der Verabschiedung der Spieler in der Hauptstadt Abuja. "Spielt, gewinnt, und wir werden euch glücklich machen", versprach der Regierungschef. Das Team flog anschließend nach London, wo es einen Großteil der Vorbereitung absolvieren wird.

Boateng startet mit Ghana. Das Nationalteam Ghanas hat gestern sein WM-Vorbereitungsquartier in Paris bezogen. Erstmals dabei ist Kevin-Prince Boateng (FC Portsmouth), der den DFB-Kapitän Michael Ballack (FC Chelsea) im englischen Pokalfinale so schwer verletzt hatte, dass dieser für die WM ausfällt. Der 23-jährige Mittelfeldspieler hat in seiner bisherigen Laufbahn alle DFB-Jugendnationalmannschaften durchlaufen. Im Juni 2009 gab er überraschend bekannt, für Ghana auflaufen zu wollen. In der Vorrunde könnte der gebürtige Berliner auf seinen Halbbruder Jerome vom HSV treffen, der im deutschen WM-Kader steht. Die beiden Nationen stehen sich am 23. Juni gegenüber.

Hoffnung für zwei Europameister. Die Chancen für einen WM-Einsatz des spanischen Stürmerstars Fernando Torres steigen. Der 26-jährige Angreifer hat nach seiner Meniskusoperation im nordspanischen Vigo mit der Rehabilitation unter Anleitung von Physiotherapeuten seines Klubs FC Liverpool und des spanischen Mannschaftsarztes begonnen. Sein Nationalmannschaftskollege Cesc Fábregas von Arsenal London hat seine Wadenblessur auskuriert. Der spanische Nationalcoach Vicente del Bosque vertraut darauf, dass beide Akteure bis zum WM-Auftakt gegen die Schweiz (16. Juni) fit sind.