Der FC Bayern will mit Ribéry zum großen Heim-Finale 2012

Franzose verlängert beim Rekordmeister. Verteidiger soll kommen

Eppan. - Ein letzter Eindruck ist immer auch ein bleibender. Doch auch wenn dieser kein guter war, taten sie beim FC Bayern alles dafür, sich die Saison nicht schlechtreden zu lassen. Ganz im Gegenteil. Nach dem verlorenen Endspiel in der Champions League gegen Inter Mailand (0:2) hoben die Verantwortlichen noch einmal hervor, dass es mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft und dem DFB-Pokal allen Grund dafür gibt, stolz auf das Geleistete zu sein.

Aber was sollten sie auch anderes tun? Gern hätten sie sich in Madrid die Krone aufgesetzt. Doch für das Triple war die junge Mannschaft noch nicht reif genug. Zumindest nicht an jenem Abend, wo eine ausgezeichnete Defensive und konterstarke Angreifer mehr wert waren als Ballbesitz und Offensivgeist. Trainer Louis van Gaal betonte zwar hernach mehrfach, dass der von ihm geprägte Stil des FC Bayern "schwieriger" sei, "aber attraktiver". Er räumte aber auch ein: "Wir müssen dafür in einer sehr guten Verfassung sein. Das waren wir nicht."

Und so schauen sie in München in die Zukunft. "Ich wünsche uns, dass wir spätestens 2012 noch einmal im Finale stehen und es dann packen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. 2012 findet das Endspiel der Königsklasse in München statt. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, auf dem es gilt, sich noch zu verbessern. In Franck Ribéry, der in Madrid schmerzlich aufgrund seiner Sperre vermisst wurde, haben sie einen wichtigen Spieler schon mal langfristig an den Verein gebunden. Wie zuvor schon vermutet, hat der Franzose seinen Vertrag in München vorzeitig verlängert. Bis 2015 haben ihn die Bayern an sich gebunden. Das wurde am Sonntag beim Rathausempfang auch publikumswirksam verkündet. Angeblich soll er künftig rund zehn Millionen Euro verdienen.

Dass Ribéry bleibt, ist gut. Dennoch ist das offensive Mittelfeld keine Baustelle, um die es gilt, sich zu kümmern. Es gibt andere Defizite. "Wir werden uns weiter verstärken, und ich glaube, dass wir in der kommenden Saison den nächsten Schritt machen", versicherte Sportdirektor Christian Nerlinger. Seit Wochen hält sich bereits das Gerücht, dass die Bayern angeblich die Fühler nach dem 40 Millionen Euro teuren Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko (VfL Wolfsburg) ausgestreckt haben. Denn die Stürmer Miroslav Klose und auch Mario Gomez sind in den vergangenen Monaten ihren Qualitätsnachweis schuldig geblieben.

Allerdings hat das Finale von Madrid in erster Linie gezeigt, dass derzeit viel mehr Handlungsbedarf in der Abwehr besteht. Daniel van Buyten und Martin Demichelis wussten als Innenverteidiger wieder einmal nicht zu überzeugen und hatten jeweils ihren Anteil an den Gegentoren. Auf der Gegenseite triumphierte dagegen Lucio, der von van Gaal aussortiert worden war und in der italienischen Liga zu den besten Verteidigern zählt. Zudem belegen statistische Werte, dass die Münchner angehalten sind, die Personalpolitik in der Abwehr zu überdenken. Allein 15 Gegentore haben sie in der Champions League bekommen und fünf Niederlagen kassiert.

Anfang Juli beginnen die Bayern mit der Vorbereitung auf die neue Saison. Trainer van Gaal wird zu Beginn erst einmal nur wenige Spieler begrüßen, da ein Großteil seines Teams aufgrund der WM-Teilnahme später zur Mannschaft stößt. Ob Ladenhüter wie Andreas Görlitz (in Mainz im Gespräch) oder Christian Lell da noch erscheinen, wird sich zeigen. Auch die Zukunft von Luca Toni ist noch offen. Der war zuletzt an AS Rom ausgeliehen und hat noch einen Vertrag - aber bei van Gaal keine Chance.

FC Bayern: Butt - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber - van Bommel, Schweinsteiger - Robben, Müller, Altintop (63. Klose) - Olic (74. Gomez). Inter Mailand: Julio Cesar - Maicon, Lucio, Samuel, Chivu (68. Stankovic) - Zanetti, Cambiasso - Sneijder - Eto'o, Milito (90.+2 Materazzi), Pandev (79. Muntari). Schiedsrichter: Howard Webb (England). Tore: 0:1 Milito (35.), 0:2 Milito (70.), Zuschauer in Madrid: 74 954 (ausverkauft)