DEL sperrt David Wolf nach Prügelattacke für sieben Spiele

Hamburg. Um 17.08 Uhr herrschte bei den Hamburg Freezers Schockstarre. Das Schiedsgericht der Deutschen Eishockey-Liga hatte Nationalstürmer David Wolf gleich für sieben Spiele gesperrt. Zudem muss der 24-Jährige, der am Dienstag beim 2:5 im vierten Play-off-Halbfinalspiel gegen den ERC Ingolstadt seinem Gegner Benedikt Schopper sechs Zähne ausgeschlagen hatte, 2100 Euro Strafe zahlen. Die Hamburger wollen nun beraten, ob sie das Strafmaß akzeptieren. Vor allem die Verhältnismäßigkeit der Sperre wegen eines „besonders schweren Verstoßes“ gegen Regel 528 des Weltverbandes IIHF (das Austeilen von Faustschlägen, d. Red.) ärgert die Hamburger. Im Januar war Düsseldorfs Corey Mapes nach einem brutalen Check von Ingolstadts Verteidiger Jean-François Boucher nur knapp einer Lähmung entgangen – dafür gab es sechs Spiele Sperre.

„Mir tut es leid, dass ich Schopper in dieser Szene verletzt habe. Das habe ich ihm auch direkt am Abend noch mitgeteilt. Ich hoffe, dass er sich schnell wieder erholt“, sagte Wolf, der als Wiederholungstäter in den sozialen Netzwerken heftig kritisiert wird. Auch Bundestrainer Pat Cortina rügte das Verhalten. „Das ist nicht das Verhalten, das ich von Nationalspielern erwarte“, sagte er dem Sportinformationsdienst.

Fakt ist: Kaum ein Spieler polarisiert wie der Hamburger Publikumsliebling, der ab und an die Beherrschung verliert. Trainer Benoît Laporte versuchte gar nicht erst, das Geschehene zu beschönigen. „David ist ein emotionaler Spieler, der sehr impulsiv reagiert, aber diesmal hat er es übertrieben, und das weiß er selbst auch“, sagte der Coach über seinen Führungsspieler. Aber er sagte auch: „Wir werden ihn jetzt mit Sicherheit nicht fallen lassen. Er hat uns sehr viel gegeben.“

Wolf muss nun nicht nur im fünften Spiel der Halbfinalserie am Freitag (19.30 Uhr, O2 World) gegen Ingolstadt zuschauen. „Ich bin nicht der Schläger, zu dem mich jetzt alle machen“, sagte er am Mittwoch. „Ja, ich spiele hart. Aber ich habe schon oft genug bewiesen, dass ich meinem Team mit Einsatz, Toren und Vorlagen helfe.“ Das könnte er frühestens im fünften Spiel eines immer noch möglichen Finales.