Hamburg Freezers

Glamour-Show beim Gastspiel der Los Angeles Kings

Freezers-Profis unternahmen mit dem Testspiel gegen den NHL-Klub einen Ausflug in die große Eishockey-Welt – und verloren nur mit 4:5.

HAMBURG. Amerikanische Rockmusik, Sternenbanner, Nationalhymne - der Auftritt der Los Angeles Kings bei ihrem Gastspiel in der Hamburger o2-World geriet von Anfang an zu einer großen Show. Dass die Eishockey-Cracks der Hamburg Freezers aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) das Testspiel gegen ihren übermächtigen Rivalen aus der nordamerikanischen Profiliga NHL am Ende eines offenen Schlagabtausches mit 4:5 (2:2, 1:2, 1:1) verloren, störte am Ende niemanden.

Die Freezers machten am Dienstagabend einen Ausflug in eine andere Eishockey-Welt. Beim Duell gegen die Kings durften sich die norddeutschen Kufen-Cracks vor 10.152 Zuschauern mit den ganz Großen ihrer Zunft messen - und hielten dabei über weite Strecken richtig gut mit.

Das Event der Anschutz Entertainment Group (AEG), die beide Teams unter Vertrag hat, begann allerdings mit einem Schock: Bereits nach 36 Sekunden musste Freezers-Torhüter John Curry hinter sich greifen. Ein eigentlich harmloser Schuss von Justin Williams trudelte zum 1:0 für die Kings ins Netz (1.).

Der Fauxpas ihres Goalies wirkte bei den Hausherren wie eine Hallo-Wach-Pille. Die Hamburger legten schnell ihren Respekt vor den hoch dekorierten NHL-Cracks ab. Folgerichtig fielen die Tore durch Routinier Serge Aubin (13.) und Kevin Schmidt (18.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Die Kings spielten in ihrem letzten Test vor dem Saisonauftakt am Freitag in Stockholm gegen die New York Rangers abgezockt und geduldig und ließen sich auch vom zwischenzeitlichen 2:3-Rückstand durch Aubin (32.) nicht aus der Ruhe bringen.

Die Mannschaft um die hoch bezahlten Superstars Anze Kopitar (6,4 Millionen Dollar Jahresgehalt), Mike Richards (6,6 Mio.) und Drew Doughty (7 Mio.) machte keinen Hehl daraus, dass sie in diesem Jahr nur ein Ziel hat: die erste Meisterschaft.

Immerhin ist es bereits 18 Jahre her, dass die Nordamerikaner ihr bislang einziges Finale um den prestigeträchtigen Stanley Cup erreichten. Damals noch mit Superstar Wayne Gretzky, der von 1988 bis 1996 für die Kings wirbelte.

Jetzt wollen die Kings an diese Zeit anknüpfen. „Die letzten drei Stanley-Cup-Sieger starteten ihre Saison in Europa. Wenn das kein gutes Omen ist“, sagte Kings-Cheftrainer Terry Murray.