Eine Heimkehr mit Pannen und ein "dreckiger" Eishockeysieg

Freezers kämpfen Straubing nach Penaltyschießen 5:4 nieder

Hamburg. Es ist ein weit verbreitetes Gefühl, dass man nach einer langen Reise eine gewisse Vorfreude auf die eigenen vier Wände, auf die gewohnte Umgebung verspürt. So ähnlich dürfte es auch den Spielern der Hamburg Freezers gegangen sein, schließlich musste die Mannschaft von Trainer Stéphane Richer in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zuletzt fünfmal in Folge in der Fremde antreten.

Am Freitagabend durften die Hamburger nach 24 Tagen endlich wieder in der heimischen O2 World aufs Eis und boten dabei beim 5:4-Sieg (1:0, 2:3, 1:1, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen gegen die Straubing Tigers eine für die Saison typisch wechselhafte Vorstellung, die in einem letztlich schmeichelhaften Heimsieg endete.

Die Partie begann mit neun Minuten Verspätung, weil die Eismaschine, von der vor dem Spiel signierte T-Shirts ins Publikum geschleudert werden, ein Kleidungsstück aufsog und anschließend den Geist aufgab.

Es war eine Panne, die über weite Strecken des Spiels Symbolcharakter hatte. Straubing war von Beginn an die bessere und offensivere Mannschaft mit einer Reihe guter Torchancen, die sie zum Teil fahrlässig liegen ließ.

Umso überraschender war es, dass als Erstes die Freezers-Fans und nicht die rund 30 mitgereisten Tigers-Anhänger jubeln durften. Der frühere Straubinger Chad Bassen stellte den Spielverlauf mit seinem ersten Treffer für die Freezers komplett auf den Kopf. Und als Jason King, nach Vorlage von Debütant Michel Ouellet, im zweiten Drittel quasi aus dem Nichts auf 2:0 erhöhte, dachten viele der 6799 Besucher, dass der Heimsieg greifbar nahe ist.

Allerdings, und das zieht sich bei den Hamburgern wie ein roter Faden durch die bisherige Saison, gibt eine Zweitoreführung keinerlei Sicherheit. Durch individuelle Fehler und große Passivität in der Defensive holten die Freezers die Gäste wieder zurück ins Spiel, was Trainer Richer mit stoischer Ruhe und verschränkten Armen zur Kenntnis nahm. Aber, und das wird auch dem kanadischen Übungsleiter gefallen haben, die Freezers zeigten Moral und kämpften sich zurück ins Spiel.

Dass es am Ende doch zum dritten Heimsieg der Saison reichte, lag in erster Linie an Brett Engelhardt, der mit seinem Doppelpack seine Mannschaft am Leben hielt. Im Penaltyschießen behielten Ouellet, der ein ordentliches Debüt nach langer Verletzungspause feierte, und Kapitän Alexander Barta die Nerven und sorgten somit für den vom Trainer so häufig geforderten "dreckigen" Sieg. Mehr, war es in der Tat nicht. "Ich freue mich über mein Tor. Der Sieg war wichtig, aber nicht schön", sagte Ouellet und forderte: "Wir müssen uns steigern."

Tore: 1:0 (11:58) Bassen (Holzmann), 2:0 (24:07) King (Ouellet), 2:1 (25:58) Schönberger (Whitecotton, Meloche), 2:2 (31:26) Schönberger (Meloche), 2:3 (33:29) Mapletoft (Corazzini), 3:3 (39:28) Engelhardt (Tenute) 4-3, 3:4 (43:10) Stewart (Goren), 4:4 (49:52) Engelhardt, 5:4 Ouellet Penalty. Strafminuten: 10 + 10 Minuten Engelhardt (unsportliches Verhalten)/6. Schiedsrichter: Vogl (München). Zuschauer: 6799.