Fußball

FC St. Pauli überrascht Erstligisten im Test

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Rupert Fabig
Torschütze David Otto (FC St. Pauli).

Torschütze David Otto (FC St. Pauli).

Foto: Witters

Bei Borussia Mönchengladbach gelingt dem abstiegsbedrohten Kiezclub ein weiterer überzeugender Sieg in der Vorbereitung.

Mönchengladbach. Der FC St. Pauli hat ein weiteres Ausrufezeichen in der Vorbereitung auf die Rückrunde der Zweiten Liga gesetzt. Bei Bundesligist Borussia Mönchengladbach, der kommendes Wochenende bereits wieder gegen Bayer Leverkusen in einem Pflichtspiel gefordert ist, gewann die Mannschaft von Trainer Fabian Hürzeler vor 5572 Zuschauern im Borussia-Park verdient mit 1:0 (1:0). Und das ungeachtet des bevorstehenden Wechsels ihres Starspielers Leart Paqarada im Sommer zum 1. FC Köln, den das Abendblatt gut zwei Stunden vor Spielbeginn exklusiv vermeldet hatte.

Paqarada ließ sich vom Wirbel um ihn erwartungsgemäß nichts anmerken und feuerte sogar den ersten Torschuss mit seinem schwächeren rechten Fuß aufs Gehäuse des problemlos parierenden Schweizer Nationaltorhüters Yann Sommer ab (5.). Drei Minuten später stand der 28-Jährige erneut im Mittelpunkt: Schiedsrichter Robin Braun bat ihn, seine Halskette abzulegen.

FC St. Pauli überrascht Erstligisten im Test

Die Schüchternheit hatten die Hamburger ohnehin längst abgelegt, setzten den Erstligisten im vom neuen Trainer Hürzeler praktizierten 5-2-3-System konsequent unter Druck. Über einen so erzwungenen Ballverlust von Nico Elvedi gelangte St. Pauli zur nächsten Chance. Der erneut im Sturm eingesetzt Connor Metcalfe legte auf Lukas Daschner ab, dessen Flachschuss gegen die Laufrichtung Sommer jedoch stark hielt (20.).

Das gleiche Spiel nur vier Minuten später. Marcel Hartel erobert im Mittelfeld den Ball, dann geht es fix. Final bringt – den rund 60 Kilometer Luftlinie entfernt gegen den belgischen Lommel SK testenden 1. FC Köln dürfte es freuen – Paqarada das Spielgerät zu David Otto, der per Hacke traumhaft zum 1:0 abschließt und selbst den vom FC Bayern München umworbenen Sommer, dem wohl derzeit besten Keeper der Bundesliga, keine Chance lässt.

Zwar wird es den Gegebenheiten nicht gerecht, Testspiele mit dem Zweitligaalltag zu vergleichen, aber in der ersten Hälfte brachte St. Pauli eine durchschlagendere Wucht an Spielstärke aufs Feld als noch in der erfolglosen Hinrunde. Mit der Betonung auf durchschlagend, da die Braun-Weißen endlich Kapital aus ihren Möglichkeiten schlugen. Eine weitere davon besaß – wer sonst? – Paqarada mit einem gewaltigen Volleyschuss von der Strafraumgrenze, der wieder mal seinen Meister in – wem sonst? – Sommer fand (38.). Zugleich wirkte die Abwehr St. Paulis, in die sich Winterzugang Karol Mets nahtlos einfügte, stabil.

St. Pauli gewinnt Testspiel gegen Borussia Mönchengladbach 1:0

Erwartungsgemäß zeigten die zuvor unkonzentriert und fahrig wirkenden Gastgeber nach der Halbzeit ein anderes Gesicht. Dies wurde direkt durch den Pfostentreffer von Alassane Pléa deutlich (48.). Die Kiezkicker, bei denen Paqarada nach der Auswechslung von Jackson Irvine die Kapitänsbinde übernahm, zogen sich in die Defensive zurück. Torwart Nikola Vasilj erhielt seine Gelegenheiten, sich bei Fernschüssen der Gladbacher auszuzeichnen.

Geschlagen geben musste sich der Bosnier dennoch… Ein Flitzer, der den Platz unter dem Jubel der heimischen Fans gestürmt hatte, eroberte den Ball und schoss in unbedrängt ins Gästetor. Einige Lacher und einen Fünffachwechsel bei St. Pauli später, wurde weitergespielt. Vasilj ließ sich zwar von einem Flitzer bezwingen, nicht aber aus spitzem Winkel von Nathan N’Goumou (89.) – und hielt damit den erstaunlichen Sieg fest.

FC St. Pauli: Vasilj – Saliakas (80. Wieckhoff), Dzwigala (80. Boukhalfa), Smith (61. Beifus), Mets (46. Mets), Paqarada (80. Ritzka) – Irvine (61. Fazliji), Hartel (46. Aremu) – Metcalfe (80. Saad), Otto (61. Maurides), Daschner (80. Matanovic).

Tor: 0:1 Otto (24.). Schiedsrichter: Braun (Wuppertal). Zuschauer: 5572.

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