Beachvolleyball

Eimsbütteler besiegen WM-Zweite – Topduo droht auszufallen

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Rainer Grünberg und Stefan Reckziegel
Isabel Schneider (l.) und  Sandra Ittlinger vom FC St. Pauli starteten mit einem DreisatzSieg ins Elite-16-Turnier am Rothenbaum

Isabel Schneider (l.) und Sandra Ittlinger vom FC St. Pauli starteten mit einem DreisatzSieg ins Elite-16-Turnier am Rothenbaum

Foto: Nicol Marschall / imago/Beautiful Sports

Beim Beachvolleyball-Elite-Turnier am Rothenbaum starten St. Paulis Ittlinger/Schneider erfolgreich. Die geplanten NDR-Berichte bleiben aus.

Hamburg.  Am Rothenbaum feierte Clemens Wickler (27) seinen bisher größten Erfolg als Beachvolleyballer, als er 2019 mit dem heutigen Jura-Studenten Julius Thole (25) Vizeweltmeister wurde. Der Sand im Tennisstadion scheint für ihn auch drei Jahre später die Grundlage für weitere Siege. Mit seinem neuen, 2,10 Meter großen Blockpartner Nils Ehlers (28) bezwang er zum Auftakt der Gruppenspiele des Elite-16-Turniers die brasilianischen Vizeweltmeister Renato/Vitor Felipe mit 2:0 (21:19, 21:18) Sätzen.

Bei 29 Grad Celsius bot das Duo des Eimsbüttler TV 3500 Zuschauenden eine Weltklasseleistung. „Zu Hause spielt sich einfach am besten. Hier kann ich selbst schlechte Bälle schnell abhaken“, sagte Ehlers. „Wir haben uns in einen Rausch gespielt.“

Beachvolleyball am Rothenbaum: Auch St. Paulis Ittlinger/Schneider erfolgreich

Während bei den Frauen die Stuttgarterinnen Karla Borger/Juli Sude, die für TuSA Düsseldorf ans Netz gehen, ihre erste Aufgabe souverän lösten, Emma Piersma/Mexime van Driel 2:0 (21:16, 21:18) schlugen, haben die WM-Dritten Svenja Müller/Cinja Tillmann (Eimsbütteler TV/Düsseldorf) noch nicht zu ihrer Form der Welttitelkämpfe im Juni in Rom gefunden. Aus der italienischen Hauptstadt waren beide mit Corona zurückgekehrt, doch die zwischenzeitlich längere Zwangspause wollten sie nicht als Erklärung anführen. „Wir haben im zweiten Durchgang gegen starke Gegnerinnen gezeigt, was wir können. Das macht uns Mut“, sagte Müller. Mit Tillnann verlor sie in 1:2-Sätzen (13:21, 21:14, 13:15) gegen die lettischen Europameisterinnen von 2019, Tina Graudina/Anastasija Kravcenoka.

Sandra Ittlinger/Isabel Schneider, (FC St. Pauli) starteten dagegen erfolgreich ins Turnier. Mit 2:1 (21:23, 21:14, 15:7) besiegten sie die jungen Schweizerinnen Esmée Böbner/Zoé Vergé-Dépré. Die beiden Hamburgerinnen waren vor allem mit ihrem Auftritt in den Sätzen zwei und drei zufrieden, als Schneider wiederholt Bälle in der Abwehr ausgrub, damit Punkte bringende Angriffe einleite. In ihrem zweiten Gruppenspiel, das bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht beendet war, wurden sie gegen die Vizeweltmeisterinnen Sophie Bukovec/Brandie Wilkerson aus Kanada aber noch mehr gefordert.

Topduo Mol/Sörum droht auszufallen

In allen Vierergruppen qualifizieren sich die Gruppenersten und -zweiten für das Viertelfinale, das am Sonnabend gespielt wird. Die Gruppendritten und -vierten scheiden aus, erhalten als Prämie noch 6000 respektive 5000 US-Dollar – müssen aber einen Tag später aus dem Spielerhotel Grand Elysée an der Rothenbaumchaussee auschecken. Für die Turniersieger sind bei Frauen und Männer 30.000 US-Dollar Preisgeld ausgesetzt.

Nachdem bei den Frauen schon vor Turnierbeginn einige Topteams ihre Meldungen zurückzogen, droht jetzt der nächste prominente Ausfall. Die Norweger Anders Mol/Christian Sörum, Olympiasieger, Weltmeister und viermalige Europameister, konnten am Donnerstagnachmittag zu ihrem ersten Gruppenspiel gegen die Niederländer Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen nicht antreten, verloren es 0:2, weil Sörum mit Fieber im Hotel bleiben musste.

Der Corona-Test fiel indes negativ aus. Sollte sich Sörum über Nacht erholen, wollen die beiden am Freitagmorgen (10 Uhr) zu ihrem zweiten Gruppenspiel gegen die Brasilianer Bruno Schmidt/Saymon Barbosa antreten.

Die im NDR Fernsehen vom Rothenbaum geplanten Kurzberichte mussten vorerst gestrichen werden. Beide Seiten konnten sich nicht auf den Preis der bewegten Bilder einigen. Veranstalter Volleyball World forderte pro angefangener Minute 500 Euro, dazu 50 Prozent bei Wiederholungen. Das war dem NDR zu viel. TV-Reporter Sebastian Riek griff deshalb zum Mikrofon und ging für den Hörfunk auf Sendung.

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