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Ex-Fifa-Präsident Blatter: "Katar war ein Fehler"

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Sepp Blatter war während seiner Amtszeit höchst umstritten. Nun gesteht er ein, dass die WM-Vergabe nach Katar ein Fehler war.

Sepp Blatter war während seiner Amtszeit höchst umstritten. Nun gesteht er ein, dass die WM-Vergabe nach Katar ein Fehler war.

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Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag, den 22. November 2021:

Ex-Fifa-Präsident Blatter: "Katar war ein Fehler"

Der frühere Fifa-Präsident Joseph Blatter sieht die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar als „großen Fehler“ an und hat erneut Ex-Uefa-Chef Michel Platini für den Ausgang der Wahl verantwortlich gemacht. „Ohne die Intervention von Sarkozy (damaliger französischer Präsident) bei Platini hätte Katar die WM nie gehabt“, sagte Blatter im Interview der französischen Zeitung „Le Monde“ und betonte: „Dies ist das erste Mal, dass eine politische Intervention eine wichtige Fußballentscheidung geändert hat.“

Platini wies die Vorwürfe gegenüber „Le Monde“ zurück. „Der Hass, der Schlamm, die Gemeinheit. Es reicht. Seit fünf Jahren stellt Sepp Blatter die gleichen lügnerischen und unbegründeten Behauptungen auf. Ich dachte, dass das Älterwerden zu Weisheit und Wahrheit führt. Was er behauptet, ist absolut falsch.“

Blatter bezieht sich auf ein Treffen Platinis im Élyséepalast am 23. November 2010 mit dem damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy und dem heutigen Emir von Katar, Tamim bin Hamad. Kurz danach wurden am 2. Dezember 2010 die WM-Turniere 2018 an Russland und 2022 an Katar vergeben. Laut Blatter seien nach dem Treffen die Stimmen von Platini und drei weiteren Europäern an Katar gegangen, was den Ausschlag gegeben hätte. Platini bekräftigte indes, dass er nicht beeinflusst worden sei. Die Korruptionsvorwürfe kursieren bereits länger gegen den früheren französischen Weltklassespieler, 2019 war er deswegen auch von der französischen Polizei vernommen worden.

Mit Blick auf mögliche Korruption bei den stimmberechtigten Fifa-Exekutivmitgliedern sagte Blatter: „Ich bin weder Moralist noch Beichtvater. Aber bei so wichtigen Entscheidungen wie der Vergabe einer WM ist es durchaus möglich, dass hier und da Geld fließt und die Leute es in die Tasche stecken.“ Er selbst habe für die USA gestimmt. Aus sozialer und klimatischer Sicht sei es ein großer Fehler gewesen, die WM nach Katar zu geben.

Superstar Adele singt Tottenham-Hymne

Die Fans des englischen Fußballclubs Tottenham Hotspur durften sich zu Wochenbeginn über eine ganz besondere Version einer Vereinshymne freuen. In einem kurzen Video, das der Tabellensiebte der Premier League am Montag auf Instagram veröffentlichte, sang Superstar Adele das bei Spurs-Anhängern beliebte „Glory, Glory, Tottenham Hotspur“, das regelmäßig im Stadion zu hören ist. Dazu gestikulierte die 33 Jahre alte Sängerin („Hello“) engagiert.

Die Britin, die am vergangenen Freitag ihr viertes Studioalbum „30“ veröffentlicht hat, lebt zwar mittlerweile in Los Angeles. Sie stammt aber ursprünglich aus dem Londoner Stadtteil Tottenham und zeigt bei jeder Gelegenheit, dass sie nach wie vor eine Anhängerin des Fußballvereins ist. In der Vergangenheit posierte Adele auch schon für Fotos mit Tottenham-Fanschal.

Ihre Version von „Glory, Glory, Tottenham Hotspur“, das auf der amerikanischen Bürgerkriegshymne „The Battle Hymn Of The Republic“ basiert, hatte Adele schon vor einem Monat für ein Youtube-Feature der Modezeitschrift „Vogue“ gesungen. Dass die spontane Gesangseinlage im Vergleich zu anderen Songs der mehrfachen Grammy-Gewinnerin etwas schräg klang, störte die Tottenham-Fans nicht im Geringsten. Unter dem kurzen Clip fanden sich schnell viele begeisterte Kommentare.

England bindet Nationaltrainer Southgate bis 2024

Der englische Fußballverband hat den Vertrag mit Nationaltrainer Gareth Southgate um zwei Jahre bis Dezember 2024 verlängert. Das gab die Football Association (FA) am Montag bekannt. Southgates bisheriger Vertrag galt bis zum Ende der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft, die vom 21. November bis 18. Dezember 2022 in Katar stattfindet.

Der 51-Jährige, der ursprünglich nur eine Interimslösung war, ist seit November 2016 für die Three Lions verantwortlich. „Es bleibt ein unglaubliches Privileg, diese Mannschaft zu leiten“, sagte Southgate zur Vertragsverlängerung. „Vor uns liegen große Möglichkeiten.“

Nach dem verlorenen EM-Finale im Sommer hatte Southgate seine langfristige Zukunft zunächst offen gelassen. England hatte im Wembley-Stadion im Elfmeterschießen mit 2:3 gegen Italien verloren und den ersten großen Fußball-Titel seit 55 Jahren verpasst. Bei der WM 2018 hatte er England bis ins Halbfinale geführt. In der ersten Spielzeit der Nations League wurden die Three Lions Dritter.

Barcelonas Toptalent Pedri ist der neue "Golden Boy"

Jungstar Pedri vom spanischen Fußball-Spitzenklub FC Barcelona ist zum „Golden Boy“ des Jahres gekürt worden. Diese Auszeichnung erhält seit 2003 der beste U21-Spieler in Europa, im Vorjahr hatte Borussia Dortmunds Torjäger Erling Haaland die Abstimmung der italienischen Zeitung Tuttosport unter europäischen Sportjournalisten gewonnen.

Der 18 Jahre alte Pedri gewann die Wahl mit deutlichem Vorsprung vor BVB-Mittelfeldspieler Jude Bellingham. Der spanische Nationalspieler Pedri, der erst kürzlich seinen Vertrag bei den Katalanen bis 2026 mit einer Ausstiegsklausel in Höhe von einer Milliarde Euro verlängert hatte, wurde von 24 der 40 stimmberechtigten Journalisten gewählt. Auch Florian Wirtz (Bayer Leverkusen), Jamal Musiala (Bayern München) oder Giovanni Reyna (Borussia Dortmund) hatten zur Auswahl gestanden.

Der Titel als „Web Golden Boy“ ging an den deutschen Nationalspieler Karim Adeyemi vom österreichischen Serienmeister Red Bull Salzburg. Der Award wird per Online-Abstimmung unter Fans vergeben.

Nach Quarantäne: Bayern hofft auf Süle und Kimmich

Trainer Julian Nagelsmann rechnet mit einem Comeback von Nationalspieler Niklas Süle im Bundesliga-Heimspiel gegen Arminia Bielefeld. Nach einer Corona-Infektion mit Symptomen sei der geimpfte Abwehrspieler inzwischen freigetestet und werde am Dienstag noch einmal abschließend untersucht, berichtete der Coach am Montag.

„Wenn die Untersuchung gut läuft, wird er am Wochenende wieder spielen können“, sagte Nagelsmann. Das Champions-League-Spiel an diesem Dienstag in der Ukraine gegen Dynamo Kiew verpasst Süle noch.

Auch Außenverteidiger Josip Stanisic könnte bei einem negativen Test, auf den Nagelsmann an diesem Dienstag hofft, am kommenden Samstag wieder zum Kader gehören. „Dann hätten wir wieder zwei Alternativen mehr“, sagte der 34 Jahre alte Coach erfreut.

Aktuell befinden sich fünf Bayern-Profis als Corona-Kontaktpersonen in Isolation. „Den Spielern, die aktuell in Quarantäne sind, geht es gut. Alle werden nach sieben Tagen getestet, ob sie symptomfrei sind, und könnten dann zurückkehren“, sagte Nagelsmann. Beim ungeimpften Mittelfeldspieler Joshua Kimmich könnte es im Gegensatz zu den weiteren vier Profis schon für die Partie gegen Bielefeld reichen.

Wolfsburg in der Königsklasse ohne Casteels

Wegen eines positiven Coronatests steht Torhüter Koen Casteels dem VfL Wolfsburg im Gruppenspiel der Champions League am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) beim FC Sevilla nicht zur Verfügung. Der zweimal geimpfte Mannschaftskapitän befindet sich in häuslicher Quarantäne.

Alle weiteren Mitglieder des Wolfsburger Reisetrosses wurden am Montag negativ getestet. Für Casteels wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Österreicher Pavao Pervan zu seinem ersten Einsatz für die Niedersachsen in der Königsklasse kommen.

Kölns-Torjäger Modeste wird im Internet beleidigt

Anthony Modeste vom 1. FC Köln ist nach der Bundesligapartie beim FSV Mainz 05 am Sonntag auf seinem Instagram-Kanal heftig persönlich beleidigt worden und hat diese Hass-Nachrichten und den Absender auch veröffentlicht. Dies berichtete zunächst die “Bild“-Zeitung. Auch sein Trainer Steffen Baumgart wird in diesen Nachrichten beleidigt. „Wie kann man so sein?“, schrieb Modeste auf Instagram.

Der 33-Jährige war zuvor im Spiel nach einem Foul verletzt ausgewechselt worden und hatte sich eine schmerzhafte Beckenprellung zugezogen. Der FC-Stürmer, der am Montag noch gründlich untersucht wurde, hofft noch auf einen Einsatz im Derby gegen Borussia Mönchengladbach am nächsten Samstag. „Mir geht's langsam besser“, verkündete Modeste bereits am Sonntagabend.

( dpa/sid/ber )

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