Fußball-Ticker

Real Madrid übertrifft historische Tormarke

| Lesedauer: 26 Minuten
Karim Benzema traf im Champions-League-Spiel gegen Schachtjor Donezk doppelt für Real Madrid.

Karim Benzema traf im Champions-League-Spiel gegen Schachtjor Donezk doppelt für Real Madrid.

Foto: PIERRE-PHILIPPE MARCOU / AFP

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Mittwoch, den 3. November 2021:

Real Madrid übertrifft historische Tormarke

Der französische Nationalspieler Karim Benzema hat Real Madrid vor einer weiteren Heimniederlage in der Champions League bewahrt. Beim 2:1 (1:1) gegen den weiter sieglosen ukrainischen Vizemeister Schachtjor Donezk gelang dem Angreifer am Mittwoch ein Doppelpack (14./62.). Dabei war das 1:0 ein besonderer Treffer, denn es war Madrids 1000. Königsklassen-Tor. Keine andere Mannschaft konnte bisher vierstellig im höchsten europäischen Vereinswettbewerb treffen.

Die Madrilenen, die sich im ersten Spiel im Estadio Santiago Bernabéu mit 1:2 dem FC Sheriff Tiraspol geschlagen geben mussten, festigen mit dem dritten Sieg und nun neun Punkten ihre Spitzenposition in der Gruppe D.

Bei Real standen Toni Kroos und David Alaba in der Startelf. An Benzemas Treffern waren die ehemaligen Bayern-Profis nicht beteiligt. Donezk zeigte indes eine mutige Leistung, doch mehr als Fernandos zwischenzeitlicher Ausgleichstreffer sprang nicht heraus (39.).

Milan bleibt auch gegen Porto sieglos

Der AC Mailand wartet weiter auf den ersten Sieg. Durch das 1:1 (0:1) gegen den FC Porto schwinden die Chancen des Letzten der Gruppe B auf das Achtelfinale. Die Portugiesen gingen durch Luis Diaz in Führung (6.), ehe Chancel Mbemba ins eigene Tor traf und Milan so den ersten Punkt bescherte (61.).

Keine Freigabe für Barcelonas Wunschtrainer Xavi

Der katarische Club Al-Sadd will seinem Trainer Xavi keine Freigabe für einen sofortigen Wechsel zu dessen Herzensverein FC Barcelona erteilen. „Wir sind entschlossen, unseren Trainer Xavi bei uns zu behalten, und wir können nicht zulassen, dass er zu diesem entscheidenden Zeitpunkt der Saison geht“, wurde Al-Sadd-Geschäftsführer Turki Al-Ali auf dem Twitter-Account des Vereins zitiert.

Weiter bestätigte Al-Ali, dass eine Delegation des FC Barcelona zu Verhandlungen an den Persischen Golf gereist ist: „Wir schätzen und respektieren den Besuch.“ Xavi soll sich laut übereinstimmenden Medienberichten bereits mit den Blaugrana über die Vertragskonditionen einig sein.

Nach der Entlassung von Ronald Koeman gilt Vereinsikone Xavi als klarer Favorit auf das Traineramt bei den Katalanen. Bei Al-Sadd ist der 41-Jährige seit 2019 Trainer und vertraglich noch bis 2023 gebunden.Barcelona-Präsident Juan Laporta pokerte zuletzt öffentlich. „Wir haben auch noch andere Kandidaten auf der Liste“, behauptete der Clubboss.

Eintracht in Piräus ohne Kostic und Hrustic

Eintracht Frankfurt muss im Europa-League-Spiel bei Olympiakos Piräus auf seinen Starspieler Filip Kostic verzichten. Der Serbe fehlte am Mittwochmorgen bereits im Abschlusstraining und trat anschließend die Reise nach Athen nicht mit an. „Filip hat schon über einen längeren Zeitraum hin und wieder Probleme mit der Achillessehne und dem Sprunggelenk“, begründete Trainer Oliver Glasner den Ausfall.

Der Österreicher wollte das Fehlen des Topscorers allerdings nicht zu hoch hängen. „Wir haben zu Hause 3:1 gewonnen, und Filip war an keinem der drei Treffer beteiligt. Also können wir es auch ohne Filip“, sagte Glasner: „Es gibt mehrere Möglichkeiten Filip zu ersetzen. Wir können auf Viererkette umstellen. Es gibt auch offensive Möglichkeiten, wie einen Jens Petter Hauge da hinzustellen.“

Ob Kostic am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) im Kellerduell bei der SpVgg Greuther Fürth wieder zur Verfügung steht, ließ der Trainer offen. Bei Olympiakos fehlt neben dem Flügelspieler auch der Australier Ajdin Hrustic. Dafür kehrten Kapitän Sebastian Rode und Kristijan Jakic am Mittwoch ins Training zurück und stehen am Donnerstag (18.45 Uhr/TVNOW) im Kader.

Achtelfinale im DFB-Pokal: Berliner Derby, BVB und Köln live im Free-TV

Im Achtelfinale des DFB-Pokals am 18./19. Januar 2022 werden drei Begegnungen live im Free-TV übertragen. Am 18. Januar (18.30 Uhr) berichtet Sport1 vom Traditionsduell zwischen dem 1. FC Köln und Zweitligist Hamburger SV. Ab 20.45 Uhr zeigt die ARD das Gastspiel des Titelverteidigers Borussia Dortmund beim Zweitliga-Tabellenführer FC St. Pauli.

Exakt 24 Stunden später ist das Erste erneut live am Ball und überträgt aus dem Olympiastadion das Berliner Pokalderby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union. Alle acht Partien sind beim Pay-TV-Sender Sky zu sehen.

Werder hofft gegen Nürnberg auf Ducksch

Werder Bremen hofft im Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg auf einen Einsatz von Marvin Ducksch. Der Stürmer hatte zuletzt wegen Rückenproblemen pausiert, kehrte am Mittwoch aber wieder ins Mannschaftstraining zurück. „Wir müssen sehen, wie er das Training am Donnerstag verkraftet, aber es ist gut, dass er heute wieder dabei war“, sagte Werder-Coach Markus Anfang.

Die Bremer spielten zuletzt beim 1:1 gegen den FC St. Pauli erstmals mit zwei Angreifern. Neben Ducksch stand Niclas Füllkrug in der Startformation. Erleidet Ducksch keinen Rückfall, dürfte Anfang auch am Freitag in Nürnberg (18.30 Uhr/Sky) auf dieses Duo setzen.

Auszufallen droht dagegen Felix Agu. Der Außenbahnspieler plagt sich mit Wadenproblemen herum und konnte daher in dieser Woche noch nicht mit der Mannschaft trainieren. Ansonsten hatte Anfang aber bis auf die Langzeitverletzten alle Spieler zur Verfügung. Auch die zuletzt länger verletzt fehlenden Ömer Toprak, Christian Groß und Leonardo Bittencourt mischten im Training mit. „Es ist wichtig, sie dabei zu haben, weil wir bislang nie den kompletten Kader zur Verfügung hatten. Aber sie sind noch nicht bei 100 Prozent“, sagte Anfang.

Wunschkandidat Emery sagt Newcastle ab

Wunschkandidat Unai Emery (50) hat Newcastle United eine Absage erteilt. Der Spanier bleibt stattdessen Trainer beim FC Villarreal. „Ich bin dankbar für das Interesse, aber noch dankbarer, dass ich hier bin“, teilte Emery am Mittwoch mit, nachdem er kurz zuvor das Interesse von Premier-League-Club Newcastle an ihm öffentlich gemacht hatte: „Villarreal ist mein zu Hause und ich identifiziere mich zu 100 Prozent mit dem Club.“

Laut der BBC sollte Emery bei Newcastle United, das zuletzt von einem Konsortium aus Saudi-Arabien übernommen worden war, als Teammanager den personellen Umbruch bei den Magpies einleiten. Demnach hätte der Club die Verpflichtung noch vor dem Ligaspiel bei Brighton & Hove Albion am Samstag perfekt machen wollen. Im Interview mit dem spanischen TV-Sender Movistar Plus hatte Emery den Kontakt zu Newcastle bestätigt. „Sie haben mir ihr Interesse mitgeteilt, aber es gibt noch kein Angebot“, sagte er am Dienstag: „Sollte das Angebot für mich interessant sein, werde ich sehr respektvoll mit Villarreal sprechen.“

Emery, der bereits bei Paris St. Germain und beim FC Arsenal als Trainer tätig war, dort aber jeweils entlassen wurde, hatte mit Villarreal in der vergangenen Saison die Europa League gewonnen. Sein Vertrag läuft noch bis 2023. Newcastle steht nach der Entlassung von Teammanager Steve Bruce vor rund zwei Wochen weiter ohne Sieg auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Corona-Fall bei Dynamo Dresden

Zweitligist Dynamo Dresden kann sich trotz eines Corona-Falls im Umfeld der Mannschaft ohne Einschränkungen auf das Auswärtsspiel am Freitag bei Holstein Kiel vorbereiten. Das gab der Verein am Mittwoch bekannt. Die Gesundheitsbehörde der Stadt Dresden habe dafür grünes Licht gegeben. Lediglich eine Person müsse in häusliche Quarantäne.

Berichte, dass es sich bei der am Dienstag positiv auf das Coronavirus getesteten Person um einen Spieler gehandelt hat, wollte Dynamo nicht kommentieren. Da alle Spieler geimpft sind, müssen sie – sofern sie symptomfrei sind – den Regularien der Behörden und der Deutschen Fußball Liga zufolge nicht in Quarantäne.

Regensburg fragte wegen Haaland an: „Laut gelacht“

Erling Haaland beim SSV Jahn Regensburg? Der langjährige Geschäftsführer der Oberpfälzer, Christian Keller, hat in der Vergangenheit beim norwegischen Stürmer (siehe auch diesen Eintrag) sogar einmal ganz mutig nachgefragt. „Wir scouten ja in Österreich. Wir hatten Haaland damals, als er nach Salzburg gewechselt ist, in einem seiner ersten Spiele gesehen“, erzählte Keller der „Mittelbayerischen Zeitung“ im Interview.

„Ich habe mir daraufhin erlaubt, beim Clubverantwortlichen anzurufen, ob Haaland vielleicht für eine Leihe in Frage käme. Der hat dann laut gelacht. Aber einen Versuch war es wert“, sagte Keller über die Bemühungen des Zweitligisten aus der Oberpfalz. Der inzwischen 21 Jahre alte Weltklassestürmer Haaland wechselte im Januar 2019 von Molde FK zu RB Salzburg. Ein Jahr später verpflichtete Borussia Dortmund den Angreifer, der mittlerweile von vielen Topclubs in Europa umworben wird.

Keller hatte im August 2013 bei Jahn Regensburg angefangen. Am Sonntag hatte der 42-Jährige beim Zweitligisten als Geschäftsführer seinen letzten Arbeitstag. Er verlässt den Verein mit noch unbekanntem Ziel auf eigenen Wunsch.

Gomez zu Kimmich: „Wenn jeder so reagieren würde“

In der anhaltenden Debatte um Impfzweifler Joshua Kimmich hat der frühere Bayern-Torjäger Mario Gomez auf die Verantwortung für den Fußball als Ganzes verwiesen. „Wir alle freuen uns, dass die Stadien wieder voll sind. Die Stadien sind auch deswegen voll, weil sich 60, 70, 80 Prozent der Menschen geimpft haben. Davon profitiert er auch“, sagte Gomez bei Amazon Prime Video. Kimmich hatte zuletzt erklärt, er habe sich angesichts seiner Bedenken wegen Langzeitfolgen bisher nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. „Wenn jeder so reagieren würde wie er jetzt, würden wir wahrscheinlich noch ein Jahr ohne Zuschauer spielen“, sagte Ex-Nationalspieler Gomez.

„Wir, die es gemacht haben, sind letztendlich auch dafür verantwortlich, dass das Leben wieder normal weitergeht“, fügte der 36-Jährige hinzu. Gomez bekräftigte aber auch: „Ob er sich am Ende impfen lässt, ist komplett seine Entscheidung.“

Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic sagte, der Club führe in der Sache weiter „viele Gespräche“. Kimmichs Entscheidung hatte neben Verständnis auch heftige Kritik in der Öffentlichkeit zur Folge gehabt. „Jo ist ein ganz wichtiger Spieler, ein ganz wichtiger Mann, eine Persönlichkeit. Man muss ihm seine Entscheidung überlassen. Man darf ihn nicht zu doll unter Druck setzen. Er lässt sich Zeit, das werden wir akzeptieren“, sagte Salihamidzic.

Der Sportdirektor ließ aber ebenso wie Trainer Julian Nagelsmann erkennen, dass er eine Corona-Impfung für den richtigen Weg hält. „Ich habe nach wie vor die Meinung, dass es ratsam ist“, sagte Nagelsmann. Der Bayern-Coach hatte zuletzt wegen einer Infektion mit dem Virus knapp zwei Wochen in Quarantäne verbracht. „Wir müssen trotzdem immer drauf achten, dass das Thema nicht zu groß wird. Wir leben in einer Demokratie, und die lebt von Meinungen“, mahnte Nagelsmann.

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Nagelsmann Sané für „talentfreie Aktionen“

Julian Nagelsmann hat Nationalspieler Leroy Sané nach der nächsten starken Leistung im Trikot des FC Bayern auch besonders für immer häufigere „talentfreie Aktionen“ gelobt. Der Münchner Trainer schrieb nach dem 5:2 in der Champions League gegen Benfica Lissabon den Löwenanteil an Sanés klarer Leistungssteigerung in den vergangenen Wochen aber nicht sich zu, sondern dem begnadeten Offensivspieler selbst. „Er hat total den Schalter gefunden“, sagte Nagelsmann am Dienstagabend.

Zu Saisonbeginn war Sané sogar in der Allianz Arena von Bayern-Fans ausgepfiffen worden. „Jeder fragt immer: Was habe ich mit Leroy gemacht? Eigentlich nicht so viel“, sagte Nagelsmann. Ein Grund ist für den Trainer „die andere Position“ von Sané, der nicht mehr am Flügel klebt, sondern von ihm deutlich zentraler eingesetzt wird.

„Er spielt viel, viel zentrumslastiger. Dann hat er viel mehr Aktionen im Spiel und kürzere Gegenpressingwege“, erläuterte Nagelsmann und ergänzte: „Dann mag ich ihn ganz gerne, weil er ein cooler Typ ist. Und den Rest hat er schon selbst hingekriegt.“

Gegen Benfica sei Sané wie schon als zweifacher Torschütze beim 4:0 im Hinspiel wieder „wirklich unglaublich gut“ gewesen, lobte sein Trainer: „Er hatte eine unglaubliche Aktivität, wollte immer den Ball haben. Das Tor, das er selbst erzielt, ist außergewöhnlich. Das Tor, das er für Robert Lewandowski vorbereitet, ist auch sehr stark.“

Nagelsmann hob aber explizit auch „talentfreie Aktionen“ von Sané hervor. Damit meint er die Defensivarbeit, wenn der Fußball-Feingeist wie am Dienstagabend einen 70-Meter-Sprint nach hinten hinlegt. Für solche Aktionen wird Sané inzwischen ebenfalls von den Münchner Fans gefeiert.

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Struth: Haaland nicht billiger als 250 Millionen

Ein Transfer von Erling Haaland würde nach Ansicht des Branchenexperten Volker Struth ein Volumen von mindestens 250 Millionen Euro haben. „Ich glaube, der Wechsel wird 2022 über die Bühne gehen. Haaland hat eine Ausstiegsklausel. Das ganze Paket mit Gehalt für fünf Jahre und Beraterhonorar wird wahrscheinlich bei 250 bis 300 Millionen Euro liegen“, sagte der Spielerberater, der unter anderem Toni Kroos und Timo Werner vertritt, der „Sport Bild“.

Wegen des hohen finanziellen Rahmens inklusive des Honorars für Haalands Berater Mino Raiola werde der Norweger nicht von Borussia Dortmund nach München wechseln. „Selbst wenn Bayern München das Geld hätte, würden sie es nicht machen“, sagte Struth. Ein mögliches Gehalt für den 21 Jahre alten Haaland von 50 Millionen Euro sei hierzulande nicht vermittelbar. „Die Hölle wäre los, wenn in Deutschland ein Spieler 50 Mio verdienen würde“, sagte Struth.

An einer Verpflichtung des BVB-Topstürmers sind angeblich mehrere europäische Spitzenclubs interessiert. „Ich denke, dass er nicht nur nach der Kohle entscheiden wird. Zehn Prozent mehr oder weniger, das wird ihn nicht leiten“, sagte Struth. Haaland sei vor allem heiß auf große Titel. Der Angreifer spielt seit Januar 2020 in Dortmund und hat noch einen Vertrag bis Ende Juni 2024 bei den Westfalen. Wegen einer Verletzung am Hüftbeuger fällt er derzeit aus.

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Keller über Koch: Geht moralischer Kompass ab

Der ehemalige DFB-Präsident Fritz Keller hat erneut schwere Vorwürfe gegen ehemalige und aktuelle Funktionäre des Deutschen Fußball-Bundes erhoben. „Das Problem sind in den allermeisten Fällen Funktionäre, die nicht den Fußball sehen, sondern nur sich selbst“, sagte der 64-Jährige in einem Interview der „Sport Bild“ (Mittwoch). Diese Funktionäre würden den DFB als „Selbstbedienungsladen betrachten“.

Namentlich nannte der Winzer und Gastronom vor allem seinen früheren Vize und derzeitigen Interimspräsidenten Rainer Koch, dem „nach meinem Empfinden jeglicher moralischer Kompass abgeht, der seit Jahren seine Intrigen schmiedet, Menschen innerhalb und außerhalb des DFB mit seinen Seilschaften massiv unter Druck setzt“. Man dürfe seine Karriere nicht über das Wohl des Verbandes stellen. „Es wird Zeit, dass das ein Ende hat.“

Ein Neuanfang beim DFB mit Koch sei nicht möglich. „Aus meiner Sicht: klares Nein – in keiner Position“, sagte Keller. „Mich macht es fassungslos, dass sich einige Landesfürsten immer noch von ihm so instrumentalisieren lassen.“ Natürlich ziehe Koch weiter die Fäden.

Keller wurde im September 2019 an die Spitze des DFB mit dem Versprechen von Reformen und Veränderungen im Verband gewählt. Im vergangenen Mai war er zurückgetreten, nachdem er Koch mit dem NS-Richter am Volksgerichtshof, Roland Freisler, verglichen hatte. Auf seine Entschuldigung habe er keine Antwort von Koch erhalten, versicherte Keller. „Diese Entgleisung, die mir rausgerutscht ist, verzeihe ich mir selbst nicht“, räumte er ein.

Seit seinem Rücktritt führen Koch und Peter Peters interimsmäßig den Verband. Auf dem Bundestag am 11. März 2022 in Frankfurt/Main soll ein neuer Präsident gewählt werden. Koch will dann nicht mehr als 1. Vizepräsident kandidieren. Peters hatte sein Interesse an einer Kandidatur für das Präsidentenamt angekündigt.

Darmstadt beschenkt Einkommensschwache

Darmstadt 98 versucht erneut mit einer besonderen Geste sozial benachteiligten Menschen einen Stadionbesuch in der 2. Bundesliga zu ermöglichen. Wie die Lilien mitteilten, verschenken Verein und Stadt in einer gemeinsamen Aktion Dauerkarten an einkommensschwache Menschen aus Darmstadt. Besitzer der sogenannten Teilhabecard können beim Amt für Soziales und Prävention einen Antrag auf ein Ticket stellen.

„Wir Lilien sehen uns als integralen Bestandteil unserer Heimatstadt und wissen daher auch um unsere gesellschaftliche Verantwortung für Darmstadt und die Region“, sagte Präsident Rüdiger Fritsch: „Entsprechend ist es uns ein großes Anliegen, als basisnaher Verein auch sozial benachteiligten Menschen den Stadionbesuch im Merck-Stadion am Böllenfalltor zu ermöglichen.“

Bereits vor der Corona-Krise hatte der Verein Dauerkarten an einkommensschwache Darmstädter verschenkt. Durch die Geisterspiele und die zwischenzeitliche Teilauslastung des Stadions pausierte die Aktion in den vergangenen anderthalb Jahren.

Leipzig an Liverpools Sportdirektor interessiert

Bedient sich RB Leipzig bei der Suche nach einem neuen Sportdirektor beim Stuff von Jürgen Klopp? Nach einem Bericht der Sport Bild will der Bundesligist den 41-Jährigen Michael Edwards vom FC Liverpool als Nachfolger von Markus Krösche (Eintracht Frankfurt) holen. Edwards ist aktuell Sportdirektor der Reds und landete auf dem Transfermarkt unter anderem mit Virgil van Dijk, Mohamed Salah und Sadio Mane Volltreffer.

Intern soll Edwards den Verantwortlichen bereits signalisiert haben, dass er den Club Sommer 2022 verlassen wolle. RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff wollte sich in der Sport Bild zu der Personalie nicht äußern. Zuletzt hatte Mintzlaff jedoch verraten, „dass wir den richtigen Kandidaten für unseren Club und unsere Philosophie identifiziert haben“.

Der neue Sportdirektor soll idealerweise in der Winterpause offiziell vorgestellt werden, aber auch eine Übergangsphase bis in den Sommer ist möglich. Zurzeit übernehmen Florian Scholz als Kaufmännischer Leiter und Christopher Vivell als Technischer Direktor die Aufgaben des Sportdirektors mit. Deren Arbeit hatte Mintzlaff in der jüngeren Vergangenheit mehrfach gelobt.

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Umfrage: Mehrheit für generelle 2G-Regel

In die deutschen Fußballstadien sollten nach dem Wunsch einer Mehrheit der Bundesbürger nur geimpfte und genesene Zuschauer Einlass erhalten. 60 Prozent der Befragten sprachen sich in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur dafür aus, ausschließlich die 2G-Regel für den Zugang zu den Arenen anzuwenden. 29 Prozent der Deutschen würden dies demnach nicht richtig finden.

Bei den Proficlubs in Bundesliga und 2. Liga gibt es keine einheitliche Regel für die Zulassung von Zuschauern. Während einige Vereine auf das 2G-Modell setzen, wechselte unter anderem Borussia Dortmund zuletzt wieder auf ein 3G-Modell. Dabei dürfen auch negativ auf das Coronavirus getestete Fans ins Stadion. Es genügt ein negativer Bürgertest. Zuvor hatte es Kritik aus der Ultra-Szene an den Corona-Beschränkungen gegeben.

Der FC Bayern ist einer der Clubs mit einem 3G-Plus-Konzept. Dabei müssen Fans, die weder geimpft noch genesen sind, einen negativen PCR-Test vorlegen. Dafür entfallen dann Maskenpflicht, Obergrenzen bei der Personenzahl, Alkoholverbot und Mindestabstandsgebot.

Bei anderen Vereinen gibt es Zwischenlösungen oder Optionsmodelle. Die Clubs sind dabei abhängig von den jeweiligen Regelungen in ihren Bundesländern, die für einen Flickenteppich sorgen. Angesichts drastisch steigender Corona-Infektionen hatte zuletzt Sachsen angekündigt, die Schutzmaßnahmen zu verschärfen und 2G-Regeln auch für Fußballspiele einzuführen.

Bernd Schuster für Xavi als Barça-Trainer

Ex-Profi Bernd Schuster hat sich für Vereins-Ikone Xavi als neuen Trainer des FC Barcelona ausgesprochen. „Xavi ist aus meiner Sicht der Richtige dafür, er hat aufgrund seiner Beliebtheit viel Kredit und Ruhe, um die Mannschaft aufzubauen und ganz langsam zu verstärken, sobald es finanziell wieder möglich ist“, sagte Schuster der Sport Bild.

Nach der Entlassung von Ronald Koeman gilt Xavi als Favorit auf das Traineramt bei Barcelona. Der frühere Mittelfeldstratege ist ein Barça-Eigengewächs, spielte von 1991 bis 2015 für den Traditionsclub, bevor er zu Al-Sadd FC nach Katar wechselte. Dort ist der 41-Jährige seit 2019 Trainer und vertraglich noch bis 2023 gebunden.

Schuster, der zwischen 1980 und 1988 für Barcelona gespielt und in dieser Zeit die Meisterschaft drei Mal den spanischen Pokal gewonnen hatte, wies auf die Zugkraft Xavis hin. „Barça braucht mehr als 40.000 Zuschauer wie zuletzt, beim Anblick des leeren Camp Nou wird mir anders. Allein Xavis Name würde es wieder besser füllen“, sagte Schuster.

Momentan, das betonte der Europameister von 1980, sei Barcelonas Kader „nicht gut genug, um vorn in der Liga mitzuspielen“. Deswegen müsse man bei den Katalanen zunächst „das Messi-Syndrom abschütteln. Dann gnadenlos analysieren, was der aktuelle Kader hergibt, Jung und Alt auch spielerisch zusammenführen und den Spielern eine Spielweise geben die zu ihren Möglichkeiten passt - auch wenn diese bei den Fans, die feinstes Tiki Taka gewohnt waren, erst mal keine Jubel-Stürme auslöst“, so Schuster.

Klub-Idol Xavi Favorit auf Koeman-Nachfolge bei Barca
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Torgarant Lewandowski: „Der kompletteste und beste Spieler der Welt“

Nach einer erneuten Tor-Gala erhielt Bayern Münchens Ausnahmestürmer Robert Lewandowski von Matthias Sammer das größte Kompliment. „Er ist aktuell der kompletteste und beste Spieler der Welt“, lobte der frühere Münchner Sportvorstand nach dem klaren 5:2 (2:1) des deutschen Rekordmeisters gegen Benfica Lissabon den 33 Jahre alten Stürmer.

Jubilar Lewandowski war beim vorzeitigen Einzug des FC Bayern ins Achtelfinale der Champions League der überragende Akteur. Doch der Weltfußballer war nicht ganz zufrieden. „Ich weiß nicht, ob es ein perfekter Abend war, weil ich einen Elfmeter verschossen habe“, sagte Lewandowski bei Amazon nach einem verschossenen Handelfmeter (45.+1) - und lächelte.

Er konnte es verkraften. In seinem 100. Spiel in der Königsklasse gelang Lewandowski ein Dreierpack (26., 61. und 84.). Das 2:0 durch ein sehenswertes Hackentor von Serge Gnabry (32.) bereitete er zudem vor.

Für den Münchner Torgaranten, der auch in diesem Jahr als Favorit auf den „Ballon d“Or„ gilt, waren es in der Champions League die Treffer Nummer 79 bis 81. Nur Cristiano Ronaldo (139) und Lionel Messi (123) sind besser, doch nach 100 Partien in der Königsklasse hatten selbst die beiden Superstars nicht so oft getroffen wie Lewandowski.

Er habe „nie geglaubt, dass ich so viele Spiele mache - und dann mit so vielen Toren und Vorlagen“, sagte ein glücklicher Lewandowski mit der Trophäe „Man of the match“ in der Hand.

„Er will immer weiter treffen. Das zeichnet ihn aus. Die Quote ist beeindruckend“, lobte Trainer Julian Nagelsmann, der aber nicht nur mit Lewandowski sehr zufrieden war: „Es hat Spaß gemacht, zuzuschauen. Natürlich haben wir zwei Standardtore bekommen. Dennoch war es ein unfassbar gutes Spiel von uns.“

Nagelsmann war nach überstandener COVID-19-Erkrankung auf die Bayern-Bank zurückgekehrt. Der 34-Jährige hatte sich trotz doppelter Impfung mit dem Coronavirus infiziert und verpasste daher vier Bayern-Spiele im Stadion, darunter die 0:5-Schlappe im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach.

Lob für Lewandowski: "Noch länger der beste Stürmer der Welt"
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( HA/sid/dpa )

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