Fußball-Ticker

Ex-HSV-Sportvorstand Ralf Becker hat Ausstiegsklausel

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Ralf Becker war 2018/19 Sportvorstand des HSV. Seit 2020 ist er bei Dynamo Dresden.

Ralf Becker war 2018/19 Sportvorstand des HSV. Seit 2020 ist er bei Dynamo Dresden.

Foto: imago images/Steffen Kuttner

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 21. Oktober 2021:

Ex-HSV-Sportvorstand Becker hat Ausstiegsklausel

Trotz des erst kürzlich bis 2025 verlängerten Vertrags könnte Dynamo Dresdens Sportchef Ralf Becker den Club bei einem erneuten Abstieg wieder verlassen. Das bestätigte der 51-Jährige dem „Kicker“. „Ich benötige keinen doppelten Boden, in dessen Sicherheit ich mich wähnen kann. Deswegen habe ich diesen Vertrag auch nur für die 2. Liga unterschrieben. Mit diesem Weg fühle ich mich verbunden“, sagte Becker. Anfang Oktober hatte sich der frühere HSV-Sportvorstand vorzeitig drei weitere Jahre an Dynamo gebunden.

Eine automatische Trennung würde ein Abstieg allerdings nicht bedeuten. „Nein, überhaupt nicht. Das heißt nur, dass es für mich kein gutes Zeichen wäre, das in den Vertrag aufzunehmen. Ich habe dem Aufsichtsrat meine Ziele, Pläne, und Visionen erläutert, und für die möchte ich in die Verantwortung genommen werden. Das heißt nicht, dass ich nach einem Abstieg nicht mehr an unser gemeinsames Projekt glauben würde“, betonte Becker. Er sei aber überzeugt davon, dass es so weit nicht kommen werde. Dresden steht nach 13 Punkten aus 10 Spielen im Mittelfeld, verlor allerdings fünf der vergangenen sechs Partien.

Abstimmung vertagt – DFB im WM-Streit „zufrieden“

Der Deutsche Fußball-Bund zeigt sich im Streit um eine WM alle zwei Jahre „zufrieden“ mit dem Verzicht auf eine Abstimmung bei einem Kongress noch in diesem Jahr. Das FIFA-Council hatte am Mittwoch stattdessen beschlossen, dass am 20. Dezember ein globaler Gipfel mit Beratungen zur Reform des internationalen Spielkalenders stattfinden soll.

„Die Entscheidung fiel auf Vorschlag des Präsidenten einstimmig aus, damit ist eine Abstimmung im Dezember hinfällig, und es gab im FIFA-Council diesbezüglich keine Kontroversen“, teilte der DFB am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Deswegen setzen wir weiter auf eine gemeinsame von FIFA und UEFA erarbeitete einvernehmliche Lösung aller Fragen zum zukünftigen weltweit einheitlichen Spielkalender.“

Die Positionen zu einer Verkürzung des WM-Rhythmus auf zwei Jahre sind dennoch weiter verhärtet. Bei Gesprächen mit europäischen Verbandsvertretern hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino deutlichen Widerstand für die Pläne des Weltverbands erhalten. Mehr als ein Dutzend europäischer Verbände erwägt, als letzte Option aus dem Weltverband auszutreten. Neben der Europäischen Fußball-Union UEFA lehnt auch der Kontinentalverband Südamerikas die Pläne für eine WM alle zwei Jahre kategorisch ab.

Eberl: Corona-Fall Nagelsmann Warnung

Mit Blick auf die Corona-Infektion von Bayern Münchens Trainer Julian Nagelsmann mahnt Max Eberl den deutschen Profi-Fußball in der Pandemie trotz Impfungen zur Vorsicht. „Wir halten uns weiterhin an alle Corona-Regeln. Doch trotz einer hohen Impfquote ist man nicht gefeit, dass sich jemand ansteckt“, sagte der Sportdirektor von Bundesligist Borussia Mönchengladbach. „Der Fall Julian Nagelsmann, der ja doppelt geimpft ist, sollte Warnung für uns sein, dass wir weiter Vorsicht walten lassen sollten.“

Nagelsmann hatte wegen der Infektion das 4:0 der Bayern bei Benfica Lissabon am Mittwochabend nur am Fernseher verfolgen können und war an der Seitenlinie von seinem Assistenten Dino Toppmöller vertreten worden. Angesprochen darauf, wer ihn denn in einem solchen Fall vertreten würde, sagte Gladbachs Coach Adi Hütter. „Ich war in meiner Zeit in Frankfurt im Europa-League-Achtelfinale einmal gesperrt und wurde von Christian Peintinger vertreten. Die Eintracht hatte damals 1:0 gewonnen. Also würde Peintinger es wieder machen“, sagte Hütter.

Leipzig vorerst ohne Klostermann

Nationalspieler Lukas Klostermann steht Bundesligist RB Leipzig vorerst nicht zur Verfügung. Der Abwehrspieler zog sich im Champions-League-Spiel bei Paris Saint-Germain (2:3) eine Verletzung im linken Oberschenkel zu. Das gab der Vizemeister am Donnerstag bekannt.

Damit ist auch eine Nominierung Klostermanns in die Nationalmannschaft für die letzten Länderspiele des Jahres in Wolfsburg gegen Liechtenstein (11. November) und drei Tage später in Armenien ungewiss.

FIFA fliegt afghanische Sportler aus

Der Fußball-Weltverband FIFA hat beim Ausfliegen einer weiteren afghanischen Sportlergruppe geholfen. Wie die FIFA mitteilte, seien am Mittwoch 57 Personen mit Bezug zum Frauenfußball und zum Basketball mit Unterstützung der Regierung von Katar nach Doha in Sicherheit gebracht worden. Bereits in der vergangenen Woche waren mit einem ersten Evakuierungsflug fast 100 Sportler aus dem Kriegsgebiet ausgereist.

„Ich rufe all unsere Freunde auf Regierungsebene sowie in der Fußballgemeinschaft weltweit dazu auf, für diese Personen Aufenthaltsbewilligungen und Visa auszustellen, damit sie in einem sicheren Umfeld ein neues Leben beginnen können“, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino. Einrichtungen der WM 2022 in Katar werden derzeit als Notunterkünfte für Flüchtlinge genutzt, weitere Evakuierungsflüge sollen laut Weltverband noch folgen.

Juventus erpresst: Sechs Hooligan-Anführer verurteilt

Sechs Hooligan-Chefs aus dem Umfeld des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin sind wegen schwerer Erpressung, Geldwäsche und privater Gewalt verurteilt worden. Bei dem Prozess in Turin waren insgesamt zwölf Personen angeklagt. Die höchste Strafe erhielt ein bekannter Hooligan-Anführer, der zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt wurde. Gegen ihn wurde außerdem ein fünfjähriges Stadionverbot ausgesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte für ihn eine 13-jährige Haftstrafe beantragt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Hooligans eine kriminelle Vereinigung gegründet hatten, um Juve zu erpressen. Der Club hatte die Ermittlungen mit einer Anzeige 2018 ins Rollen gebracht.

Die Hooligan-Anführer hatten Schwarzhandel mit Tickets betrieben. Sie hätten den Tickethandel für die Fankurve „militärisch kontrolliert“ und sollen Juventus-Mitarbeiter erpresst haben, um an günstigere Karten zu kommen, hieß es in den Berichten unter Berufung auf die Ermittler. Bei der Operation „Last banner“ waren in ganz Italien Razzien durchgeführt worden. Die verurteilten Hooligans können noch Berufung einlegen.

Lahm für mehr Frauen im Fußball

Der frühere Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm macht sich für mehr Frauen in Fußball-Führungspositionen stark. „Ich glaube, dass es enorm wichtig ist, dass Frauen da mehr Verantwortung übernehmen wollen, in Vereinen, in Landesverbänden, beim Deutschen Fußball-Bund, egal in welchen Bereichen. Dass sie es wollen, aber es auch zugelassen wird“, sagte der Turnierdirektor der EM 2024 in der ZDF-Reportage „Fußball-Frauen – Zeit für die Offensive“.

Seine Vision beinhalte „mehr Frauen auch im Fußball“. Dazu seien entsprechende Vorbilder nötig, die solche Funktionen übernehmen. In diesem Zusammenhang nannte Lahm Ex-Nationalspielerin Celia Sasic, mit der er im EM-Team zusammenarbeitet und so direkt von ihrer Erfahrung und Perspektive profitiere.

Aus seiner Sicht brauche es aber auch stärkere Ermutigung durch „mehr Leute, die sagen: So, auf geht's, traut euch. Wir stehen hinter euch.“

Deutschland verbessert sich in Weltrangliste

Die deutsche Nationalmannschaft der Männer ist in der FIFA-Weltrangliste wieder etwas nach vorne gerückt. Die DFB-Elf von Bundestrainer Hansi Flick verbesserte sich nach den Siegen in der WM-Qualifikation gegen Rumänien und in Nordmazedonien um zwei Plätze von Rang 14 auf Position zwölf, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Ranking hervorgeht. Deutschland hatte sich als erstes Team sportlich für die WM in Katar 2022 qualifiziert und ist unter Flick nach wie vor ungeschlagen.

Die Platzierung ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur relevant für die Auslosung der WM am 1. April 2022 in Katar. Demnach wären neben Gastgeber Katar die bestplatzierten sieben Teams im ersten Topf, Deutschland würde damit nach aktuellem Stand ein schweres Los drohen.

An der Spitze bleibt Belgien vor Brasilien. Neuer Dritter ist Nations-League-Sieger Frankreich. Nach FIFA-Angaben wurden insgesamt 160 Länderspiele ausgetragen, die Auswirkungen auf die Weltrangliste hatten. In der rutschten die Engländer vom dritten auf den fünften Platz hinter Europameister Italien ab.

Einsichtiger Füllkrug zurück im Werder-Training

Stürmer Niclas Füllkrug wird ab sofort wieder ins Training des Zweitligisten Werder Bremen zurückkehren. Dies ist nach Club-Angaben das Ergebnis eines Gesprächs des 28 Jahre alte Angreifers mit Sportchef Frank Baumann, Clemens Fritz, Leiter Profifußball sowie Trainer Markus Anfang. „Niclas war sehr einsichtig und hat die Reaktion gezeigt, die wir uns vorgestellt haben“, erklärte Geschäftsführer Baumann.

Nach der 0:3-Pleite am Sonntag bei Darmstadt 98 war Füllkrug in der Kabine mit Fritz aneinandergeraten. „Es war eine verbale Entgleisung. Es wurde eine Grenze überschritten“, sagte Baumann über den Vorfall. Der Offensivspieler wurde danach bis einschließlich Mittwoch vom Training freigestellt. Nach dem positiven Ausgang der Unterredung dürfte Füllkrug zumindest im Kader für das Spiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) beim SV Sandhausen stehen. „Jetzt ist er in der Pflicht, sich wieder in die Mannschaft einzubringen und sich über Trainingsleistungen zu empfehlen“, forderte Baumann.

Nach der Verpflichtung von Marvin Ducksch kam der eigentlich als Leader vorgesehene Füllkrug beim Bundesliga-Absteiger meist nur noch als Joker zum Einsatz. Einen Treffer erzielte der Ex-Hannoveraner in dieser Saison noch nicht.

Milliarden-Klausel: Barcelona verlängert mit Fati

Der FC Barcelona hat Megatalent Ansu Fati langfristig bis zum 30. Juni 2027 an sich gebunden. Die Ausstiegsklausel für den 18 Jahre alten Offensivspieler beträgt eine Milliarde Euro, wie die Katalanen am Mittwochabend mitteilten. Der Kontrakt Fatis wäre nach dem Saisonende ausgelaufen, Barça hatte aber ohnehin eine Verlängerungsoption.

Damit ist Fati der nächste große Hoffnungsträger, den die Blaugrana halten konnten. Denn zuvor hatte der hoch verschuldete Ex-Club von Fußball-Superstar Lionel Messi mit dem 18-jährigen Pedri bis 2026 verlängert, auch dort ist eine Klausel über eine Milliarde Euro verankert. Der 19-jährige Nico González wurde im Frühjahr bis zum 30. Juni 2024 gebunden. Die Ausstiegsklausel des Mittelfeldspielers beträgt 500 Millionen Euro.

( SID/dpa )

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