Fußball-Ticker

US-Club entlässt früheren HSV-Profi als Trainer

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Für den früheren HSV-Profi Raphael Wicky ist bei Chicago Fire Schluss.

Für den früheren HSV-Profi Raphael Wicky ist bei Chicago Fire Schluss.

Foto: Lynne Sladky / picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 30. September 2021:

Ex-HSV-Profi: Chicago Fire entlässt Trainer Wicky

Chicago Fire hat sich von Trainer Raphael Wicky getrennt. Der 44 Jahre Schweizer und der Verein aus der Major League Soccer einigten sich auf eine vorzeitige Vertragsauflösung, wie Chicago am Donnerstag mitteilte. Der frühere HSV-Profi und Schweizer Nationalspieler hatte den Ex-Club von Bastian Schweinsteiger am 27. Dezember 2019 übernommen, sein Kontrakt wäre zum Saisonende ausgelaufen.

Zur vorzeitigen Trennung kam es, weil Chicago sich gegen die Option auf ein Verlängerung um ein weiteres Jahr entschied und die Franchise als Zwölfter der Eastern Conference keine Chancen mehr auf die Play-offs hat. Wicky spielte von 2002 bis 2007 für den HSV.

Crouch über Havertz: „Frustrierend“

Nach der Champions-League-Niederlage des FC Chelsea bei Juventus Turin musste sich der deutsche Chelsea-Star Kai Havertz Kritik von England-Ikone Peter Crouch gefallen lassen. Er habe den Auftritt des früheren Leverkusener Profis in Turin als „sehr enttäuschend“ und „frustrierend“ empfunden, sagte Crouch beim Sender BT Sport nach der 0:1-Pleite. „Havertz erinnert mich an (Mesut) Özil. Er macht Dinge, manchmal fällt ihm alles leicht und er sieht technisch brillant aus“, sagte der frühere englische Nationalspieler. „Aber er kann auch manchmal faul und schwerfällig aussehen, und er kann einen frustrieren.“

Chelsea-Coach Thomas Tuchel hatte zuvor die Leistung der gesamten Mannschaft kritisiert. „Wir sind alle enttäuscht“, sagte Tuchel nach dem Abpfiff in Turin. Seine Spieler hätten „langsam und müde“ gewirkt. „Wir sahen nicht frisch aus, und das hat mich gewundert, denn gestern im Training waren wir gut drauf.“

Inter Mailand meldet horrende Verluste

Der italienische Meister Inter Mailand hat im Geschäftsjahr 2020/21 rote Zahlen geschrieben. Den Verlust bezifferten die Mailänder auf 245,6 Millionen Euro, der Umsatz lag bei 374,7 Millionen Euro. Dies teilte Inters Aufsichtsrat am Donnerstag mit.

Die Verluste seien zum Großteil auf die fehlende Präsenz von Fans in den Stadien und auf sinkende Sponsorenverträge in Zeiten der Pandemie zurückzuführen. Der Club sei bemüht, die finanzielle Stabilität mit einer Kostenreduzierung zu erreichen, hieß es weiter.

Inter hatte sich im Sommer von einigen Starspielern wie Romelu Lukaku oder Achraf Hakimi getrennt. Seit 2019 sind die Nerazzurri in chinesischer Hand. Kontrolliert wird der Verein vom chinesischen Einzelhandels-Riesen Suning Commerce. Clubpräsident ist der erst 29-jährige Steven Zhang.

Koeman bleibt trotz Nackenschlags Barça-Trainer

Ungeachtet der neuen Pleite des FC Barcelona bleibt Trainer Ronald Koeman vorerst weiter im Amt. Das habe der Vorstand des sportlich und finanziell schwer angeschlagenen spanischen Traditionsclubs in einer nächtlichen Krisensitzung nach dem 0:3 im Champions-League-Duell bei Benfica Lissabon beschlossen, berichteten spanische Medien am Donnerstag übereinstimmend. Die Sitzung sei erst nach vier Uhr morgens zu Ende gegangen, hieß es.

Der Niederländer werde mindestens noch bis zum Topspiel der Katalanen am Sonnabend (21 Uhr) bei Meister Atlético Madrid die Geschicke des Teams um Nationaltorwart Marc-André ter Stegen leiten, schrieben unter anderem die Fachzeitungen „Sport“ und „Marca“ unter Berufung auf Clubkreise. Auf der Bank wird der 58-Jährige im Stadion Wanda Metropolitano allerdings nicht sitzen, denn er ist nach einer Roten Karte im Spiel beim FC Cádiz (0:0) noch für eine weitere Primera-División-Begegnung gesperrt.

Beim ersten Königsklassen-Spiel waren die Schützlinge von Koeman daheim gegen den FC Bayern München ebenfalls mit 0:3 untergegangen. In der Liga belegt Barça – das ohne den im Sommer zu Paris Saint-Germain gewechselten Superstar Lionel Messi auskommen muss - zudem nur Platz sechs und hat nach nur sieben Runden bereits fünf Punkte Rückstand auf Erzrivale und Tabellenführer Real Madrid. Allerdings hat man ein Spiel weniger als die Madrilenen bestritten.

Werder kann Stadion gegen Heidenheim auslasten

Zweitligist Werder Bremen setzt gegen den 1. FC Heidenheim am Freitag (18.30 Uhr/Sky) vor allem auf seine Fans. Der ins Tabellen-Mittelfeld abgerutschte Bundesliga-Absteiger verfügt als erster Profi-Verein in Deutschland nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie wieder über die komplette Besucher-Kapazität. Der Club rechnet im 42 100 Plätze fassenden Weserstadion mit rund 30 000 Zuschauern, doch die können den „kleinen Kick geben“, sagte Clemens Fritz, Leiter Profifußball, am Donnerstag.

In Bremen gilt für die grün-weißen Anhänger am Freitag zum ersten Mal der 2G-Status: Sie müssen geimpft oder genesen sein, um in das Stadion gelassen zu werden. Die Umstellung auf das 2G-Modell war die Voraussetzung dafür, dass dem Club auch die Zulassung von Stehplätzen wieder erlaubt wurde. „Es ist schön, dass sich das in diese Richtung entwickelt. Durch Corona haben wir eine lange Durststrecke hinter uns. Wir sind über jeden Zuschauer dankbar“, sagte Trainer Markus Anfang, der weiterhin auf Kapitän Ömer Toprak verzichten muss.

Nach zwei enttäuschenden Niederlagen im Nordderby gegen den HSV (0:2) und zuletzt bei Dynamo Dresden (0:3) hoffen die Norddeutschen vor allem auf die lautstarken Ultra-Fangruppierungen. Sie kündigten am Donnerstag ihre Rückkehr ins Stadion an. „Es liegt aber an uns, die Zuschauer mitzunehmen“, erklärte der Bremer Coach. „Wir sind dafür verantwortlich, den Funken auf die Tribünen überspringen zu lassen.“ Heidenheim muss dagegen auf lautstärkere Unterstützung verzichten. Nach Bremer Angaben werden den Tabellendritten rund 30 Fans begleiten.

Neuer U-21-Coach Di Salvo beruft fünf Neulinge

Mit fünf Neulingen und Supertalent Youssoufa Moukoko geht Antonio Di Salvo in seine Premiere als deutscher U-21-Nationaltrainer. Insgesamt 23 Spieler berief der 42-Jährige am Donnerstag in sein Aufgebot für die Partien in der EM-Qualifikation gegen Verfolger Israel am 7. Oktober (18.15 Uhr/ProSieben Maxx) und fünf Tage später in Ungarn. Angeführt wird der erste U21-Kader Di Salvos von Kapitän Jonathan Burkardt vom FSV Mainz 05.

Di Salvo hatte das Amt als Coach der wichtigsten Nachwuchsauswahl des Deutschen Fußball-Bundes vor einer Woche übernommen. Zuvor hatte er als Co-Trainer unter Erfolgscoach Stefan Kuntz gearbeitet, der als A-Nationaltrainer in die Türkei gewechselt war. „Unser Ziel ist es, den erfolgreichen Weg fortzusetzen und die Spieler sowohl einzeln als auch als Mannschaft weiterzuentwickeln“, sagte Di Salvo mit Blick auf den guten Start in die EM-Qualifikation mit zwei Siegen im September.

Der Mönchengladbacher Luca Netz, Jan Thielmann vom 1. FC Köln, Malick Tillmann vom FC Bayern München, der Freiburger Kevin Schade und Keeper Vincent Müller von der PSV Eindhoven gehören erstmals zum Kader des aktuellen U-21-Europameisters. Erneut dabei ist der 16 Jahre alte Dortmunder Moukoko, der sich im September bei seinem Debüt die Rekorde als jüngster U-21-Spieler und -Torschütze gesichert hatte.

KSC trotz Millionenverlust zufrieden

Zweitligist Karlsruher SC hat mit seiner ausgegliederten Fußballabteilung in der vergangenen Saison einen Verlust von rund 5,8 Millionen Euro gemacht. Diese Zahl nannte der kaufmännische Geschäftsführer Michael Becker in einem Pressegespräch am Donnerstag. „Wir sind relativ gut durch die Krise gekommen. Wir können zufrieden sein“, sagte Becker. Die Verbindlichkeiten des Vereins stiegen damit allerdings auf 12,9 Millionen Euro.

„Natürlich hat auch der KSC aufgrund der Corona-Krise Fremdkapital aufnehmen müssen“, berichtete Becker. Den Anteil der Pandemie-Situation an dem Minus der Fußballabteilung bezifferte er auf rund 5,2 Millionen Euro, allein die Corona-Tests hätten mit 200.000 Euro zu Buche geschlagen. Gegenfinanziert wurde die Summe über einen drei Millionen Euro Kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie zusätzliche Kosteneinsparungen.

Die Eigenkapitalsituation des Vereins dagegen hat sich durch Aktienverkäufe um zwei Millionen Euro verbessert. „Das ist besonders wichtig bei der Lizenzierung“, sagte Becker. Neben den Großanlegern hätten auch rund 2000 Fans und Kleinaktionäre rund 800.000 Euro zu diesem Ergebnis beigetragen. Bei normalem Verlauf, schätzte der Geschäftsführer, dauere es noch mindestens fünf Jahre, die Pandemie-Verluste wieder aufzufangen.

Anklage gegen randalierenden Dresden-Fan

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen weitere mutmaßliche Randalierer im Zusammenhang mit den Krawallen am Rande des Fußballspiels von Dynamo Dresden im Mai erhoben. Den beiden 23 und 30 Jahre alten Beschuldigten werde unter anderem Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Die beiden Angeklagten sollen sich bei den Ausschreitungen in einer Gruppe von mindestens zehn randalierenden Personen bewegt und selbst auch in zwei Fällen Gegenstände auf Polizisten geworfen haben. Beide Männer sitzen seit Juli in Untersuchungshaft, beide sind einschlägig vorbestraft. Der 30-Jährige habe zum Zeitpunkt der Tat unter Bewährung gestanden. Beide Männer hätten sich zu den Vorwürfen teilweise geständig gezeigt.

Das letzte Heimspiel des damaligen Drittligisten Dynamo Dresden gegen Türkgücü München (4:0) fand am 16. Mai wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum statt. Im nahe gelegenen Großen Garten hatten sich aber mehrere Tausend Menschen eingefunden, um den Aufstieg von Dresden in die 2. Bundesliga zu feiern. Noch während des Spiels griffen mehr als 500 gewaltbereite Fans Polizisten massiv mit Pyrotechnik an. Laut Staatsanwaltschaft wurden 182 Polizisten verletzt, 163 von ihnen waren mit Steinen, Glasflaschen und anderen Gegenständen beworfen worden. Im Juli war ein erster Beschuldigter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, auch gegen einen 20 Jahre alten Beschuldigten wurde bereits Anklage erhoben.

Dortmund stockt beim Publikum auf

Bundesligist Borussia Dortmund hat die neue Corona-Schutzverordnung in Nordrhein-Westfalen begrüßt und plant in Zukunft wieder mit Spielen vor 67.000 Fans. „Das Vertrauen der NRW-Landesregierung freut uns sehr. Wir alle beim BVB haben jeden einzelnen Fan in den zurückliegenden eineinhalb Jahren schmerzlich vermisst“, kommentierte BVB-Chef Hans-Joachim Watzke am Donnerstag.

Die neue Regelung sieht laut Vereinsmitteilung vor, dass der BVB künftig für alle 52.692 Sitzplätze sowie die Hälfte der 28.673 Stehplatz-Tickets verkaufen kann. Damit erhöht sich die Kapazität des größten Bundesliga-Stadions von derzeit 25.000 auf 67.000 Zuschauer. „So kurzfristig ist natürlich nicht von einer Vollauslastung auszugehen, und wir wissen, dass der Weg zurück zu 81.365 Zuschauern aus verschiedenen Gründen einiger Geduld bedarf“, sagte Geschäftsführer Carsten Cramer.

Aufgrund der Kurzfristigkeit wird die neue Verordnung erstmals beim Heimspiel am 16. Oktober gegen Mainz vollends greifen. Gleichwohl bietet der Revierclub schon für die Partie gegen den FC Augsburg am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) 11.000 zusätzliche Tickets an. „Sofern die im ersten Schritt freigegebenen zusätzlichen 11.000 Plätze zum Spiel gegen Augsburg schnell vergriffen sein sollten, wird Borussia Dortmund reagieren und weitere Blöcke im Bereich der Oberränge auf der West- und Osttribüne zum Kauf freischalten“, hieß es in der Mitteilung des Vereins.

Unter Tränen raus – Flick muss um Gosens bangen

Bundestrainer Hansi Flick muss vor den anstehenden WM-Qualifikationsspielen um den Einsatz von Robin Gosens bangen. Der 27-Jährige vom italienischen Serie-A-Club Atalanta Bergamo hat am Mittwoch im Champions-League-Spiel gegen die Young Boys Bern (1:0) eine Verletzung im rechten Oberschenkel erlitten und soll nun in Mailand untersucht werden.

Der Linksverteidiger hatte nach nur sieben Minuten unter Tränen das Spielfeld verlasen. Gosens erlitt die Verletzung ohne Einwirkung des Gegners, er war im Rasen hängengeblieben. Bergamos Trainer Gian Piero Gasperini zeigte sich allerdings zuversichtlich: „Es handelt sich wohl um eine Zerrung. Wir hoffen, dass er bald zurückkommt.“

Flick verzichtet offenbar erneut auf Hummels

Bundestrainer Hansi Flick will auch bei seinem zweiten Lehrgang mit der deutschen Nationalmannschaft auf Verteidiger Mats Hummels verzichten. Das berichtet der kicker. Flick gibt am Freitag seinen Kader für die WM-Qualifikationsspiele am 8. Oktober in Hamburg gegen Rumänien und drei Tage später in Nordmazedonien bekannt.

Die Nicht-Nominierung von Hummels, der den Saisonstart wegen Problemen an der Patellasehne und damit auch Flicks Premiere im September verpasst hatte, soll jedoch keine Grundsatzentscheidung des neuen Bundestrainers sein. Dem Abwehrchef von Borussia Dortmund stehe „bei entsprechender Form und Konstanz die Tür weiter offen“, schrieb der kicker.

Belästigung: Brasiliens Verbandsboss lange gesperrt

Der brasilianische Fußballverband CBF kommt weiter nicht zur Ruhe. Nachdem im vergangenen Jahrzehnt gleich drei Präsidenten über Korruptionsvorwürfe gestolpert waren, wurde der aktuelle Verbandschef Rogério Caboclo nun wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung und des Mobbings gegen eine Angestellte für 21 Monate gesperrt. Das entschied die Generalversammlung des CBF mit Vertretern der 27 Landesverbände am Mittwochabend.

Caboclo war bereits seit Anfang Juni vorläufig suspendiert. Er sprach nach dem Urteil vom „größten Putsch gegen einen Präsidenten eines brasilianischen Sportverbandes“. Das Präsidentenamt übernimmt nun bis März 2023 der bisherige Vize Ednaldo Rodrigues.

Der brasilianische Fernsehsender TV Globo hatte Videos veröffentlicht, in denen Caboclo eine Angestellte unter anderem fragte, ob sie masturbiere. Zudem soll er sie, einen Hundekeks in der Hand haltend, mit dem Wort „Hündin“ zu sich gerufen haben. Der Ethikkommission des Verbandes sollen noch Anzeigen zweier weiterer Mitarbeiterinnen vorliegen.

Brasilianisches Finale in Copa Libertadores

Die brasilianischen Traditionsclubs Flamengo Rio de Janeiro und SE Palmeiras São Paulo kämpfen um die südamerikanische Fußballkrone. Flamengo folgte Titelverteidiger Palmeiras am Mittwoch durch ein 2:0 (1:0) im Halbfinalrückspiel gegen den ecuadorianischen Vertreter Barcelona Guayaquil ins Finale und machte das vierte brasilianische Endspiel in der 61-jährigen Geschichte der Copa Libertadores perfekt.

Wie schon beim 2:0 im Hinspiel erzielte der Ex-Wolfsburger Bruno Henrique beide Treffer für das Team um den ehemaligen Champions-League-Sieger David Luiz. Palmeiras hatte bereits am Dienstag durch ein 1:1 bei Atletico Mineiro aus Belo Horizonte (Hinspiel: 0:0) aufgrund der Auswärtstorregel das Finale erreicht. Das Endspiel findet am 27. November in Uruguays Hauptstadt Montevideo statt.

Der Gewinner der Copa Libertadores löst das Ticket für die Club-WM im Dezember. Dort vertritt der englische Topclub FC Chelsea als Champions-League-Sieger Europa. Der Weltverband FIFA sucht nach der coronabedingten Absage Japans noch nach einem neuen Ausrichter.

( SID/dpa )

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