Amateurfußball

Dassendorf-Torschütze Harnik? Da muss Maggio was klarstellen

| Lesedauer: 6 Minuten
Mirko Schneider
Hat seine Serie gehalten? Ob Martin Harnik (M.) diese Saison pro Spiel mindestens ein Tor geschossen hat, muss er mit seinem Schwager klären.

Hat seine Serie gehalten? Ob Martin Harnik (M.) diese Saison pro Spiel mindestens ein Tor geschossen hat, muss er mit seinem Schwager klären.

Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services

Meister fertigt Cordi ab, Schiri bekommt einen Ball ins Gesicht, Falke spielt jetzt international, Ebbers atmet durch.

Maggio und Harnik feilschen um Tor. „Sei ehrlich“, riet Martin Harnik nach dem souveränen 4:0 im Oberligaspitzenspiel gegen Concordia seinem Schwager Mattia Maggio. Maggio hatte den Ball in der 71. Minute per Flanke zum 3:0 ins Netz gelupft. So seine Sichtweise. Die von Harnik, der am zweiten Pfosten mit der Sohle Richtung Ball flog, sah anders aus: „Ich war noch dran. Was soll ich machen?“, unterbrach er verschmitzt grinsend Maggios Interview.

„Du hast doch schon elf Tore. Gönn mir doch auch mal was“, konterte Maggio, der unmittelbar nach der Durchsage des Stadionsprechers („Unser Torschütze: Martin Harnik“) per Handzeichen für eine korrigierte Ansage sorgte und von Schiedsrichter Henry Wagner auch als Torschütze eingetragen wurde. Selbst die Fernsehbilder von Elbkick.tv konnten nicht für eine endgültige Klärung sorgen.

Cordi hatte derweil andere Sorgen. Der Aufstiegsanwärter war das schwächere Team – und schlug sich zudem selbst. Vincent Boock vergab kläglich einen Elfer (45.+3), Kapitän Onur Saglam ergrätschte sich überflüssig die Gelb-Rote Karte (54.). Kommentar von Cordis Trainer Frank Pieper: „Heute sind die Schlüsselmomente gegen uns gelaufen.“

Soltow klärt auf

Eine unglaubliche Szene spielte sich beim Oberligaspiel zwischen Curslack und Sasel ab. Beim Stand von 2:1 für Sasel schoss ein Saseler Spieler fünf Minuten vor Schluss Schiedsrichter Kevin Klüver den Ball unabsichtlich ins Gesicht. Klüver sackte zu Boden, Curslacks Tim Schmidt (der Klüvers Fall zu Boden nicht sah) eröffnete sich durch den „Abpraller“ die Riesenchance zum Ausgleich. Er vergab sie.

Hätte der Treffer gezählt? „Nein“, sagte Hamburgs Verbandsschiedsrichterboss Christian Soltow auf Nachfrage des Abendblatts. „Wenn der Ballbesitz aufgrund der Berührung des Balls mit dem Schiedsrichter wechselt, muss der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen. Kann er das nicht, greifen die Schiedsrichterassistenten ein. Das geht auch nach einem Tor. Es geht dann mit Schiedsrichterball weiter.“ Kevin Klüver erholte sich übrigens von dem Kopftreffer, konnte die Partie zu Ende leiten.

Hart, aber nicht unfair

Einen emotionalen Sieg bei seinem Ex-Verein holte Teutonias Trainer Dietmar Hirsch mit dem 1:0 in der Regionalliga Nord beim VfB Lübeck. Marcus Coffie traf per Kopf in der Nachspielzeit (90.+1) für die sich nach 41 Minuten (Rot für Marcel Andrijanic für grobes Foulspiel) in Unterzahl befindlichen Gäste. „Lübeck hatte gute Chancen, aber wir haben leidenschaftlich verteidigt und getroffen“, so Hirsch.

Gegen Kritik aus Lübecker Fanforen verwahrte sich Hirsch: „Ich habe gehört, unsere Spielweise wurde etwas angefeindet. Fußball ist ein Zweikampfsport. Wir spielen harten Fußball. Aber nicht unfair. Das hat auch mein Trainerkollege so gesehen.“ Den Platzverweis selbst will sich Hirsch noch einmal ansehen. „Von meinem Gefühl auf der Bank hätte es die Gelbe Karte auch getan“, so Hirsch.

Es müllert wieder in Norderstedt

An alter Wirkungsstätte beendete Ex-HSV II-Akteur Philipp Müller die Krise von Eintracht Norderstedt. Müller, der schon in der Jugend beim HSV kickte, besorgte mit seinem Doppelpack innerhalb von nur drei Minuten den 3:2-Sieg der Garstedter bei der U21 der Hamburger. Und das nach einer bislang für ihn schlimmen Saison! Das Trainingslager in der Vorbereitung verpasste Müller wegen einer Lebensmittelvergiftung, im ersten Saisonspiel (4:0 gegen Phönix Lübeck) musste er zur Pause mit einer Oberschenkelzerrung passen.

Nun gab er sein Comeback zur zweiten Halbzeit – und der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler war voll da. „Das ist ein schönes Gefühl, zweimal gegen den Ex-Club zu treffen“, sagte Müller. Sein Trainer Jens Martens holte dafür die Selbstironie raus: „Ich weiß, dass Philipp ein feiner Fußballer ist. Da habe ich ihn eingewechselt. Manchmal macht man als Trainer auch mal was richtig.“

Europapokaldebüt für HFC Falke

Die Generalprobe ist geglückt. In der Bezirksliga 6 besiegte Spitzenreiter HFC Falke den SV Eidelstedt mit 5:1, Elija Sinemus überragte vor 143 Fans mit vier Vorlagen. Circa 500 Anhänger erwartet Falke am Mittwoch auf der Wolfgang-Meyer-Sportanlage zum Eröffnungsspiel der Fenix Trophy, des neu geschaffenen Europapokals der Amateure (Abendblatt berichtete). Gegner ist der tschechische Amateurclub Prague Raptors FC. HFC-Präsident Timo Oehlenschläger: „Bei mir kribbelt es seit zwei Wochen im Bauch. Wir freuen uns auf dieses Fußballfest.“

Mehr Posten für Bergmann

Regionalligist Altona 93 hat den Vertrag mit Trainer Andreas Bergmann verlängert. Bergmann fungiert künftig auch als sport­licher Leiter der Fußballjugend sowie der Frauen- und Herrenmannschaften unterhalb des Regionalligateams. Richard Golz bleibt sportlicher Leiter des Regionalligateams. Dieses verlor gegen Phönix Lübeck nach einer 2:1-Führung noch mit 2:4, bleibt Tabellenletzter.

Ebbers lernt von Schultz

Mit einem 4:1 beim SV Rugenbergen hat der schwach gestartete SC Victoria den ersten Oberligasieg dieser Saison geschafft. Zum Abschluss der Trainingswoche, in der Victorias Trainer Marius Ebbers beim FC St. Pauli hospitierte und sich Tipps von seinem früheren Mitspieler, St. Paulis Coach Timo Schultz, holte. „Da konnte ich einige Punkte mitnehmen. Ob die jetzt gleich für den Sieg hier verantwortlich waren, weiß ich nicht“, so Ebbers. „Aber wir sind alle sehr glücklich. Ich habe höchsten Respekt vor meinem Team und glaube an die Jungs. Das war wieder ein Schritt in die richtige Richtung.“

Sauer nach Aufholjagd

Ein 0:3 egalisierte der TSV Buchholz 08 in der Oberligapartie gegen den HSV III in der Schlussviertelstunde zum 3:3. Trainer Nabil Toumi beeindruckte dies nicht. „Alle reden von unserer Supermoral und freuen sich“, so Toumi, „nur hätten wir 2:0 führen müssen. Wir machen viel zu wenig aus unseren Möglichkeiten.“ Toumis Warnung: „Spielen wir so weiter, erreichen wir die Meisterrunde nicht.“

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