Fußball-Ticker

Vergewaltigung? Weltmeister sitzt in Untersuchungshaft

| Lesedauer: 14 Minuten
Ein Gefängnisfahrzeug bringt Benjamin Mendy in die Untersuchungshaftanstalt in Chester.

Ein Gefängnisfahrzeug bringt Benjamin Mendy in die Untersuchungshaftanstalt in Chester.

Foto: Charlotte Tattersall / Getty Images

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 27. August 2021:

3. Liga: Acht Tore bei Halle gegen Verl

Der Hallesche FC hat in der 3. Liga den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Die Mannschaft von Trainer Florian Schnorrenberg kam zum Auftakt des sechsten Spieltags am Freitag nach einem 2:4-Rückstand noch zu einem 4:4 (2:3) gegen den SC Verl und liegt vorerst auf dem zweiten Platz – punktgleich hinter Spitzenreiter SV Wehen Wiesbaden.

Drei Tore von Michael Eberwein (9./25./87.) sowie ein Treffer von Julian Derstroff (75.) reichten aber nicht zum Sieg. Ron Berlinski (12. und 34.), Leandro Putaro (20., Foulelfmeter) und Lukas Petkov (52.) trafen für die Gäste, die auf Rang elf liegen.

2. Liga: Club Dritter, Ingolstadt jubelt erstmals

Altmeister 1. FC Nürnberg hat sich mit dem zweiten Saisonsieg in der 2. Fußball-Bundesliga zumindest für zwei Tage auf den Aufstiegsrelegationsplatz katapultiert. Die Franken setzten sich zum Auftakt des fünften Spieltags gegen den Karlsruher SC mit 2:1 (0:0) durch und könnten erst am Sonntag vom FC St. Pauli oder dem SC Paderborn wieder von Rang drei verdrängt werden.

Seinen ersten Saisonerfolg feierte Aufsteiger FC Ingolstadt. Beim SV Sandhausen gewannen die Schanzer mit 2:0 (1:0). Filip Bilbija (38.) und Fatih Kaya (87.) schossen die Ingolstädter beim SVS zum Sieg. Zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold drei Niederlagen und ein Remis eingefahren.

Lino Tempelmann (50.) erzielte das Führungstor für den Club. Es war der erste Gegentreffer für den KSC nach 358 Zweitliga-Minuten. Für die Entscheidung sorgte Erik Shuranov (74.). Malik Batmaz (82.) verkürzte für die zuvor ebenfalls noch ungeschlagenen Karlsruher, die einen Zähler hinter Nürnberg vorerst auf Platz fünf liegen.

Die Gastgeber hatten schon in der ersten Hälfte mehr vom Spiel und auch ein Plus an Torchancen. Gleich nach der Pause verhinderte KSC-Keeper Marius Gersbeck noch ein Eigentor von Daniel Gordon nach einer Hereingabe des starken Mats Möller Daehli (47.). Drei Minuten später wehrte der Torhüter den Ball direkt auf den Kopf von Tempelmann ab, der die verdiente Club-Führung erzielte. Shuranov profitierte von einer missglückten Rückgabe von Christoph Kobald.

Vergewaltigung? Weltmeister sitzt in Untersuchungshaft

Der französische Nationalspieler Benjamin Mendy muss in Untersuchungshaft. Dies entschied ein Gericht im englischen Chester nach einer Anhörung am Freitag. Dem 27-Jährigen werden Vergewaltigung in vier Fällen sowie ein weiterer sexueller Übergriff zur Last gelegt. Die Vorfälle sollen zwischen Oktober 2020 und August 2021 stattgefunden haben.

Bereits am Donnerstag war Mendy von seinem Club Manchester City suspendiert worden. „Die Angelegenheit ist Gegenstand eines gerichtlichen Verfahrens, und der Club kann daher keine weiteren Stellungnahmen abgeben, bis dieses Verfahren abgeschlossen ist“, teilte City dazu mit.

Cristiano Ronaldo wechselt zu ManUnited

Die spektakuläre Rückkehr von Superstar Cristiano Ronaldo zu Manchester United ist perfekt. Wie der 20-malige englische Meister am Freitag mitteilte, wechselt der 36-Jährige vorbehaltlich der Klärung persönlicher Details und des Medizinchecks von Juventus Turin zu den Red Devils. Ronaldo hatte bereits von 2003 bis 2009 dort gespielt.

Lesen Sie hier mehr:

Zuvor war am Freitag bekannt geworden, dass Ronaldo Turin trotz eines bis 2022 gültigen Vertrags nach drei Jahren verlassen will. Zunächst hatte Manchester City als Favorit auf eine Verpflichtung gegolten, ehe der Lokalrivale ins Rennen einstieg. Mit United war Ronaldo dreimal englischer Meister geworden und hatte 2008 seinen ersten Champions-League-Titel gewonnen, bevor er neun Jahre bei Real Madrid verbrachte.

Sandhausen holt Ex-Bundesligaspieler Benschop

Zweitligist SV Sandhausen hat Stürmer Charlison Benschop verpflichtet. Der 32-jährige spielte bis zum Ende der vergangenen Saison für Apollon Limassol auf Zypern und wechselt nach einem zweiwöchigen Probetraining ablösefrei an den Hardtwald.

Unangenehme Gruppen für Leverkusen und Frankfurt

Die Bundesligisten Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt haben bei der Auslosung für die Gruppenphase in der Europa League unangenehme Gegner erhalten. Der Werksclub trifft auf Celtic Glasgow, Betis Sevilla und Ferencvaros Budapest mit Trainer Peter Stöger. Die Hessen müssen sich mit Olympiakos Piräus, Fenerbahce Istanbul mit Rio-Weltmeister Mesut Özil und Royal Antwerpen auseinandersetzen.

Die Gruppenspieltage finden am 16. und 30. September, am 21. Oktober, dem 4. und 25. November sowie dem 9. Dezember statt. Die Gruppensieger ziehen ins Achtelfinale ein, die Gruppenzweiten erreichen die K.-o.-Phase, wo sie gegen die drittplatzierten Teams der Champions League um einen Platz im Achtelfinale kämpfen.

Die Gruppendritten spielen in der K.-o.-Phase der Europa Conference League, wo sie gegen die Gruppenzweiten der Europa Conference League um einen Platz im Achtelfinale spielen.

Lösbare Aufgaben für Union Berlin

Bundesligist Union Berlin hat bei der Auslosung für die Gruppenphase in der Conference League machbare Gegner erhalten. Der Hauptstadtklub spielt gegen Slavia Prag, Feyenoord Rotterdam und Maccabi Haifa.

Die Gruppenspieltage finden am 16. und 30. September, am 21. Oktober, dem 4. und 25. November sowie dem 9. Dezember statt.

Die Gruppensieger erreichen das Achtelfinale der Conference League. Die Gruppenzweiten ziehen in die K.o.-Runden-Play-offs ein, wo sie auf die Teams treffen, die in der Gruppenphase der Europa League Platz drei belegt haben.

Man City will keine Nationalspieler abstellen

Manchester Citys Trainer Pep Guardiola geht davon aus, dass der englische Fußballmeister im Ernstfall keine Nationalspieler für die anstehenden WM-Qualifikationsspielen abstellen wird. „Es hat keinen Sinn, für die Nationalmannschaft zu spielen und dann zurückzukommen und zehn Tage in einem Hotel zu bleiben. Wir spielen gegen Leicester, und sie können dann nicht auflaufen. Ich glaube, die Position des Vereins ist, dass sie nicht reisen werden“, sagte der 50 Jahre alte Spanier am Freitag.

Zuvor hatten die Clubs der Premier League mitgeteilt, sie würden keine Spieler für WM-Qualifikationsspiele in jene Länder abstellen, die wegen der Corona-Pandemie auf der sogenannten Roten Liste der britischen Regierung stehen. Die Entscheidung betrifft den Angaben zufolge fast 60 Spieler aus 19 Premier-League-Clubs, die im September in 26 Länder der Roten Liste reisen sollten.

Bochum verlängert mit Stürmer Zoller

Bundesligist VfL Bochum hat den zum Saisonende auslaufenden Vertrag mit Stürmer Simon Zoller (30) um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2024 verlängert. Das teilte der Aufsteiger vor dem Gastspiel bei Zollers Ex-Club 1. FC Köln (Sonnabend) mit. Zoller spielt seit Januar 2019 für den VfL, in 71 Pflichtspielen gelangen ihm 43 Torbeteiligungen, darunter 25 Treffer.

Nagelsmann stützt Sané und bekommt Coman zurück

Trainer Julian Nagelsmann kann beim Heimspiel von Bayern München gegen Hertha BSC am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) wieder auf Kingsley Coman zurückgreifen. „Er ist wieder dabei, er hat keine Probleme mehr“, sagte er am Freitag über den französischen Angreifer. Dessen Landmann Lucas Hernandez, ergänzte er, habe zudem erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert, „was mich sehr gefreut hat“. Für Sonnabend aber sei er „noch keine Option“.

Nagelsmann ergriff auch noch einmal Partei für Leroy Sané, der beim Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen den 1. FC Köln (3:2) Ziel von Pfiffen des Publikums gewesen war. „Wir müssen ihn jetzt einfach auch mal ein bisschen in Ruhe lassen, dann werdet ihr sehen, dass der noch früh genug durch die Decke geht“, sagte er. Bundestrainer Hansi Flick berief Sané am Freitag in sein Aufgebot für die anstehenden drei Länderspiele.

Werder holt Außenstürmer Assalé

Werder Bremen hat sich mit einem weiteren Angreifer verstärkt. Zwei Tage nach der Verpflichtung von Marvin Ducksch gab der Erstliga-Absteiger am Freitag den Transfer von Roger Assalé bekannt. Der 27 Jahre alte Außenstürmer von der Elfenbeinküste wird für ein Jahr vom französischen Zweitligisten FCO Dijon ausgeliehen, danach besitzen die Norddeutschen eine Kaufoption.

„Wir haben die Karriere von Roger bereits in den vergangenen Jahren intensiv verfolgt. Er ist ein wuchtiger, schneller und dribbelstarker Offensivspieler, der mit seinen Aktionen für viel Belebung im Spiel sorgen kann“, sagte Bremens Sport-Geschäftsführer Frank Baumann. Am Mittwoch hatte Werder bereits Mittelstürmer Ducksch von Hannover 96 geholt.

Rassismus? Saarbrücken wehrt sich gegen FCM-Vorwürfe

Drittligist 1. FC Saarbrücken hat die von Spielern des 1. FC Magdeburg erhobenen Rassismus-Vorwürfe energisch zurückgewiesen. Weder in der Halbzeitpause des Spiels am vergangenen Mittwoch noch nach der Partie sei das Thema offiziell zur Sprache gekommen, „obwohl die Bedeutung der Tragweite dieser Thematik wohl allen bewusst gewesen sein müsste“, heißt es in einer Stellungnahme der Saarländer vom Freitag.

„In Anbetracht dieser Faktenlage entbehren die einseitig erhobenen und nicht belegten Vorwürfe Magdeburger Spieler jeder belastbaren Grundlage.“ Der Verein appellierte an die Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg, „entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, dass solche unbelegbaren Vorwürfe künftig nicht mehr stattfinden“. Zugleich bot der FCS ein klärendes Gespräch an, um die im Raum stehenden Vorwürfe aus der Welt zu schaffen.

Magdeburgs Trainer Christian Titz hatte am Donnerstag erklärt, einige seiner Spieler hätten ihm erst am späten Abend des Spieltages von rassistischen Ausfällen berichtet und diese detailliert geschildert. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) prüft mittlerweile den Vorgang.

VfB-Sportchef Mislintat: Freiburg großes Vorbild

Sportdirektor Sven Mislintat vom Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart hat den kommenden Gegner SC Freiburg als beispielhaft für gute Arbeit herausgestellt. „Die Ausrichtung in Freiburg ist für mich, nicht nur, was die Verweildauer des Trainers angeht, ein absolutes Vorbild - der SC Freiburg setzt Maßstäbe, was klare Prinzipien, eine klare Philosophie, Werte und Kontinuität angeht“, sagte Mislintat der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten.

Vor dem Duell in Stuttgart am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) äußerte sich Mislintat im Vergleich mit Freiburg kritisch über die Entwicklung in der schwäbischen Metropole. „Der Standort Freiburg ist wirtschaftlich vielleicht nicht so günstig, wie der unsere in Stuttgart ist, oder besser gesagt, sein könnte. Denn leider bekommen wir dieses wirtschaftliche Umfeld aktuell nicht so aktiviert, wie man es sich erhofft oder vielerorts vermutet wird“, sagte er.

Das liege daran, „dass wir beim VfB über viele Jahre keinen guten Job gemacht haben. Das Vertrauen müssen wir uns zuerst zurückerarbeiten, sodass man uns aus Partner- und Sponsorensicht wieder als tolle Investitionsmöglichkeit wahrnimmt.“

Kulig kritisiert Strukturen des Frauenfußballs

Die ehemalige Nationalspielerin Kim Kulig hat den Rangunterschied zwischen Fußballerinnen und Fußballern in Deutschland kritisiert. „In Deutschland herrscht da mehr Distanz und Abgrenzung. Das ist vielleicht was typisch Deutsches“, sagte Kulig der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. In anderen Ländern, wie beispielsweise England oder Spanien, beobachtet die 31-jährige Co-Trainerin des deutschen Frauen-Vizemeisters VfL Wolfsburg mehr Verbindung zwischen Frauen- und Männerfußball.

Zudem kritisierte die frühere HSV-Spielerin Kulig, dass es in der deutschen Frauen-Bundesliga nach wie vor Vereine ohne professionelle Strukturen gebe, womit Deutschland den Frauenligen in England und Spanien hinterherhinke. „Wir müssen da nachlegen“, forderte sie.

Es sei ein Unding, dass es immer noch Bundesliga-Vereine gebe, bei denen die Spielerinnen nebenher einem anderen Beruf nachgehen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Beispielsweise beim SC Sand oder bei Werder Bremen sei das so. „Dann merkt man natürlich auch auf dem Platz einen Unterschied zu Vereinen wie Wolfsburg. Hier kann sich jede Spielerin voll und ganz auf den Fußball fokussieren“, so Kulig.

Mbappé-Transfer zu Real kurz vor Abschluss

Der Mega-Transfer des französischen Weltmeisters Kylian Mbappé von Paris Saint-Germain zu Real Madrid steht offenbar kurz bevor. Wie die spanische Sportzeitung „Marca“ am Donnerstagabend berichtete, könnte der Transfer nach weiteren Verhandlungen der beiden Clubs schon am Freitag bekannt gegeben werden.

Die Madrilenen sollen PSG ein neues Angebot für den 22 Jahre alten Offensivspieler unterbreitet haben. Dabei handelt es sich angeblich um ein 180-Millionen-Paket: Die Ablöse für Mbappé soll sich auf 170 Millionen Euro belaufen, weitere zehn Millionen könnten durch Boni hinzukommen.

Ein erstes Real-Angebot über 160 Millionen Euro hatte Paris am Dienstag abgelehnt und als „nicht ausreichend“ bezeichnet. Sportdirektor Leonardo hatte das Vorgehen der Königlichen, bei denen auch Nationalspieler Toni Kroos unter Vertrag steht, zudem scharf kritisiert. Es sei „respektlos, falsch und illegal“ gegenüber Mbappé gewesen. Mbappé besitzt in der französischen Hauptstadt noch einen Vertrag bis 2022.

( SID/dpa )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport