Fußball-Ticker

Real Madrid kehrt ins Estadio Santiago Bernabeu zurück

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Das Estadio Santiago Bernabeu, Spielstätte von Real Madrid, wird derzeit modernisiert.

Das Estadio Santiago Bernabeu, Spielstätte von Real Madrid, wird derzeit modernisiert.

Foto: Imago/ZUMA Wire

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag, den 23. August 2021:

Real Madrid kehrt ins Bernabeu zurück

Real Madrid kehrt nach etwas mehr als eineinhalb Jahren in sein Zuhause zurück. Wie der Club von Toni Kroos am Montag bekannt gab, begrüßt man am vierten La-Liga-Spieltag am 11. September Celta Vigo im weiterhin im Umbau befindlichen Estadio Santiago Bernabeu.

Wegen der Arbeiten hatten die Königlichen zuletzt am 1. März 2020 in ihrem Heiligtum gespielt und dabei den Erzrivalen FC Barcelona 2:0 bezwungen. Keine zwei Wochen später ruhte der Spielbetrieb wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus, seit dem Restart im Juni 2020 bestritt Real sämtliche Heimspiele im kleinen Estadio Alfredo Di Stefano, das zum Trainingszentrum in Valdebebas gehört.

Derzeit ist in Spanien bei Sportereignissen unter freiem Himmel eine maximale Zuschauerauslastung von 40 Prozent gestattet. Die Modernisierung des mehr als 80.000 Menschen fassenden Bernabeu-Stadions, für die im Vorfeld mehr als 500 Millionen Euro veranschlagt waren, soll frühestens im Sommer 2022 abgeschlossen sein.

Liverpool gibt Salah nicht für WM-Quali frei

Der FC Liverpool gibt seinen Stürmer Mohamed Salah nicht für das WM-Qualifikationsspiel der ägyptischen Nationalmannschaft gegen Angola frei. Das teilte der Club von Teammanager Jürgen Klopp laut Medienberichten dem ägyptischen Verband mit.

Weil Ägypten in Großbritannien wegen hoher Coronazahlen auf der roten Liste steht, müsste Salah nach seiner Rückkehr nach dem Spiel am 2. September in Kairo für zehn Tage in Quarantäne.

Keine Einwände haben die Reds gegen einen Einsatz des 29-Jährigen am 5. September in Gabun. Für das westafrikanische Land gelten keine Quarantänebestimmungen. Liverpool beruft sich auf die Position der europäischen Klubvereinigung ECA, dass Spieler, denen Quarantäne droht, nicht freigegeben werden sollen. Die Premier League ist wegen einer Ausnahme von der Quarantänepflicht in Gesprächen mit der britischen Regierung.

Betroffen von der Regelung wären auch die Brasilianer Alisson, Roberto Firmino and Fabinho, die der Rekordweltmeister für seine WM-Qualifikationsspiele in Chile (2. September) sowie gegen Argentinien (5. September) und Peru (9. September) nominiert hat. Auch Brasilien steht auf der roten Liste.

Hertha BSC verpflichtet Ex-Bremer Belfodil

Hertha BSC hat auf den Fehlstart reagiert und Ishak Belfodil vom Ligarivalen TSG 1899 Hoffenheim verpflichtet. Der Stürmer unterschrieb einen Jahresvertrag. Der 29-Jährige ist sofort einsetzbar. Über die Höhe der Ablöse wurden keine Angaben gemacht.

Mit der Verpflichtung des algerischen Mittelstürmers, der für Hoffenheim und Werder Bremen in 73 Bundesliga-Spielen 20 Tore markierte, wird auch der Abgang des Brasilianers Matheus Cunha zum spanischen Meister Atletico Madrid immer wahrscheinlicher. Nach Berichten des Fernsehsenders Sky könne der 22-Jährige Olympiasieger noch in dieser Woche für rund 30 Millionen Euro nach Madrid wechseln.

„Ich freue mich, dass wir Ishak für uns gewinnen konnten. Mit ihm bekommen wir einen ausgewiesenen Torjäger, der eine gewisse Erfahrung mitbringt und seine Treffsicherheit im Sturmzentrum bereits unter Beweis gestellt hat“, sagte Herthas Geschäftsführer Sport, Fredi Bobic, in einer Vereinsmitteilung. „Nach drei Jahren bei der TSG habe ich nach einer neuen Herausforderung gesucht. Ich bin froh jetzt in Berlin bei Hertha zu sein. Ich will hier unbedingt noch einmal zeigen, was ich kann und dabei mithelfen, dass Hertha eine deutlich erfolgreichere Saison spielt als zuletzt“, betonte Belfodil.

Neuer Stürmer für Hertha: Belfodil kommt von der TSG
Neuer Stürmer für Hertha: Belfodil kommt von der TSG

Shaqiri wechselt aus Liverpool nach Lyon

Der frühere Bayern-Profi Xherdan Shaqiri wechselt vom FC Liverpool zu Olympique Lyon. Bei den Franzosen unterschrieb der Schweizer Nationalspieler einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2024. Die Ablösesumme beträgt nach Angaben von Lyon sechs Millionen Euro plus maximal fünf Millionen Euro an Bonuszahlungen.

Der 29-jährige Shaqiri hatte sowohl mit dem FC Bayern München 2013 als auch mit Liverpool unter Jürgen Klopp 2019 die Champions League gewonnen. Der offensive Mittelfeldspieler war am Sonntagabend zu medizinischen Untersuchungen nach Lyon gereist, die er am Montag vor der Vertragsunterzeichnung absolviert hatte.

Trainer von Olympique, das nach drei Spieltagen der neuen Saison noch ohne Sieg ist, ist der frühere Dortmunder und Leverkusener Coach Peter Bosz.

Von Klopp zu Bosz: Shaqiri wechselt von Liverpool nach Lyon
Von Klopp zu Bosz: Shaqiri wechselt von Liverpool nach Lyon

DFB-Pokal: Wolfsburgs Berufung am Donnerstag

Das DFB-Bundesgericht verhandelt am Donnerstag ab 13.30 Uhr in der Verbandszentrale in Frankfurt am Main mündlich die Berufung des Bundesliga-Tabellenführers VfL Wolfsburg gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts vom 16. August 2021. Dies gab der DFB am Montag bekannt. Geleitet wird die Verhandlung von Achim Späth, dem Vorsitzenden des DFB-Bundesgerichts.

Das Sportgericht hatte dem Einspruch des Viertligisten Preußen Münster gegen die Wertung des Erstrundenspiels im DFB-Pokal am 8. August gegen den VfL Wolfsburg (1:3 nach Verlängerung) stattgegeben und eine Umwertung des Spiels mit 2:0 zugunsten der Münsteraner vorgenommen.

Der neue VfL-Trainer Mark van Bommel hatte in der Partie sechs statt der erlaubten fünf Spieler eingewechselt. Der Ex-Profi brachte in der 102. Minute beim Spielstand von 1:1 Admir Mehmedi für Maximilian Philipp, obwohl er bereits das Auswechselkontingent ausgeschöpft hatte. Dem Schiedsrichtergespann fiel der Fehler erst im weiteren Spielverlauf auf.

Schalkes Mascarell wechselt nach Elche

Bundesliga-Absteiger Schalke 04 kann in Omar Mascarell einen weiteren Großverdiener von der Gehaltsliste streichen. Der Mittelfeldspieler kehrt in seine spanische Heimat zum Erstligisten FC Elche zurück. Eine Ablöse kassiert der finanziell angeschlagene Revierclub dafür aber nicht. Der ursprünglich bis zum Sommer 2022 datierte Vertrag mit dem 28-Jährigen wurde aufgelöst. Zuvor hatte in Matija Nastasic bereits ein Profi mit üppigem Gehalt den FC Schalke verlassen – zum AC Florenz.

„Für Omar gilt letztlich dasselbe wie für Matija Nastasic und andere Spieler, die Verträge mit einem gewissen finanziellen Volumen besitzen, nämlich, dass sie keine Zukunft in der 2. Bundesliga haben“, sagte Sportdirektor Rouven Schröder. Mascarell war 2018 nach zwei Jahren als Leihspieler für Eintracht Frankfurt für rund zehn Millionen Euro von Real Madrid nach Gelsenkirchen gekommen. In der Abstiegssaison war Mascarell zeitweise Kapitän der Königsblauen.

In Amine Harit versucht Schalke noch einen weiteren prominenten Spieler bis zum 31. August zu transferieren.

BVB veranstaltet Benefizspiel für Flutopfer

DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund will die Opfer der Hochwasserkatastrophe im Umland finanziell unterstützen. Die Mannschaft von Cheftrainer Marco Rose tritt am 1. September (17.30 Uhr) in einem Benefizspiel gegen die SpVg. Hagen 1911 und den SV Hohenlimburg an. Sämtliche Erlöse kommen den Geschädigten zugute. Die Partie wird live auf "Sky Sport News" sowie "Bild-TV" übertragen.

„Wir werden unseren Teil dazu beitragen, um den Betroffenen zu helfen und die Einnahmen eines Benefizspiels den Opfern zukommen lassen“, versprach Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der bereits unmittelbar nach der Katastrophe am 14. Juli die Unterstützung zugesichert hatte. Insgesamt sind 4999 Zuschauer im Ischelandstadion zugelassen.

Deutsche Trainerin übernimmt Nationalmannschaft Saudi Arabiens

Als historische Aufgabe hat die ehemalige Bundesliga-Trainerin Monika Staab ihr Engagement als Cheftrainerin der ersten Frauenfußball-Nationalmannschaft Saudi-Arabiens bezeichnet. In einem Interview auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes sagte die 62-Jährige, der Frauenfußball sei im Verband voll akzeptiert. „Trotzdem bin ich selbst gespannt: Wenn ich ein vergleichbares Engagement bei einem Verband in Europa angenommen hätte, hätte ich ungefähr gewusst, was mich erwartet. Hier ist das nicht der Fall. Das macht auch den Reiz aus“, sagte Staab.

Am 1. September beginnt das Engagement. Eine erste Aufgabe werde sein, das Spiel elf gegen elf einzuführen. In Saudi-Arabien spielen Frauen derzeit noch in Neuner-Mannschaften. Die Ansprüche müsse sie herunterfahren, sagte die frühere Trainerin des 1. FFC Frankfurt, die 2007 für einige Monate die Frauen-Nationalelf des benachbarten Golf-Königreichs Bahrain übernommen hatte. Von 2013 bis Ende 2014 war sie Coach der Frauen-Nationalmannschaft des Emirats Katar.

Technisch-taktisch gebe es im Grunde keine Vorbildung. „Einige können ganz gut mit dem Ball umgehen. Das war es aber auch schon. Es gibt viel zu tun, aber wir können schnell riesige Fortschritte machen. Ich sehe großes Potenzial für die dortigen Verhältnisse“, sagte Staab.

Das islamisch-konservative Königreich Saudi-Arabien hat in den vergangenen Jahren im Zuge gesellschaftlicher Reformen zahlreiche Regelungen gelockert, die die Rechte der Frauen beschnitten. So dürfen Frauen seit 2018 unter anderem Auto fahren und als Zuschauerinnen zu Fußball-Spielen ins Stadion. Im November nahm die erste Frauen-Liga ihren Betrieb auf.

Steinhaus-Webb mit Seitenhieb gegen DFB

Mit Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat sich die ehemalige Bundesliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus-Webb nach England verabschiedet. „Fußball kann so viel mehr. Er nutzt vor allem seine gesellschaftliche Rolle nicht ausreichend, weil er die Gesellschaft nicht mehr abbildet“, sagte die 42-Jährige, die zur englischen Schiedsrichter-Vereinigung gewechselt ist.

Sie sei „ein Kind des DFB“ und habe „beim Verband mit wundervollen Menschen zusammengearbeitet“, betonte sie: „Aber natürlich gab es in all der Zeit auch ein paar Hürden, die nicht nötig gewesen wären, und mir fehlte eine Vision davon, was wir in Zukunft gemeinsam anstreben.“

Der englische Verband habe „dazu eine ganz konkrete Idee“. Beim DFB verspüre sie dagegen „in Teilbereichen“ Widerstände. „Doch aus Angst vor Veränderung entsteht selten etwas Gutes“, sagte Steinhaus-Webb.

Die ehemalige Schiedsrichterin, die beim Olympia-Finale in Tokio als Video-Assistentin zum letzten Mal den DFB vertreten hatte, kritisierte vor allem Co-Interimspräsident Rainer Koch. Es habe „Interventionen“ auf ihre Teilnahme an der Frauen-Initiative „Fußball kann mehr“ gegeben, die sie in „einen Konflikt“ brachten: „Das empfand ich als inakzeptabel.“

Schon vor ihrem Olympia-Einsatz in Japan war Steinhaus-Webb vor gut einem Jahr nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn als Schiedsrichterin ins Lager der Video-Assistenten gewechselt. Ihr letztes Spiel hatte die siebenmalige Schiedsrichterin des Jahres im Herbst 2020 beim Supercup zwischen Bayern München und Borussia Dortmund geleitet.

Rummenigge kritisiert Fans für Pfiffe gegen Sané

Der frühere Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge fühlt sich bei den Pfiffen gegen Fußball-Nationalspieler Leroy Sané beim Bundesligaspiel der Münchner gegen den 1. FC Köln an einst ablehnende Fan-Reaktionen gegen Arjen Robben erinnert. Das Fan-Verhalten gegen den zur Pause nach einer schwachen Leistung ausgewechselten Sané habe ihm „nicht gefallen“, sagte Rummenigge bei "Bild TV".

„Ich habe Mitleid mit ihm“, sagte Rummenigge: „Er bemüht sich, hat aber kein Selbstvertrauen. Er hat keine gute EM gespielt. Mit seiner Ablöse und Gehalt kommt die Kritik der Fans langsam hoch...“

Rummenigge fühlte sich am Sonntag „im Stadion an das Jahr 2012 erinnert“. Robben fiel damals bei einem Teil der Fans in Ungnade, nachdem er im verlorenen Champions-League-Finale daheim gegen den FC Chelsea einen Elfmeter verschossen hatte. Zuvor hatte er bereits in der Bundesliga im Topspiel gegen den späteren Meister Borussia Dortmund einen wichtigen Elfmeter vergeben. In einem Versöhnungsspiel zwischen den Bayern und der niederländischen Nationalmannschaft wurde Robben danach in der Allianz Arena von Bayern-Anhängern ausgepfiffen.

Der „todtraurige“ Robben sei damals fast so weit gewesen, um seine Freigabe zu bitten, berichtete Rummenigge (65), der bis vor kurzem Vorstandschef des FC Bayern war. Der Verein hielt zu Robben, der ein Jahr später die Münchner in London zum Champions-League-Triumph im Finale gegen Borussia Dortmund schoss. Fortan war der bis 2019 für Bayern spielende Robben ein Liebling der Münchner Fans.

Kimmich nach Sane-Pfiffen: "Frech, bitter, ungerechtfertigt"
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( HA/sid/dpa )

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