Basketball

Verband trennt sich von Bundestrainer Rödl

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Henrik Rödl qualifizierte sich mit der deutschen Basketball-Nationalmannschaft für Olympia. Für die Heim-EM 2022 soll nun ein neuer Trainer sein Glück versuchen.

Henrik Rödl qualifizierte sich mit der deutschen Basketball-Nationalmannschaft für Olympia. Für die Heim-EM 2022 soll nun ein neuer Trainer sein Glück versuchen.

Foto: dpa

Trotz der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio strebt Präsident Ingo Weiß eine Veränderung an. Nachfolge noch unklar.

Köln. Auch der Höhenflug im Olympia-Sommer konnte Henrik Rödl nicht mehr retten. Knapp zwei Wochen nach dem Ende des kleinen deutschen Basketball-„Sommermärchens“ in Tokio gab der Deutsche Basketball Bund (DBB) seinem Bundestrainer den Laufpass. „Wir haben uns dazu entschlossen, trotz des Olympiaerfolges und im Hinblick auf die EuroBasket 2022 im eigenen Land neue, frische Impulse auf dieser Position zu setzen“, begründete DBB-Vizepräsident Armin Andres den Schritt, den auslaufenden Vertrag mit Rödl nicht zu verlängern.

Olympia-Teilnahme war für Rödl ein "Lebenstraum"

Für Rödl ist das Kapitel Nationalmannschaft damit nach vier Jahren als Coach beendet. „Es ist auch mein Gefühl, dass man mit einem erfolgreichen Ergebnis im Rücken auseinander gehen kann“, sagte der 52 Jahre alte Ex-Nationalspieler. Mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen habe sich für ihn „ein Lebenstraum erfüllt“. Die Viertelfinal-Teilnahme war für den DBB das beste Olympia-Ergebnis seit 29 Jahren.

Wer als Nachfolger von Rödl das Team bei der Heim-EM 2022 betreuen wird, ist noch nicht bekannt. Als ein Kandidat für den Posten gilt John Patrick, der momentan als Cheftrainer der MHP Riesen Ludwigsburg arbeitet.

Bei der Europameisterschaft, die im kommenden Jahr in Deutschland, Georgien, Italien und Tschechien ausgespielt wird, läuft die DBB-Mannschaft in Köln (Vorrunde) und im Falle des Weiterkommens in Berlin (Finalrunde) auf. Das erste Nationalmannschaftsfenster für den neuen Coach wird vom 22. bis 30. November dieses Jahres stattfinden.

DBB-Auswahl enttäuschte bei der Weltmeisterschaft

Unter Rödl hatte die deutsche Mannschaft bei der WM 2019 in China mit Platz 18 enttäuscht, in diesem Jahr aber überzeugt. Erst hatte sie sich entgegen aller Erwartungen für die Sommerspiele qualifiziert, dann schaffte sie es in Tokio mit beherzten Auftritten bis in die K.o.-Runde - der Viertelfinaleinzug markierte den größten Erfolg in Rödls bisheriger Trainerkarriere.

Das Fehlen von Topspieler Dennis Schröder, den NBA-Profis Maxi Kleber und Daniel Theis sowie Paul Zipser (Bayern München) machte die DBB-Auswahl mit Einstellung, Teamgeist und einer über weite Strecken starken Defensive wett. Verbandspräsident Ingo Weiß sprach anschließend von einer „sensationellen Leistung“, Rödl selbst von „unserem Sommermärchen. Es war ein ganz besonderer Sommer. Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen.“

Ein anderes großes Turnier fand während Rödls Amtszeit nicht statt, da die eigentlich für 2021 vorgesehene EM wegen der Corona-Pandemie und der Olympia-Verschiebung um ein Jahr nach hinten verlegt worden war. In der Qualifikation für die EuroBasket 2022 spielte Deutschland außer Konkurrenz mit.

Rödl hatte 1992 in Barcelona als Profi an den Sommerspielen teilgenommen und kehrte in Tokio zu Olympia zurück. Sein Vertrag läuft am 31. August aus.

( sid )

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