Hamburg. Rund zwei Millionen Euro investiert die Stadt in die neue Kampagne #SportVEREINtuns, um Interessierte in die Clubs zu locken.

Andy Grote reckt seinen Lacrosse-Schläger, doch der tennisballgroße Hartgummiball fliegt an seinem Netz vorbei und landet auf dem Rasen in der Jahnkampfbahn im Hamburger Stadtpark. Der Sportsenator erntet trotzdem ein anerkennendes Nicken von den fünf anwesenden Topspielerinnen und -spielern des Harvestehuder THC. „Fürs erste Mal nicht schlecht“, urteilt Svea Knapp (26), die für die Damenmannschaft in der Ersten Liga spielt und den Politiker am Montagvormittag anleitete.

Mit seinem Einsatz warb Grote (53/SPD) nicht nur für die Ballsportart, sondern vor allem für die neue Hamburger Kampagne #SportVEREINtuns, die am Montag startete, und das Active City Festival am 28. August im Wilhelmsburger Inselpark. „Die Vereine kämpfen mit den Nachwirkungen der Krise – auch den finanziellen“, sagte Grote. Besonders die großen Vereine litten durch den langen Lockdown unter Mitgliederverlusten von bis zu 20 Prozent.

Zwei Millionen Euro Krisen-Hilfe für Hamburgs Sportvereine

Mit der neuen Kampagne möchten der Senat, der Hamburger Sportbund (HSB) und der Verband für Turnen und Freizeit (VTF) nun das „Comeback“ des Vereinssports vorantreiben. Ein Gutschein im Wert von je 80 Euro soll Hamburgerinnen und Hamburgern einen zusätzlichen Anreiz bieten, jetzt in einen Club einzutreten. Insgesamt 20.000 Voucher können Neumitglieder bis zum 30. Juni 2022 über die Active City App herunterladen und diese innerhalb von drei Monaten einlösen. Weitere Informationen finden Interessierte unter Lieblingsverein.de.

Der Senat trägt die Kosten: Rund zwei Millionen Euro fließen in Gutscheine und Kampagne. Ziel sei es, die Zahl der Mitglieder wieder auf das Vorkrisenniveau anzuheben. „Nirgendwo ist Sport so attraktiv wie im Verein“, betonte Grote, „dabei geht es auch um Gemeinschaft und den sozialen Zusammenhalt.“ Die Kampagne adaptierte die Stadt vom Niedersächsischen Turnerbund, der diese bereits im vergangenen Jahr entwickelte.

HSB-Vorstand Ralph Lehnert dankte dem Senat für die Hilfen: „Unsere Vereine haben in den letzten Monaten der Pandemie viel geleistet, und das trotz teils widriger Umstände“, sagte er. Auch die VTF-Vorsitzende Dörte Kuhn freut sich über den Start der gemeinsamen Kampagne und den „Schulterschluss“ des gesamten organisierten Sports in Hamburg.

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Active City Festival soll Interessierte in Vereine locken

Mit zusätzlichen 150.000 Euro unterstützt der Senat zudem das Festival im Inselpark am 28. August, das junge und alte Sportinteressierte inspirieren und in die Vereine locken soll.

Veranstalter Werner Richnow von der Agentur Sportplatz und Beate Wagner-Hauthal, Geschäftsführerin der ParkSportInsel, stellten erste Einzelheiten vor. Von 10 bis 18 Uhr lädt demnach die „Sportarea“ zum Mitmachen und Ausprobieren ein. In der „Contestarea“ können Zuschauer bei kleinen Wettkämpfen mitfiebern. Zudem sind ein Foodcourt und ein Bühnenprogramm geplant. Auch Svea Knapp ist dann mit ihrem Lacrosseteam am Start – und sucht nach neuen Talenten.