Football-Star der Sea Devils

Kasim Edebali: „Meine Frau hat mich eingesperrt“

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Maximilan Bronner
Der American-Footballspieler Kasim Edebali war wegen einer Coronainfektion 17 Tage in Quarantäne (Archivbild).

Der American-Footballspieler Kasim Edebali war wegen einer Coronainfektion 17 Tage in Quarantäne (Archivbild).

Foto: picture alliance/dpa | Daniel Reinhardt

Der Star-Linebacker der Sea Devils musste wegen einer Corona-Infektion 17 Tage in Quarantäne. Was ihn besonders plagte.

Hamburg. Seit rund einer Woche ist Kasim Edebali erlöst. 17 quälend lange Tage hatte der Star-Linebacker der Hamburg Sea Devils wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne verbracht. „Ich hatte glücklicherweise nur ein bisschen Fieber und Kopfschmerzen“, erzählt der 31 Jahre alte Ex-NFL-Profi. „Entspannt ist aber etwas anderes, es ist immer noch eine schlimme Krankheit.“

Viel schlimmer als die Symptome sei ohnehin die Langeweile gewesen. „Es ist das Allerschwerste für mich, einfach rumzusitzen. Bei mir ist normalerweise von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends immer etwas los“, sagt Edebali, der mit den Sea Devils an diesem Sonnabend (18 Uhr/ran.de) in der American-Football-Europaliga ELF die Barcelona Dragons im Stadion Hoheluft empfängt.

Edebali: Leichte Dehnübungen waren das höchste der Gefühle

Während Edebali beim knappen 26:23-Sieg bei den Panthers Wroclaw am vergangenen Sonnabend noch über weite Strecken des Spiels geschont wurde, dürfte er gegen Barcelona wieder mehr Spielzeit erhalten. „Mental und körperlich war es schwer, 17 Tage lang zu Hause zu sein. Am Donnerstag durfte ich aus der Quarantäne raus, am Freitag sind wir dann zehn Stunden nach Polen gefahren. Da hat man gemerkt, dass ich nicht im besten Zustand war“, erzählt er.

Zum ersten Mal in seiner Profikarriere habe er in einem Spiel Krämpfe in der Wade gehabt. Zuvor hatte ihm sein Arzt zehn Tage vollständige Ruhe verordnet. Leichte Dehnübungen waren für Edebali, der sich von seiner Frau Steffanie und seinen beiden Töchtern strikt isolierte, das höchste der Gefühle. „Meine Frau hat mich oben eingesperrt. Manchmal durfte ich im Garten spazieren gehen“, erzählt Edebali und lacht. Während seine Familie im Wohnzimmer vor dem Fernseher saß, verbarrikadierte sich Edebali hinter der Fensterscheibe auf der Terrasse oder im Kinderzimmer seiner Tochter.

Dass Barcelona trotz vier Pleiten zum Saisonstart kein Karnevalsverein ist, ist Edebali klar. Der Aufwärtstrend des Teams ist deutlich, zuletzt gab es ein klares 41:16 über Berlin Thunder. „Deren Quarterback Zach Edwards hat vergangene Woche fünf Touchdowns geworfen. Und Jéan Constant ist wahrscheinlich der beste Receiver in dieser Liga. Ich habe NFL-Spieler gesehen, die nicht so athletisch sind wie er“, warnt Edebali.

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