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Nach Identitätswirbel: Silas für drei Monate gesperrt

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 Silas Katompa Mvumpa wurde für seinen Schwindel bei der eigenen Identität für drei Monate gesperrt.

Silas Katompa Mvumpa wurde für seinen Schwindel bei der eigenen Identität für drei Monate gesperrt.

Foto: dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 11. Juni 2021:

Hertha BSC verpflichtet Schalke-Profi Serdar

Suat Serdar wechselt vom Bundesliga-Absteiger Schalke 04 zum Fußball-Erstligisten Hertha BSC. Vorbehaltlich der ausstehenden medizinischen Tests wechselt er nach Berlin, wie die Clubs am Freitag mitteilten. Über die Wechselmodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart, auch die Vertragsdauer wurde nicht veröffentlicht.

Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler war 2018 vom Ligarivalen FSV Mainz 05 nach Gelsenkirchen gewechselt und hat bisher vier Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft absolviert sowie seit 2013 alle Jugendnationalmannschaften durchlaufen. In der Bundesliga absolvierte Serdar 116 Spiele und erzielte zwölf Tore. Zudem spielte Serdar sieben Mal in der Champions League und kommt auf vier Einsätze in der Europa League.

Nach Identitätswirbel: Silas für drei Monate gesperrt

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Stürmer Silas Katompa Mvumpa vom Bundesligisten VfB Stuttgart wegen unsportlichen Verhaltens für drei Monate gesperrt. Zudem muss der Kongolese eine Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro zahlen, wie der Verband am Freitag mitteilte. Der Spieler und sein Club haben dem Urteil zugestimmt. Es ist damit rechtskräftig.

Der VfB hatte am Dienstag öffentlich gemacht, dass der Offensivmann bislang unter falschem Namen gespielt hat und ein Jahr älter ist als bislang angegeben. Zuvor hatte sich der elffache Torschütze der vergangenen Saison, der für die Schwaben bisher als Silas Wamangituka aufgelaufen war, den Clubverantwortlichen anvertraut. Er sei „Opfer von Machenschaften seines ehemaligen Spielervermittlers“ geworden, schrieb der VfB. „Sein Geständnis wirkte sich strafmildernd aus, ebenso wie die Tatsache, dass er auch mit seiner wahren Identität eine Aufenthaltserlaubnis und ein Spielrecht als Profifußballer in Deutschland erhalten hätte“, heißt es nun in der DFB-Mitteilung.

„Dass Silas vom DFB sanktioniert wird, war ihm und uns klar und muss nach den Statuten auch so sein“, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat. „Das Urteil berücksichtigt zugleich die besonderen Umstände seines Falls. Wir sind froh, dass der sportgerichtliche Aspekt auf DFB-Ebene damit für Silas abgeschlossen ist.“

Der VfB hatte den Stürmer 2019 für rund acht Millionen Euro Ablöse vom Paris FC geholt. Nach Angaben der Stuttgarter lebte er während seiner Zeit in Paris in einem Abhängigkeitsverhältnis zu dem Berater und habe „augenscheinlich“ weder auf sein Konto noch auf seine Papiere Zugriff gehabt. Der 22-Jährige wird nach einem im März erlittenen Kreuzbandriss wohl erst im Herbst sein Comeback geben. Die vom DFB verhängte Sperre gilt bis einschließlich 11. September.

Neue Arena in Freiburg erhält größte Stadion-Solar-Anlage der Welt

Die neue Arena des SC Freiburg soll mit der weltweit größten Solaranlage auf einem Stadiondach ausgestattet werden. Wie die Breisgauer am Freitag mitteilten, könnte durch die Anlage der derzeit prognostizierte Jahresstrombedarf des Stadions CO2-frei gedeckt werden.

Die Profimannschaft soll ab der kommenden Spielzeit ihre Heimspiele in der neuen Arena austragen. Ob der Umzug bereits zum Saisonstart am 13. August erfolgt, ist aufgrund von Verzögerungen beim Innenausbau noch offen. Zudem befindet sich der Verein in der Verhandlungen mit einem potenziellen Namensgeber.

Kiel-Trainer Werner erhält keine Freigabe

Ole Werner bleibt Trainer beim Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel. „Selbstverständlich ist Ole im nächsten Jahr unser Trainer“, sagte Geschäftsführer Uwe Stöver den „Kieler Nachrichten“. Werner hatte seine Zukunft nach dem gescheiterten Aufstieg zunächst offengelassen. Seinen bis Sommer 2022 laufenden Vertrag wird der Coach laut Stöver auf jeden Fall erfüllen. Die Kieler wollen ihn jedoch länger binden.

Der Verein überzeugte den Coach offenbar mit der Kaderplanung zur neuen Saison. „In den Gesprächen konnte ich Ole Werner auch sagen, dass wir natürlich gewillt sind, einen Kader zusammenzustellen, der mindestens die Qualität der vergangenen Saison hat“, sagte Stöver.

Holstein Kiel startet am 23. Juni in die Vorbereitung. Zugänge soll es im Sturm, im offensiven Mittelfeld und auf der rechten Abwehrseite geben. „Am Ende der abgelaufenen Spielzeit mussten wir bis zum letzten Tag zweigleisig planen, ohne Verträge finalisieren zu können. Denn wenn du in der Bundesliga spielst, musst du schlicht eine Etage höher ins Regal greifen. Das war über vier bis sechs Wochen ein ganz schöner Spagat“, sagte Stöver. Der Etat soll entgegen ersten Planungen nicht reduziert werden. Ziel sein weiterhin, „sich in der 2. Liga zu etablieren“.

Bislang haben die Kieler zwei Zugänge: den defensiven Mittelfeldspieler Marcel Benger (Borussia Mönchengladbach II) und Abwehrspieler Julian Korb (vereinslos). Der Kader soll 26 Spieler umfassen. Janni Serra (Bielefeld), Jae-Sung Lee und Jannik Dehm verlassen den Verein zum Monatsende.

Baumgart kritisiert Reus für EM-Verzicht

Der neue Kölner Bundesligatrainer Steffen Baumgart hat sich über die Absage von Borussia Dortmunds Kapitän Marco Reus für die Fußball-EM gewundert. „Nicht verstehen kann ich den Verzicht von Marco Reus. Der Junge ist in überragender Form, diese EM ist für ihn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die letzte Chance, einen großen Titel zu gewinnen - und er macht lieber Urlaub. Diese Entscheidung finde ich sehr speziell“, sagte der neue Chefcoach des 1. FC Köln dem „Westfalen-Blatt“. Baumgart kommentiert für die ostwestfälische Zeitung das EM-Geschehen.

Ein gutes Gegenbeispiel sei Toni Kroos. „Der Junge hat schon alles gewonnen und kämpft nach seiner Corona-Infektion darum, rechtzeitig fit zu werden. Mich hätte man zu meiner aktiven Zeit im Rollstuhl zum Turnier fahren können, so heiß wäre ich gewesen. Aber leider reichte die Qualität nicht“, sagte der 49 Jahre alte Trainer, der sich Deutschland und England im Finale wünscht. „Das wäre mein Traumfinale.“

Reus hatte seinen Verzicht mit den Folgen einer kräftezehrenden Saison begründet. „Nach einem sehr intensiven Jahr für mich persönlich und dem Erreichen der Ziele beim BVB, bin ich zum Entschluss gekommen, meinem Körper Zeit zu geben, um sich zu erholen“, schrieb der 32-Jährige Mitte Mai.

EM-Torschützenkönig: Lukaku und Kane sind die Favoriten

Der englische Stürmerstar Harry Kane und sein belgisches Pendant Romelu Lukaku liefern sich laut bwin bei der Fußball-EM-Endrunde (11. Juni bis 11. Juli) ein packendes Duell um die Torjägerkrone. Die beiden Goalgetter liegen bei dem Sportwettenanbieter im Ranking mit einer Quote von 7,00 gleichauf an der Spitze.

Weit oben auf der Rechnung stehen außerdem die beiden Franzosen Kylian Mbappe (9,00) und Karim Benzema (17,00), denen der Buchmacher ebenfalls gute Chancen auf den Goldenen Schuh gibt. Portugals Superstar und fünfmaliger Weltfußballer Cristiano Ronaldo wird mit einer Quote von 13,00 gehandelt.

Die DFB-Asse im Angriff folgen mit etwas Abstand und müssen auch Bundesliga-Torschützenkönig Robert Lewandowski den Vortritt lassen. Erzielt der polnische Nationalstürmer die meisten EM-Tore, winkt das 23,00-Fache des Einsatzes.

Aus deutscher Sicht hat Timo Werner mit einer Quote von 26,00 die besten Chancen auf den Titel des Torschützenkönigs. Der Chelsea-Stürmer wird von bwin etwas stärker als Bayern-Ass Serge Gnabry (Quote 29,00) eingeschätzt. Rückkehrer Thomas Müller folgt mit einer Quote von 34,00 noch vor Leroy Sane und Champions-League-Siegtorschütze Kai Havertz (jeweils 41,00).

Asamoah sieht besseren Umgang bei Rassismus-Vorfällen

Der zweimalige WM-Teilnehmer Gerald Asamoah hat ein Umdenken bei rassistischen Vorkommnissen im Fußball in Deutschland festgestellt. „Nach der WM 2006 wurde ich bei einem Spiel in Rostock rassistisch angegriffen. Anschließend sprach ich in den Medien darüber, aber keiner meiner damaligen Nationalmannschafts-Mitspieler sprang mir zur Seite. Das ist heute anders. Spieler wie etwa Leon Goretzka positionieren sich“, sagte der 43-Jährige auf einer digitalen Podiumsdiskussion beim Deutschen Stiftungstag über Rassismus im Fußball.

Der ehemalige St.-Pauli-Profi verbringt zurzeit seinen Urlaub in seinem Geburtsland Ghana und wurde zugeschaltet. Asamoah, Koordinator der Lizenzspielerabteilung beim Zweitligisten Schalke 04, kam im Alter von 12 Jahren nach Deutschland.

Auch 1997 musste er, damals bei Hannover 96 unter Vertrag, in Cottbus massive Anfeindungen erleben: „Purer Rassismus, aber niemand hat es angesprochen. Die Zeitungen haben nach dem Spiel keine Zeile darüber geschrieben. Man hat das Thema einfach laufen lassen.“

Über seine Zeit als deutscher Nationalspieler berichtet er im Dokumentarfilm „Schwarze Adler“, der am 18. Juni im ZDF ausgestrahlt wird.

Belgien zum EM-Auftakt ohne Superstar de Bruyne

Mitfavorit Belgien muss zum Auftakt der Fußball-Europameisterschaft ohne seinen Starspieler Kevin De Bruyne planen. Der 29 Jahre alte Mittelfeldakteur von Manchester City soll nach übereinstimmenden belgischen Berichten nicht mit der Mannschaft nach St. Petersburg reisen, wo die Red Devils am Sonnabend (21Uhr /ZDF und MagentaTV) gegen Gastgeber Russland ins Turnier starten. De Bruyne hatte sich vor zwei Wochen im Champions-League-Finale eine Gesichtsverletzung zugezogen und war danach operiert worden. Eine offizielle Bestätigung für De Bruynes Ausfall gab es zunächst nicht.

Den Berichten zufolge soll der Weltklassespieler seinen späteren Einstieg ins Turnier bereits am Donnerstag beim Treffen mit König Philippe angedeutet haben. „Werde ich spielen können? Hoffentlich das zweite Spiel gegen Dänemark“, wurde De Bruyne zitiert. Der ehemalige Wolfsburger gilt als Schlüsselspieler beim WM-Dritten. Auf Dänemark trifft Belgien in der kommenden Woche am Donnerstag (18 Uhr).

Nagelsmann überraschst bei Planung der Bayern-Vorbereitung

Bayern Münchens neuer Trainer Julian Nagelsmann verzichtet nach Informationen der „Bild“-Zeitung in der Vorbereitung auf die neue Fußball-Saison auf ein Trainingslager. Demnach will der 33-Jährige den Nationalspielern im Team des deutschen Rekordmeisters nach der EM und angesichts der dicht getakteten Hinrunde weitere Reisestrapazen ersparen. Nagelsmann werde mit der Mannschaft daher die gesamte Zeit auf dem Bayern-Gelände an der Säbener Straße in München arbeiten.

Vorbereitungsstart des Titelverteidigers ist am 6. Juli. Am ersten August-Wochenende starten die Bayern mit der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals in die Saison.

Ex-Kapitän Ballack sieht DFB-Team unter Druck

Michael Ballack sieht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der EM massiv unter Druck. „Wir haben zuletzt enttäuscht. Die Reputation steht auf dem Spiel“, sagte der ehemalige DFB-Kapitän im "Sportbuzzer"-Interview.

Nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der WM 2018 müsse die DFB-Auswahl als „Aushängeschild des deutschen Fußballs“ Wiedergutmachung betreiben. „Man ist immer zu einem Turnier gefahren, um mindestens das Halbfinale zu erreichen – da müssen wir wieder hinkommen. Von der Qualität her sind wir nach wie vor gut aufgestellt, haben aber auch ein paar Baustellen. Um gegen die Top-Nationen zu bestehen, muss sich einiges verbessern“, betonte Ballack.

Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw startet am Dienstag in München gegen Weltmeister Frankreich ins Turnier. Weitere Gruppengegner sind Europameister Portugal (19.6.) und Ungarn (23.6.) ebenfalls in München.

( sid/dpa/ber )