Sportpolitik

DOSB-Präsidium stellt sich der Vertrauenfrage

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DOSB-Präsident Alfons Hörmann steht seit Monaten unter Dauerbeschuss. Nun will er sich der Vertrauensfrage stellen.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann steht seit Monaten unter Dauerbeschuss. Nun will er sich der Vertrauensfrage stellen.

Foto: dpa

Ob es anschließend zu den geforderten Neuwahlen im Verband kommt, ist allerdings noch nicht sicher.

Frankfurt/Main. Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) will der Empfehlung der unabhängigen Ethik-Kommission in der Briefaffäre um DOSB-Chef Alfons Hörmann nur zu einem Teil folgen und sich zunächst einer Vertrauensfrage stellen. Ob es danach wie von den Ethikern empfohlen auch zu Neuwahlen kommen wird, ist noch offen.

Vertrauensfrage nach Olympischen Spielen

„Zum Wohl des deutschen Sports soll diese (Vertrauensfrage, d.Red.) zeitnah und unmittelbar nach den Olympischen und Paralympischen Spielen in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung umgesetzt werden“, teilte der DOSB am Donnerstag mit. Diesen Vorschlag wird das Präsidium den Mitgliedsorganisationen in den anstehenden Konferenzen unterbreiten.

Ob es auf der ordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung im Dezember auch Neuwahlen geben wird, steht damit in den Sternen. Dazu dürfte es wohl nur dann kommen, wenn Hörmann und seinen Kollegen in der Umfrage vom Großteil der DOSB-Mitglieder das Vertrauen entzogen wird.

Ethik-Kommision empfahl Neuwahlen im Dezember

Die Ethik-Kommission unter dem Vorsitz des früheren Bundesinnenministers Thomas de Maiziere hatte einen anderen Weg im Sinn. Sie empfahl im Dezember Neuwahlen und sah diese als Vertrauensabstimmung an. Damit sollte der Weg für einen Neuanfang im Dachverband des deutschen Sports freigemacht werden, was von zahlreichen Kritikern auch gefordert worden war.

Der DOSB will mit der Vertrauensabstimmung offenbar das Tempo erhöhen und sich auf diesem Weg schneller ein Bild über den Zustand vom Verhältnis zwischen DOSB-Führung und der Basis machen. Als nicht einverstanden mit diesem Weg erklärte sich Athletenvertreter Jonathan Koch. Dieser hatte sich bereits Mitte Mai von einer Erklärung des siebenköpfigen DOSB-Präsidiums distanziert, in der Hörmann das „uneingeschränkte Vertrauen“ ausgesprochen worden war.

Hörmann wird für mangelnde Führungsqualität kritisiert

Der DOSB hatte die Kommission um Aufklärung und eine Bewertung gebeten, nachdem am 6. Mai ein anonym versendeter und vermutlich aus der DOSB-Belegschaft stammender Offener Brief mit expliziten Vorwürfen gegen Hörmann wegen mangelnder Führungsqualitäten („Kultur der Angst“) für Aufregung gesorgt hatte. In dem Brief ist von fehlendem Respekt und Fairplay gegenüber Verbandsangestellten die Rede.

( sid )