Fußball-Ticker

Santos holt Titel in Russland: Geldsegen für den HSV

Lesedauer: 17 Minuten
Linksverteidiger Douglas Santos (l.) hat mit Zenit St. Petersburg den Titel in der russischen Liga verteidigt.

Linksverteidiger Douglas Santos (l.) hat mit Zenit St. Petersburg den Titel in der russischen Liga verteidigt.

Foto: Witters

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonntag, den 2. Mai 2021:

Zenit St. Petersburg beschert HSV Geldsegen

Zenit St. Petersburg hat seinen Titel als russischer Fußball-Meister erfolgreich verteidigt. Die Mannschaft um den früheren HSV-Profi Douglas Santos bezwang am Sonntag den Tabellenzweiten Lokomotive Moskau 6:1 (3:0) und ist zwei Spiele vor Schluss nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. St. Petersburg ist damit zum dritten Mal in Folge und insgesamt zum siebten Mal russischer Meister. In der Sowjetunion holte Zenit zudem 1984 den Titel.

Durch den Titelgewinn kann sich der HSV über zusätzliche 500.000 Euro freuen, die beim Transfer von Santos im Sommer 2019 als Bonuszahlung vereinbart wurden

Inter Mailand holt Meisterschaft in Italien

Inter Mailand hat die Vorherrschaft von Fußball-Rekordmeister Juventus Turin in der italienischen Serie A beendet und zum 19. Mal den Scudetto erobert. Es ist der erste Titelgewinn für den lombardischen Traditionsclub seit 2010.

Das Team von Trainer Antonio Conte hatte durch ein 2:0 (0:0) bei Schlusslicht FC Crotone am Samstag seine Tabellenführung ausgebaut. Durch das 1:1 (1:0) von Verfolger Atalanta Bergamo am Sonntag bei US Sassuolo war Inters Titelgewinn vier Spieltage vor dem Saisonende perfekt. Zuletzt hatte Juve neunmal in Folge den Titel geholt.

Die Tabellenspitze in Italien:

  • 1. Inter Mailand: 35 Spiele, 85 Punkte, + 49 Tore
  • 2. Atalanta Bergamo: 35 Spiele, 72 Punkte, + 42 Tore
  • 3. AC Mailand: 35 Spiele, 72 Punkte, + 24 Tore
  • 4. SSC Neapel: 35 Spiele, 70 Punkte, + 39 Tore
  • 6. Juventus Turin: 35 Spiele, 69 Punkte, + 33 Tore

Christian Eriksen (69.) hatte Inter vier Minuten nach seiner Einwechslung in Führung gebracht, der Ex-Dortmunder Achraf Hakimi (90.+2) machte alles klar. Die Nerazzurri sind seit 15 Spielen ungeschlagen.

Ajax Amsterdam macht Meistertitel perfekt

Rekordchampion Ajax Amsterdam hat zum 35. Mal die niederländische Fußball-Meisterschaft gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Erik ten Hag siegte am Sonntag gegen den FC Emmen 4:0 (1:0) und ist damit drei Runden vor Schluss von Verfolger PSV Eindhoven nicht mehr einzuholen.

Zuletzt hatte Ajax 2019 den Titel geholt. Im vergangenen Jahr war die Spielzeit wegen der Corona-Pandemie nicht zu Ende gespielt worden. Zum Zeitpunkt des Abbruchs hatten Ajax und AZ Alkmaar punktgleich Platz eins und zwei belegt.

Jurrien Timber (10. Minute), der Ex-Frankfurter Sebastien Haller (61.), Devyne Rensch (66.) und der frühere Bremer Davy Klaassen (75.) schossen den Sieg gegen Emmen heraus.

ManU-Fans stürmen Stadion: Topspiel abgesagt

Nach einem Platz-Sturm der Fans von Manchester United ist das Premier-League-Spiel des Clubs gegen den FC Liverpool verschoben worden. Die Partie könne nicht wie ursprünglich geplant am Sonntag stattfinden, teilte die Premier League mit. Zuvor war der Anpfiff, der für 17.30 Uhr geplant gewesen war, verschoben worden. Die Fans des englischen Fußball-Rekordmeisters hatten den Rasen im Stadion Old Trafford gestürmt, um gegen die US-amerikanischen Inhaber des Clubs zu protestieren.

United teilte mit, die Entscheidung sei wegen Sicherheitsbedenken gemeinsam von der Polizei, der Liga, den Organisatoren und den beiden Clubs getroffen worden. Der Club erklärte, man erkenne das Recht auf freie Meinungsäußerung und friedlichen Protest an. „Wir bedauern jedoch die Störung der Mannschaft und die Aktionen, die andere Fans, Mitarbeiter und die Polizei gefährden.“

Die Tabellenspitze in England

1. Manchester City 38 Sp. / 83:32 Tore / 86 Pkt.
2. Manchester Utd. 38 Sp. / 73:44 Tore/ 74 Pkt.
3. FC Liverpool 38 Sp. / 68:42 Tore / 69 Pkt.
4. FC Chelsea. 38 Sp. / 58:36 Tore / 67 Pkt.
5. Leicester City 38 Sp. / 68:50 Tore / 66 Pkt.
6. Westham United 38 Sp. / 62:47 Tore / 65 Pkt.
7. Tottenham 38 Sp. / 68:45 Tore / 62 Pkt.
8. FC Arsenal 38 Sp. / 55:39 Tore / 61 Pkt.
9. Leeds United 38 Sp. / 62:54 Tore / 59 Pkt.

Damit ist auch die mögliche Meisterfeier von Manchester City vertagt. Der Club von Nationalspieler Ilkay Gündogan wäre bei einer Niederlage von Verfolger United vier Spieltage vor Saisonende sicher zum siebten Mal Meister gewesen. Wann die Partie zwischen United und Jürgen Klopps FC Liverpool nachgeholt werden soll, war zunächst offen.

Zunächst hatten sich die Anhänger von Manchester United mittags vor dem Stadion versammelt. Dort protestierten sie lautstark mit Transparenten und Leuchtfackeln gegen die umstrittene Glazer-Familie, die 2005 die Mehrheit an dem Traditionsverein übernommen hatte. Schon länger sind die Fans mit den Inhabern unzufrieden. Die inzwischen verworfenen Pläne für eine europäische Super League, zu deren Initiatoren Man United gehört, hatten ihren Unmut noch vergrößert.

Bayerns Frauen verpassen Finale der Champions League

ür die Fußballerinnen von Bayern München ist der Traum vom ersten Champions-League-Finale geplatzt. Der Bundesliga-Spitzenreiter verlor das lange spannende Halbfinal-Rückspiel beim FC Chelsea 1:4 (1:2) und verpasste nach dem 2:1 der Vorwoche den Einzug ins Endspiel am 16. Mai in Göteborg gegen den FC Barcelona.

„Die Enttäuschung ist natürlich riesig. Wir hatten gute Möglichkeiten, selbst in Führung zu gehen“, sagte Trainer Jens Scheuer, der aber auch „zu viele individuelle Fehler“ bei seinem Team gesehen hatte.

Ein 20-Meter-Traumtor von Sarah Zadrazil (29.) hatte Münchens Hoffnungen noch einmal aufleben lassen. Doch die Treffer von Fran Kirby (10./90.+5), Ji So-Yun (43.) und Pernille Harder (84.) brachten das abgezocktere Chelsea-Team um Nationalspielerin Melanie Leupolz erstmals ins Finale.

Stöger spricht mit 1. FC Köln über Rückkehr

Trainer Peter Stöger hat am Sonntag per Videoschalte mit der Geschäftsführung des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln über eine mögliche Rückkehr an den Rhein gesprochen. „Es war ein sehr konstruktives und positives Gespräch“, sagte der Österreicher dem Express: „Wir haben uns über viele sportliche Dinge ausgetauscht. Es ging um den Kader für die nächste Saison und wie das Trainerteam aussehen könnte.“

Aufgrund einer Corona-Infektion beim ehemaligen österreichischen Meister-Coach konnte ein ursprünglich angedachtes persönliches Treffen in Wien nicht stattfinden. Stöger befindet sich zurzeit in Quarantäne.

Die FC-Geschäftsführer Horst Heldt und Alexander Wehrle führten das Gespräch mit dem Fußballlehrer, der von 2013 bis 2017 den FC bereits trainiert hatte. Er hatte die Rheinländer in die Bundesliga und später in den Europacup geführt. Das Gespräch am Sonntag soll rund eine Stunde gedauert haben.

Laut "Express" habe sich das Trio nach dem ersten Gespräch bereits für kommende Woche erneut verabredet. Offenbar steht dann ein noch intensiverer und konkreterer Austausch an.„Peter hat in der 2. Liga angefangen und hat die Mannschaft formen können. Er hatte einen sehr guten Draht zu den Verantwortlichen, das ist extrem wichtig. Warum sollte es nicht noch einmal funktionieren?“, hatte der derzeitige FC-Coach Friedhelm Funkel zuvor dem Express gesagt.

Ex-HSV-Profi Babbel rechnet mit Flick und Hütter ab

Der frühere deutsche Nationalspieler Markus Babbel (48) geht nach den Trainer-Rochaden in der Fußball-Bundeliga hart mit den Trainern wie Hansi Flick, Freidhelm Funkel oder Adi Hütter ins Gericht. „Mir geht da einiges auf den Zeiger. Mir fehlt die Ehrlichkeit, es wird nur noch rumgeeiert“, sagte der 51-malige Nationalspieler der Schweizer Zeitung „Blick“ (Sonntag). „Dazu diese diplomatischen Aussagen, mit denen keiner was anfangen kann. Als Fußballfan fühle ich mich verarscht, ich kann ja nichts mehr glauben, was gesprochen wird“, fügte er hinzu.

Adi Hütter setze sich ins TV-Studio und sage, er bleibe bei Frankfurt. „Fünf Wochen später geht er, weil sich die Situation so markant geändert habe. Welche Situation denn? Dass der Teammanager und wohl der Sportdirektor gehen, das wusste man. Nein, für mich wird nur noch gelogen und geheuchelt“, kritisierte Babbel, der selbst als Teamchef des VfB Stuttgart und Trainer von Hertha BSC und Hoffenheim 1899 in der Bundesliga arbeitete.

Friedhelm Funkel hingegen habe nach seiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf erzählt, er wolle nie mehr wieder Trainer sein, das sei wohlüberlegt. „Und was macht er dann? Geht zu Köln. ... Da frage ich mich doch als Düsseldorf-Fan: Will der mich veräppeln? Und als Köln-Fan: Kommt der, um uns in die 2. Liga zu bringen? Wir reden von einem gestandenen Mann, nicht von irgendeiner Wurst. Als Fan frage ich mich doch: Worauf kann ich mich noch verlassen?“, sagte Babbel.

Auch Hansi Flick „eierte rum. Ich muss zugeben: Ich fand seine Interviews immer klasse.“ Dann plötzlich seien diese „0815-Aussagen ohne Hintergrund und Substanz“ gekommen. „Das wurde ihm nicht gerecht, diese gequirlte Kacke, auf gut Deutsch gesagt. Er war es ja, der den völlig zerstrittenen FC Bayern wieder geeint hatte“, unterstrich Babbel.

Nach Nazi-Skandal: Landesverbände fordern Rücktritt von DFB-Präsident Keller

Die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände haben DFB-Präsident Fritz Keller das Vertrauen entzogen und ihn aufgefordert, von seinem Amt zurückzutreten. Dies ist das Ergebnis einer außerordentlichen Konferenz an diesem Wochenende in Potsdam. Auch Generalsekretär Friedrich Curtius wurde das Vertrauen entzogen, wie aus einer vom Deutschen Fußball-Bund am Sonntag verbreiteten Mitteilung hervorgeht. Schatzmeister Stephan Osnabrügge und Vizepräsident Rainer Koch sei das Vertrauen in einer geheimen Abstimmung hingegen ausgesprochen worden.

Zudem habe sich die Versammlung gegen einen außerordentlichen Bundestag ausgesprochen. Der öffentliche Druck auf den DFB in seiner massiven Führungs- und Außendarstellungskrise war in den vergangenen Tagen massiv gestiegen. Der 64 Jahre alte Keller war nach einem Nazi-Vergleich in einer Präsidiumssitzung in den vergangenen Tagen in Erklärungsnot geraten. Er hatte Koch als „Freisler“ bezeichnet und so mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen. Keller hatte daraufhin Koch um Entschuldigung gebeten.

Generalsekretär Friedrich Curtius und Schatzmeister Stephan Osnabrügge hatten Keller für den Nazi-Vergleich scharf kritisiert. Nach „Spiegel“-Informationen hat Curtius die Verfehlung des DFB-Bosses bei der Ethikkommission des Verbandes angezeigt.

Intern kritisierte der DFB-Betriebsrat in einem Schreiben, über das die „Bild am Sonntag“ berichtete, dass der Verband ein „desaströses Bild“ abgebe und forderte „richtungsweisende Entscheidungen“. „Bei einem Neuanfang dürfen sowohl strukturelle als auch personelle Konsequenzen nicht ausgeschlossen werden.“

BVB-Profi Morey erleidet schwere Bänderverletzung

Mateu Morey wird Bundesligist Borussia Dortmund nach seiner Verletzung im Pokal-Halbfinale am Samstag gegen Holstein Kiel (5:0) lange fehlen. „Es ist eine schwere Band- und Kapselverletzung. Weitere Diagnosen werden heute und morgen noch stattfinden. Aber der Junge wird lange ausfallen und in Berlin nicht dabei sein. Das wird ein Grund mehr sein, diesen Titel zu holen“, sagte BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl am Sonntag in der Sport1-Sendung „Doppelpass“.

Der 21 Jahre alte Morey war in einem Laufduell mit Kiels Finn Porath mit dem rechten Fuß im Rasen hängengeblieben und in der 2. Halbzeit nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung auf einer Trage vom Platz gebracht worden. Die Verletzung dämpfte die Freude der Dortmunder über den Einzug in das Endspiel am 13. Mai gegen RB Leipzig deutlich. „Seine Schreie waren sehr lange im Stadion zu hören. Das tut uns für den Jungen sehr, sehr leid“, kommentierte Kehl.

Nach Rassismus-Eklat: Nürnberg verzichtet auf Transfer von Nachwuchstrainer

Der 1. FC Nürnberg nimmt auch auf Drängen seiner Basis hin Abstand von der Verpflichtung des umstrittenen neuen U17-Trainers Maximilian Knauer. Die Personalie habe den Club zu spalten gedroht, hieß es in einer Erklärung, „daher räumen wir einen Fehler in der Betrachtung ein und korrigieren ihn. Sollte der Eindruck entstanden sein, dass wir die Werte des FCN vergessen haben, tut uns dies aufrichtig leid“.

Knauer hatte bei seinem vorherigen Klub Bayern München im Zentrum eines Rassismus-Eklats gestanden. Der 1. FCN habe sich mit der Vergangenheit des 32-Jährigen „intensiv auseinandergesetzt“, teilten die Franken mit.

Er habe „von Anfang an mit offenen Karten gespielt“ und „es zutiefst und von Herzen bereut, einen fremdenfeindlichen Beitrag mit Smileys kommentiert zu haben“. Daher habe man ihm „eine Chance gewähren“ wollen, sagte Sportvorstand Dieter Hecking.

Angesichts der massiven Bedenken der Fans habe sich jedoch ein „Wertekonflikt“ entwickelt, hieß es in der Stellungnahme. Der Club stehe als Verein für „null Toleranz gegen Fremdenfeindlichkeit“. Demnach hätte Knauer seine Aufgabe wohl „nie unbelastet ausüben können“. Künftig werde der Club mit derart sensiblen Themen „noch achtsamer umgehen“, versprach Hecking.

Nagelsmann-Berater verrät Details über Ablösesumme

Die Ablösesumme für Starcoach Julian Nagelsmann ist nach Angaben seines Beraters Volker Struth an Bedingungen geknüpft. „25 Millionen - dafür muss ganz, ganz viel passieren“, sagte Struth am Sonntag in der TV-Sendung „Doppelpass“ von Sport1. Nagelsmann sorgt mit seinem im Sommer bevorstehenden Wechsel von RB Leipzig zum FC Bayern München für einen Ablöserekord für Trainer. Spekuliert wurde bereits über eine Ablösesumme von 30 Millionen Euro. „Für 23 Millionen hätten wir ihn nicht gehen lassen“, hatte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff gesagt.

Die kolportierten rund 15 Millionen Euro plus Prämienzahlungen sind ein Rekord nicht nur in der Bundesliga. Bislang waren die 7,5 Millionen Euro für den Wechsel von Adi Hütter von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach der Höchstwert eines Trainers in Deutschland. International gilt der Wechsel von Andre Villas Boas vom FC Porto zum FC Chelsea vor zehn Jahren als Bestmarke. Von 15 Millionen Euro war damals die Rede.

„Bei so einer Summe kann man ja keinen Zweijahresvertrag vermitteln“, sagte Struth mit Blick auf die Ablöse und den Fünfjahresvertrag, den Nagelsmann bei den Bayern erhält. Von Vertragsbruch beim 33 Jahre alten Nagelsmann, der eigentlich bis 2023 an die Leipziger gebunden war, will Struth nichts wissen - „das hört sich an wie eine Straftat“. Der Coach habe seinen Wechsel-Wunsch bei RB geäußert. „Weder ich noch Julian Nagelsmann noch mein Partner Sascha Breese sind da mit einer Kalaschnikow reingerannt und haben gesagt: Jetzt ist Feierband“, erklärte Struth.

Ehemaliger St.-Pauli-Chef wechselt in die Dritte Liga

Der langjährige Bundesliga-Manager Andreas Rettig wird zum 1. Juni Vorsitzender der Geschäftsführung beim Fußball-Drittligisten FC Viktoria Köln. Der 58-Jährige unterschrieb nach Club-Angaben vom Sonntag einen Vierjahresvertrag beim Drittliga-Achten. Rettig hatte sich im September 2019 aus persönlichen Gründen als kaufmännischer Geschäftsleiter beim FC St. Pauli zurückgezogen.

Davor war er von 2013 bis 2015 Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga und als Manager für den SC Freiburg, den 1. FC Köln und den FC Augsburg tätig. Zu Beginn seiner Karriere hatte er in verschiedenen Positionen bei Bayer Leverkusen gearbeitet.

Der Verein habe ihn bereits kurz nach seiner privaten Rückkehr nach Köln vor anderthalb Jahren kontaktiert, sagte Rettig, der von 1986 bis 1988 mit dem heutigen Sportvorstand Franz Wunderlich zusammen bei der Viktoria spielte und seit 2012 Ehren-Mitglied ist. „Damals passte dies noch nicht in meine Lebensplanung. Wir sind aber im Gespräch geblieben und haben uns weiter ausgetauscht. In den letzten Monaten haben wir unsere gemeinsamen Ziele konkretisiert.“ Jetzt sei der richtige Zeitpunkt für eine Zusammenarbeit gekommen.

Als Grund für die Entscheidung sei „zunächst einmal der Standort zu nennen“, erklärte Rettig in einer Vereinsmitteilung. „Meine Frau und ich wollten nicht mehr umziehen.“ Zudem wolle er „im letzten Drittel meines beruflichen Wirkens keine Kompromisse mehr eingehen. Ich will mich mit Menschen umgeben, mit denen ich vertrauensvoll und mit Freude zusammenarbeite. Und dieses Gefühl habe ich hier. Zudem geht es mir um die Perspektive des Clubs, für den ich ja selbst in den 1980er Jahren gespielt habe. Außerdem finde ich hier den Gestaltungsfreiraum vor, den ich mir wünsche.“

( dpa/sid )