Bundesliga

Gladbachs Pleitenserie endet beim FC Schalke

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Mönchengladbachs Trainer Marco Rose jubelt nach dem Tor zum 0:3.

Mönchengladbachs Trainer Marco Rose jubelt nach dem Tor zum 0:3.

Foto: dpa picture alliance/dpa-Pool/Guido Kirchner

Lewandowski zerlegt Stuttgart im Alleingang. Borussia Dortmund müht sich in Köln, Frankfurt mit Spektakel gegen Union Berlin.

Die Schalker Profis schlichen am Abend eines doppelt bitteren Sonnabends enttäuscht vom Platz. Nach der überraschenden Absage des vermeintlichen Hoffnungsträgers Ralf Rangnick erwies sich der abgestürzte Revierclub auch noch als guter Aufbaugegner für Borussia Mönchengladbach. Nach zuletzt sieben Pflichtspiel-Niederlagen gewann das Team von Trainer Marco Rose im zum Krisengipfel gewordenen Topspiel der Fußball-Bundesliga verdient mit 3:0 (1:0).

Dank der Treffer von Kapitän Lars Stindl (15. Minute) und Lainer (63.) sowie eines Eigentores von Schalke-Keeper Frederik Rönnow (72.) blieb es Rose erspart, den Club-Negativrekord eines Trainers mit acht Pleiten am Stück von Wolf Werner aus dem Jahr 1989 einzustellen. „Alles richtig gemacht“, sagte Ginter. Damit dürfte der im Sommer zu Borussia Dortmund wechselnde Rose etwas beruhigter an der erneut offenbarten schwachen Chancenverwertung arbeiten. Mit 36 Punkten aus 26 Spielen sprangen die Borussen zumindest für einen Tag auf Rang neun.

Für Schalke und den neuen Trainer Dimitrios Grammozis bleibt die Lage nach der 18. Saison-Niederlage indes hoffnungslos. Am Sonntag könnte der Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz auf 14 Zähler anwachsen. Längst befindet sich der Club in den Planungen für die 2. Liga.

Lewandowski zerlegt Stuttgart im Alleingang

Nur noch fünf: Weltfußballer Robert Lewandowski ist bei seiner Jagd nach dem „ewigen“ Torrekord von Gerd Müller mit einem weiteren fulminanten Dreierpack auf die Zielgerade eingebogen. Der Ausnahmestürmer schoss Bayern München beim 4:0 (4:0) in einem spektakulären Südderby gegen den VfB Stuttgart trotz 80-minütiger Unterzahl fast im Alleingang zum Sieg.

Mit seinen Saisontreffern Nummer 33 bis 35 (17./23./39.) hat der Pole die legendäre 40-Tore-Marke des „Bombers“ fester denn je im Blick. Seinen persönlichen Rekord aus dem Vorjahr (34) hat er schon übertroffen. Serge Gnabry (22.) traf zum 2:0. Dabei hatte der Rekordmeister zuvor Alphonso Davies verloren, der wegen groben Foulspiels die Rote Karte sah (12.).

„Als Neutraler macht das Spaß - mir macht“s keinen Spaß„, stöhnte VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger bei Sky. Lewandowski sei “irgendwas über Weltklasse„, staunte er: “Wie er sich bewegt, anspielbar ist - es geht nicht besser.„ Seine Schwaben seien schlicht “nicht wach genug„ gewesen.

Die Münchner Tabellenführer gehen nach dem wichtigen 40. Sieg im 50. Bundesliga-Spiel unter Trainer Hansi Flick mit vier Punkten Vorsprung ins Spitzenspiel bei Verfolger RB Leipzig am 3. April. Dann wird neben Davies auch Jerome Boateng fehlen, der seine 5. Gelbe Karte sah.

Kölns Trainer sichert Job mit Remis gegen Dortmund

Endspiel-Experte Markus Gisdol hat beim 1. FC Köln wohl zum wiederholten Male seinen Trainerjob gerettet. Die Rheinländer kamen gegen Borussia Dortmund nach einer couragierten Leistung zu einem 2:2 (1:1), nur der späte Ausgleich durch Erling Haaland (90.) verhinderte gar einen Kölner Sieg.

Der FC schickte damit mal wieder ein Lebenszeichen - wie eigentlich immer in dieser Saison, wenn Gisdols Stuhl besonders stark wackelte. Bei einer Niederlage gegen den BVB, da waren sich die externen Beobachter einig, hätte der 51-Jährige wohl gehen müssen.

Haaland (3.) brachte Dortmund zwar in Führung, durch Ondrej Duda (35., Handelfmeter) und Ismail Jakobs (65.) drehte der FC das Spiel aber zunächst. Dortmund ließ als Fünfter wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze liegen.

Die Lage der Kölner bleibt indes trotz allem bedrohlich. Seit sechs Spielen wartet der FC auf einen Sieg, liegt auf Rang 14, am Sonntag schon könnten Hertha BSC (gegen Bayer Leverkusen) und der FSV Mainz 05 (bei der TSG Hoffenheim) vorbeiziehen.

Irres Torspektakel in Frankfurt

Eintracht Frankfurt hat auch dank Tormaschine Andre Silva im Rennen um Europa ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Die Hessen bezwangen den direkten Kontrahenten Union Berlin in einem wilden Spektakel mit 5:2 (4:2) und halten damit weiter Kurs auf die Champions League. Vor dem Duell mit dem ärgsten Verfolger Borussia Dortmund ist das Team von Trainer Adi Hütter weiter in der Pole Position.

Silva (2./41.) gelang schon vor der Pause sein sechster Doppelpack der Saison, außerdem trafen Filip Kostic (39.) und Timothy Chandler (90.+2) - Unions Robert Andrich (35.) unterlief ein Eigentor. Die Berliner kassierten dagegen trotz eines Doppelpacks von Max Kruse (7./45.+3) vor der Länderspielpause einen empfindlichen Rückschlag im Rennen um Europa. Bei neun Punkten Rückstand dürfte die Eintracht schon außer Reichweite sein.

Wolfsburg weiter auf Kurs Champions League

Auf dem Weg in die Champions League ist der VfL Wolfsburg auch beim Nordrivalen Werder Bremen nicht vom Kurs abgekommen. Der Bundesliga-Dritte setzte sich bei den Hanseaten mit 2:1 (2:1) durch und hielt damit auch Anschluss zum Tabellenzweiten RB Leipzig.

Bei ihrer frühen Führung in der achten Minute profitierten die Gäste allerdings von einem Eigentor des Bremers Josh Sargent, der per Kopfball ins eigene Netz traf. Mit seinem 17. Saisontreffer baute Wout Weghorst (42.) den Vorsprung aus. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff gelang Kevin Möhwald der Anschlusstreffer.

Insbesondere in den ersten 45 Minuten dominierte der VfL gegen den Tabellen-Zwölften von der Weser das Geschehen am Osterdeich. Wie von Werder-Trainer Florian Kohfeldt befürchtet, machte sich die körperliche Überlegenheit der Wolfsburger deutlich bemerkbar. Standsicher in der Defensive, passsicher in der Offensive - so hielten die Niedersachsen die Spielfäden in der Hand.

( sid/dpa/ber )

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