Früherer Trainer

Huub Stevens’ HSV-Gefühle: „Solche Sachen vergisst du nicht“

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Huub Stevens bei seiner Verabschiedung als HSV-Trainer 2008.

Huub Stevens bei seiner Verabschiedung als HSV-Trainer 2008.

Foto: Nadine Rupp / WITTERS

Der 67-Jährige führte die Hamburger vom letzten Platz in den Europacup. Doch mit dem Club fühlt er sich aus anderem Grund verbunden.

Hamburg/Gelsenkirchen. Huub Stevens empfindet auch fast 13 Jahr nach seinem Abschied als Trainer noch eine besondere Verbundenheit mit dem HSV. Es habe ihn beeindruckt, wie der Verein ihn 2008 verabschiedet habe, sagte der 67 Jahre alte Niederländer in der „Kicker“-Dokumentation „Ein neues Leben – Huub Stevens privat“.

Bei der Saisonabschlussfeier war seine schwer kranke Ehefrau Toos von den HSV-Funktionären gefeiert worden. „Das war für sie super. Solche Sachen vergisst du nicht, darum bleibst du mit deinen Gedanken bei dem Verein. Das sind Gefühle, die behält man.“

Stevens: UEFA-Cup-Rang war für HSV wie Meisterschaft

Stevens hatte den HSV Anfang 2007 als Tabellenletzten der Bundesliga übernommen. Zwei Monate später fiel seine Frau, die an Morbus Crohn leidet, ins Koma. Nach eineinhalb Jahren in Hamburg kehrte Stevens in die Niederlande zur PSV Eindhoven zurück, um näher bei seiner Familie zu sein.

Den HSV hatte er zuvor auf eine UEFA-Pokal-Platz geführt. Stevens: „Für den HSV war das wie eine Meisterschaft.“ Die Arbeit in Hamburg habe ihm geholfen, die psychische Belastung zu verkraften: „Für mich war es ein Abschalten von den Problemen zu Hause. Ich konnte mich voll auf meine Aufgaben im Verein konzentrieren.“

Früher Tod des Vaters prägte Stevens

Einen Schicksalsschlag musste Stevens schon als Jugendlicher verkraften. Im Alter von 16 Jahren verlor der Schalker „Jahrhunderttrainer“ seinen Vater bei einem Autounfall. Das habe ihn sehr geprägt: „Ich musste schnell erwachsen werden – sicher schneller als manch anderer in dem Alter.“

Mit seiner Karriere habe er abgeschlossen: „Ich möchte vor allem das Leben mit meinen vier Enkelkindern und mit meiner Frau Toos genießen.“ Anfang Februar dieses Jahres hatte Stevens bekannt gegeben, dass er nach drei Jahren Amtszeit nicht mehr für den Aufsichtsrat des FC Schalke kandidieren wolle.

Mit dem aktuellen Tabellenletzten der Bundesliga gewann Stevens 1997 den UEFA-Cup. Zweimal trainierte er die Gelsenkirchener längerfristig und sprang 2019 sowie 2020 noch zweimal als Interimscoach ein.

Die vollständige Stevens-Dokumentation ist hier zu sehen.

( leo/HA )

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