Bundesliga

FC Bayern zerlegt Köln – Schalke 04 weiter desolat

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Robert Lewandowski tat gegen Köln das, was er besonders gerne mag. Der Pole erzielte seine Saisontore 26 und 27.

Robert Lewandowski tat gegen Köln das, was er besonders gerne mag. Der Pole erzielte seine Saisontore 26 und 27.

Foto: dpa

Nach "Spieler-Revolte" verlieren die Knappen 1:5 in Stuttgart. Dortmund ohne Mühe gegen Bielefeld. Leipzig dreht Partie gegen Gladbach.

Bayern München hat bei der Rückkehr von Thomas Müller sein kleines Liga-Tief überwunden. Der deutsche Fußball-Rekordmeister gewann gegen den 1. FC Köln mit 5:1 (2:0) und baute den Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig auf fünf Punkte aus – allerdings nur vorübergehend, denn den Leipzigern gelang es in der Nachspielzeit, ihre Partie gegen Borussia Mönchengladbach zu drehen. Das Team von Hansi Flick, das zuletzt aus zwei Spielen nur einen Punkt geholt hatte, fand trotz einiger Wackler vor dem Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund am kommenden Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) wieder in die Spur. Der Sieg fiel zu hoch aus.

Der gebürtige Hamburger Eric Maxim Choupo-Moting brachte die Bayern vier Tage nach der Champions-League-Demonstration bei Lazio Rom (4:1) in Führung (18.). Torjäger Robert Lewandowski erhöhte auf 2:0 (33.). Für den Weltfußballer war es bereits der 27. Saisontreffer.

Als Köln nach dem 1:2 durch Ellyes Skhiri (48.) Aufwind bekam, schlug erneut Lewandowski eiskalt zu (64.). Die Vorarbeit leistete Müller, der nach überstandener Corona-Erkrankung erst 30 Sekunden im Spiel war. Den Schlusspunkt setzte Serge Gnabry (82./86.). Für Köln wird es nach der dritten Niederlage in Folge im Abstiegskampf immer brenzliger.

RB Leipzig dreht Partie gegen Gladbach

RB Leipzig kann den Druck auf Bayern München aufrechterhalten. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann zeigte gegen Borussia Mönchengladbach Moral und kämpfte sich nach einem Zwei-Tore-Rückstand noch zu einem verdienten 3:2 (0:2). Durch den fünften Sieg in Folge lauern die Sachsen weiterhin nur zwei Punkte hinter Tabellenführer München.

Christoper Nkunku (57.), Yussi Poulsen (66.) und Alexander Sörloth (90.+3) drehten das Spiel noch für RB. Zuvor hatten Jonas Hofmann mit einem verwandelten Foulelfmeter (6.) und Marcus Thuram mit einem Schultertor (19.) Gladbach mit 2:0 in Führung gebracht.

Die Fohlen warten seit fünf Wochen auf einen Ligasieg, der Druck auf Trainer Marco Rose dürfte nach dem Wirbel um seinen bevorstehenden Wechsel zu Borussia Dortmund weiter zunehmen. Am Dienstag treffen die Fohlen im Viertelfinale des DFB-Pokals ausgerechnet auf den BVB.

Schalke 04 wird von Stuttgart vorgeführt

Die Möchtegern-Rebellen von Schalke 04 stürzen mit wehenden Fahnen dem Bundesliga-Abstieg entgegen. Nach dem angeblichen Spieler-Aufstand gegen Trainer Christian Gross unterlag das abgeschlagene Bundesliga-Schlusslicht auch beim Aufsteiger VfB Stuttgart und gab beim 1:5 (1:3) erneut ein trauriges Bild ab. Ein Weiter so mit Gross, dem vierten Schalke-Coach in dieser Horrorsaison, scheint schwer vorstellbar.

Doppelpacker Wataru Endo (10./26.), Sturmtank Sasa Kalajdzic (34.) mit seinem elften Saisontor sowie die eingewechselten Philipp Klement (88.) und Daniel Didavi (90.+2) sicherten dem VfB den erst zweiten Heimsieg dieser Spielzeit. Schalkes Kapitän Sead Kolasinac, der den Putsch gegen Gross laut "Bild" mit Shkodran Mustafi und Klaas-Jan Huntelaar angeführt haben soll, konnte nur zwischenzeitlich verkürzen (40.).

Der eingewechselte Nabil Bentaleb vergab die Chance zum 2:3, als er mit einem Foulelfmeter an VfB-Torwart Gregor Kobel scheiterte (72.). Gross verfolgte das Grauen meist wie zu einer Statue erstarrt in der linken Ecke seiner Coaching-Zone stehend, die Hände tief in die Hosentaschen vergraben.

Am Vorabend des Spiels hatten Meldungen über eine angebliche Spielerrevolte gegen den Schweizer die Runde gemacht. Gross aber gab sich ahnungslos. Saschas Riether, der Koordinator der Lizenzspielerabteilung, berichtete zwar von Gesprächen nach der 0:4-Klatsche im Derby gegen Dortmund, aber: „Eine Revolution war da überhaupt nicht.“ Sondern? „Was genau passiert ist, werde ich nicht sagen“, meinte Riether.

Dortmund befindet sich weiter im Aufwind

Vize-Meister Borussia Dortmund hat den Kontakt zu den begehrten Champions-League-Plätzen wieder hergestellt. Die Mannschaft von Trainer Edin Terzic besiegte Arminia Bielefeld 3:0 (0:0) und verkürzte den Rückstand auf drei Punkte.

Durch die Treffer von Mahmoud Dahoud (48.) und Jadon Sancho (58., Foulelfmeter) und das erste Bundesliga-Tor des Brasilianers Reinier (81.) feierte der BVB auch eine gelungene Generalprobe für das Viertelfinale im DFB-Pokal am Dienstag bei Borussia Mönchengladbach mit dem künftigen Dortmunder Coach Marco Rose. Aufsteiger Bielefeld droht nach nur einem Punkt aus den vergangenen fünf Spielen am Sonntag der Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz.

Obwohl Torhüter Roman Bürki nach seiner Schulterverletzung wieder zur Verfügung stand, setzte Terzic auf Marwin Hitz. „Ich werde mich jetzt definitiv nicht bis Mai festlegen. Wir wollen eine Leistungskultur und wollen uns das immer offenhalten“, sagte der BVB-Coach vor dem Anpfiff bei Sky.

Hertha im freien Fall - Wolfsburg auf Kurs Königsklasse

Ein Eigentor von Lukas Klünter und ein Treffer von Maxence Lacroix haben für Hertha BSC die Situation im Bundesliga-Abstiegskampf weiter verschärft. Der Treffer von Mittelfeldspieler Klünter in der 38. Minute ins eigene Netz stellte die Weichen für eine unglückliche 0:2 (0:1)-Niederlage der Berliner beim VfL Wolfsburg. Lacroix (89.) besiegelte die Hertha-Pleite in Niedersachsen.

Der VfL baute durch diesen schmeichelhaften Sieg Rang drei in der Tabelle aus und steuern die Champions League an. Dabei wäre sogar ein Sieg der Gäste alles andere als unverdient gewesen. In der 83. Minute wurde den Herthanern ein Foulelfmeter nach Videobeweis verweigert. In der 84. Minute traf Herthas Krzysztof Piatek außerdem den Pfosten. In der Nachspielzeit sah Wolfsburgs Marin Pongracic die Gelb-Rote Karte 90.+4).

( dpa/sid/ber )