Behindertensport

Werner-Otto-Preis für den Blau-Weiss Buchholz

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Buchholzer Stadtlauf-Teilnehmer mit ihren Handbikes bw Buchholz.

Buchholzer Stadtlauf-Teilnehmer mit ihren Handbikes bw Buchholz.

Foto: BW

Der Verein erhält 15.000 Euro für sein umfassendes Engagement im Behindertensport. Preis wurde zum elften Mal verliehen.

Hamburg. Arno Reglitzky musste schwer schlucken, nachdem er von Jurymitglied Edina Müller erfahren hatte, dass „sein“ Verein Blau-Weiss Buchholz mit dem Werner-Otto-Preis im Hamburger Behindertensport ausgezeichnet wird. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, brachte der 85 Jahre alte Vorsitzende des Vereins hervor, „ich bin gerührt und habe damit nicht gerechnet, weil wir ja nicht aus Hamburg kommen.“

Über ein Preisgeld von 15.000 Euro kann sich der Verein freuen, das hochwillkommen ist. „Wir wollten einen Tennisplatz rollstuhlgerecht umbauen und einen Parcours für Rollstuhlfahrer errichten“, sagte Reglitzky, „das hat Corona kaputt gemacht. Jetzt ist es wieder ein Stück nähergekommen.“

Preis wurde zum elften Mal verliehen

Über eine „Anerkennung“, verbunden mit einer Fördersumme von jeweils 5000 Euro, freuten sich der Bramfelder SV für die Integration der Inklusions-Fußballmannschaft des Vereins Lebenshilfe e. V. in den regelmäßigen Punktspielbetrieb, der Verein Downlaufen e. V., in dem sich 2015 Menschen mit und ohne Trisomie 21 zu einer Laufgruppe zusammengefunden haben, und die Norderstedter Werkstätten, deren Floorballer gemeinsam mit Schülern der 3. und 4. Klassen der Ganztagsschule Heidberg trainieren.

Zum elften Mal bereits hat die Alexander-Otto-Sportstiftung den Preis am Dienstag verliehen, erstmals im Rahmen einer Videokonferenz und nicht im Kaisersaal des Rathauses. Der tauchte nur als Hintergrundbild von Stifter Alexander Otto auf.

Neues Sportzen­trum

„Durch die Pandemie konnte in einigen Vereinen in diesem Jahr gar kein Sportangebot für Menschen mit Behinderung stattfinden“, sagte Otto, „das hat uns sehr berührt.“ Auch Innen- und Sportsenator Andy Grote musste feststellen: „Der Sport ist im Wesentlichen zum Erliegen gekommen.“

Mit dem Bau eines neuen Sportzen­trums auf einer 25.000 Quadratmeter großen Fläche schaffte BW Buchholz 2006 die baulichen Voraussetzungen, um Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen die Teilhabe am Sportbetrieb zu ermöglichen. „Das war für mich von Anfang an klar und selbstverständlich“, erklärte Reglitzky.

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Das entsprechende Sportangebot umfasst Rollstuhlbreitensport für Kinder und Erwachsene, Rollstuhlbasketball, Kegeln, Klettern und die Teilnahme am Buchholzer Stadtrundlauf. Viele nutzen die Sportmöglichkeiten auf der Anlage auch, ohne Mitglied zu sein. Es ist ein Erfolg. „Man muss mit vollem Herzen dabei sein“, sagt Reglitzky, „sonst wird das nichts.“

( ah )

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