Fußball-Ticker

Klopps Liverpool siegt und trifft wieder gegen Tottenham

| Lesedauer: 12 Minuten
FC Liverpool im Tottenham Hotspur Stadium: Liverpools Sadio Mane (r.) erzielt seinen Treffer zum 1:3 gegen Torwart Hugo Lloris (l) von Tottenham.

FC Liverpool im Tottenham Hotspur Stadium: Liverpools Sadio Mane (r.) erzielt seinen Treffer zum 1:3 gegen Torwart Hugo Lloris (l) von Tottenham.

Foto: dpa/Nick Potts

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 28. Januar 2021:

Liverpool beendet Durststrecke in der englischen Premier League

Der FC Liverpool hat seine Durststrecke in der englischen Premier League mit einem Sieg im Spitzenspiel beendet. Bei Tottenham Hotspur gewann die Mannschaft des deutschen Teammanagers Jürgen Klopp mit 3:1 (1:0) und feierte ihren ersten Erfolg in der Liga seit dem 19. Dezember.

Nachdem die Reds in den vergangenen vier Spielen nicht getroffenen hatten, erlöste Roberto Firmino (45.+4) den Meister mit seinem Tor kurz vor der Pause. Als Trent Alexander-Arnold (47.) kurz nach der Pause erhöhte, jubelte Klopp gelöst. Doch weil Pierre-Emile Höjbjerg (49.) umgehend verkürzte und ein weiterer Liverpool-Treffer durch Mo Salah (56.) nicht anerkannt wurde, blieb die Partie zunächst spannend. Sadio Mane (65.) traf nach einem Abwehrfehler Tottenhams.

Liverpool verbesserte sich mit nun 37 Punkten auf Platz vier, die Spurs haben 33 Zähler und sind Sechster. Manchester City (41) ist an der Tabellenspitze aber bereits ein Stück entfernt.

Klopps Team wäre in der Anfangsphase fast in Rückstand geraten. Der frühere Bundesligaprofi Heung-Min Son (3.) stand bei seinem Treffer für die Spurs allerdings im Abseits. In einem packenden und hochklassigen Spiel kombinierten beide Teams stark, Firminos Treffer leitete Kapitän Jordan Henderson sehenswert ein.

Das Tor gab Liverpool spürbar Sicherheit. Tottenham dagegen vermisste seinen Torjäger und Ausnahmespieler Harry Kane, der in der Pause angeschlagen ausgewechselt werden musste.

Pauli verliert: Bochum bleibt HSV auf den Fersen

Der VfL Bochum hat seine Aufstiegsambitionen in der 2. Fußball-Bundesliga auch gegen den aufstrebenden FC St. Pauli untermauert. Die Westdeutschen feierten am Donnerstagabend einen 3:2 (2:2)-Sieg am Millerntor und sind als erster Verfolger (36 Punkte) auf Tuchfühlung mit Spitzenreiter Hamburger SV (37). Guido Burgstaller (4. Minute) und Daniel-Kofi Kyereh (32.) brachten den Kiezclub zweimal in Führung. Der starke Simon Zoller (28./43.) und ein Eigentor von Daniel Buballa (63.) führten aber zum verdienten VfL-Sieg. St. Pauli belegt nach der ersten Niederlage in diesem Jahr Relegationsplatz 16.

In einer vom Anpfiff an unterhaltsamen Partie ging St. Pauli mit dem ersten sehenswerten Angriff in Führung, als Burgstaller eine präzise Flanke von Leart Paqarada an die Latte knallte und im zweiten Versuch mit dem Knie traf. Die Gäste blieben aber ruhig und hatten durch Gerrit Holtmann (9./Lattenoberkante) und Maxim Leitsch (13./Außennetz) gute Chancen zum 1:1. Das gelang dann Zoller nach Robert Zuljs Traumpass.

Bochum hatte das Match nun im Griff. Einen Leitsch-Kopfball klärte Finn Ole Becker (31.) auf der Linie, doch St. Pauli schlug zurück: Kyereh wurde nicht angegriffen und traf aus 25 Metern in den Winkel. Der VfL drängte weiter und wurde belohnt, als Zoller gegen die hier indisponierte Hintermannschaft seinen zehnten Saisontreffer erzielte.

Auch nach dem Wechsel wirkte das Spiel der Gäste strukturierter. Die bis dahin effizienten Kiezkicker blieben bei ihren jedoch seltener werdenden Kontern gefährlich. Zulj hatte erst Pech, als sein Freistoß knapp vorbei ging (57.), und dann Glück, als sein Schuss von Buballa in dessen 250. Zweitliga-Spiel unhaltbar ins Tor abgefälscht wurde. Am Ende fehlte dem FC St. Pauli die Kraft, um zurückzuschlagen.

Leverkusens Amiri positiv auf Corona getestet

Nationalspieler Nadiem Amiri von Bayer Leverkusen ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Verein mitteilte, sei die Infektion am Dienstag diagnostiziert worden, der 24-Jährige habe sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben. Weitere Maßnahmen werden mit dem zuständigen Gesundheitsamt Düsseldorf abgesprochen. Am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) ist der Tabellendritte beim Zweiten RB Leipzig zu Gast.

Ausflug in den Schnee: Ronaldo im Visier der Polizei

Weil er sich einen Kurzurlaub im Schnee gegönnt hat, drohen Starstürmer Cristiano Ronaldo von Juventus Turin Schwierigkeiten. Die Polizei ermittelt wegen eines unerlaubten Ausflugs des Portugiesen mit seiner Lebensgefährtin Georgina Rodriguez in den Bergort Courmayeur. Das berichteten italienische Medien.

Wegen der Corona-bedingten Reisebeschränkungen hätte Ronaldo die Region Piemont mit der Hauptstadt Turin nicht verlassen dürfen. Courmayer befindet sich im Aostatal an der Grenze zu Frankreich. Bilder in den Sozialen Medien verrieten den Starkicker, der mit seiner Freundin an deren Geburtstag auf einem Schneemobil unterwegs war.

Wegen des Verstoßes gegen die Coronaregeln droht Ronaldo eine Strafe von mindestens 400 Euro. Juve-Trainer Andrea Pirlo hatte dem 35-Jährigen einen Ruhetag gewährt. So stand der fünfmalige Weltfußballer Ronaldo im Pokal-Viertelfinale gegen den Zweitligisten Spal Ferrara am Mittwochabend nicht im Kader (4:0).

Frankfurt holt Union-Verteidiger Lenz

Eintracht Frankfurt hat den ersten Zugang für die kommende Saison unter Dach und Fach gebracht. Linksverteidiger Christopher Lenz vom Ligarivalen Union Berlin wechselt im Sommer ablösefrei zu den Hessen und erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024. Für die Eisernen lief der 26-Jährige in dieser Saison in allen 18 Bundesligaspielen auf und gab dabei drei Torvorlagen.

„Christopher hat in den vergangenen anderthalb Jahren bewiesen, dass er in der Bundesliga auf höchstem Niveau spielen kann“, sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic: „Sportlich wie wirtschaftlich ist das ein für uns ausgezeichneter Transfer.“

Tuchel brauchte bei Chelsea-Debüt Namenshilfe

Thomas Tuchel hatte nach einem Tag als neuer Trainer des FC Chelsea noch nicht alle Namen seiner Spieler richtig im Kopf. So habe Christian Pulisic nicht nur gut gespielt nach seiner Einwechslung, sondern ihn auch mit dem Namen von Kapitän Cesar Azpilicueta geholfen. „Er hat das überragend gemacht und in der Halbzeit hat er mir gesagt, dass ich Azips Name falsch ausgesprochen habe und hat mir damit geholfen. Das war eine große Hilfe“, berichtete Tuchel nach dem 0:0 gegen die Wolverhampton Wanderers. Pulisic war bereits beim BVB Spieler unter ihm.

Erst etwa 24 Stunden vor der Begegnung hatte der 47 Jahre alte Schwabe seine Aufgabe als Nachfolger von Frank Lampard in London angetreten. „Ich hatte nicht erwartet, dass wir nach einer Trainingseinheit und zwei Treffen auf diesem Level sind“, sagte Tuchel nach seinem Debüt in der Premier League.

Chelsea bestimmte an der Stamford Bridge das Spiel, hatte deutlich mehr Ballbesitz und gab auch mehr Torschüsse ab. Die Gäste hielten aber gut dagegen und kamen selbst zu gefährlichen Kontern. „Ich bin in die Kabine gelaufen und habe jedem gesagt, dass es keinen Platz gibt für Enttäuschung. Keinen Platz für Zweifel. Im Gegenteil, ich war sehr glücklich über die Leistung energietechnisch, unsere Intensität“, sagte Tuchel.

ManUnited blamiert sich gegen Schlusslicht

Nach der sensationellen 1:2 (0:1)-Niederlage von Manchester United gegen Tabellenschlusslicht Sheffield United hält Trainer Ole Gunnar Solskjaer Kritik für angebracht. „Wir sollten alle kritisiert werden, weil wir nicht gut aufgetreten sind“, sagte der Norweger. Das gelte nicht nur für Stürmer Anthony Martial, dem ein Treffer wegen Foulspiels nicht anerkannt wurde. „Das ganze Team wird heute wahrscheinlich kritisiert, ich auch“, sagte Solskjaer nach dem verpassten Sprung an die Tabellenspitze der Premier League. Mit einem Punkt Rückstand und einem Spiel weniger steht United weiter hinter dem Lokalrivalen Manchester City.

Kean Bryan (23.) hatte den Außenseiter in Führung gebracht, Harry Maguire traf zum Ausgleich (64.). Doch das Tor von Oliver Burke nach 74 Minuten sorgte für den zweiten Sieg des Abstiegskandidaten aus Sheffield. „Das zweite Tor, das wir bekommen haben, war einfach so arm. So schludrig. Wir haben den Ball so einfach verloren“, klagte Solskjaer. Seine Mannschaft habe insgesamt einfach zu wenig „Magie“ gehabt. „Das hat gefehlt, dieses kleine bisschen extra“, sagte Solskjaer. „Das Leistungslevel war nicht da, die Geschwindigkeit war nicht da, die Qualität war nicht da.“

Hertha: Pikante Klausel im Dárdai-Vertrag

Hinter der Verweildauer von Pál Dárdai als Trainer von Hertha BSC steht bereits kurz nach seinem Amtsantritt ein Fragezeichen. Laut dem „Kicker" wird der 44 Jahre alte Ungar nicht automatisch in der kommenden Spielzeit an der Seitenlinie stehen. Demnach müsse Dárdai „in den restlichen 16 Spielen einen Schnitt von ziemlich genau 1,5 Punkten pro Partie“ schaffen, um in die Saison 2021/22 gehen zu dürfen. Von dieser Klausel war bei der Bekanntgabe von Dárdais Rückkehr am Montag keine Rede.

Messi schießt Barça ins Pokal-Viertelfinale

Einen Tag nach der Veröffentlichung der aktuellen Schuldenlast in Höhe von 1,17 Milliarden Euro ist der FC Barcelona mit einem 2:1 (0:0)-Zittersieg beim Zweitligisten Rayo Vallecano in das Viertelfinale des spanischen Pokals eingezogen. Trotz Feld-Überlegenheit geriet Barcelona nach 63 Minuten gegen den klaren Außenseiter, für den Francisco Garcia traf, sogar in Rückstand. Doch einmal mehr war es Lionel Messi, der Barça mit seinem Tor wieder ins Spiel brachte (70.). Auch an der Vorbereitung des Siegtreffers von Frenkie de Jong (80.) war Messi beteiligt.

Preetz-Nachfolger? Bobic blockt ab

Und noch eine Meldung zu Hertha BSC: Frankfurts Manager Fredi Bobic beteiligt sich nicht an Spekulationen über die Nachfolge in Berlin geschassten Michael Preetz. „Davon weiß ich nichts“, sagte Bobic der „Bild“ vor dem Duell der beiden Clubs. Hertha hatte sich am Sonntag von Trainer Bruno Labbadia und Manager Preetz, der ein Freund von Bobic ist, getrennt. Die Aufgaben des ehemaligen Sport-Geschäftsführers übernimmt bis zum Ende dieser Saison Sportdirektor Arne Friedrich.

Der frühere Stürmer Bobic, der von 2003 bis 2005 in Berlin spielte, ist noch Hertha-Mitglied und hat zudem ein Haus in der Hauptstadt. Auch die handelnden Personen im Club sind ihm bestens bekannt. „Ich kenne und schätze ihn sehr. Ich habe ihm auch zum Einstieg bei der Hertha gratuliert. Ich glaube, dass er dem Club mit seiner Funktion insgesamt gut tun wird“, sagte Bobic über Carsten Schmidt, den neuen Boss der Hertha-Geschäftsführung, der seit 1. Dezember im Amt ist.

Italien: Juve ohne Mühe im Halbfinale

Juventus Turin hat ohne Mühe das Halbfinale der Coppa Italia erreicht. Ohne Superstar Cristiano Ronaldo, der von Trainer Andrea Pirlo geschont wurde, siegte Juve gegen den Zweitligisten SPAL Ferrara mit 4:0 (2:0) und trifft nun auf Inter Mailand, das sich bereits am Dienstag durch ein 2:1 gegen den Stadtrivalen AC Mailand als erstes Team für das Halbfinale qualifiziert hatte. Alvaro Morata (16., Foulelfmeter), Gianluca Frabotta (33.), Dejan Kulusevski (78.) und Federico Chiesa (90.+4) trafen für Juve.

Spitzenklub Atalanta Bergamo mit dem deutschen Nationalspieler Robin Gosens war bereits zuvor ins Halbfinale eingezogen. Der Champions-League-Achtelfinalist siegte in einem turbulenten Pokal-Duell gegen Lazio Rom 3:2 (2:2) und blieb damit im 14. Pflichtspiel in Serie ungeschlagen.

( HA/dpa/sid )

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