Corona-Eklat

Fall Embolo: Sollte eine Spende alles aus der Welt schaffen?

Lesedauer: 3 Minuten
Breel Embolo (l., gegen Gonzalo Castro) soll im Anschluss an Borussia Mönchengladbachs Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart (2:2) spektakulär von einer illegalen Corona-Party geflohen sein.

Breel Embolo (l., gegen Gonzalo Castro) soll im Anschluss an Borussia Mönchengladbachs Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart (2:2) spektakulär von einer illegalen Corona-Party geflohen sein.

Foto: Imago/Pressefoto Baumann

Neue Details zum Nachgang der illegalen Party, an der der Gladbach-Profi teilgenommen haben soll. Embolo und Thuram zurück im Kader.

Mönchengladbach. Das Umfeld von Breel Embolo hat offenbar versucht, den Corona-Eklat um den Stürmer von Borussia Mönchengladbach mit einer Spende aus der Welt zu schaffen. Aus „dem befreundeten Umfeld von Breel Embolo“ sei eine „Kontaktaufnahme“ zum Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) erfolgt, bestätigte Pressesprecherin Silke Lenz. Inwiefern dies Absicht oder Wunsch von Embolo gewesen sei, könne sie aber nicht sagen.

Zunächst hatte die „Bild“-Zeitung über den Vorgang berichtet. Demnach wollte der Bekannte Embolos einen Termin bei Kufen erhalten, um eine Summe für einen karitativen Zweck zu spenden. „Das ist angesprochen worden“, sagte Lenz. Es habe aber „kein Treffen stattgefunden“ und es stehe auch „kein Treffen an“.

Embolo soll übers Hausdach geflohen sein

Embolo war nach SID-Informationen Gast auf einer in Corona-Zeiten illegalen Party. Entgegen der Beteuerungen des 23-Jährigen glaubt die Essener Polizei, dass der Schweizer in der Nacht zum Sonntag bei der Kontrolle eines Restaurants am Baldeneysee übers Hausdach in eine Wohnung geflohen ist. „Wir gehen davon aus, dass dieser Mann Embolo war“, hatte ein Sprecher gesagt.

Embolo bestreitet, einer der 23 Partygäste gewesen zu sein. Allerdings war er in der Wohnung, in der er sich angeblich nur zum Basketball gucken mit einem Freund verabredet hatte, alleine angetroffen worden. „Wir glauben der Polizei in Essen. Sie hat festgestellt, dass er in der Wohnung war. Alles andere sind Vermutungen. Da glauben wir, was uns der Spieler gesagt hat“, erklärte Gladbachs Mediendirektor Markus Aretz.

Embolo soll gegen Dortmund wieder spielen

Der VfL hatte Embolo vorsorglich wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung aus dem Kader für das Spiel gegen Werder Bremen (1:0) gestrichen. Zum Rückrundenauftakt gegen Borussia Dortmund am Freitag (20.30 Uhr/ZDF und Dazn) soll der Angreifer wieder dabei sein.

Am Mittwoch war Embolo nach negativen Corona-Tests ins Training eingestiegen. „Für uns gibt es keinen neuen Sachstand“, sagte Trainer Marco Rose am Donnerstag: „Das Thema ist eines für Breels Anwälte. Für uns ist klar, dass er im Kader ist.“ Für Rose ist die Situation dennoch ärgerlich, „weil wir uns auf Fußball konzentrieren wollen“. Breel habe „die Situation zu verantworten“.

Thuram kehrt nach Spuckattacke zurück

Gegen den BVB wird in Marcus Thuram indes auch das zweite Gladbacher Sorgenkind zurückkehren. Der Franzose hat die Sperre nach seiner widerlichen Spuckattacke gegen Hoffenheims Stefan Posch inzwischen abgesessen.

„Marcus hat die Geschichte zugesetzt. Ich glaube, dass er daraus lernen wird. Er will Kredit zurückholen, den er verloren hat. Die Leistungen vor seiner Sperre waren nicht überzeugend. Er muss ranklotzen“, sagte Rose.