Fußball-Ticker

"Schon in Pose gebracht": Buchwald erzählt von Maradona

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 29. Oktober 2020:

70 Minuten in Unterzahl: Leverkusen verliert in Prag

Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen hat trotz einer kämpferischen Leistung in der Europa League einen Rückschlag kassiert. Die Werkself, die nach einer frühen Roten Karte gegen Karim Bellarabi (22.) knapp 70 Minuten in Unterzahl spielen musste, verlor beim tschechischen Meister Slavia Prag mit 0:1 (0:0). Joker Peter Olayinka (80.) schockte Bayer mit einem platzierten Kopfball in der Schlussphase.

„Natürlich haben wir uns das Leben mit der Roten Karte schwer gemacht. Wir haben nicht zu viele Chancen zugelassen. Das Gegentor war aber unnötig. Schade, dass es nicht 0:0 oder 1:1 ausgegangen ist“, sagte Bayer-Keeper Lukas Hradecky, der in der 65. Minute einen eigens verursachten Foulelfmeter parierte, bei Nitro. Trainer Peter Bosz pflichtete ihm bei: „Es ist schwer, wenn man ab der 22. Minute mit zehn Mann weiterspielen muss. Auch mit zehn Mann dürfen wir dieses Spiel nicht verlieren.“

4:1: Hoffenheim bei KAA Gent mit Auswärtssieg-Premiere

Die TSG 1899 Hoffenheim hat den ersten Auswärtssieg ihrer Europapokal-Historie gelandet. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß gewann am Donnerstagabend das zweite Gruppenspiel in der Europa League beim belgischen Vertreter KAA Gent souverän mit 4:1 (1:0) und baute damit ihre Tabellenführung in der Gruppe L aus. Ishak Belfodil mit einem verwandelten Handelfmeter (36. Minute), der starke Florian Grillitsch (52.), Mijat Gacinovic (73.) und Munas Dabbur (90.+4) trafen in der leeren Ghelamco Arena für 1899.

Torhüter Oliver Baumann hielt zuvor einen Foulelfmeter von Roman Jaremtschuk (14.). Der Ex-Heidenheimer Tim Kleindienst (90.+3) erzielte das zwischenzeitliche 1:3 aus Sicht der Belgier. Zum Auftakt hatte der Fußball-Bundesligist Roter Stern Belgrad mit 2:0 besiegt.

Schalke für Baum wie "neue Ketchup-Flasche"

Trainer Manuel Baum ist trotz seines dürftigen Einstands bei Schalke 04 weiter von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt. „Wir sind wie eine neue Ketchup-Flasche, auf die man nach dem Öffnen erst noch einmal klopfen muss, damit etwas herauskommt. Wir klopfen noch“, sagte der Coach vor dem Punktspiel der noch sieglosen Königsblauen am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) gegen Aufsteiger VfB Stuttgart.

Nach dem schweren Programm der Knappen zum Saisonauftakt mit Spielen gegen die Champions-League-Teilnehmer Bayern München (0:8), RB Leipzig (0:4) und Borussia Dortmund (0:3) hält Baum die Gäste für ein anderes Kaliber: „Stuttgart ist ein Gegner, gegen den wir deutlich bessere Chancen haben zu gewinnen.“

Für den ersten Sieg nach 21 Punktspielen ohne Erfolgserlebnis seit dem 17. Januar 2020 erwartet Baum besonders eine Steigerung im Offensivbereich: „Wir müssen mehr zeigen, als in Dortmund, wo wir offensiv wenig bis gar nichts auf den Platz gebracht haben.“

Zur Verstärkung des Angriffs hofft der Nachfolger von David Wagner auf ein Comeback von Mark Uth nach auskurierten Muskelproblemen. „Im Training ist er bei 80 bis 90 Prozent. Er spielt für unsere Offensive eine zentrale Rolle. Mal schauen, ob es für die Startelf reicht“, sagte der 41-Jährige und beschrieb seine Eindrücke.

Die Durchschlagskraft seiner Offensive sieht Baum grundsätzlich aber auch in Zusammenhang mit dem Verhalten in Ballbesitz: „Wir brauchen Erfolgserlebnisse mit dem Ball.“

Corona bei Sandhausen – Spiel soll stattfinden

Abwehrspieler Tim Kister vom Zweitligisten SV Sandhausen hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 33-Jährige wird dem Club im Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück am Sonnabend (13.00 Uhr/Sky) fehlen, wie der Sportliche Leiter Mikayil Kabaca am Donnerstag mitteilte. Nachdem Kister am Montag noch Symptome aufgewiesen hatte, sei er inzwischen wieder frei von Beschwerden.

Die Tests seiner Mitspieler, darunter Ex-HSV-Profi Dennis Diekmeier, seien allesamt negativ ausgefallen. Die Partie in Osnabrück könne planmäßig stattfinden. Wegen des positiven Tests von Kister trainierte der SVS bis Mittwochnachmittag dennoch in Kleingruppen, um die Kontakte innerhalb der Mannschaft zu reduzieren.

Zuschauer-Ausschluss: Werder prüft erneut Kurzarbeit

Angesichts ausbleibender Einnahmen durch das Verbot von Zuschauern bei Heimspielen im kompletten November denken die Verantwortlichen bei Werder Bremen erneut über Kurzarbeit nach. „Das Thema Kurzarbeit ist auch ein Thema, mit dem wir uns beschäftigen“, sagte Präsident Hubertus Hess-Grunewald am Donnerstag. „Wir prüfen das gerade und versuchen, es auf den Weg zu bringen.“

Die Bremer sind durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie arg gebeutelt und kalkulieren bereits mit Mindereinnahmen in Höhe von 30 Millionen Euro. Da durch das Verbot von Amateursport bis mindestens Ende November der komplette Jugendbereich brach liegt, könnte es auch im Bereich des Leistungszentrums zu Kurzarbeit kommen, sagte Hess-Grunewald.

Streit um DFB-Pokal: Türkgücü lässt nicht locker

Drittligist Türkgücü München will die Niederlage vor dem Schiedsgericht im Streit um die Teilnahme am DFB-Pokal nicht auf sich sitzen lassen. „Wir prüfen aktuell intensiv unsere Möglichkeiten“, sagte Geschäftsführer Max Kothny dem „Münchner Merkur“ und der „tz“ und bekräftigte: „Wenn wir vor dem Bundesgerichtshof Erfolgsaussicht haben, ziehen wir auch vor die höchste Instanz.“

Das unabhängige Schiedsgericht des Bayerischen Fußball-Verbands hatte am Dienstagabend beschlossen, dass wie ursprünglich vom BFV geplant der 1. FC Schweinfurt im DFB-Pokal gegen Schalke spielen darf. Dem waren mehrere Wochen juristischen Gezanks vorausgegangen. Türkgücü glaubt, ein Anrecht auf die Nominierung zum Pokal-Highlight zu haben.

Offen ist, wie es im zivilrechtlichen Verfahren weiter geht. Dort wurde nach einem Urteil des Landgerichts München das OLG angerufen. Dass die Partie zwischen Schalke und Schweinfurt am Dienstag gestoppt wird, ist unwahrscheinlich; nun geht es eher um Schadenersatz.

Der Drittliga-Aufsteiger fühlt sich im Recht, auch moralisch. „Wir werden jetzt so dargestellt, als hätten wir den deutschen Fußball ruiniert. Es ist aber doch wichtig, dass sich ein Verein traut, bei solch einer großen Thematik vor die Gerichte zu ziehen“, fand Kothny.

Der BFV hatte während des ersten Corona-Lockdowns beschlossen, seine Regionalliga-Saison zu unterbrechen, den Tabellenführer Türkgücü als Aufsteiger zu melden und die zweitplatzierten Schweinfurter dafür im DFB-Pokal antreten zu lassen. Gegen diesen Kompromiss aber gingen die Münchner vor und gaben vor Gericht vor allem Verfahrensfehler an.

Buchwald erzählt kuriose Maradona-Anekdote

Guido Buchwald oder Diego Maradona – wen von beiden würden die meisten Fußballinteressierten auf dieser Welt wohl eher erkennen? Vermutlich den Argentinier Maradona, einer der Schillerndsten und Besten, die dieser Sport je hervorgebracht hat. Dennoch kann sich Ex-Nationalspieler Buchwald, der Maradona im WM-Finale 1990 ausgeschaltet hatte, an eine kuriose Begegnung mit dem einstigen Weltstar erinnern.

Beim Endspiel der WM 2002 zwischen Deutschland und Brasilien saßen Buchwald und Maradona rund 50 Meter voneinander entfernt als Gäste auf der Tribüne in Yokohama. "Dann kamen auf einmal viele Japaner auf uns zu, die sind dann aber größtenteils nicht zu ihm, sondern zu mir gelaufen", erzählte Buchwald, der als Spieler und Trainer in Japan Popularität erlangt hatte, der Deutschen Presse-Agentur. "Da war er schon ein bisschen verwundert, er hatte sich schon in Pose gebracht."

Zu Maradonas 60. Geburtstag an diesem Freitag wünscht ihm sein einstiger Gegenspieler "Gesundheit, Zufriedenheit und dass er noch sehr lange lebt." Maradona sei ein "genialer Fußballer" gewesen. Trotzdem hatte er im WM-Finale 1990 keine Chance gegen Buchwald. "Ich habe immer gemerkt, wie er an dem Tag alles versucht hat, aber er hat es nicht geschafft", sagt der 59-Jährige. "Diese Duelle mit ihm kommen mir noch heute immer wieder in den Kopf."

Corona-Fall beim 1. FC Kaiserslautern

In der Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern hat es einen positiven Corona-Test gegeben. Dies teilte der Drittligist mit, ohne einen Namen zu nennen. Das Team sowie Personen aus dessen direktem Umfeld befinden sich seitdem in vorsorglicher häuslicher Quarantäne, das Training ist nach Clubangaben ausgesetzt.

„Der Hygienebeauftragte des FCK steht in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt Kaiserslautern, um die weiteren Schritte zu besprechen“, hieß es. Das nächste Spiel des Tabellen-18. ist für Montag (19 Uhr) gegen Hansa Rostock angesetzt.

Trainer Rose lassen BVB-Spekulationen kalt

Gladbach-Trainer Marco Rose lassen die Spekulationen um ein angebliches Interesse von Borussia Dortmund an seiner Person kalt. „Es ist doch egal, wie ich das empfinde. Es interessiert ja sowieso keinen. Es ist geschrieben, und Lucien Favre muss damit ebenso umgehen wie ich. Es ist für mich einfach kein Thema, weil ich so viel zu tun habe. Deswegen kommentiere ich solche Dinge grundsätzlich nicht“, sagte Rose am Donnerstag.

Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, Rose stehe beim BVB auf einer Liste möglicher Nachfolger von Lucien Favre. Gladbachs Sportdirektor Max Eberl nannte dies „grenzwertig“ und „respektlos unserem Club“ gegenüber.

Eberl nahm die Berichte aber weitgehend gelassen. „Ich bin jetzt zwölf Jahre Sportdirektor, und gefühlt seit dem ersten Tag habe ich mit Spekulationen zu tun. Erst einmal zeigt mir das, dass wir auf dem absolut richtigen Weg sind und immer wieder super Spieler und Top-Trainer finden, die uns weiterbringen. Deswegen sind sie auch so begehrt. Aber wir wissen genau, was wir wollen. Und das ist, was für mich zählt.“

VfB-Sportdirektor: "Keine Chance" für Kleine

Geld schießt Tore: Sportdirektor Sven Mislintat von Aufsteiger VfB Stuttgart sieht für kleinere Vereine in der Bundesliga angesichts der ungleichen wirtschaftlichen Voraussetzungen keine echte sportliche Perspektive. „Wenn man sich die Budgets heute anschaut, hat man überhaupt keine realistische Chance die vorderen Plätze in der Tabelle einzunehmen“, sagte der 47-Jährige im DAZN-Interview.

Mislintat sieht in der deutschen Eliteklasse „drei Gruppierungen“ von Klubs, „und wir sind von den Budgets klar in dem Bereich 13 bis 18 in der TV-Geldrangliste, die im Moment ohne Zuschauer die elementarste Rolle spielt. Nur Union Berlin und Arminia Bielefeld sind da hinter uns“. Ein Vergleich der Geld- mit der tatsächlichen Tabelle der vergangenen zehn Jahre belege: „Man bekommt das, was man bezahlt.“

Allerdings sei das Finanzielle für einen Verein wie den fünfmaligen deutschen Meister nicht die einzige Hürde. „Die größte Herausforderung bei Klubs wie dem VfB Stuttgart oder anderen Traditionsklubs ist es, dass einem der zeitliche Rahmen nicht gegeben wird“, sagte Mislintat: „Der Weg wird sehr schnell, sehr kritisch hinterfragt.“

DFB bestraft Henke nach Kniestoß doppelt

Sportdirektor Michael Henke vom Drittligisten FC Ingolstadt kommt sein Kniestoß gegen Trainer Jeff Saibene vom 1. FC Kaiserslautern teuer zu stehen. Das DFB-Sportgericht hat Henke wegen unsportlichen Verhaltens mit einem Innenraumverbot für die nächsten beiden Ligaspiele sowie einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro belegt.

Henke hatte den früheren FCI-Coach Saibene nach Ende des hitzigen Drittligaspiels beim FCK am 21. Oktober (1:1) von hinten mit dem Knie Richtung Gesäß gestoßen. Schiedsrichter Asmir Osmanagic (Stuttgart) hatte auf Nachfrage erklärt, diese Szene nicht gesehen zu haben, weshalb der Kontrollausschuss nachträglich ermitteln konnte.

Henke hat sich inzwischen bei Saibene, der erst im März bei den Schanzern entlassen worden war, entschuldigt. Bei Sport1 sprach er von einem „Fehlverhalten“, die ganze Aktion sei allerdings von Saibene ausgegangen: „Als ich bei den Schiedsrichtern stand, kam er und stach mir in die Rippen nach dem Motto “Schleich dich'." Saibene nannte Henkes folgende Gegenreaktion “komplett harmlos".

Video des Vorfalls auf Facebook

Das DFB-Sportgericht verwies in seiner Urteilsbegründung auch auf das Aufenthaltsverbot für Team-Offizielle im Innenraum. Dieses Verbot beginnt jeweils eine halbe Stunde vor Spielbeginn und endet eine halbe Stunde nach Abpfiff. Sportdirektoren wie Henke dürften sich in dieser Zeit „weder im Innenraum noch in den Umkleidekabinen, im Spielertunnel oder im Kabinengang aufhalten“.

Werder: Rashica außen vor, neuer Vertrag für Groß

Auch nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Niclas Füllkrug (Wade) und Davie Selke (Leiste) wird Milot Rashica (24) noch nicht wieder in die Startelf von Werder Bremen zurückkehren. „Es ist nach wie vor so, dass er einige Dinge aufholen muss“, sagte Trainer Florian Kohfeldt vor der Partie bei Eintracht Frankfurt (Sonnabend, 15.30 Uhr/Sky) über den Kosovaren, dessen Wechsel zu Bayer Leverkusen kurz vor dem Ende der Transferperiode geplatzt war. Rashica, der zuletzt Zusatzschichten eingelegt hat, werde wohl erst nach der Länderspielpause bei 100 Prozent sein.

Selbst ohne Füllkrug und Selke habe Werder Spieler, die „Tore schießen können“, sagte Kohfeldt, der am 30. Oktober 2020 sein dreijähriges Dienstjubiläum als Chef-Trainer der Grün-Weißen feiert und sein Debüt bei Eintracht Frankfurt gab: „Wichtig ist, dass wir mutig agieren.“ Der Tabellensiebte wolle nach vier Spielen ohne Niederlage weiter „den spielerischen Aspekt ausbauen. Aber wir nähern uns in dieser Saison andersherum an. Wir kämpfen um jeden Millimeter.“

Zudem gab Werder bekannt, dass der auslaufende Vertrag mit Mittelfeldspieler Christian Groß (31) verlängert worden ist. Über die Laufzeit machte der Club keine Angaben.

Hannover: Hinrunden-Aus für Frantz und Evina

Hannovers Trainer Kenan Kocak rechnet damit, dass Mittelfeldspieler Mike Frantz und Stürmer Franck Evina „für den Rest der Hinrunde“ ausfallen. Evina hatte sich im Training in dieser Woche einen Teilriss des Außenbandes im rechten Knie zugezogen, Frantz erlitt einen Teilabriss der rückseitigen Oberschenkelmuskulatur.

„Es ist in der Tat so, dass wir nicht unbedingt vom Glück verfolgt sind, was Verletzungen angeht“, sagte Kocak am Donnerstag. Jammern wollte der 39-Jährige aber nicht. „Es ist keine optimale Situation, aber wir beschäftigen uns nicht mit den Problemen, sondern mit den Lösungen, wie wir das gemeinsam auffangen können.“

Nach drei Heimsiegen und zwei Auswärtsniederlagen zum Saisonauftakt tritt Hannover 96 am Sonntag bei der SpVgg Greuther Fürth an und will endlich auch auf fremdem Platz punkten. „Wir freuen uns auf eine packende Partie gegen eine sehr spielstarke Mannschaft“, sagte Kocak.

BVB zu Geisterspielen: "Schwierig zu akzeptieren"

Borussia Dortmund hat sich nach den jüngsten politischen Beschlüssen zur Eindämmung der Corona-Krise in einem Offenen Brief an die Fans gewandt. „Der Profifußball ist nachweislich kein Treiber der Pandemie. Und ehrlich gesagt sieht das auch niemand anders. Gerade vor diesem Hintergrund ist es schwierig zu akzeptieren, dass Fakten nicht zählen“, hieß es in dem am Donnerstag auf der Homepage des BVB veröffentlichten Schreibens.

Damit reagierte der Bundesligist auf die Entscheidung, wonach wegen steigender Corona-Infektionszahlen im November Spiele allgemein nur ohne Zuschauer ausgetragen werden dürfen. „Uns trifft diese Entscheidung hart“, kommentierte der BVB und verwies auf ein „von Kommunen sowie Gesundheitsämtern bis ins Detail geschätztes Hygienekonzept“ für Besuche von Zuschauern im Stadion.

Gleichwohl äußerte der BVB Verständnis: „Die explosionsartige Entwicklung des Infektionsgeschehens in Deutschland erfordert es, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und gar nicht erst die Erwartungshaltung zu entwickeln, politisch Handelnde könnten es nun jeder Branche, jedem Menschen, bis ins Detail recht machen.“

An die Fans richtete der Club den Wunsch, „dass wir gemeinsam durch diese schwere Zeit gehen, dass wir auf uns und unsere Nächsten aufpassen, dass wir Abstände einhalten, Masken tragen, Ansammlungen meiden, auf private Feiern verzichten und dieses Sch...-Virus umgrätschen, als wär‘s ein gegnerischer Stürmer auf dem Weg zu unserem Tor.“

Gisdol hofft gegen die Bayern auf eine Überraschung

Trainer Markus Gisdol vom sportlich angeschlagenen 1. FC Köln hofft nach nur zwei Punkten aus den ersten fünf Spielen am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) gegen Champions-League-Sieger Bayern München trotzdem auf eine Trendwende. „Die Bayern haben eine sehr gute Mannschaft und hervorragende Einzelspieler. Aber im Fußball sind immer Überraschungen möglich“, sagte der FC-Coach vor dem Duell gegen den Rekordmeister.

Er hofft, dass seine Schützlinge vor allem psychologisch durch die letzten beiden Teilerfolge Auftrieb erhalten haben. „Die zwei Punkte zuletzt haben uns gut getan. Das war gut für das Selbstvertrauen und für die Stimmungslage“, meinte Gisdol, weiß aber auch, dass sein Team krasser Außenseiter im Geisterspiel im RheinEnergie-Stadion ist: „Jetzt treffen wir in Bayern München auf die weltbeste Mannschaft.“

Gisdol lobte das „sehr variable Spiel in der Offensive“ der Bayern. „Die haben kaum Passfehler. Nicht nur auf Lewandowski muss man aufpassen, auch auf alle dahinter“, so der FC-Coach.

Regionalliga Nord findet noch einmal statt

Die Begegnungen der Regionalliga Nord der Herren sollen an diesem Wochenende noch stattfinden. Das teilte der Norddeutsche Fußball-Verband am Donnerstag mit. Auch die Partien der Futsal-Regionalliga Nord sollen noch durchgeführt werden, während die Spiele der Frauen-Regionalliga und in den drei Junioren-Regionalligen schon an diesem Wochenende nicht mehr ausgetragen werden.

Ab Montag ist dann der Spielbetrieb in allen Klassen des Norddeutschen Fußball-Verbandes bis mindestens Ende November ausgesetzt. Damit reagiert der Verband auf die Beschlüsse der Politik vom Mittwoch.

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Allerdings gibt es in der Regionalliga Nord der Herren bereits zwei Absagen. Die Partien BSV Rehden gegen SSV Jeddeloh II und Atlas Delmenhorst gegen VfL Wolfsburg II finden wegen Covid-19-Fällen bei Spielern nicht statt.

Nach U23-Panne: Kaiserslautern kommt davon

Drittligist 1. FC Kaiserslautern ist nach seinem Verstoß gegen die U23-Regel ein Punktabzug erspart geblieben. Das DFB-Sportgericht belegte den Traditionsclub nach dem Fauxpas in der Partie gegen den SV Wehen Wiesbaden „wegen unsportlichen Verhaltens“ lediglich mit einer Geldstrafe von 4000 Euro. Die Pfälzer stimmten dem Urteil zu, es ist damit rechtskräftig.

Kaiserslautern hatte bei der Partie am 5. Oktober (2:2) nur drei statt der vorgeschriebenen vier sogenannten U23-Spieler im 18-köpfigen Aufgebot, die für eine DFB-Auswahlmannschaft spielberechtigt gewesen wären. Durch einen Fehler im DFBnet, dem Eingabetool für die Aufstellungen, fiel das Fehlen eines vierten deutschen U23-Spielers vor Spielbeginn zunächst nicht auf. Deshalb zeigte das Sportgericht auch Nachsicht.

„Ein solcher Verstoß hätte normalerweise die Rechtsfolge, dass die Partie für Kaiserslautern mit null Punkten und 0:2 Toren zu werten wäre, während die Wertung für den gegnerischen Verein unberührt bliebe“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, Fred Kreitlow: „Aufgrund des mitverantwortlichen Fehlers im DFBnet und den pandemiebedingten Besonderheiten (...) erschien uns eine solch gravierende Rechtsfolge allerdings als nicht sachgerecht.“

Hertha gegen Wolfsburg als Geisterspiel

Hertha BSC bestreitet bereits das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag (18 Uhr/Sky) im Berliner Olympiastadion ohne Zuschauer. „Es ist schade und schon auch ein wenig bedauerlich, dass wir die nächsten Spiele trotz unseres gut funktionierenden Hygienekonzeptes zunächst erst einmal wieder ohne Zuschauerinnen und Zuschauer austragen werden“, sagte Manager Michael Preetz. Der Club akzeptiere diese Entscheidung aber „nicht nur“, sondern betonte, „dass die Gesundheit der Allgemeinheit auch für uns stets im Vordergrund stand und weiterhin steht“.

Die neuesten Beschlüsse der Politik, nach denen im Profisport bis Ende November nur noch Geisterspiele ausgetragen werden dürfen, greifen eigentlich erst ab kommenden Montag. Trotzdem werden am sechsten Spieltag im Corona-Hotspot Berlin mit stark steigenden Infektionszahlen bereits keine Fans mehr dabei sein. Schon am Montag hatte Hertha den bereits angelaufenen Ticketvorverkauf für die Begegnung ausgesetzt.

FCK: Gläubiger stimmen Insolvenzplan zu

Die Gläubiger des hoch verschuldeten Drittligisten 1. FC Kaiserslautern haben dem vom Verein erarbeiteten Insolvenzplan zugestimmt und damit den Weg zu einem wirtschaftlichen Neuanfang frei gemacht. Dank des Votums der Geldgeber auf der Gläubigerversammlung am Donnerstag kann die im September 2018 gegründete Kapitalgesellschaft 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA entschuldet werden. Eine regionale Investorengruppe wird vier Prozent der Außenstände an die Gläubiger überweisen und zudem frisches Kapital in Höhe von elf Millionen Euro in den Verein pumpen. Die restlichen Schulden verfallen.

„Ich danke allen Beteiligten in diesem Verfahren für die kritisch konstruktiven Gespräche und die jeweiligen Sanierungsbeiträge. Wir sind wie angekündigt diesen für den FCK schwierigen, aber alternativlosen Schritt gegangen und sehen ihn als große Chance für eine erfolgreiche Zukunft des 1. FC Kaiserslautern“, sagte FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt.

Der Verein geht nun davon aus, dass das am 1. September eröffnete Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung in Kürze beendet wird. Danach wolle man sich „gemeinsam mit unseren Investoren der Saar-Pfalz-Invest GmbH engagiert auf die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele des FCK konzentrieren“, betonte der Beiratsvorsitzende Markus Merk.

Italien-Chef für europaweite Gehälter-Kürzung

Der Präsident des italienischen Fußball-Verbandes FIGC, Gabriele Gravina, hat eine europaweite Initiative zur Senkung der Spielergehälter gestartet. In einem Schreiben an die größten Fußballverbände, die Fifa, Uefa und die europäische Clubvereinigung ECA, betonte Gravina, dass eine Reduzierung der Gehälter angesichts von Geisterspielen und dem Sponsorenschwund eine absolute Priorität sei.

Die Gehälter, die die Profis beziehen, seien angesichts der Wirtschaftskrise, mit der Europa konfrontiert sei, nicht mehr finanzierbar. „Die Situation ist gravierend. Wir müssen konkrete Antworten und Lösungen im Interesse des europäischen Fußballs finden“, hieß es in Gravinas Schreiben. Man müsse global die finanziellen Verpflichtungen überdenken, die die europäischen Topclubs gegenüber den Spielern eingegangen seien.

Nach der erneuten Schließung der Stadien für Fans wächst in Italien die Angst vor der Pleite von Serie-A-Clubs. Sowohl der Fußball-Verband als auch die Liga warnten die italienische Regierung in einem offenen Brief vor möglichen Verlusten von bis zu 600 Millionen Euro. Die neuen Corona-Maßnahmen würden die gesamte Wirtschaft treffen, hieß es.

Ein Regierungserlass, der am Montag für mindestens einen Monat in Kraft trat, hebt die zuletzt gültige Regelung von bis zu 1000 Zuschauern in Stadien bei allen Sportarten auf. Profispiele in Freiluftarenen sind nur ohne Fans erlaubt.

Lampard lobt Rüdiger: "Hatte nie Zweifel an Toni"

Chelseas Teammanager Frank Lampard hat Nationalspieler Antonio Rüdiger nach dessen gelungener Rückkehr auf großer Bühne mit einem Sonderlob bedacht. „Ich hatte nie Zweifel an Toni“, sagte Lampard nach dem 4:0 (1:0) der Blues in der Champions League beim FK Krasnodar. Für Rüdiger war es der erste Einsatz für seinen Club in dieser Saison.

„Seine Trainingsleistungen und seine Professionalität waren immer gut, seit ich hier bin, besonders in den vergangenen Wochen“, ergänzte Lampard. Dennoch hatte der frühere englische Nationalspieler den Verteidiger in den vorherigen neun Pflichtspielen nur dreimal in den Kader berufen, Rüdiger spielte aber keine einzige Sekunde.

Der 27-Jährige hatte deshalb einen Wechsel erwogen, ein mögliches Leihgeschäft mit Stadtrivale Tottenham Hotspur zerschlug sich aber. Zuletzt soll es zwischen Rüdiger und Lampard ein klärendes Gespräch gegeben haben. Ein Abschied im Winter ist dennoch nicht vom Tisch: Rüdiger hofft mit Blick auf die EM im kommenden Sommer weiter auf mehr Einsatzzeiten.

Lampard betonte außerdem, er sei „sehr zufrieden mit der Konzentration und der Hingabe“ gewesen, mit der seine Abwehr um Rüdiger die Null verteidigte. Dabei hob er das Zentrum mit Rüdiger und Kurt Zouma besonders hervor. Dass Chelsea das Spiel ohne Gegentor überstanden habe, sei „ihr Verdienst“.

Dresden verlängert vorzeitig mit Königsdörffer

Ransford Königsdörffer bleibt bis mindestens Sommer 2023 bei Dynamo Dresden. Wie der Drittligist bekannt gab, wurde der bis ursprünglich zum 30. Juni 2022 gültige Kontrakt vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert. „Mit Ransford binden wir ein vielversprechendes Talent aus dem eigenen Nachwuchs noch länger an den Verein“, sagte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker. Er sei bereits eine echte Alternative für das Drittliga-Team geworden, sagte Becker über den 19-Jährigen.

Ransford-Yeboah Königsdörffer durchlief bis zu seinem Wechsel im Sommer 2019 nach Dresden die Nachwuchsabteilung von Hertha BSC und erzielte in der vergangenen A-Junioren-Bundesliga in 19 Spielen 13 Tore und bereitete fünf weitere vor.

Frankreich: Weiter Profisport trotz Lockdowns

Der Profisport in Frankreich darf ungeachtet des ab Freitag verhängten Lockdowns seinen Trainings- und Spielbetrieb weiter fortsetzen. „Spitzen- und Profisportler werden weiter trainieren können. Und sie werden auch weiterhin an Wettkämpfen teilnehmen können, da Reisen aus beruflichen Gründen erlaubt sind“, sagte Sportministerin Roxana Maracineanu am frühen Donnerstagmorgen vor der Nationalversammlung. Unter anderem kann damit das ab Montag angesetzte ATP-Masters der Tennisprofis in Paris planmäßig stattfinden.

Staatspräsident Emmanuel Macron hatte am Mittwochabend angesichts der zweiten Coronawelle bis zum 1. Dezember einen zweiten landesweiten Lockdown ausgerufen. Anders als beim ersten Shutdown werden die Berufssportler allerdings nicht so stark davon betroffen sein.

Im Frühjahr war zeitweise über Monate der komplette Trainings- und Spielbetrieb lahmgelegt, selbst Individualsportler durften nur noch in den eigenen vier Wänden trainieren. Unter anderem war auch die vergangene Spielzeit der Fußball-Liga Ligue 1 bereits im März abgebrochen worden.

Benfica: Präsident trotz Gerichtsverfahren bestätigt

Luis Filipe Vieira ist trotz mehrerer gegen ihn laufender Gerichtsverfahren als Präsident von Benfica Lissabon wiedergewählt worden. Der 71 Jahre alte Geschäftsmann setzte sich auf der virtuellen Mitgliederversammlung mit 62,6 Prozent der Stimmen gegen Joao Noronha Lopes durch und wird damit in seine sechste Amtszeit gehen. Gegen Vieira laufen derzeit verschiedene Verfahren wegen Steuerbetrugs sowie Korruption.

Erst Mitte Juli war Vieira samt dem Unternehmen, das den Klub verwaltet, sowie der Firma, der das Stadion gehört, von der Justiz angeklagt worden. Der seit 2003 im Amt befindliche Präsident und die beiden Firmen sollen die Steuerbehörden in den Jahren 2016 und 2017 um 600.000 Euro betrogen haben.

Im zweiten Verfahren wird Vieira gemeinsam mit 16 weiteren Personen wegen „Erlangung eines ungerechtfertigten Vorteils“ beschuldigt. Er selbst bestreitet jegliche Vorwürfe. „Ich habe kein Verbrechen begangen“, sagte Vieira im Interview mit dem portugiesischen Fernsehsender CM-TV und beteuerte: „Wenn ich eines Tages wegen Korruption verurteilt werde, werde ich Benfica sofort verlassen.“

Nagelsmann nach Klatsche: "Hat mit Respekt zu tun"

Nach der 0:5-Pleite von RB Leipzig in der Champions League bei Manchester United hat Trainer Julian Nagelsmann sein Team für das Abwehrverhalten kritisiert. „Du kannst so ein Spiel mal verlieren, aber du darfst dann nicht ohne Gegenwehr die letzten drei Tore kriegen, weil das auch etwas mit Respekt zu tun hat“, sagte der Coach dem TV-Sender Sky. Die 15 Minuten nach dem 0:2 seien „die schlechtesten seit Langem“ gewesen.

Die Körperlichkeit habe seiner Mannschaft im Vergleich zu Man United gefehlt. „Einmal die schlichte Größe der Gegner, die uns überlegen waren in vielen Luftduellen, aber auch am Boden. Da ist die Premier League offensichtlich härter als die Bundesliga, was die Zweikampfführung angeht“, ergänzte Nagelsmann.