Von Eintracht Kopftuch zum Gold

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Hamburg.  Mit einer großen Plakataktion auf 500 City-Light-Poster-Flächen im gesamten Stadtgebiet feiert der Hamburger Fußball-Verband 50 Jahre Frauenfußball. „Die Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs in den letzten 50 Jahren ist beeindruckend, aber noch lange nicht beendet“, sagt Andrea Nuszkowski, Vorsitzende Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball in Hamburg. „Es ist schön, dass durch diese großartige Aktion der Frauen- und Mädchenfußball in den Fokus rückt.“

Schon vor 1970 gab es in Hamburg Frauen, die kicken wollten und gegen das Spielverbot protestierten. Um nicht bestraft zu werden, gaben sie ihren Teams Fantasienamen. So wurde aus den Gymnastikdamen des TSC Viktoria „Eintracht Kopftuch“ und aus den Handballerinnen des ESV Einigkeit der „FC United Strumpfhose“. 1968 traten sie erstmals gegeneinander an.

Die sozusagen offizielle Erfolgsgeschichte begann mit 28 Frauenfußballmannschaften (über 16 Jahre), also rund 400 Fußballerinnen. Zehn Jahre später hatte sich die Zahl der Mannschaften bereits mehr als vervierfacht. Und von den 124 Mannschaften spielten in 62 Teams Mädchen unter 16 Jahren (40 U 17/22 U 15). 1996 gab es in Hamburg erstmals eine U-9-Mädchenmannschaft, also mit fünf- und sechsjährigen Spielerinnen.

Den bisher höchsten Stand gab es in der Saison 2015/16 mit 360 Frauen- und Mädchenfußballmannschaften, davon 244 unter 16 Jahren. Aktuell gibt es in Hamburg 308 Mannschaften für Frauen (105) und Mädchen (203), das sind rund 4500 Fußballerinnen. Dazu kommen aktuell 144 Schiedsrichterinnen.

Beflügelt wurden die fußballspielenden Mädchen sicherlich auch durch die Erfolge der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, die 1989 ihre erste Europameisterschaft gewann. Es folgten sieben weitere EM-Titel, zweimal wurden die deutschen Frauen bisher Weltmeister (2003 und 2007). Nach dreimal Bronze bei Olympischen Spielen gewannen die Frauen 2016 in Brasilien unter Bundestrainerin Silvia Neid erstmals die Goldmedaille.