Pferdesport

Reiter retten Vielseitigkeits-DM mit Geld von Sponsoren

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Sandra Auffarth (33) auf Viamant du Matz (11).

Sandra Auffarth (33) auf Viamant du Matz (11).

Foto: picture alliance

Nationale Titelkämpfe finden in Luhmühlen ohne Zuschauer statt. Veranstalter bieten einen kostenlosen Livestream an.

Luhmühlen.  Betrachtet man die Erfolge der deutschen Vielseitigkeitsreiter, wirkt eine deutsche Meisterschaft fast unwichtig. Sandra Auffarth (33/Delmenhorst), Michael Jung (38/Horb am Neckar) und Ingrid Klimke (52/Münster) haben bisher so ziemlich alles gewonnen, was es weltweit in der Vielseitigkeit (Dressur, Geländeritt und Springen) zu gewinnen gibt. Olympisches Gold, Europameistertitel, Siege bei Weltreiterspielen, die Aufzählung ließe sich beliebig fortführen. Auffarth, Jung und Klimke zählen auch an diesem Wochenende zu den Favoriten, wenn es von Donnerstag an bis zum Sonntag in Luhmühlen um den nationalen Titel geht.

Noch im Juli sah es danach aus, als würde die Meisterschaft in diesem Jahr ausfallen. Die Turniergesellschaft Luhmühlen (TGL) ist bei der Finanzierung auf zahlende Zuschauer angewiesen. Im vergangenen Sommer kamen 40.000 zur EM auf das Luhmühlener Turniergelände. „Für die TGL sind die Zuschauer der wichtigste Faktor. Also sollte es eigentlich keine Meisterschaft geben“, sagt Ulrich Schmidt, Vorsitzender des Pferdezucht- und Reitvereins (PZRV) Luhmühlen.

Kein Platz für Zuschauer im Hygienekonzept

Schließlich waren es die Reiter selber, die beim PZRV um das Turnier baten. Viele große Wettkämpfe wurden in diesem Jahr abgesagt, die Werte der Pferde bemessen sich jedoch an ihren Erfolgen. „Für uns als Verein ist ein solches Event normalerweise nicht machbar. Die Reiter haben aber innerhalb einer Woche bei ihren Sponsoren so viel Geld zusammengetragen, dass wir die Veranstaltung doch noch realisieren konnten“, sagt Schmidt. Allein durch die Corona-Bestimmungen müsse der gastgebende PZRV mit Mehrkosten von bis zu 40 Prozent rechnen.

Da an diesem Wochenende gleichzeitig die Meisterschaft der Junioren ausgetragen wird, sei im Hygienekonzept schlicht kein Platz mehr für Zuschauer gewesen. „Mit den Reitern, Betreuern, Helfern, Richtern und Offiziellen kommen wir schon auf etwa 500 Personen“, sagt Jessica Christoph vom PZRV. „Das Schlimmste für uns wäre, wenn trotzdem Zuschauer kommen und wir die Veranstaltung abbrechen müssen.“ Um das zu vermeiden, bieten die Veranstalter unter www.Luhmuehlen.live einen kostenlosen Livestream an.

( bron )

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