Fußball-Ticker

Pulverfass Mainz: Szalai zündet nächste Eskalationsstufe

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 24. September 2020:

Wolfsburg fehlt nur noch ein Sieg zur Europa League

Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat auch sein zweites Spiel in der Europa-League-Qualifikation gewonnen. Nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg gegen den ukrainischen Club Desna Tschernihiw fehlt dem Niedersachsen nur noch ein Sieg in der dritten und entscheidenden Playoff-Runde am nächsten Donnerstag, um erneut die Gruppenphase der Europa League zu erreichen. Die Tore gegen den Außenseiter erzielten Kapitän Josuha Guilavogui (16.) und Daniel Ginzek (90.+2). Tschernihiws Abwehrchef Joonas Tamm sah nach einer Stunde Gelb-Rot (60.).

Mainz: Szalai wehrt sich gegen Suspendierung

Ungarns Nationalstürmer Adam Szalai will sich gegen seine Suspendierung beim FSV Mainz 05 wehren (siehe auch früherer Eintrag). „Wir werden standhaft bleiben und durchsetzen, dass Adam nächste Woche wieder am Mannschaftstraining teilnehmen darf“, sagte Szalais Berater Oliver Fischer am Donnerstag den Zeitungen der VRM-Gruppe.

Szalai war zu Wochenbeginn von FSV-Trainer Achim Beierlorzer aus sportlichen Gründen aussortiert worden. Aus Protest gegen diese Entscheidung hatte die gesamte Mainzer Profimannschaft am Mittwochnachmittag das Training boykottiert und damit für einen Eklat gesorgt.

Der Verein will die Suspendierung jedoch nicht zurücknehmen und hat dem 32 Jahre alten Angreifer, der am Donnerstag erstmals bei der U23 mittrainierte, einen Wechsel empfohlen. Das lehnt Szalai offenbar ab. „Adam wird sich keinen neuen Verein suchen. Er will und wird in Mainz bleiben“, kündigte Fischer an.

Fan-Testlauf: Fortuna-Boss rügt Union Berlin

Fortuna Düsseldorfs Vorstandschef Thomas Röttgermann hat das Vorhaben von Union Berlin, ein Testspiel ohne Abstandsregeln für die Zuschauer zu bestreiten, scharf kritisiert. „Ich verstehe es einfach nicht. Das scheint der Versuch zu sein, brachial die Vergangenheit wieder zurückzuholen – da, wo sie aber momentan nicht zurückzuholen ist“, sagte Röttgermann in einem Interview der „Rheinischen Post“.

Union-Präsident Dirk Zingler hatte der „ARD-Sportschau“ erklärt, an dem Plan für das Testspiel ohne Abstandsregeln am 25. Oktober festzuhalten. Dafür müssen die Fans sich zuvor einem Corona-Schnelltest unterziehen. Wie viele Zuschauer dann anwesend sein dürfen, ist weiter offen. Im September hatte Union einen solchen Test mit 3000 Besuchern geplant, schließlich aber nach dem Veto der Behörden abgesagt.

„Grundsätzlich gehört noch einiges dazu, wir führen nichts durch, wovon nicht alle Beteiligten überzeugt sind“, sagte Kommunikationschef Christian Arbeit am Donnerstag. Eine Genehmigung der Berliner Behörden für den Testlauf steht noch aus.

Ibrahimovic mit dem Coronavirus infiziert

Zlatan Ibrahimovic hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 38 Jahre alte Stürmer wird seinem Club AC Mailand daher im Qualifikationsspiel zur Europa League gegen FK Bodö/Glimt aus Norwegen am Donnerstagabend fehlen, wie der Serie-A-Verein mitteilte. Ibrahimovic ist nach Verteidiger Léo Duarte am Mittwoch bereits der zweite Profi des Traditionsclubs, der positiv auf das Virus getestet wurde. Bei allen anderen Spielern und Teammitgliedern fiel der erneute Test laut Club-Angaben negativ aus.

Bei Ibrahimovic sei die Infektion bei einer zweiten Testrunde vor der Partie in der Europa-League-Qualifikation festgestellt worden, erklärte Milan. Der Schwede begab sich demnach umgehend in häusliche Quarantäne. Am Mittwoch hatte der Verein nach dem Positiv-Befund bei Duarte eine zweite Testreihe für das gesamte Team angekündigt. Ibrahimovic hatte am vergangenen Montag beim 2:0-Sieg von Milan zum Serie-A-Saisonstart gegen den FC Bologna beide Tore erzielt.

Der Stürmer selbst zeigte sich wenig beeindruckt von dem Virus. Er sei am Mittwoch negativ und am Donnerstag positiv getestet worden, Symptome habe er keine, schrieb Ibrahimovic auf Twitter. „Covid hat den Mut gehabt, mich herauszufordern. Schlechte Idee“, schrieb er.

Werder: Kohfeldt fordert Powerfußball ohne Angst

Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt will seinen Spielern nach dem „verbockten“ Ligastart die Angst vor Risiko nehmen. „Wir müssen unseren Fußball spielen. Das hat mich so sauer gemacht letztes Wochenende. Dass wir nicht mutig waren, dass wir zögerlich waren“, sagte er am Donnerstag vor dem Duell mit Schalke 04 (Sonnabend, 18.30 Uhr/Sky): „Ich will keinen langweiligen Fußball spielen.“

Stattdessen solle seine Mannschaft „leidenschaftlich sein, aggressiv, nach vorne gehend“. Setze sein Team dies um, verzeihe er jeden Fehler gerne: „Überhaupt kein Problem.“

Das Spiel ist das erste Krisenduell der Saison. Die Bremer hatten am ersten Spieltag 1:4 gegen Hertha BSC verloren. Schalke ging bei Bayern München sogar mit 0:8 unter.

Suarez verlässt Barcelona unter Tränen

Unter Tränen hat sich der uruguayische Star Luis Suarez beim FC Barcelona verabschiedet. „Ich habe hier viele Momente erlebt, an die ich mich immer erinnern werde“, sagte der 33-Jährige, der zu Atletico Madrid wechselt. Er habe nichts vorbereitet, es sei alles improvisiert, sagte Suarez bei seiner letzten Pressekonferenz in Barcelona am Donnerstag und wischte sich die Tränen aus den Augen.

Nach sechs Jahren bei Barcelona will Suarez auch bei seinem neuen Verein (Zweijahresvertrag) unter Beweis stellen, dass er weiterhin auf dem höchsten Level mithalten kann. „Ich fühle mich dazu in der Lage, weiterhin in dieser Liga mitzuspielen.“

Mit Suarez verlässt nach Arturo Vidal, Nelson Semedo und Ivan Rakitic der nächste Profi das Team des neuen Trainers Ronald Koeman, der den Umbruch in der Mannschaft vollziehen soll. Suarez kann die Entscheidung akzeptieren: „Spieler brauchen Veränderungen, der Club hat eine Veränderung gebraucht und in diesem Fall wollte mich der Trainer nicht.“

Mit Barcelona hatte Suarez die Champions League und vier Meistertitel gewonnen. Er gehe mit dem Gefühl, „die Erwartungen erfüllt“ zu haben. Er könne sich „stolz“ verabschieden. So auch von seinem Teamkollegen Lionel Messi. Jeder habe behauptet, „sei vorsichtig bei Leo“, sagte Suarez, aber jetzt „verstehen wir uns super“.

Uefa passt Länderspielkalender an

Die aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallenen Länderspiele können im kommenden Jahr im März und im September nachgeholt werden. Wie die Uefa nach der Sitzung des Exekutivkomitees am Donnerstag bekannt gab, sollen in beiden Länderspielfenstern jeweils drei Partien stattfinden können. Bislang waren zwei Termine für die Nationalmannschaften vorgesehen. Dies wurde mit Zustimmung der Fifa bereits bei den Fenstern im Oktober und November umgesetzt.

Die Finals der Nations League sollen vom 6. bis zum 10. Oktober 2021 gespielt werden. Als Ausrichter für das Finalturnier kommen Italien, die Niederlande und Polen infrage. Zudem beschloss das Komitee, dem auch DFB-Vizepräsident Rainer Koch angehört, dass bis zum Ende der Saison 2020/21 fünf Auswechslungen in den Uefa-Wettbewerben für Clubs und Nationalmannschaften erlaubt werden.

Löw künftig im E-Auto unterwegs

Bundestrainer Joachim Löw ist in Zukunft mit einem E-Auto unterwegs: Am Mittwoch konnte er in der Dresdner VW-Manufaktur seinen neuen Dienstwagen begutachten. Er habe das Modell ID.3 bereits im vergangenen Jahr in Berlin vor dem DFB-Pokalfinale Probe fahren können, sagte Löw.

„Da habe ich einen ersten Vorgeschmack bekommen, was es heißt, elektrisch unterwegs zu sein. Jetzt bin ich neugierig, wie sich das Fahrzeug in meinem Alltag bewährt.“ Löw, der auch VW-Markenbotschafter ist, sieht in der E-Mobilität „einen großen Fortschritt für die Umwelt und damit für die ganze Gesellschaft“.

Fan-Obergrenze: Für Preetz "völlig in Ordnung"

Hertha-Manager Michael Preetz hält bei der Rückkehr von Fans ins Berliner Olympiastadion die reduzierte Zahl von 4000 für „völlig in Ordnung“, auch wenn 20 Prozent der Zuschauer-Kapazität bei weitem nicht ausgereizt werden. „Nach wie vor gilt, dass die Gesundheit der Stadionbesucher im Vordergrund steht“, erklärte der Geschäftsführer Sport des Berliner Fußball-Bundesligisten einen Tag vor der ersten Heimpartie der neuen Saison am Freitag (20.30 Uhr/Dazn) gegen Eintracht Frankfurt.

Der Berliner Senat hatte die Corona-Verordnung wegen der steigenden Infektionszahlen in der Hauptstadt nicht geändert, so dass es weiter bei der Höchstgrenze von 5000 Stadion-Besuchern einschließlich der Teams, aller Offizieller, Sicherheitskräfte und Medienvertreter bleibt. Mit der 20-Prozent-Regel, auf die sich die Länder für eine Testphase eigentlich geeinigt hatten, könnten wieder 14 895 Fans im 74 475 Zuschauer fassenden Olympiastadion sein. „Man sammelt jetzt Erfahrungen. Der Weg zu einem wieder vollen Olympiastadion führt über wenige Zuschauer“, sagte Preetz.

Stroot trainiert Wolfsburgerinnen ab 2021

Frauen-Meister VfL Wolfsburg wird ab der kommenden Saison von Tommy Stroot (31) trainiert. Den Nachfolger des scheidenden Cheftrainers Stephan Lerch gab der Verein bereits am Donnerstag bekannt.

Der frühere Coach des SV Meppen kommt vom FC Twente und erhält einen Vertrag bis 2023. Erfolgscoach Lerch hatte das VfL-Angebot zur Verlängerung seines auslaufenden Vertrages nicht angenommen.

„Ich bin davon überzeugt, dass Tommy die erfolgreiche Arbeit von Stephan weiterführen wird, und sehr froh, dass wir die wichtige Position des Cheftrainers so frühzeitig bestmöglich besetzen konnten“, sagte der Sportliche Leiter Ralf Kellermann: „Gerade mit Blick auf die weitere Kaderplanung gibt uns dies wertvolle Planungssicherheit.“

Menschenrechte: Lob für WM-Gastgeber Katar

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat die jüngsten Arbeitsmarktreformen des WM-Gastgebers Katar gelobt, zugleich aber weitere Schritte angemahnt. Der Erfolg der Maßnahmen werde davon abhängen, wie gut die Regierung sie durchsetze und überwache, teilte HRW am Donnerstag mit. „Katars neue Arbeitsreformen gehören zu den bislang bedeutendsten und könnten die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeitsmigranten erheblich verbessern, wenn sie wirksam ausgeführt werden“, hieß es weiter.

Nach anhaltender internationaler Kritik hatte der Gastgeber der WM 2022 im August weitere Reformen bekannt gegeben, die die Lage der Arbeitsmigranten verbessern sollen. So können ausländische Arbeiter künftig den Job ohne Zustimmung ihres bisherigen Arbeitgebers wechseln. Außerdem legte das reiche Golfemirat einen monatlichen Mindestlohn in Höhe von 1000 Rial (etwa 230 Euro) fest.

Die UN-Arbeitsorganisation ILO erklärte danach, in Verbindung mit früheren Reformen werde das Kafala-System in Katar effektiv abgebaut. Dieses auch in anderen Ländern der Region verbreitete System bindet ausländische Arbeiter fest an einen einheimischen Bürgen wie einen Arbeitgeber, der etwa einem Jobwechsel zustimmen muss.

HRW kritisierte, es blieben weitere Regelungen, die Migranten an ihren Arbeitgeber bänden. So müssten die Arbeitgeber weiterhin Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse beantragen. Kämen sie dieser Aufgabe nicht nach, könnten Migranten schuldlos ohne Papiere dastehen. Auch würden weiterhin Pässe eingezogen und hohe Einstellungsgebühren verlangt, in den meisten Fällen straflos.

In Katar leben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International rund zwei Millionen Arbeitsmigranten. Sie kommen vor allem aus armen Ländern wie Bangladesch, Nepal oder Indien.

Boateng verrät Grund für lila Haare

Bayern-Star Jérôme Boateng (32) hat das Geheimnis seiner lila gefärbten Haare gelüftet. „Es war eine Wette“, sagte der Innenverteidiger in einem Video auf der Internetseite des Clubs. Vor der Reise der Münchner zum siegreichen Champions-League-Finalturnier in Lissabon habe er diese mit „einem Freund“ geschlossen.

„Er hat gesagt, er ist sich sicher, dass wir gewinnen werden und wettet darauf. Wenn wir gewinnen, muss ich meine Haare lila färben. Falls nicht, würde er das sofort machen“, berichtete Boateng. „Ich war so überrascht davon und habe direkt zugestimmt. Ich kann damit ganz gut leben, wenn ich mir die Haare aus so einem guten Grund färbe.“ Wer der Freund ist, verriet der Ex-Nationalspieler nicht.

Mainzer Spielerstreik: "Kein schöner Moment"

Nach dem Trainingsstreik der gesamten Mannschaft wird Mainz 05 am Donnerstagnachmittag wieder die planmäßige Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart aufnehmen. „Wir werden selbstverständlich trainieren, uns auf den VfB vorbereiten und am Samstag alles daran setzen, das Spiel zu gewinnen“, sagte FSV-Sportvorstand Rouven Schröder.

Im persönlichen Gespräch mit dem Mannschaftsrat seien die Geschehnisse vom Mittwoch, als die Profis aus Protest gegen die Suspendierung von Stürmer Adam Szalai das Training verweigert hatten, aufgearbeitet und die Konsequenzen aufgezeigt worden. Schröder sprach von einer „Eskalationsstufe“, mit der man nun umgehen müsse. „Das war kein schöner Moment. Ich bin überzeugt, dass wir nicht noch einmal in eine solche Situation kommen“, betonte der Mainzer Sportvorstand.

Trainer Achim Beierlorzer sieht trotz der in der Bundesliga bisher wohl einzigartigen Aktion kein Zerwürfnis zwischen ihm und dem Team. „Die Mannschaft hat ein Statement gesetzt, das aber nicht persönlich gegen mich gerichtet war“, sagte der 52-Jährige. Er könne den Zusammenhalt der Profis und die Solidarität mit Szalai, der am Donnerstag erstmals bei der U23 trainierte, nachvollziehen. „Ich habe aber kein Verständnis dafür, dass dies in den Trainingsbereich reinspielte“, sagte Beierlorzer.

BVB holt nächstes englisches Top-Talent

Nach Jadon Sancho und Jude Bellingham hat sich Borussia Dortmund das nächste Top-Talent aus England gesichert. Wie Manager Michael Zorc am Donnerstag bestätigte, verpflichtete der BVB den 16 Jahre alten Jamie Bynoe-Gittens von Manchester City. Der offensive Außenbahnspieler soll „zunächst Teil der Jugend-Akademie sein und im Nachwuchs-Haus wohnen. Aber natürlich steckt die Hoffnung dahinter, dass er irgendwann im Profi-Bereich aufschlägt.“

Die Dortmunder hatten 2017 den damals 17-Jährigen Sancho verpflichtet, der heute über 100 Millionen Euro wert ist. In diesem Sommer kam der ebenfalls 17 Jahre alte Jude Bellingham, der bisher in beiden Spielen in der Startelf stand. Die wegen der ähnlichen Position häufigen Vergleiche mit Sancho sind laut Zorc aber nicht angebracht. „Der Junge ist gerade 16 geworden, er ist nochmal ein Jahr jünger als Jadon es war. Von daher verbieten sich diese Vergleiche eigentlich.“

Man solle Bynoe-Gittens „nicht zu viele Erwartungen auf die Schultern laden, er soll sich in Ruhe entwickeln“. Der Teenager sei aber „ein hoch veranlagter Spieler, der Tore vorbereiten und erzielen kann. Da hat unsere Scouting-Abteilung einen hervorragenden Job gemacht.“

Corona: Ex-Profi Köhler schließt Eiscafé

Ex-Profi Benjamin Köhler hat sein Eiscafé in Berlin nach knapp zwei Jahren wieder schließen müssen. „Die Corona-Krise war ein Grund, aber nicht der einzige“, sagte der 40-Jährige am Donnerstag. Bis zum kommenden Frühjahr will der gebürtige Berliner nun abwarten, bis er ein anderes Projekt startet. „Ich habe ein, zwei Ideen“, sagte Köhler. Mit Fußball hätten diese aber wieder nichts zu tun.

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über die Schließung von Köhlers Eisladen in einer Mall im Berliner Stadtteil Friedrichshain berichtet. Im Frühjahr hatte Köhler das Café im Lockdown bereits schließen müssen, dann aber wieder eröffnet. Vor der Corona-Krise hatte er sogar Expansionspläne gehabt, diese dann aber verworfen. Köhler hatte seine Fußballer-Karriere 2017 bei Union Berlin beendet.

Derby Osnabrück – Hannover doch mit Fans

Das Niedersachsen-Duell der 2. Bundesliga zwischen dem VfL Osnabrück und Hannover 96 darf nun doch vor Zuschauern stattfinden. Die zuständigen Behörden hätten Grünes Licht für die Wiederzulassung von Zuschauern im Stadion an der Bremer Brücke gegeben, teilte der Club mit.

Demnach stehen am Freitag (18.30 Uhr/Sky) 20 Prozent der Stadionkapazität zur Verfügung, das entspricht rund 3200 Sitzplätzen. Gäste-Fans sind nicht erlaubt. Zunächste hatte es geheißen, dass in Niedersachsen erst ab Sonnabend die 20-Prozent-Regel greifen solle.

Union Berlin: Max Kruse muss weiter warten

Max Kruse arbeitet weiter an seiner Fitness und ist auch im Auswärtsspiel von Union Berlin bei Borussia Mönchengladbach kein Kandidat für die Startformation. „Für 90 Minuten ist er sicher noch nicht bereit. Aber er ist weiter als vor einer Woche“, sagte Trainer Urs Fischer bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Sturmneuzugang Taiwo Awoniyi könnte hingegen am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) sein Debüt im Trikot der Eisernen feiern – möglicherweise sogar in der Startelf.

„Mit ihm haben wir auch individuell gearbeitet, weil wir es als wichtig erachten, dass er unsere Prinzipien verinnerlicht. Er hat den Eindruck gegeben, dass er spielbereit ist“, sagte Fischer. Der 23 Jahre alte Nigerianer war unmittelbar nach dem 1:3 zum Saisonstart gegen den FC Augsburg als Leihspieler vom FC Liverpool vorgestellt worden.

In der Auftaktpartie hatte Kruse erstmals nach seiner langwierigen Knöchelverletzung rund 20 Minuten mitwirken können. „Er konnte in dieser Woche ohne Schmerzen alle Trainingseinheiten absolvieren. Er hat einen guten Schritt in die richtige Richtung gemacht“, sagte Fischer über seinen offensiven Schlüsselspieler.

Boateng wechselt zu Berlusconis AC Monza

Der frühere Bundesliga-Profi Kevin-Prince Boateng (33) wechselt zum italienischen Zweitligisten AC Monza. Das bestätigte ein Sprecher des Clubs von Italiens Ex-Premierminister Silvio Berlusconi am Donnerstag. Boateng war zuletzt vom Serie-A-Club AC Florenz an Besiktas Istanbul ausgeliehen.

Berlusconi, der den Club vor zwei Jahren erworben hatte, will Monza mit Boateng in die Serie A führen. Der Verein war in der vergangenen Saison in die Serie B aufgestiegen. Von 2010 bis 2013 hatte Boateng für den AC Mailand gespielt - zu dieser Zeit gehörte der Club ebenfalls Berlusconi. In der Bundesliga spielte Boateng für Hertha BSC, Borussia Dortmund, Schalke 04 und Eintracht Frankfurt.

Kieler Pechvogel Awuku fällt lange aus

Zweitligist Holstein Kiel muss für längere Zeit auf Noah Awuku verzichten. Der 20 Jahre alte Offensivspieler hat sich im Training am Donnerstagvormittag die Achillessehne gerissen. Der Profi soll zeitnah im Kieler Mare Klinikum operiert werden und stehe den Schleswig-Holsteinern danach auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung, teilte der Verein mit.

„Für Noah tut es mir sehr leid, da er sich schon im Dezember letzten Jahres einen Kreuzbandriss zugezogen und in den vergangenen Monaten intensiv in der Reha gearbeitet hat“, sagte Holstein-Sportchef Uwe Stöver. Und ergänzte: „Dass er sich nun kurz nach der Rückkehr ins Mannschaftstraining erneut schwer verletzt hat, ist besonders bitter. Ich bin mir aber sicher, dass er sich erneut zurückkämpfen wird.“ In der vergangenen Saison war der gebürtige Kieler ab den damaligen Drittligisten Chemnitzer FC ausgeliehen.

Chelsea: Konkurrenz für teuersten Torhüter der Welt

Einen Tag nach dem 6:0-Sieg im Ligapokal beim FC Barnsley mit dem Dreierpack von Kai Havertz hat der FC Chelsea einen neuen Schlussmann verpflichtet. Der senegalesische Nationaltorhüter Edouard Mendy wechselt aus der ersten französischen Liga von Stade Rennes nach London und unterzeichnete einen Fünfjahresvertrag.

er 28-Jährige könnte den zuletzt glücklosen Kepa Arrizabalaga im Tor ersetzen. Der Spanier war durch seinen Wechsel im August 2018 von Athletic Bilbao zu Chelsea für rund 80 Millionen Euro zum teuersten Fußballtorhüter avanciert.

Bielefeld vor besonderem Heim-Comeback

Arminia Bielefelds Sportchef Samir Arabi (41) trifft im ersten Heimspiel als Bundesliga-Funktionär am Sonnabend gegen den 1. FC Köln (15.30 Uhr/siehe auch dieser Eintrag) gleich auf den Lieblingsverein seiner Jugend. „Wenn man als kleiner Junge immer im Müngersdorfer Stadion war, ist das Spiel natürlich etwas Besonderes“, sagte Arabi am Donnerstag: „Aber deshalb werde ich am Samstag nicht sentimental, da geht es einzig und alleine um die drei Punkte für Arminia Bielefeld.“

Der in Aachen geborene Arabi lebte lange in Köln, sagte dem FC aber im vergangenen Herbst ab. Die Kölner holten am Ende Horst Heldt. Auch für Mittelfeldregisseur Marcel Hartel, der gebürtiger Kölner ist und 15 Jahre für den FC spielte, wird es eine Reise in die Vergangenheit. „Ich habe gefühlt mein ganzes Leben in Köln gespielt, aber das spielt am Samstag keine Rolle“, sagte der 24-Jährige.

Nach dem beachtlichen 1:1 zum Auftakt bei Eintracht Frankfurt gehen die Ostwestfalen optimistisch in ihr erstes Bundesliga-Heimspiel seit elf Jahren. Zumal erstmals wieder Zuschauer dabei sein werden. „Ich glaube schon, dass 6000 Zuschauer in einem so kleinen Stadion richtig Stimmung machen“, sagte Trainer Uwe Neuhaus.

Möglicherweise wird sich der Zweitliga-Meister des Vorjahres noch weiter verstärken. „Wir sind in der Lage, auf dem Transfermarkt noch was zu machen. Und wir haben da auch die ein oder andere Idee“, sagte Arabi: „Aber Uwe und ich werden keine schlaflosen Nächte haben, wenn jetzt kein neuer Spieler mehr dazu kommt.“

DFL und DFB starten neues Ausbildungsprojekt

Das von DFL und DFB-Akademie initiierte Projekt „Management im Profifußball“ startet am 12. Oktober mit 14 Teilnehmern. Zu diesen zählen ehemalige Nationalspieler wie Stefan Kießling, Sascha Riether und Marcel Schäfer sowie mit Christian Gentner (1. FC Union Berlin) auch ein aktueller Bundesligaspieler.

Man ermögliche den ehemaligen Profis damit „den Schritt in die Top-Managementkarriere im Fußball“, sagt Oliver Bierhoff, Direktor Nationalmannschaften und Akademie beim DFB. Das Programm wird in einer Mischung aus 19 Präsenztagen und weiteren Online-Phasen stattfinden und voraussichtlich im April 2022 enden.

„Wir möchten mit dem deutschen Fußball zurück an die Weltspitze – dazu gehört auch, dass wir die zukünftigen Verantwortlichen im Sport bestmöglich ausbilden. Ich freue mich, dass uns dies gemeinsam mit der DFL und den Bundesligisten gelingen wird“, wurde Bierhoff weiter zitiert. Zu den Ausbildungsinhalten gehören die Kompetenzbereiche Bundesliga-Know-how, sportliches Know-how und Management-Know-how.

Auf dem Lehrplan stehen unter anderem Themenfelder wie Sportrecht, Lizenzierung, Kaderplanung, Finanzmanagement und Leadership. Tobias Haupt, Leiter der DFB-Akademie, sprach von einem „weiteren Meilenstein“ für die DFB-Akademie und sagte: „Inhaltlich bilden wir die Meistermacher der Zukunft aus.“

1. FC Köln: Andersson wackelt, Debütanten lauern

Der 1. FC Köln bangt eine Woche nach dem starken Debüt von Sebastian Andersson vor dem zweiten Saisonspiel bei Aufsteiger Arminia Bielefeld (Siehe auch dieser Eintrag) um den Einsatz des Schweden. „Wir müssen uns anschauen, wie der Fuß reagiert. Entwarnung kann ich noch nicht geben“, sagte Trainer Markus Gisdol am Donnerstag. Andersson, der beim 2:3 gegen Hoffenheim vier Tage nach seiner Verpflichtung von Union Berlin debütiert hatte und gleich ein Tor und eine Vorlage beisteuerte, hatte sich am Mittwoch im Training verletzt und bandagiert den Platz verlassen.

Derweil stehen wie gegen Hoffenheim mit Andersson und Ondrej Duda auch in Bielefeld wieder zwei Offensiv-Spieler beim FC vor dem Debüt: Der am vergangenen Freitag vom lettischen Erstligisten Valmiera FC ausgeliehene Tolu Arokodare (19) und der am Montag mit zweiwöchiger Verspätung nach einem positiven Corona-Test eingetroffene Dimitrios Limnios (22/von Paok Saloniki). Beide hätten im Training „positiv überrascht“, sagte Gisdol: „Sie sind Optionen fürs Wochenende. Sie könnten direkte Hilfen sein.“

Noch fehlen wird in Bielefeld Stürmer Anthony Modeste, der wegen Knieproblemen die komplette Vorbereitung verpasst hat und „Schritt für Schritt aufgebaut“ werden soll, wie Gisdol sagte.

1. FC Saarbrücken: Grünes Licht für Ludwigspark

Der 1. FC Saarbrücken darf seine Heimspiele in der 3. Liga ab sofort im Ludwigspark austragen und muss keine Ausweichspielstätte nutzen. Der Aufsteiger erhielt nach einer Stadioninspektion am Donnerstag vom DFB endgültig Grünes Licht für die Austragung aller Partien in der seit Jahren im Umbau befindlichen Heim-Arena. Ihre Heimpremiere feiern die Saarländer am Sonnabend gegen den FC Hansa Rostock, am 4. Oktober ist der Hallesche FC zu Gast.

„Wir sind dem DFB sehr dankbar, dass man großes Verständnis für die bauliche Ausnahmesituation hatte“, sagte Saarbrückens Präsident Hartmut Ostermann. Geplant ist zunächst eine maximale Kapazität von 900 Personen. „Der Umbau ist zwar noch nicht abgeschlossen, doch die aus gesundheitspolitischer Sicht sinnvolle Begrenzung der Zuschauerzahl lässt eine vorzeitige Rückkehr glücklicherweise zu“, erklärte Ostermann.

Calhanoglu-Cousin wird Profi auf Schalke

Schalke 04 hat Nachwuchsspieler Kerim Calhanoglu mit einem Profivertrag ausgestattet. Der 18 Jahre alte Verteidiger, der erst im Sommer vom U19-Team der TSG Hoffenheim zu den Königsblauen gewechselt war, soll aber zunächst weiterhin in der Nachwuchsmannschaft zum Einsatz kommen. Calhanoglus neuer Vertrag läuft bis 2024. Er ist ein Cousin des ehemaligen HSV-Profis Hakan Calhanoglu.

„Ähnlich wie seinerzeit Sead Kolasinac oder zuletzt Weston McKennie und Can Bozdogan ist auch Kerim zu uns in die U19 gekommen, um den nächsten, vielleicht entscheidenden Schritt in Richtung Profifußball zu gehen“, sagte Nachwuchstrainer Norbert Elgert. Sportvorstand Jochen Schneider ergänzte: „Kerim Calhanoglu hat unbestritten das Potenzial, um den Sprung in die Bundesliga schaffen zu können. Wichtig ist nun, dass er in jungen Jahren den Grundstein dafür legt und jeden Tag hart an sich arbeitet.“

Kaiserslautern: Martin Wagner tritt zurück

Ex-Profi Martin Wagner ist von seinen Posten in den Führungsgremien des krisengeschüttelten Drittligisten 1. FC Kaiserslautern zurückgetreten. Der 52-Jährige lege seine Mandate im Beirat der Management GmbH und im Aufsichtsrat „aus beruflichen und persönlichen Gründen zum 1. Oktober 2020 nieder“, hieß es in einer Mitteilung des viermaligen deutschen Meisters.

„Der FCK wird immer mein Verein des Herzens bleiben. Im Rahmen meiner persönlichen Möglichkeiten werde ich auf Wunsch meinen Rat einbringen und natürlich als Fan immer an der Seite sein“, sagte Wagner, der mit dem FCK 1998 die Meisterschaft gewann: „Ich wünsche dem Verein und den Verantwortlichen für die Zukunft alles Gute – vor allem gute Entscheidungen.“

Zuletzt hatten mehrere Medien berichtet, dass Wagner den Lauterer Trainer Boris Schommers kritisch sehe.