Eishockey

Corona-Hilfen für Drittligisten retten Crocodiles-Saison

Sven Gösch, Sportdirektor des Eishockey-Oberligaclubs. Crocodiles Hamburg.

Sven Gösch, Sportdirektor des Eishockey-Oberligaclubs. Crocodiles Hamburg.

Foto: Marcelo Hernandez

Bundesregierung hat die Corona-Hilfen für Erst- und Zweitligavereine im Profisport ausgeweitet – für die Crocodiles enorm wichtig.

Hamburg.  Die Bundesregierung hat nach einem positiven Haushaltsbeschluss auf Antrag der Großen Koalition die Corona-Hilfen für Erst- und Zweitligavereine im Profisport ausgeweitet. Nunmehr können auch Clubs aller dritten Ligen der olympischen, nicht olympischen und paralympischen Verbände Anträge auf Überbrückungshilfen für entgangene Zuschauereinnahmen stellen. Zuvor war nur die Dritte Liga im Fußball berücksichtigt worden. Für Fußball-Bundesligisten der Männer gilt das 200 Millionen Euro schwere Hilfspaket, an dessen Höhe sich nichts ändert, nicht, für den Frauenfußball schon.

Der finanzielle Ausgleich gilt für die Zeiträume April bis August sowie für die voraussichtlichen Verluste im September/Oktober und November/Dezember. Bis zu 80 Prozent der entgangenen Ticketeinnahmen im Vergleich zum Jahr 2019 können erstattet werden, maximal jedoch 800.000 Euro pro Club. Die Anträge sind jetzt bis 30. September (für April bis August) und bis zum 31. Oktober zu stellen.

Hilfen vom Bund sind für die Crocodiles existenziell

„Das werden wir zeitnah tun. Für uns sind die Hilfen vom Bund existenziell. Sonst hätten wir eine Saison pausieren müssen“, sagt Sven Gösch (48), Geschäftsführer des Eishockey-Oberligaclubs Crocodiles Hamburg, der seit Wochen auf ein Signal aus der Politik gehofft hatte. Auch die Wirtschaftsprüfer des Basketball-Bundesligisten Hamburg Towers und der Zweitliga-Handballmänner des HSV Hamburg bereiten derzeit die Unterlagen vor.

Beide Clubs beantragen rückwirkend Kompensationszahlungen für die Zeit nach dem Saisonabbruch im April und Mai, als jeweils fünf Heimspiele wegfielen. „Die Monate zum Saisonende sind besonders zuschauerträchtig. Da ist uns trotz mehrheitlicher Verzichte auf Rückzahlungen eine erhebliche Delle entstanden“, sagt HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke (34). Dauerkarten, bei denen Fans auf Regress verzichteten, können nicht geltend gemacht werden. Die Handballer rechnen mit 150.000 bis 200.000 Euro, das Geld wird unmittelbar nach Prüfung ausgezahlt.