Tennis

Kerber souverän, Zverev mit Mühe: Deutsche in Runde zwei

Alexander Zverev spielte in der ersten Runde der US Open gegen den Südafrikaner Kevin Anderson.

Alexander Zverev spielte in der ersten Runde der US Open gegen den Südafrikaner Kevin Anderson.

Foto: picture alliance/AP Images

Angelique Kerber und Alexander Zverev haben bei den US Open die zweite Runde erreicht. Vor allem Kerbers Leistung machte Mut.

New York.  „Wundertüte“ Angelique Kerber legte einen gelungenen Kaltstart hin, „Sorgenkind“ Alexander Zverev hatte deutlich mehr Mühe - und doch stehen beide deutschen Tennisstars in der zweiten Runde der US Open.

Deutsche Tennis-Stars Kerber und Zverev in Runde zwei

Während Kerber bei ihrem ersten Härtetest nach siebenmonatiger Wettkampfpause die Australierin Ajla Tomljanovic 6:4, 6:4 bezwang, musste Zverev gegen den Südafrikaner Kevin Anderson einen Satzverlust hinnehmen.

„Ich bin sehr glücklich mit meiner ersten Runde“, sagte Zverev nach dem 7:6 (7:2), 5:7, 6:3, 7:5 gegen den früheren US-Open- und Wimbledon-Finalisten, der sich als knifflige Auftakthürde erwiesen hatte.

Zverev: "Schwerste erste Runde, die man kriegen kann"

Auf die leichte Schulter hatte der Weltranglistensiebte Zverev Anderson, der nach einer langwierigen Knieverletzung genau 100 Plätze schlechter klassiert ist, aber ohnehin nicht genommen. „Es ist wahrscheinlich die schwerste erste Runde, die man als gesetzter Spieler kriegen kann“, hatte der Hamburger vor der Partie gesagt - und Anderson gab ihm auf dem Court Recht.

Mit seinem starken Aufschlag stellte der Südafrikaner Zverev vor eine Geduldsprobe - Breakchancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Doch wenn sich dem Hamburger die Chance bot, packte er eiskalt zu – drei von vier Breakchancen nutzte Zverev, nach 3:07 Stunden machte er den Einzug in die zweite Runde mit seinem ersten Matchball perfekt.

Dort steht ihm eine vermeintlich deutlich leichtere Aufgabe bevor: Der US-Amerikaner Brandon Nakashima ist die Nummer 223 der Welt und in New York dank einer Wildcard am Start.

Boris Becker: Zverev sei "Sorgenkind"

Beim Vorbereitungsturnier an gleicher Stelle war Zverev in der Vorwoche nach der langen Corona-Pause schlecht aus den Startlöchern gekommen, als „Sorgenkind“ bezeichnete ihn Boris Becker gar. „Er musste wieder bei Null starten und so sah es beim Spiel gegen Andy Murray auch aus - teilweise Weltklasse, teilweise Kreisklasse“, sagte die deutsche Tennis-Ikone bei Eurosport vor der Partie. Gegen Anderson zeigte sich Zverev aber deutlich verbessert.

Wesentlich weniger Probleme hatte zuvor Kerber bekundet. „Ich bin wirklich glücklich“, sagte Kerber nach dem vielversprechenden Auftakt: „Es ist nicht leicht, das erste Match nach so langer Zeit zu spielen. Das war eine Leistung, auf der ich aufbauen kann.“

Und das, obwohl sie ihr bislang letztes Match beim Achtelfinal-Aus bei den Australian Open bestritten hatte, weshalb Kerber von Deutschlands Frauentennis-Chefin im Vorfeld als „Wundertüte“ bezeichnet worden war.

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Angelique Kerber ohne große Erwartungen

Trotz des gelungenen Kaltstarts wollte Kerber aber nicht zu überschwänglich werden. „Ich habe weiter keine großen Erwartungen. Ich freue mich, habe Spaß auf und neben dem Platz“, sagte sie bei Eurosport, schränkte jedoch ein: „Es war nur das erste Match nach einer so langen Pause. Aber ich glaube, ich bin auf einem guten Weg.“ In der zweiten Runde trifft die Kielerin, die 2016 in Flushing Meadows den Titel gewonnen hatte, im deutschen Duell auf Anna-Lena Friedsam (Neuwied).

Unter den Augen ihres alten Erfolgstrainers Torben Beltz, der schon beim großen Triumph in New York vor vier Jahren an Kerbers Seite war und sie seit Ende Juli wieder coacht, fehlte es der Weltranglisten-23. zunächst sichtlich an Rhythmus.

Kerber überzeugte körperlich und kämpferisch

Körperlich und kämpferisch war Kerber hingegen voll da und gewann zunehmend an Sicherheit. Mit dem dritten Matchball machte sie nach 1:28 Stunden alles klar.

Ausgeschieden ist hingegen bereits Peter Gojowczyk. Der Münchner kassierte gegen den Polen Hubert Hurkacz eine 3:6, 4:6, 4:6-Niederlage und muss in New York weiter auf seinen ersten Zweitrundeneinzug seit 2014 warten.