Fußball-Ticker

Damit Messi bleibt: Barça-Boss bietet Rücktritt an

Lionel Messi (l.) und BArcelona-Präsident Josep Bartomeu bei der Vertragsverlängerung 2014.

Lionel Messi (l.) und BArcelona-Präsident Josep Bartomeu bei der Vertragsverlängerung 2014.

Foto: MIGUEL RUIZ / AFP

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 27. August 2020:

Damit Messi bleibt: Barça-Boss bietet Rücktritt an

Der umstrittene Präsident des FC Barcelona, Josep Bartomeu, hat nach Medienberichten seinen Rücktritt angeboten, falls Weltfußballer Lionel Messi seine Wechselabsichten revidiert und im spanischen Fußballclub bleibt. Nach einem Bericht des katalanischen Fernsehsenders TV3 berichtete am Donnerstag auch der spanische Radiosender Onda Cero davon.

Zuvor hatte TV3 berichtet, Bartomeu sei bereit, sein Amt sofort zur Verfügung zu stellen, falls Messi öffentlich erkläre, dass der Clubboss das Hauptproblem bei Barça sei. Nach spanischen Medienberichten sind die schlechte Beziehung zwischen Messi und Bartomeu und die umstrittene Personalpolitik des Vereins in den vergangenen Jahren zwei der Hauptgründe für den Wunsch des Superstars, den Verein nach 20 Jahren zu verlassen.

Der 33-jährige Messi hatte nur elf Tage nach der 2:8-Pleite gegen den FC Bayern im Viertelfinale der Champions League in Lissabon Barça seinen Abgang angekündigt und mitgeteilt, er wolle eine Vertragsklausel ziehen, nach der er den Verein ablösefrei verlassen darf. Nach Ansicht des Clubs ist die Frist zur Ziehung der Klausel für dieses Jahr allerdings bereits im Juni abgelaufen. Messis Vertrag läuft bis Juni 2021. Darin soll eine Ausstiegsklausel in Höhe von 700 Millionen Euro verankert sein.

Bundesliga: Geisterspiele bis Ende Oktober

Die Hoffnungen des Fußballs auf eine nennenswerte Zuschauer-Rückkehr in den Arenen haben sich zerschlagen. Die Bundesliga und Zweite Liga muss bis mindestens Ende Oktober mit Geisterspielen auskommen. Diesen Beschluss haben Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder gefasst. Bei Großveranstaltungen, bei denen die Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, sind Zuschauer sogar mindestens bis Jahresende untersagt.

Eine Arbeitsgruppe mit den Chefs der Staatskanzleien soll nach Aussage Merkels bis Ende Oktober Vorschläge erarbeiten, wie anschließend mit Fans bei bundesweiten Sportveranstaltungen umgegangen werden kann. Für die Bundesliga könnte das „vor Weihnachten der Fall sein", kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder an. „Das hängt aber natürlich vom Infektionsgeschehen ab.“

DFB-Pokal: FC Bayern erst im Oktober?

Wegen der Teilnahme am Champions-League-Finale soll der FC Bayern seine Erstrundenpartie im DFB-Pokal gegen den 1. FC Düren der „Aachener Zeitung“ zufolge erst am 15. Oktober (20.45 Uhr) bestreiten. Ursprünglich war die Partie auf den 11. September angesetzt worden. Der Fünftligist hat die Verlegung dem Bericht zufolge breits bestätigt.

Messi-Vertraute: Er will zu Guardiola

Tag zwei nach dem Messi-Beben: Nach 20 Jahren beim FC Barcelona zieht es den Fußballstar offenbar zu Manchester City. Der sechsmalige Weltfußballer wolle seine Karriere bei seinem früheren Trainer Pep Guardiola und an der Seite seines Freundes Sergio Agüero fortsetzen, berichtete die renommierte argentinische Zeitung „La Nación“ unter Berufung auf eine Messi nahestehende Person. Der 33-Jährige habe die Entscheidung über seinen Abschied von Barcelona und für Manchester gemeinsam mit seiner Familie getroffen.

Selbst äußerte sich der argentinische Superstar noch nicht zu seinen Plänen, nachdem er dem FC Barcelona mitgeteilt hatte, dass er den Verein verlassen wolle. Bei ManCity wäre laut „La Nación“ ein 3+2-Vertrag denkbar. Demnach würde Messi drei Jahre und zwei Jahre bei dem zum gleichen Eigner aus Abu Dhabi gehörenden New York City FC verbringen.

Ein Knackpunkt ist allerdings noch die Ablöse. Barcelona fordert die vertraglich fixierten 700 Millionen Euro. Messi stützt sich auf eine Klausel, die ihm einen ablösefreien Wechsel ermöglicht. Allerdings lief diese Klausel am 10. Juni, also zehn Tage nach dem regulären Saisonende aus.

Leverkusen hat Interesse an Stürmer Schick

Sticht Bayer Leverkusen Ligarivale RB Leipzig im Rennen um Stürmer Patrik Schick aus? Laut der „Bild“ hat Bayer großes Interesse am 21 Jahre alten Tschechen, der zuletzt als Leihspieler in Leipzig spielte. Schick steht noch bis 2022 bei der AS Rom unter Vertrag. Der Ex-Club von Leverkusens Manager Rudi Völler soll eine Ablöse von 25 Millionen Euro fordern. Eine solche Summe ist Leipzig zu viel. Sollte Kai Havertz allerdings wie erwartet für rund 100 Millionen Euro von Leverkusen zum FC Chelsea wechseln, könnte Bayer den Transfer auch in Corona-Zeiten finanzieren.

Keine Zuschauer-Rückkehr bis Jahresende?

Der Fußball und alle anderen Sportarten in Deutschland müssen wahrscheinlich bis zum Jahresende ohne Zuschauer auskommen. Das geht aus der Beschlussvorlage für die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten hervor, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Demnach sollen Großveranstaltungen bis zum Jahresende verboten bleiben. Dies gelte etwa für „Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals, Dorf-, Stadt-, Straßen-, Wein-, Schützenfeste oder Kirmes-Veranstaltungen“.

Seehofer will Ende der Geisterspiele

Bundesportminister Horst Seehofer wünscht sich dagegen ein Ende der Geisterspiele im Fußball. „Wir müssen an konstruktiven Lösungen arbeiten, wie wir die Bundesliga und die 2. Liga wieder mit Publikumsbeteiligung realisieren können“, sagte der CSU-Politiker vor dem Bund-Länder-Gipfel der „Augsburger Allgemeinen".

„Die Bevölkerung versteht es nicht, wenn im Nahverkehr viele Menschen auf engem Raum unterwegs sein dürfen, aber ein Fußballspiel mit wenigen Zuschauern und großen Abständen nicht möglich sein soll“, sagte Seehofer. Konkrete Zahlen wollte er nicht nennen. „In einem Stadion mit 80.000 Plätzen kann man durchaus eine nennenswerte Anzahl von Zuschauern unterbringen und dabei alle Infektionsschutzregeln einhalten, wenn die Hygienekonzepte stimmen.“

Man könne grundsätzlich „mit einer überschaubaren Zahl von Zuschauern anfangen und dann diese Zahl je nach Entwicklung anpassen“. Beim Gipfel von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder geht es unter anderem um die Frage, ob und wie viele Zuschauer bei Großveranstaltungen wie Bundesliga-Spielen erlaubt werden.

Bayern im Supercup vor 3000 eigenen Fans

Der FC Bayern könnte einen möglichen Sieg im europäischen Supercup wohl mit 3000 eigenen Fans im Stadion feiern. Laut dem "Kicker" will die Uefa beide Finalisten mit einem Kartenkontingent in dieser Höhe versorgen. Am Dienstag hatte die Uefa ihren Plan bestätigt, wonach die Partie der Münchner am 24. September in Budapest gegen den spanischen Europa-League-Sieger FC Sevilla als „Pilotprojekt“ vor Zuschauern ausgetragen werden soll.

Der Plan sieht vor, dass trotz der Corona-Pandemie bis zu 30 Prozent der Zuschauerkapazität genutzt werden soll. Demnach dürften rund 20.000 Besucher in die Arena. Auch der deutsche Supercup am 30. September in München, bei dem die Bayern auf Borussia Dortmund treffen, soll nach dem Willen der DFL, vor „einer bestimmten Anzahl von Zuschauern“ stattfinden.

Schalkes McKennie wechselt wohl zu Juve

Mittelfeld-Kämpfer Weston McKennie (Vertrag bis 2024) soll laut dem „Kicker“, "Sport1" und mehrerer italienischen Medien von Schalke 04 zu Juventus Turin wechseln. Der italienische Meister soll für eine einjährige Leihe sechs Millionen Euro an den Bundesligisten zahlen. Darüber hinaus soll sich Juve eine Kaufoption in Höhe von 18 Millionen Euro für die Dienste des Amerikaners sichern.

Ändert die Fifa die Abseitsregel?

Die Fifa soll laut dem „Kicker“ über eine Änderung der Abseitsregel nachdenken. Dies soll zu mehr Toren führen. Demnach soll zukünftig ein Körperteil ausreichen, um das Abseits aufzuheben, so lange es sich noch auf Höhe des vorletzten Gegenspielers befindet. Bislang ist die Regel nahezu umgekehrt: Sobald ein Körperteil, mit dem ein Tor erzielt werden darf, näher an der Torauslinie ist, als der vorletzte Gegenspieler, steht ein Fußballer abseits.

Der Vorstoß kommt demnach vom ehemaligen Arsenal-Trainer Arsene Wenger. Fifa-Präsident Gianni Infantino soll aufgeschlossen sein. Wenger ist seit dem vergangenen Herbst Fifa-Direktor für globale Fußballförderung. Es soll eine Auswertung geben, die zeigt, dass etwa 50 Prozent der wegen Abseits aberkannten Treffer seit dem Einsatz der Video-Assistenten und der kalibrierten Linie unter Anwendung der Wenger-Idee gezählt hätten. Den Angaben zufolge soll es in Deutschland eine Testserie geben.