Fußball-Ticker

Leipzigs Nagelsmann ist der Schrecken der Star-Trainer

Julian Nagelsmann (M.) bejubelt den ersten Halbfinaleinzug von RB Leipzig in der Clubgeschichte

Julian Nagelsmann (M.) bejubelt den ersten Halbfinaleinzug von RB Leipzig in der Clubgeschichte

Foto: witters

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 14. August 2020:

Mönchengladbach-Legende lobt Champions-League-Format

Europameistermacher Berti Vogts hat lobende Worte für den coronabedingten neuen Modus in der diesjährigen Champions League mit der Finalrunde der besten acht Teams in Lissabon parat. „Die Königsklasse verpackt in eine Mini-WM. Das ist genau das, was wir brauchen – auch zukünftig“, schrieb der ehemalige Fußball-Bundestrainer in seiner Kolumne für das Nachrichtenportal "t-online.de".

Der 73-Jährige sieht absolute Vorteile zum bisherigen Modus. Laut Vogts ist „die altbewährte Gruppenphase der Champions League für mich wie ein Stück Kuchen – lecker. Doch erst wenn ich Schlagsahne drüber schmiere, schmeckt mir der Kuchen überragend. Die neue Mini-WM ist wie eine gut geschlagene, frische Sahne. Der alte Modus mit Hin- und Rückspiel wirkt dagegen fast ein bisschen angeschimmelt“.

Der Weltmeister von 1974 plädiert allerdings für die kommenden Jahre für zwei Änderung. Erstens: „Die Viertelfinalpartien müssen wieder im altbewährten Modus ausgetragen werden. Denn bis dorthin schaffen es immer wieder auch Überraschungsteams – wie in dieser Saison Bergamo. Solchen Klubs das Recht auf ein Champions-League-Viertelfinale in ihrer Stadt – dem vielleicht größten Spiel der Vereinsgeschichte – zu verwehren, wäre falsch.“

Zum Zweiten: „Zusätzlich sollte man ein Spiel um den dritten Platz einführen. Zum einen wäre dies aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, zum anderen würden die Verlierer der Halbfinals nicht nur für eine Partie anreisen müssen.“

Willian wechselt innerhalb von London den Club

Der brasilianische Offensivspieler Willian wechselt innerhalb der Premier League vom FC Chelsea zum FC Arsenal. Der 32-Jährige, der sieben Jahre das Trikot der Blues trug, kommt ablösefrei zu den Gunners und erhält einen Dreijahresvertrag.

„Ich glaube, er ist ein Spieler, der für uns wirklich den Unterschied ausmachen kann“, sagte Arsenals Teammanager Mikel Arteta über den 70-maligen brasilianischen Nationalspieler.

Hummels wieder im Mannschaftstraining beim BVB

Abwehrchef Mats Hummels ist bei Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Der Rio-Weltmeister absolvierte nach seiner Sprunggelenksverletzung im Schweizer Bad Ragaz am Freitagvormittag zumindest Teile der Einheit mit seinen Teamkollegen.

„Ich bin komplett im Plan. Ich konnte jeden Tag das machen, was ich wollte“, hatte Hummels schon zu Beginn der Woche erklärt. Ein Einsatz im Testspiel am Sonntag (16.00 Uhr/Sport1) in Altach gegen den österreichischen Traditionsklub Austria Wien dürfte allerdings zu früh kommen.

Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou (Knieprobleme) wird bis zum Ende des Trainingslagers nach BVB-Angaben nicht mehr mit der Mannschaft trainieren können. Torjäger Erling Haaland fehlte am Freitag aufgrund von Halsschmerzen.

Kehrt Rafinha wegen Traumgehalt nach Europa zurück?

Statt wie geplant seine erfolgreiche Karriere daheim in Brasilien ausklingen zu lassen, will es der frühere Bundesliga-Profi Rafinha wohl noch einmal wissen. Der 34-Jährige, der im deutschen Fußball-Oberhaus einst bei Schalke 04 und Bayern München als Rechtsverteidiger auflief, steht laut Medienberichten aus Rio de Janeiro vor einem Wechsel von Meister CR Flamengo zum griechischen Titelträger Olympiakos Piräus.

Den überraschenden Transfer hatten sein Partner bei der Agentur „R13 Fussball“, Ricardo Scheidt, sowie sein Berater Lincoln, der mit den Schalkern zweimal Vizemeister wurde, eingeleitet. Rafinha hat seit seiner Heimkehr vor exakt einem Jahr mit Flamengo die Copa Libertadores, die nationale Meisterschaft, den Supercup Brasiliens sowie Südamerikas und noch zwei regionale Titel in Rios Landesmeisterschaft gewonnen. Doch die Griechen locken angeblich mit dem Dreifachen seines derzeitigen Gehalts.

Rafinha war zwischen 2005 und 2010 für Schalke 04 und - nach einem Kurz-Gastspiel in Italien - von 2011 bis 2019 für den FC Bayern aktiv. Mit den Münchnern feierte er 2013 die Triumphe in der Champions League und bei der Club-WM sowie sieben Meisterschaften und vier Pokalsiege.

Nagelsmann ist der Schrecken der Top-Trainer

Julian Nagelsmann hat mit RB Leipzig in der Champions League für ein Novum gesorgt. Als erster Coach überhaupt schaltete der 33-Jährige mit dem Bundesligisten in einer Saison gleich beide Trainer-Heißsporne José Mourinho und Diego Simeone aus. Dem Erfolg im Achtelfinale gegen Mourinhos Tottenham Hotspur (1:0/3:0) folgte am Donnerstagabend das 2:1 im Viertelfinale gegen Simeones Atlético Madrid.

Nagelsmann ist überhaupt erst der vierte Coach, der sich in der Königsklasse gegen den Trainer-Einpeitscher aus Argentinien behaupten konnte. Das gelang zuvor nur den prominenten Kollegen Carlo Ancelotti (2014, 2015) und Zinedine Zidane (2016, 2017) je zweimal mit Real Madrid und Massimiliano Allegri 2019 mit Juventus Turin. Mourinhos Bezwingerliste ist bei 17 Champions-League-Teilnahmen seit 2001 naturgegeben etwas länger.

Vor dem Halbfinale am Dienstag gegen Paris Saint-Germain mit dem deutschen Trainer-Duell gegen Thomas Tuchel wollte Nagelsmann seine Rolle aber nicht in den Mittelpunkt stellen. „Ich muss schon festhalten, dass die Mannschaft und wir als Kollektiv Tottenham ausgeschaltet haben und heute Atlético. Da geht es nicht um Trainerduelle gegen Mourinho, Simeone oder jetzt gegen Tuchel. Es ist ein Mannschaftssport, und die Mannschaft hat es herausragend gemacht“, sagte der RB-Coach.