Frankfurt/Main.

Die Deutsche Fußball Liga hat die vorläufige Absage der Politik an eine Stadion-Rückkehr der Fans zum Bundesliga-Saisonstart klaglos akzeptiert.

"Die DFL hat immer betont, dass die Eindämmung des Coronavirus höchste Priorität haben muss. Sie respektiert daher selbstverständlich die Position der Gesundheitsminister aus Bund und Ländern in der gegenwärtigen Situation", teilte die Dachorganisation des deutschen Profifußballs mit. "Seitens der DFL gab und gibt es keine Forderungen in Bezug auf den Zeitpunkt der Zulassung oder die Anzahl von Stadionzuschauern."

Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich bei ihrer Konferenz einhellig darauf verständigt, dass eine Öffnung der Stadien für die Fans bis zum 31. Oktober angesichts der momentanen Corona-Situation nicht zu befürworten sei. Die DFL hatte zuvor ein Konzept für eine Teilzulassung von Zuschauern schon zum Beginn der Spielzeit 2020/21 am dritten September-Wochenende erarbeitet. Dieses sieht zunächst eine Rückkehr einer reduzierten Zahl von Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästeanhänger vor.

Ungeachtet des Rückschlags will die Liga die Planungen für Spiele vor Zuschauern weiter vorantreiben. "Es sollte in allen Lebensbereichen das Ziel sein, mit gezielten Konzepten, schrittweise und immer der jeweiligen Lage angemessen eine Rückkehr in Richtung Normalität anzustreben", hieß es in der Mitteilung. "Die DFL sowie die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga werden sich dementsprechend weiter bestmöglich auf eine Rückkehr von Stadionbesuchern vorbereiten."

Auch das Fanbündnis "Unsere Kurve" hat Verständnis geäußert. "Der Fußball bleibt vorerst weiter entkoppelt von den Fans, aber wir als Fans beanspruchen keine Sonderrolle. Der Gesundheitsschutz hat Vorrang", sagte der 2. Vorsitzende Markus Sotirianos der Deutschen Presse-Agentur.

"Unsere Kurve" hatte zuvor bereits mit Skepsis auf den DFL-Plan einer Teilzulassung von Zuschauern ab Mitte September reagiert. Dies würde eher "einem Theaterbesuch ähneln" und habe nichts mit Fankultur zu tun, hatte Vorstandsmitglied Jost Peter in der Vorwoche die geplanten Einschränkungen kommentiert. Das DFL-Konzept sieht zunächst eine Rückkehr einer reduzierten Zahl von Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästeanhänger vor.

Sotirianos bekräftigte erneut den Wunsch, dass die Deutsche Fußball Liga "die Zeit nutzt, um mit den Anhängern in einen intensiven Dialog zu treten und Lösungen für eine Reform des Profifußballs zu erarbeiten". Laut DFL-Boss Christian Seifert soll die Taskforce "Zukunft Profifußball" im September ihre Arbeit aufnehmen.

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