Fußball-Ticker

Braunschweigs Aufstiegstrainer muss überraschend gehen

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Marco Antwerpen kann es nicht passen: Der Trainer muss Braunschweig trotz des Aufstiegs verlassen.

Marco Antwerpen kann es nicht passen: Der Trainer muss Braunschweig trotz des Aufstiegs verlassen.

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 7. Juli 2020:

Dresden hofft auf Klassenerhalt am grünen Tisch

Haben der HSV und St. Pauli nächste Saison 36 statt 34 Spiele? Zweitligaabsteiger Dynamo Dresden hofft auf den Klassenerhalt am grünen Tisch. Die Sachsen lassen von einer Anwaltskanzlei prüfen, ob die Abstiegsregelung ausgesetzt werden könnte. Dies bestätigte der neue Geschäftsführer und ehemalige HSV-Vorstand Ralf Becker der "Sport Bild".

Eine Aussetzung des Abstiegs wäre aus seiner Sicht nicht nur die gerechteste Lösung, sondern „als “solidarische Botschaft„ auch ein “großer Imagegewinn„ für die DFL. “Das würde zeigen, dass sich alle Vereine zu Recht für eine Saisonfortsetzung ohne egoistische Überlegungen ausgesprochen haben", ließ sich Becker zitieren.

Dresden musste nach einer deutlich kürzeren Vorbereitungszeit binnen 27 Tagen neun Spiele bestreiten, weil die komplette Mannschaft kurz vor dem Neustart wegen positiver Coronatests in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt worden war.

Henrichs beim Medizincheck in Leipzig

Der Transfer von Benjamin Henrichs zu RB Leipzig steht kurz vor dem Abschluss. Der 23-Jährige absolvierte am Dienstag den Medizincheck in der Schkeuditzer Helios-Klinik. Das berichtet der „Sportbuzzer“. Am Mittwoch soll der Transfer offiziell verkündet werden. Derzeit steht Henrichs bei der AS Monaco unter Vertrag, er soll per Leihe mit Kaufoption nach Leipzig wechseln.

Braunschweigs Aufstiegstrainer muss gehen

Erst der Aufstieg, jetzt der Abschied: Nur sechs Tage nach der Rückkehr in die Zweite Liga hat sich Eintracht Braunschweig überraschend von Trainer Marco Antwerpen getrennt. Der auslaufende Vertrag des 48-Jährigen wird nicht verlängert, teilten die Löwen mit. Antwerpen hatte den Traditionsclub im November übernommen und vor allem Dank eines starken Endspurts nach der Corona-Pause zum Aufstieg geführt.

„Wir sind Marco für seine geleistete Arbeit der vergangenen Monate extrem dankbar. Er hat einen hohen Anteil an der Rückkehr in die 2. Bundesliga“, sagte Aufsichtsratschef Sebastian Ebel: „In unserer Betrachtung müssen wir aber auch den gesamten Saisonverlauf bewerten. Daher sind wir am Ende zu diesem Entschluss gekommen. Die Entscheidung, seinen Vertrag bei uns nicht zu verlängern, ist uns nicht leicht gefallen und wurde in einer mehrstündigen Sitzung am gestrigen Abend kontrovers diskutiert.“

Werder-Fans randalieren in Bremen

Einige Werder-Fans haben den Klassenerhalt etwas zu intensiv gefeiert und in Bremen randaliert. Laut der Polizei wurden einige Beamten mit Flaschen und Böllern beworfen und zusätzlich getreten. Dabei wurde ein Passant von einer Flasche am Kopf getroffen. Der Mann wurde in einem Krankenhaus behandelt. Mehrere Personen wurden vorläufig festgenommen. Die Polizei setzte Reizgas ein.

Von den rund 700 Menschen, die das 2:2 im Relegationsrückspiel auf Straßen nahe dem Weser-Stadion feierten, war aber der überwiegende Anteil friedlich.

Werder muss zwei Reservisten kaufen

Nach dem Klassenerhalt über die Relegation muss Werder Bremen zwei Spieler kaufen. Denn durch den Erfolg gegen Heidenheim (0:0 und 2:2) greifen die millionenschweren Kaufverpflichtungen für Ömer Toprak oder Leonardo Bittencourt. Für Toprak kassiert der BVB vier Millionen Euro, für Bittencourt muss Werder sieben Millionen Euro an Hoffenheim zahlen.

Auch Davie Selke bleibt in Bremen. Der Stürmer wurde im vergangenen Winter für eineinhalb Jahre an den Club verliehen, wäre bei einem Abstieg aber in diesem Sommer schon vorzeitig wieder zu Hertha BSC gekommen. Sollte Werder auch 2021 nicht absteigen, würde eine Kaufverpflichtung in Höhe von zehn bis zwölf Millionen Euro fällig. Kurios: Alle drei Spieler sind keine Stammspieler in Bremen. Eine teure Bank, die sich Manager Frank Baumann zusammengestellt hat...

Chaoten attackieren Bremer Spieler

Die Profis von Werder Bremen sind nach dem Klassenerhalt in der Relegation von einigen Heidenheimer Chaoten attackiert worden. Auf dem Weg aus der Kabine in den Mannschaftsbus wurden die Spieler mit Bier übergossen. Zudem versuchten einige Gewaltbereite, gegen die Werder-Profis tätlich zu werden.

Der Bus wurde zudem mit Flaschen und Steinen beworfen. Dabei ging eine Scheibe zu Bruch, bestätigte die Polizei. Die Personalien mehrerer mutmaßlich Beteiligter wurden festgestellt. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch.

Heidenheim-Fans entern Stadion

Schon während der Partie war es zu einem Zwischenfall gekommen. Nach gut einer Stunde Spielzeit waren auf der Tribüne der Voith-Arena plötzlich rund 50 Anhänger des FCH aufgetaucht. Auch wenn sie nach wenigen Minuten wieder verschwunden waren: Es war ein klarer Verstoß gegen das Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Rangnick soll starker Mann bei Milan werden

Nun also doch: Der AC Mailand hat sich offenbar mit Ralf Rangnick auf einen Dreijahresvertrag geeinigt. Wie die "Gazzetta dello Sport" berichtet, soll der Ex-Leipzig-Boss sowohl als Trainer als auch als Sportdirektor zum Einsatz kommen.

Als Coach ersetzt er ab der nächsten Saison Trainer Stefano Pioli ab. Als Sportdirektor übernimmt der 62-jährige Rangnick die Stelle von Vereinsikone Paolo Maldini, der dem Club als Vizepräsident erhalten bleiben sollte. Entsprechende Verhandlungen seien zwischen Maldini und Milans Geschäftsführer Ivan Gazidis bereits im Gange, berichtete das Blatt.

Gazidis bemüht sich schon seit Monaten um die Verpflichtung Rangnicks. Nach heftigen internen Differenzen wegen Rangnick hatte Milan im März den kroatischen Manager Zvonimir Boban gefeuert. Auch Maldini hatte sich klar gegen eine Verpflichtung Rangnicks ausgesprochen. Rangnick arbeitet derzeit als „Head of Sport and Development Soccer“ für Red Bull.

Sky Italia muss 131 Millionen zahlen

Der Bezahlsender Sky Italia muss der Serie A ausstehende Gelder von 131 Millionen Euro zahlen. Das ordnete ein Gericht in Mailand an. Der Abokanal hat angesichts des Meisterschaftstopps wegen der Corona-Pandemie in Italien nicht die sechste und letzten Rate für die Übertragung der Erstligaspiele überwiesen.

Damit fehlten den Clubs der Serie A in den Kassen 131 Millionen Euro. Der Bezahlsender hatte eine Preisreduzierung oder eine Verschiebung der Zahlung gefordert, dies war jedoch für die Liga nicht annehmbar gewesen. Sky kann noch Einspruch gegen den Gerichtsbeschluss einreichen.

Chemnitz' Insolvenzplan icht finanzierbar

Das Insolvenzverfahren des Chemnitzer FC wird sich nach dem Abstieg in die Regionalliga in die Länge ziehen. „Entscheidend ist, dass der Insolvenzplan gegenwärtig nicht finanziert werden kann. Und der Abstieg hat die Möglichkeiten zur Finanzierung nicht verbessert“, sagte Insolvenzverwalter Klaus Siemon der „Freien Presse“. Eine Lizenz für die vierte Liga ist bereits sicher. Von Sponsoren hat der Club ebenfalls positive Signale erhalten.

Siemon verteidigte erneut seine Position, für eine Fortsetzung der Saison nach der Corona-Pause gestimmt zu haben. „Ohne ihn hätten TV-Gelder, DFL-Einnahmen und andere wichtige Beiträge für die Saison gefehlt“, sagte der Anwalt. Ein Club, der nicht bereit sei, sich dem sportlichen Wettbewerb zu stellen, hätte zudem die Aussicht verloren, Sponsoren zu gewinnen. Teile der Chemnitzer Fanszene hatten die Position des Vereins kritisiert und sich für einen Abbruch der Spielzeit ausgesprochen.

( HA/sid/dpa )

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