Relegation

Na nu? Warum der HSV Rivale Werder nun als Vorbild dient

Werder-Trainer Florian Kohfeldt: Lässt seine Mannschaft ihn im Regen stehen?

Werder-Trainer Florian Kohfeldt: Lässt seine Mannschaft ihn im Regen stehen?

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Nach dem 0:0 in der Relegation gegen Heidenheim droht Werder der erste Abstieg nach 40 Jahren. Aber was hat das mit dem HSV zu tun?

Bremen. Ausgerechnet der ungeliebte Nordrivale HSV dient nach der müden Nullnummer im Relegations-Hinspiel jetzt als Vorbild für Werder Bremen. Vor sechs Jahren war der HSV in seiner ersten Relegation ebenfalls mit einem 0:0 zur SpVgg Greuther Fürth gefahren und hatte dann mit einem 1:1 den Klassenerhalt perfekt gemacht. „Wir haben am Montag ein Finale. Wir müssen ein Auswärtstor schießen“, sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt nach dem unbefriedigenden Spiel Nummer eins am Donnerstag gegen den 1. FC Heidenheim.

Relegation: Was Werder jetzt Hoffnung macht

Am Montag geht es für Werder um alles. Um die Bundesliga-Zugehörigkeit nach 40 Jahren Erstklassigkeit und vor allem auch um die wirtschaftliche Zukunft. Ein Abstieg hätte gerade zu Zeiten von Corona gravierende Folgen. Doch daran will Kohfeldt nicht denken. Der Coach bleibt Berufsoptimist. „Der einzige Vorteil ist, dass es 0:0 zur Halbzeit steht. Heidenheim hat kein Auswärtstor geschossen. Was mir Mut macht, ist, dass wir heute katastrophal gespielt haben und deutlich besser spielen können. “

Und ohnehin tut sich Werder – vom 6:1 gegen den 1. FC Köln mal abgesehen – auswärts leichter. Nur neun Punkte haben die Hanseaten daheim erspielt, auswärts waren es immerhin 22. „Das können wir mitnehmen“, sagte Stürmer Niclas Füllkrug trotzig. Doch gilt das auch am Montag auf der Ostalb, wenn der Druck noch größer ist?

Heidenheim glaubt an Coup gegen Werder

Die Heidenheimer scheinen sich in ihrer Außenseiterrolle jedenfalls wohl zu fühlen. „Mit Druck muss man umgehen können, das gehört dazu. Ich glaube eher, dass es uns Spaß gemacht hat. Wir drehen nicht durch“, sagte Trainer Frank Schmidt. Für den Heidenheimer Urzeit-Coach wäre es die Krönung seines 13-jährigen Wirkens in seiner Geburtsstadt.

Seine Mannschaft habe ein Ergebnis erzielt, „das uns dran glauben lässt, dass im Rückspiel was möglich ist“. Ein knapper Sieg – und schon ist der erstmalige Sprung in die Bundesliga geschafft. Das ist im letzten Heimspiel auch beim 2:1 gegen den HSV in letzter Sekunde geglückt. So viel möchte sich Werder dann doch nicht den Nordrivalen zum Vorbild nehmen.