Relegation

"BossHoss"-Star hofft zwangsläufig auf einen Werder-Abstieg

Spielt er oder spielt er nicht? Werder-Stürmer Niklas Füllkrug (l.) mit Florian Kohfeldt im Training am Dienstag.

Spielt er oder spielt er nicht? Werder-Stürmer Niklas Füllkrug (l.) mit Florian Kohfeldt im Training am Dienstag.

Foto: Imago/Nordphoto

Vor dem ersten Duell zwischen Bremen und Heidenheim steigt die (An-)Spannung. Werders Kohfeldt hütet ein Füllkrug-Geheimnis.

Bremen. Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt hat vor den beiden Relegationsspielen gegen den 1. FC Heidenheim davor gewarnt, den Gegner und die Situation zu unterschätzen. "Jedem, der das tut, dem kann ich nur zurufen: Absolute Vorsicht!", sagte Kohfeldt am Mittwoch.

Der Werder-Coach hat bei seinen Fußballern vor dem Hinspiel am Donnerstag (20.30 Uhr/DAZN und Amazon Prime) im Weserstadion aber weiter das Gefühl, dass ihnen der Ernst der Lage bewusst ist. "Wir stehen nach wie vor mit dem Rücken zur Wand. Es geht nur um diese beiden Spiele. Danach kannst du nichts mehr korrigieren."

Werder-Relegation für Kohfeldt "Geschenk"

Für die zusätzliche Möglichkeit, in der Ersten Liga zu bleiben, verspürt Kohfeldt große Dankbarkeit. "Wir sind durch so viele Täler gegangen, da sind diese zwei Spiele ein Geschenk für uns", sagte der 37-Jährige.

Dank eines 6:1-Sieges gegen den 1. FC Köln bei einer gleichzeitigen 0:3-Niederlage von Mitkonkurrent Fortuna Düsseldorf bei Union Berlin hatten die Hanseaten am vergangenen Wochenende am letzten Spieltag den Direktabstieg vermeiden können. Sport-Geschäftsführer Frank Baumann: "Es ist grundsätzlich ein besseres Gefühl, die Entscheidung wieder selbst in der Hand zu haben."

Kohfeldt ist gegen Heidenheim "gerne Favorit"

Dass Werder in der zweiten Runde des DFB-Pokals Ende Oktober 2019 gegen den Zweitliga-Dritten mühelos mit 4:1 gewann, spielt für Kohfeldt keine große Rolle mehr. "Es ist relativ lange her. Wir werden sicher nicht mit der gleichen Mannschaft spielen", sagte der Werder-Coach, der „großen Respekt“ davor hat, was in Heidenheim in den vergangenen Jahren entstanden ist: "Die Heidenheimer können Dinge, die uns gefährlich werden können. Aber ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass es bei uns jemand zu leicht nimmt. Wir wollen es jetzt positiv zu Ende bringen."

Dennoch geht der Bundesligist als klarer Favorit in die beiden Partien am Donnerstag und Montag - womit Kohfeldt auch keine Probleme hat. Er sei "grundsätzlich gern Favorit".

Füllkrug: Kohfeldt hat sich entschieden

Personell hat Werder keine großen Probleme. Nur Defensivspieler Kevin Vogt fehlt im Hinspiel wegen einer Gelbsperre. Für das Rückspiel in Heidenheim steht die Leihgabe von der TSG Hoffenheim wieder zur Verfügung.

Ob Mittelstürmer Niclas Füllkrug, der zum Kantersieg gegen Köln den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 beigetragen hatte, wieder von Beginn an spielt, ließ Kohfeldt noch offen. "Ich weiß es schon, werde es aber noch nicht verraten."

BossHoss-Sänger fiebert mit Heidenheim

Derweil fiebert auf Heidenheimer Seite ein Edelfan der Relegation ganz besonders entgegen. "Die Vorfreude ist riesig, so was gab es bei uns ja noch nie. Ich kann es kaum erwarten“, sagte Musiker Sascha Vollmer von der Band The BossHoss ("Dos Bros") der Deutschen Presse-Agentur. Der 48-Jährige ist in Heidenheim geboren.

"Ich war schon als Kind mit meinem Papa samstags bei jedem Heimspiel, damals hieß der Club noch Heidenheimer Sportbund. Ich habe damals natürlich Flaschen eingesammelt und durfte das Pfand behalten", erinnerte sich Vollmer an seine Kindheit in dem schwäbischen 50.000-Einwohner-Ort.

Vollmers Vater "hat gerade Herzrasen"

Der 48-Jährige ist derzeit mit seinem Sohn auf einer Bootstour Richtung Ostsee unterwegs. "Ich werde mir das Hinspiel entweder auf dem Boot angucken oder, wenn wir keinen Empfang haben sollten, legen wir an und gucken in irgendeinem Bootsvereinshaus."

Der Rocksänger wohnt seit mittlerweile 22 Jahren in Berlin und besucht regelmäßig seine Eltern in Heidenheim. Sein Vater sei Vereinsmitglied und verpasse kein Heimspiel. "Der hat gerade Herzrasen und erzählt, die Stimmung im Ort sei bombastisch. Eine Mischung aus Weihnachten, Silvester und WM-Finale."