Hamburg

Großveranstalter bauen auf sichere Hygienekonzepte

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Der Italiener Elia Viviani gewann die Cyclassics dreimal in Folge.

Der Italiener Elia Viviani gewann die Cyclassics dreimal in Folge.

Foto: Axel Heimken / dpa

Bei Triathlon und Ironman sollen Berührungspunkte um 90 Prozent reduziert werden. Was die Veranstalter geplant haben.

Hamburg. Als hätten sie nicht schon genug zu tun mit den Planungen ihrer verschobenen Events! Am Tag, nachdem die Bundesregierung das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober ausgedehnt hatte, mussten die Veranstalter der Hamburger Topsportevents sich der Grundsatzfrage ihrer Teilnehmer stellen: Finden Triathlon (5. September), Ironman (6. September), Marathon (13. September) und die Cyclassics (3. Oktober) denn nun an den geplanten Nachholterminen statt oder nicht?

Die Antwort, die derzeit möglich ist, befriedigt weder Veranstalter noch Teilnehmer. Sie lautet: abwarten. „Die Veranstalter haben Hygienekonzepte vorgelegt oder in der Planung, die sich die zuständigen Behörden jetzt genau angucken müssen“, sagt Daniel Schäfer, Sprecher der Innen- und Sportbehörde. Grundsätzlich will die Stadt alle geplanten Veranstaltungen durchführen; wenn möglich, dann sogar mit Zuschauern, die bei Einhaltung des Mindestabstands sicherlich nicht eng gedrängt an den Hotspots oder den Zieleinläufen, aber doch gut verteilt an Straßen und Plätzen stehen oder sitzen könnten. Wichtigste Voraussetzungen für die Genehmigungen: Kontaktverfolgung aller Teilnehmer und Einhaltung geltender Hygieneregeln.

Genau daran arbeiten Marathon-Chef Frank Thaleiser und die Agentur Ironman, die die beiden Triathlon-Events und das Radsport-Spektakel veranstaltet, seit Wochen. Die Kontaktverfolgung wäre problemlos möglich, sagt Thaleiser, da alle Athletinnen und Athleten sich namentlich registrieren und mit einem Chip in Schuh oder Kleidung an den Start gehen. Dadurch könnten alle Kontakte nachverfolgt werden.

Beide Triathlon-Events und Cyclassics planen mit Elitefeld

Das Hygienekonzept für Triathlon und Ironman, das von einem Gesundheitskomitee am Hauptsitz des Veranstalters in den USA für alle weltweiten Events ausgearbeitet wurde und der Stadt vorliegt, sieht eine Beschränkung der Berührungspunkte um bis zu 90 Prozent vor. „Wir tun alles, was möglich ist, um jegliche Auflagen zu erfüllen und unsere Veranstaltungen zu retten“, sagt Ironman-Sprecher Frederick Deimel. So werden wie beim Marathon auch die Startblöcke zeitlich und räumlich entzerrt, die Wechselzonen – aus dem Wasser aufs Rad und vom Rad in die Laufschuhe – ebenfalls aufgelockert. Auf jegliche Zusammenkünfte wird verzichtet. Für die Registrierung erhält jeder Starter eine feste Uhrzeit. Das Athletenbriefing findet online statt. Eine Pastaparty vor den Rennen entfällt wie die Siegerehrung.

Außerdem soll es im Start-Ziel-Bereich keine Tribünen für mehrere Tausend Besucher geben. „Wir werden auch nicht aktiv darum werben, dass Zuschauer kommen“, sagt Deimel. Letztlich liege es allerdings in der Verantwortung der Stadt, die Zahl der Zuschauer zu begrenzen; sei es mittels Sperrungen einzelner Bereiche oder einem Komplettverbot.

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Während Triathlon als auch Ironman und Cyclassics mit einem Elitefeld planen, ist dies beim 35. Haspa-Mara­thon noch unklar. Thaleiser, der in diesen Tagen der Stadt sein Hygienekonzept präsentieren wird und dies am Dienstag der Öffentlichkeit vorstellt, verweist darauf, dass die Spitzenläufer und -läuferinnen aus Afrika vor einem Start in Hamburg für zwei Wochen in Quarantäne gehen müssten – was zwar machbar wäre, aber auch weitere Kosten verursacht. Wichtig sei jetzt, dass die Stadt die offenen Fragen so schnell und gründlich wie möglich beantwortet.

( bj/rg )

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