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Freiburg siegt gegen Gladbach – Sportdirektor sieht Rot

| Lesedauer: 10 Minuten
Alassane Plea sieht die rote Karte - kurze Zeit später wird auch Gladbachs Sportdirektor Max Eberl des Feldes verwiesen.

Alassane Plea sieht die rote Karte - kurze Zeit später wird auch Gladbachs Sportdirektor Max Eberl des Feldes verwiesen.

Foto: Wittek/Pool/Getty

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 5. Juni 2020:

Freiburg verdirbt Gladbachs CL-Chancen – Eberl sieht Rot

Freiburgs Rekordtorschütze Nils Petersen hat Borussia Mönchengladbach eine Chance im Rennen um einen Champions-League-Platz verdorben. Der eingewechselte ehemalige Fußball-Nationalstürmer führte den SC Freiburg am Freitagabend zum 1:0 (0:0) gegen den Königsklassen-Anwärter. Mit einem Kopfball-Aufsetzer bei seiner ersten Aktion erzielte Petersen den einzigen Treffer der Partie (58. Minute).

Zum Auftakt des 30. Spieltags nutzten die Gäste ihre Überlegenheit der ersten Hälfte nicht, um die Konkurrenten unter Druck zu setzen. „Natürlich hätten uns heute Punkte gut getan. Es sind trotzdem noch ein paar Spiele zu spielen, wo wir alles reinwerfen“, sagte Gladbachs Patrick Herrmann. In der Tabelle sind die Gladbacher zunächst weiterhin Vierter, punktgleich mit dem Fünften Bayer Leverkusen.

Stürmer Alassane Plea schwächte seine Mannschaft zudem mit einer Gelb-Roten-Karte (68.) und wird damit das Gastspiel beim FC Bayern München verpassen. Sportdirektor Max Eberl wurde daraufhin mit einer Roten Karte wegen Meckerns von der Ersatzbank geschickt – und damit für eine Premiere in der Bundesliga gesorgt. Der 46-Jährige sah als erster Verantwortlicher der deutschen Eliteliga die Rote Karte. Zuvor war von den wichtigen Entscheidungsträgern der Bundesligisten lediglich der ehemalige Mainz-Trainer Sandro Schwarz Ende September 2019 mit Gelb-Rot vom Spielfeldrand auf die Tribüne geschickt worden.

Gladbach-Trainer Marco Rose hatte im Oktober im DFB-Pokal für ein ähnliches Vergehen gegen Borussia Dortmund die Rote Karte gesehen und musste anschließend eine Innenraumsperre im nächsten Pokalspiel verbüßen.

DFL verhängt Strafen gegen BVB-Duo

Wenn ein Friseurbesuch teuer wird: Die DFL hat nach den umstrittenen Fotos eines Friseurtermins die Spieler Manuel Akanji und Jadon Sancho von Borussia Dortmund mit Geldstrafen in nicht bekannter Höhe belegt. Laut "Sport1" sollen beide Profis jeweils 10.000 Euro zahlen.

Sancho und Akanji hätten „bei häuslichen Friseurterminen offenkundig gegen allgemeine Hygiene- und Infektionsschutzstandards sowie insbesondere gegen das medizinisch-organisatorische Konzept der DFL-Taskforce“ verstoßen, teilte die DFL mit. Dies sei auf Fotos, die in Medien und in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden, erkennbar gewesen.

Es stehe „außer Frage, dass auch Profi-Fußballer ihre Haare schneiden lassen müssen. Dies muss derzeit jedoch im Einklang mit dem medizinisch-organisatorischen Konzept erfolgen“, hieß es weiter. Die Strafen richten sich laut DFL „ausdrücklich nicht gegen den Club, bei dem kein "Organisationsverschulden" erkennbar ist.“ BVB-Sportchef Michael Zorc hatte den privaten Friseurtermin und die Fotos tags zuvor deutlich kritisiert. Es sei gegen die Maskenpflicht verstoßen worden.

Flick würde Havertz gerne bei Bayern haben

Diese Aussagen lassen aufhorchen: Hansi Flick würde Kai Havertz gerne beim FC Bayern trainieren. „Ich glaube, es gibt wenige Trainer, die was dagegen hätten, wenn Kai Havertz in ihrer Mannschaft spielen würde. Da würde ich mich auch einschließen“, sagte der 55-Jährige über Deutschlands Ausnahmetalent vor dem Auswärtsspiel der Münchner am Sonnabend in Leverkusen (15.30 Uhr/Sky).

Flick kennt Havertz bereits aus seiner Zeit als DFB-Sportdirektor. „Er hat sich sicherlich am besten entwickelt“, sagte der Coach zu den Talenten in Havertz' Alter. „Kai ist ein Spieler, der zwischen den Linien sehr intelligent agiert, der auch eine sehr gute Geschwindigkeit hat und am Ball sehr sicher ist. Er kriegt den Ball durch die kleinste Lücke und hat einfach einen Torinstinkt in seinem jungen Alter. Es ist schön, wenn man Spieler in seinen Reihen hat, die Tore machen.“

Flick gratuliert Chelsea zu Werner-Transfer

Wir bleiben bei Hansi Flick, dem FC Bayern und Transfergerüchten: Obwohl der Wechsel von Timo Werner (24) zum FC Chelsea noch gar nicht vollzogen ist (siehe unten), hat Bayerns Trainer schon mal gratuliert. „Das ist eine Entscheidung, die Timo getroffen hat. Und die muss man auch respektieren, alles okay“, sagte Flick. Werner war auch lange Zeit ein Kandidat beim FC Bayern. „Timo ist ein sehr guter Spieler, einer, der Tore macht. Da hat Chelsea eine sehr gute Verpflichtung getätigt – wenn das so ist dann“, sagte Flick.

Wird das Hygienekonzept der DFL angepasst?

Nach Rudi Völler hat sich auch Leverkusens Trainer Peter Bosz für eine Überarbeitung des Hygiene-Konzepts der DFL ausgesprochen. „Es gibt einige Sachen, bei denen ich sage: Lass uns mal nachschauen, ob das immer noch so sein muss“, sagte Bosz.

„Am besten wäre, wenn wir nach einem Tor wieder jubeln dürften. Und wenn mehrfach getestete Auswechselspieler mit Abstand und Mundschutz auf der Tribüne sitzen, frage ich mich auch, ob das noch so sein muss.“ Das Konzept als solches sei sehr gut, „das hat die DFL super gemacht“, sagte der 56-Jährige: „Aber es wurde im März erstellt. Jetzt sind wir im Juni.“

Klopp: Liverpool-Kniefall „außergewöhnlich“

Jürgen Klopp ist beeindruckt, wie seine Spieler ihre Solidarität mit den Protesten zum Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA gezeigt haben. „Ich bin ja schon seit langem ganz stolz auf die Burschen, aber das war noch mal ein außergewöhnlicher Moment“, sagte der Liverpool-Coach dem TV-Sender Sky. „Als ich sie da gesehen habe und dieses Foto gemacht wurde, da war ich richtig stolz, weil es einfach auch eine wichtige Message ist.“

Die Profis der Reds waren beim Training am Montag symbolisch am Anstoßkreis niedergekniet, um ihre Unterstützung für die weltweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt zu zeigen. Ein Foto von der Aktion posteten Liverpool-Spieler wie Virgil van Dijk, Jordan Henderson und Trent Alexander-Arnold in sozialen Medien mit dem Kommentar „Einigkeit ist Stärke“ und dem Hashtag „Black Lives Matter“.

Die Initiative sei ganz spontan von den Spielern ausgegangen, sagte Klopp. „Wenn man sich unsere Mannschaft anschaut, wir haben Spieler aus Afrika, aus England usw. Es ist für uns schon so selbstverständlich, dass wir im ersten Moment gar nicht darüber nachgedacht haben, dass wir eine Message senden könnten“ erklärte der Coach. „Weil es völlig normal ist. Keinem war klar, dass wir das noch mal sagen müssen. Aber dann ist es den Jungs aufgefallen.“

Weigl bei Angriff auf Benfica-Bus verletzt

Der frühere BVB-Profi Julian Weigl ist schon wieder Opfer eines Angriffs auf einen Mannschaftsbus geworden. Diesmal wurde der Defensiv-Allrounder bei einem Angriff auf den Teambus seines aktuellen Clubs Benfica Lissabon verletzt. Er kam in eine Klinik. Unbekannte Täter hatten das Fahrzeug nach dem Spiel gegen Tondela (0:0) am Donnerstagabend mit Steinen beworfen.

„Julian Weigl und Andrija Zivkovic wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus da Luz gebracht, nachdem sie von Splittern getroffen worden waren“, teilte der Verein mit. Die Verletzungen sind anscheinend nicht schwerwiegend. Die Polizei ermittelt, bisher gibt es keine Erkenntnisse zu den Tätern.

Weigl (24) war im Sommer vom BVB nach Portugal gewechselt. Er gehörte zur Dortmunder Mannschaft, auf die im April 2017 ein Bomben-Attentat verübt wurde.

Werner vor Wechsel zu Chelsea

Es gab bereits viele Gerüchte um die Zukunft von Nationalstürmer Timo Werner. Doch der Verein, bei dem er angeblich kurz vor der Unterschrift stehen soll, überrascht nun wirklich. Es soll es um den FC Chelsea handeln. Laut der "Bild" soll der Stürmer von RB Leipzig seiner Ausstiegsklausel in Höhe von rund 60 Millionen Euro Gebrauch machen und nach der Saison an die Stamford Bridge wechseln. Dort soll Werner einen Vertrag bis 2025 erhalten und jährlich zehn Millionen Euro verdienen.

Ausschlaggebend für den Wechsel soll das intensive Werben von Chelsea-Coach Frank Lampard gewesen sein, der Werner zuletzt immer wieder angerufen haben soll, um ihm zu vermitteln, dass die Blues eine junge, hungrige Mannschaft um den Angreifer herum aufbauen wollen.

Damit wäre der von Jürgen Klopp trainierte FC Liverpool raus aus dem Rennen. Den Reds soll ohnehin die festgeschriebene Ablöse zu hoch sein.

Real Madrid bietet 80 Millionen für Havertz

Real Madrid macht im Werben um Nationalspieler Kai Havertz (20) ernst, holt sich aber den ersten Korb ein. Wie die „Bild“ berichtet, sollen die Spanier für den umworbenen Mittelfeldstar rund 80 Millionen Euro geboten haben. Leverkusen soll die Offerte aber bereits abgelehnt haben. Unter 100 Millionen Euro soll Havertz nicht wechseln dürfen.

Die Königlichen wollten Havertz angeblich noch ein Jahr an die Werkself verleihen, ehe er 2021 fest nach Madrid wechselt. Damit hätte Bayer schon im kommenden Transferfenster die Möglichkeit, die Havertz-Ablöse in neue Spieler zu investieren. Zuletzt hatte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler bei Sky die Hoffnung geäußert, dass „wir noch ihn noch ein Jährchen behalten können und dürfen“.

Tottenham: 175 Millionen von der Bank

Tottenham Hotspur hat ein 175 Millionen Pfund (194,5 Millionen Euro) schweres Darlehen von der Bank of England, der englischen Zentralbank, erhalten. Dem Club drohen laut eigener Darstellung Verluste von bis zu 200 Millionen Pfund (222,3 Millionen Euro). Tottenham profitiert dabei vom angesichts der Corona-Krise ins Leben gerufenen Hilfsprogramm CCFF.

( sid/dpa/HA )

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