Handball

Buxtehude trennt sich von A380 und zwei Spielerinnen

BSV-Legende Steffi Melbeck mit dem Airbus-"Überflieger".

BSV-Legende Steffi Melbeck mit dem Airbus-"Überflieger".

Foto: Buxtehuder SV

Bundesligist versteigert Unikat aus der besten Saison der Vereinsgeschichte. Zweitligapartner Buchholz-Rosengarten darf aufatmen.

Hamburg. Beim Versuch, die finanziellen Verluste in Folge der Corona-Krise aufzufangen, haben die Handball-Frauen des Buxtehuder SV ein echtes Ass aus dem Ärmel gezogen. Im Vorfeld des fünften Jahrestages des ersten DHB-Pokalsieges versteigert der Bundesligist einen legendären Airbus A380 (Maßstab 1:100) mit den Unterschriften aller Spielerinnen aus der Saison 2014/15.

Hintergrund: Dank ihres Pokal-Coups vom 16. Mai 2015 und der vorangegangenen besten Erstligasaison der Vereinsgeschichte (Vize-Meister mit 46:6 Punkten) gelten die damaligen Spielerinnen um Kapitänin Isabell Klein noch immer als „Überfliegerinnen“. Seinerzeit verewigte sich das Team auf dem im Handel bis heute für 470 Euro erhältlichen Modell des inzwischen nicht weiter produzierten Airbus-"Überfliegers".

BSV-Triumph in voller Länge im Internet

Dieses Unikat können Fans nun also meistbietend ersteigern. Gebote über einen Mindestbetrag von 500 Euro nimmt der BSV bis Sonntag, 17. Mai um 20 Uhr ausschließlich per E-Mail (mit Vor- und Nachname sowie Telefonnummer) an info@bsv-live.de entgegen. Bei gleichwertigen Geboten zählt die zuerst eingegangene Mail. Das aktuelle Höchstgebot wird mindestens zweimal täglich (10 und 17 Uhr) über die Homepage www.bsv-live.de kommuniziert.

Zur Einstimmung auf die Auktion können Nostalgiker übrigens das damalige Pokalfinale gegen den VfL Oldenburg auf sportdeutschland.tv jederzeit noch einmal in voller Länge als Stream abrufen. Das Ergebnis soll an dieser Stelle trotzdem noch einmal in Erinnerung gerufen werden: Buxtehude siegte im packenden Endspiel vor 3000 Zuschauern in der Sporthalle Hamburg auch dank eines glänzenden Comebacks von BSV-Legende Stefanie Melbeck mit 30:28.

Handball-Luchse bereit für Erste Liga

Auch für Buxtehudes Kooperationspartner HL Buchholz 08-Rosengarten geht es in der Jetzt-Zeit gegen das Coronavirus. Statt des eigentlich letzten echten Zweitliga-Heimspiels der Saison gegen die TG Nürtingen stand am Sonnabend lediglich ein fiktives Duell an.

"Aber das haben wir gewonnen", sagt Sven Dubau, Geschäftsführer der Handball-Luchse: "Die Resonanz der Fans und Sponsoren war großartig. Dank der Unterstützung werden wir die Saison plus/minus null abschließen."

Buchholz will vergangene Fehler vermeiden

Seit dem 18. März ist die Spielzeit in Erster und Zweiter Liga abgebrochen. Zum vierten Mal in Folge sind die Luchse aufstiegsberechtigt. Anders als in den drei Jahren zuvor will die Spielgemeinschaft, die sich 2016 dem Hamburger Handball-Verband angeschlossen hat, dieses Mal "das Abenteuer Erste Liga" wagen.

2011/12 und 2015/16 warfen die Handballerinen in der Beletage, als Zweitliga-Vizemeister 2017 und Meister der Jahre 2018 und 2019 verzichteten sie jedoch auf den Wiederaufstieg. "Notgedrungen“, wie Ehrenamtler Dubau sagt, "die finanzielle Last wäre ohne Schulden nicht zu stemmen gewesen.“ Das letzte Erstligajahr 2016 hatte der Club mit einem Minus von 40.000 Euro abgeschlossen. Die Fehler der Vergangenheit sollten sich nicht wiederholen. Auch in der kommenden Spielzeit nicht.

Erstliga-Lizenz noch diese Woche?

Die Erstligalizenz hatte Dubau fristgerecht beantragt. Allerdings lehnte die Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) die Etatplanung wegen eines fünfstelligen Minus ab. Die Lücke konnte nun geschlossen werden. Als Privatsponsor steuert Verleger Martin Schrader (Wochenblatt-Verlag) das fehlende Geld bei.

"Unser großer Dank gilt Herrn Schrader, dass er unseren Traum so sehr teilt", sagt Dubau, der an diesem Freitag mit der Lizenzerteilung rechnet. "Die Mannschaft hat sich den Aufstieg verdient. Sie spielt seit Jahren einen tollen Handball", sagt Gönner Schrader (77). 315.000 Euro veranschlagt Dubau im Etat.

Drei Transfers zwischen Luchsen und BSV

Der Austausch mit dem benachbarten Buxtehuder SV soll auch in einer Liga gelebt werden. Das hätten sich beide Seiten versichert. So wechselt zur neuen Saison Luchse-Linkshänderin Johanna Heldmann (24) zum BSV, während der diesjährige Europapokalteilnehmer die Außen Melissa Luschnat (27) und Maj Nielsen (18) an den Kooperationspartner abgibt. Auf die Derbys dürfen sich die Fans nun freuen – dann, wenn wieder echter Handball zu sehen sein wird.