Corona

ETV will Tennis in Kleingruppen trainieren lassen

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Michael Hirsack (58) ist seit 2010 Cheftrainer und Mit-Organisator der Tennisabteilung des Eimsbütteler Turnverbandes.

Michael Hirsack (58) ist seit 2010 Cheftrainer und Mit-Organisator der Tennisabteilung des Eimsbütteler Turnverbandes.

Foto: Privat

Chefcoach, Mediziner und Virologe legen Konzept für vier Spieler auf einem Platz vor. Gute Organisation und Disziplin sind nötig.

Hamburg.  Am heutigen Dienstag will der Hamburger Senat erste Lockerungen für den Vereinssport beschließen, unabhängig von den Ergebnissen der Schaltkonferenz am Mittwoch, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den 16 Ministerpräsidenten weitere „Öffnungsorgien“ berät. Fest steht wohl: Individualsport im Freien dürfte vom Donnerstag an in Hamburg wieder möglich sein, Golf, Tennis, Leichtathletik, Segelfliegen, Wasser- und Bogensport und einiges mehr, unter bestimmten Voraussetzungen auch Mannschaftssport. Die meisten Vereine haben sich auf diesen Tag vorbereitet und entsprechende Abstands- und Hygienekonzepte erarbeitet.

Michael Hirsack (58), Cheftrainer und Mit-Organisator der Tennisabteilung des Eimsbütteler Turnverbandes (ETV), geht bei seinen Überlegungen sogar einen Schritt weiter, er möchte auch wieder in Kleingruppen trainieren lassen: „Wir glauben, dass ein Tennisplatz nicht nur für zwei, sondern auch für vier Spieler ausreichend groß ist, um dort die nötigen Abstände einzuhalten und um angemessen trainieren zu können. Die Abstände sind größer als bei jedem Einkauf im Supermarkt – zudem befinden wir uns draußen.“ Mit Hütchen will er den Court längsseits unterteilen. Dadurch wäre Kinder-, Jugend-, auch Erwachsenentraining unter angemessenen wirtschaftlichen Bedingungen möglich. In Österreich und der Schweiz setzen die Verbände dieses Konzept bereits um.

Eltern und Begleitpersonen sollten die Anlage möglichst nicht betreten

„Vier Spieler plus Trainer auf einem Platz verlangt eine gute Organisation und vor allem Disziplin“, sagt Hirsack, „aber die Fähigkeit sich in sozialer Distanz zu bewegen, wird derzeit in allen Lebensbereichen gefordert und damit auch geübt.“ César Muñoz-Fontela, Professor für Virologie am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut, und der Mediziner Dr. Till Wiemann, Mitautoren des ETV-Papiers, halten den Vorschlag aus ärztlicher Sicht für unbedenklich und empfehlen ihn anderen Tennisclubs zur Nachahmung. Trainer und Übungsleiter sollten jedoch vorher geschult werden.

Weitere ETV-Vorschläge für das Kleingruppentraining sind: Bälle werden nur auf dem Schläger gesammelt. Alle Materialien müssen vom Trainer, der Trainerin auf- und abgebaut werden. Der Coach desinfiziert davor und danach seine Hände. Spieler mit allgemeinen Grippesymptomen dürfen nicht teilnehmen. Eltern und Begleitpersonen sollten die Anlage möglichst nicht betreten. Sofern Kinder gebracht werden müssen, können sich deren Begleiter unter Einhaltung der allgemeinen Distanzregeln außerhalb des Platzes aufhalten.

Ansonsten dürfen nur Einzel gespielt werden, Doppel nur mit Familienangehörigen und Personen des eigenen Hausstandes. Beim ETV wurden auf der Anlage am Lokstedter Steindamm jetzt vor den acht Plätzen Desinfektionsmittelspender aufgestellt, um endlich wieder zum Schläger greifen zu können.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum und halten Sie Abstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden
( rg )

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