Coronakrise im Sport

Schleswig-Holstein gibt grünes Licht für Amateurkicker

Corona-Tests: Aufatmen beim VfB, Bangen in Gladbach. Ethikrat watscht Fußball-Bundesliga ab. Handball: Feine Aktion von Ex-HSV-Star.

Die Corona-Krise hat auch massive Auswirkungen auf die Welt des Sports.

Die Entwicklungen am 5. Mai 2020 im Überblick:

Amateurfußball: Schleswig-Holstein erlaubt Training

Das Innenministerium in Schleswig-Holstein hat am Dienstag bestätigt, dass die Amateurfußballer im nördlichsten Bundesland bei Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln trotz der gegenwärtigen Corona-Pandemie wieder trainieren dürfen.

Der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband (SHFV) hatte seinen Vereinen zuvor mitgeteilt, dass ein Trainingsbetrieb unter Auflagen möglich sei. In fast allen anderen Bundesländern gilt für den Bereich des Amateurfußballs weiter ein Trainingsverbot.

VfB Stuttgart: Unklarer Corona-Befund negativ

Aufatmen beim Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart: Ein zunächst unklarer Befund innerhalb des Clubs hat sich bei einem zweiten Test auf das Coronavirus als negativ erwiesen. Dies bestätigte der VfB am Dienstag.

Die betroffene Person, die nach Vereinsangaben keine Symptome aufwies, war vorsorglich in häusliche Quarantäne genommen worden. Nach SID-Informationen handelte es sich um einen der Spieler.

Bericht: Zwei Corona-Fälle bei Gladbach

Unter den zehn bislang positiv getesteten Personen in der Fußball-Bundesliga sind auch zwei von Borussia Mönchengladbach. Nach Informationen der Rheinischen Post aus Vereinskreisen sind ein Spieler und ein Physiotherapeut betroffen.

Der Verein wollte sich nicht äußern und verwies auf eine Erklärung nach den Ergebnissen des zweiten Tests. Die beiden Positiv-Fälle sind laut "RP“ nach der ersten Testreihe bekannt geworden. Die beiden Personen seien in Quarantäne, der übrige Teil des Teams nimmt am Trainingsbetrieb teil.

Bislang sind davon drei Fälle beim Bundesligaclub 1. FC Köln sowie jeweils einer bei den Zweitligisten Erzgebirge Aue (siehe früherer Eintrag) und Dynamo Dresden bekannt geworden.

TV-Geld: Frankreichs Clubs werden entschädigt

Nach dem Saisonabbruch bekommen Clubs der französischen Profi-Ligen Ligue 1 und Ligue 2 einen Ausgleich für entgangene TV-Einnahmen. Der Fußballverband LFP werde laut Medienberichten dazu einen staatlich garantierten Kredit in Höhe von rund 225 Millionen Euro aufnehmen.

Der Liga-Verwaltungsrat hatte in der vergangenen Woche den Saisonabbruch verkündet. Ursprünglich wollte die Liga ab Mitte Juni den Spielbetrieb fortsetzen.

DFL setzt MGV nach Merkel-Gipfel an

Die DFL hat die 36 Profivereine der 1. und 2. Bundesliga für Donnerstag zu einer Mitgliederversammlung eingeladen.

Bei der Videokonferenz sollen die Ergebnisse des Polit-Gipfels mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer an diesem Mittwoch erörtert werden.

Die DFL hofft dabei auf ein klares Signal der Politik für eine Wiederaufnahme des seit Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzten Spielbetriebes.

Zweite Testreihe: Werder weiter coronafrei

Bei Werder Bremen hat auch eine zweite Testreihe keine einzige Corona-Infektion bei Spielern, Trainern und Betreuern ergeben. Die ausschließlich negativen Befunde dieser am Sonntag von einem Mitarbeiter der Paracelsus-Klinik durchgeführten Tests bestätigten die Ergebnisse einer ersten Reihe vom vergangenen Donnerstag.

Eine erste Voraussetzung, um wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen zu können, hat der Tabellenvorletzte mit diesen Testergebnissen erfüllt. Wann genau Werder wieder einen Übungsbetrieb mit dem kompletten Kader aufnehmen kann, steht aber noch nicht fest. Der Club benötigt dafür die Erlaubnis der lokalen Behörden.

Rettig prangert Auswüchse im Profifußball an

Andreas Rettig hat die Auswüchse im Profifußball in den vergangenen Jahren angeprangert: "Wenn ich die Club-WM sehe, ist das ein massiver Angriff auf die Solidargemeinschaft“, sagte der ehemalige DFL-Geschäftsführer und kaufmännische Geschäftsleiter des Zweitligisten FC St. Pauli in der Sendung "100% Bundesliga Spezial" des TV-Senders Nitro.

"Dass da 40 bis 45 Millionen als Antrittsgage gezahlt werden für einen Jux-Wettbewerb, muss mir mal jemand erklären. Das ist ein Problem und ein Systemfehler."Anstelle einer Rangliste der 20 umsatzstärksten Clubs würde sich Rettig eine Tabelle mit den 20 Vereinen wünschen, die am meisten für die Gesellschaft tun.

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Der 57-Jährige setzte sich im Lauf der gegenwärtigen Corona-Pandemie einmal mehr für einen neuen Werte-Kanon im Sport und im Profifußball ein: "Der Profifußball ist nicht systemrelevant, um das mal klar zu sagen, allenfalls gefühlsrelevant. Der Sport als solches hat für mich eine gesellschaftliche Relevanz, und da muss der Profifußball auch allen anderen Sportarten helfen."

Die Durchsetzung einer Gehaltsobergrenze im Fußball hält der ehemalige Funktionär für schwierig: "Es geht immer am Ende um das Verantwortungsbewusstsein der Entscheidungsträger“, meinte Rettig. "Es wird immer wieder Umgehungstatbestände geben.“

Corona-Fall in Aue: Kader in Quarantäne

Bei Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue ist ein Mitarbeiter aus dem Funktionsteam positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das habe sich aus der zweiten Testreihe ergeben, teilte der Club am Dienstag mit. Als Folge hat Aue alle Spieler, Trainer sowie das Funktionsteam unter häusliche Quarantäne gestellt.

"Der Verein steht in engem Kontakt mit der Gesundheitsbehörde und hat diese umfassend über den Fall informiert“, hieß es in einer Mitteilung. Die Quarantäne gilt vorerst bis Donnerstag. Nach der ersten Testreihe waren noch alle Tests bei Aue negativ.

Verkürzte Spiele in der Premier League?

In der Diskussion über eine Fortsetzung der Premier League gibt es immer mehr ungewöhnliche Vorschläge. Der Vorsitzende der Spielergewerkschaft PFA, Gordon Taylor, berichtete, dass auch eine Verkürzung der Spieldauer im Gespräch sei. "Wir wissen, welche Vorschläge (bisher) gemacht wurden", sagte Taylor im Interview des Senders BBC Radio 4, "die Möglichkeit häufiger zu wechseln, dass die Halbzeiten nicht die vollen 45 Minuten dauern, neutrale Austragungsorte - es gibt viele Ideen."

Wie realistisch der Vorschlag kürzerer Halbzeiten tatsächlich ist, vermochte Taylor allerdings nicht zu sagen. "Wir können die Zukunft nicht voraussehen“, sagte er. "Warten wir mal ab, welche Vorschläge es noch gibt, dann lassen wir die Manager, Trainer und Spieler all das verarbeiten und sich ein fundiertes Bild machen."

Eine solche temporäre Änderung der Fußballgrundlagen wäre Angelegenheit für die Regelhüter des International Football Association Board Ifab. Zuletzt hatte der Weltverband beim Ifab den Vorschlag gemacht, wegen der Corona-Krise vorübergehend bis zu fünf statt drei Auswechslungen pro Team zu erlauben.

Spahn begrüßt Kalou-Suspendierung

Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Suspendierung von Hertha-Profi Salomon Kalou nach dessen Kabinen-Video begrüßt. Das DFL-Hygienekonzept müsse "natürlich auch gelebt werden und deswegen war es auch richtig, dass dieser Verein nach diesem Video auch Konsequenzen gezogen hat“, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk: "Und ich hoffe, dass jetzt alle verstanden haben, dass es hier um was geht."

Spahn lobte dennoch das DFL-Konzept, das "für andere Profisportbereiche" ein Vorbild sein könne. Auch der Profisport müsse "Schritt um Schritt in einen neuen Alltag" gehen dürfen, sagte der Gesundheitsminister: "Aber der muss dann auch gelebt werden und die Vereine müssen dann auch garantieren können, in der Lage sein, dass ihre Spieler, egal wie jung oder alt, das dann auch umsetzen.“

FDP-Chef Christian Lindner fordert derweil harte Strafen für Fußballprofis, die sich wie Kalou nicht an Hygiene- und Abstandsregeln halten. "Das ist ein Warnschuss für alle, dass jeder Verantwortung tragen muss“, sagte Lindner am Dienstag in Berlin. "Solch individuelles Fehlverhalten muss daher so streng geahndet werden, dass es selbst Fußballmillionären richtig weh tut. Dennoch darf daraus nun kein Schaden für die Liga insgesamt entstehen.“

Verbands-Chef: Regionalliga Nord vor Abbruch

Der Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes, Günter Distelrath, rechnet nicht mehr mit einer Fortsetzung der Saison in der Regionalliga Nord. "Ich möchte hier dem Meinungsbild unserer Regionalliga-Vereine nicht vorgreifen. Hinzu kommt, dass auch der Saisonablauf der 3. Liga noch eine Rolle spielt und natürlich die behördlichen Anordnungen. Im Trend geht es sicher wie in den anderen Regionalverbänden in Richtung Abbruch“, sagte Distelrath, zugleich auch Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes, in einem auf der Verbands-Homepage veröffentlichten Interview.

Seit Montag läuft eine schriftliche Befragung der 18 Vereine, zu Beginn der kommenden will sich dann das NordFV-Präsidium mit den Ergebnissen befassen. Die Tendenz geht aber klar in Richtung Abbruch. "Eine Fortsetzung verbietet sich eigentlich, denn es gibt kein Datum, von dem an Amateurspiele wieder möglich sind. Mit einer Fortsetzung würden wir auch die kommende Saison in Frage stellen, sagte Jürgen Stebani, Spielleiter der Regionalliga Nord, der Nordwest Zeitung. "Eine Annullierung halte ich für ausgeschlossen, denn in diesem Fall würde es keine sportlichen Entscheidungen geben“, sagte Stebani auch mit Blick auf die unteren Ligen.

BBL-Finale: Bayern nehmen keine Hallenmiete

Der deutsche Meister Bayern München stellt den Audi Dome für die Ausrichtung des möglichen Finalturniers der Basketball Bundesliga (BBL) kostenlos zur Verfügung. "Wir nehmen keine Hallenmiete in so einer Situation“, sagte Geschäftsführer Marko Pesic dem SID.

"Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir das finanziell stemmen können. Weil unsere finanzielle Situation auch sehr, sehr angespannt ist“, so Pesic. Allerdings sei "kein Bewerber ins Rennen gegangen, um ein Plus zu erwirtschaften. Es geht darum, die Kosten so weit wie möglich zu decken."

Der BBL fehlen zur Durchführung des Turniers, das im Juni stattfinden soll, jetzt noch die behördlichen Genehmigungen. Deshalb blickt Pesic interessiert nach Berlin, wo am Mittwoch eine Entscheidung zum Fußball bekannt gegeben wird.

Auch der BBL-Geschäftsführer ist gespannt. "Wenn der Fußball kein Okay bekäme, wovon wir mal nicht ausgehen, dann wäre es für uns auch schwierig“, sagte Stefan Holz.: "Wir sind ja schon ein Stück weit im Sog unterwegs. Wenngleich wir unser eigenes Ding machen.“

Italien: Staatshilfe für Clubs bei Abbruch

Die italienische Regierung will die Serie-A-Clubs finanziell unterstützen, sollte die Meisterschaft nicht zu Ende gespielt werden können. "Ich werde alles versuchen, um den Neustart der Meisterschaft zu garantieren. Sollte die Regierung jedoch feststellen, dass die Bedingungen für den Neubeginn nicht vorhanden sind, werden wir uns bemühen, die finanziellen Schäden für die Clubs einzugrenzen. Wir werden die ganze Sportwelt unterstützen“, sagte der italienische Sportminister Vincenzo Spadafora der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera.

Insgesamt stellte der Minister Investitionen in der Größenordnung von einer Milliarde Euro für den Sport in Aussicht. Die Meisterschaft wurde am 9. März wegen der Pandemie gestoppt, die Italien mit fast 30.000 Todesopfern besonders stark betroffen hat. Zwölf Spieltage fehlen noch bis zum Saisonende.

Tennismatch auf Hubschrauber-Landeplatz

Als Zeichen der Solidarität mit dem Personal haben sich die australischen Tennisstars Ashleigh Barty und Pat Rafter auf dem Hubschrauberlandeplatz eines Krankenhauses in Brisbane ein Showmatch geliefert. Anschließend machte das Duo einen Rundgang durch eine Station des Royal Hospitals in Queensland, auf der COVID-19-Patienten behandelt werden.

"Es war unglaublich zu sehen, wie das funktioniert. Hier gibt es eine Menge Leute und unbesungene Helden“, sagte die Weltranglistenerste Barty, "sie arbeiten unbeobachtet und hart für unsere Sicherheit und die der Gesellschaft. Es war sehr speziell für mich.“

Der zweimalige US-Open-Sieger Rafter ergänzte: "Wir haben die Leute dahinter gesehen, was die tragen müssen, wie intensiv es für sie ist in dieser Umgebung. Man kann ihnen nicht genug dafür danken."

Der Chef des Hospitals war von der Geste der beiden Superstars begeistert. "Das war außergewöhnlich. Die Menschen hier arbeiten derzeit wie die Sklaven. Da tut es gut, sich mal fünf Minuten abzulenken."

Tennis: Nadal hakt die Saison ab

Tennisstar Rafael Nadal hat die Turniersaison so gut wie abgeschrieben. "Ich hoffe, dass es noch in diesem Jahr wieder losgeht, aber ich glaube es nicht. 2020 sehe ich praktisch als verloren an“, sagte der 33-jährige Spanier der Zeitung El País.

Das Turnier, auf das er nun blicke, seien die Australian Open, die im Januar stattfinden sollen. Aber auch die Austragung dieses Grand-Slam-Turniers sei alles andere als sicher und bereite ihm Sorgen, meinte Nadal. "Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wieder starten können, hoffentlich ist es auch so."

Liverpool bittet um Zeit im Poker um Werner

Der FC Liverpool hat offenbar um Bedenkzeit für einen möglichen Transfer von Nationalspieler Timo Werner (RB Leipzig) gebeten. Die Vertreter des Stürmers seien darüber informiert worden, dass man zunächst die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie abwarten wolle, berichtete die englische Tageszeitung "The Guardian".

Demnach hofft Liverpool, in den kommenden Wochen ein schärferes Bild von seinen Möglichkeiten im anstehenden Transferfenster zu bekommen. Werner kann Leipzig aufgrund einer Klausel für etwa 60 Millionen Euro im Sommer verlassen.

Ex-HSV-Star Lindberg verschenkt Handbälle

Hans Lindberg, Kapitän des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, hat für strahlende Kinderaugen gesorgt. Der dänische Weltmeister schenkte einem Mädchen, das seinen Handball verloren hatte, kurzerhand neue Spielgeräte. Er sei auf Twitter darauf aufmerksam geworden, sagte der 38 Jahre alte ehemalige HSV-Star (2007-2016) und "dachte direkt, dass ich dort doch helfen kann".

Ein Nutzer hatte das Plakat geteilt, mit dem Lea ihren Handball wieder finden wollte. Lindberg verabredete sich am vergangenen Sonntag mit ihr und ihrer Mutter und hatte noch eine besondere Überraschung dabei: "Auch meinen diesjährigen Spielball aus dem EHF-Cup habe ich Lea mitgebracht", sagte er.

Der Rechtsaußen der Füchse sei selbst Vater und wisse, wie viel Spaß Kinder durch den Sportbekämen. "In der aktuellen Situation verlieren Menschen ihre Arbeitsstellen, Kinder können nicht mehr in die Schule und auch ihre Freunde nicht treffen. Da ist es schön, wenn ich mit einer Kleinigkeit wie dieser helfen kann“, sagte Lindberg.

Ronaldo zurück in Turin – und in Quarantäne

Fußballstar Cristiano Ronaldo ist nach zwei Monaten auf seiner Heimatinsel Madeira wieder in Turin. Der Privatjet des Portugiesen landete laut Medienberichten am Montagabend gegen 22.20 Uhr in der Stadt, der Juventus-Offensivspieler muss nun in Quarantäne. Es ist aber noch unklar, ob diese wie üblich zwei Wochen dauert oder verkürzt werden kann, sollten seine Coronatests negativ ausfallen.

Ronaldo kehrte mit seiner ganzen Familie nach Turin zurück. Der 35-Jährige war bereits Anfang März, vor Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen, nach Madeira geflogen, weil seine Mutter einen Schlaganfall erlitten hatte.

Juve hatte am Montag in Form von Gesundheitschecks die „Phase 2“ zum Neustart des Einzeltrainings begonnen. Nach einer fast zweimonatigen Quarantäne, bei der die Spieler Turin nicht verlassen durften, wurden bei den ersten Profis die medizinischen Tests vorgenommen. Wann die italienische Meisterschaft wieder aufgenommen wird, ist unklar.

Kerber: Glaube an Gott als Anker

Tennis-Stars Angelique Kerber (32) schöpft in Krisenzeiten auch Zuversicht aus ihrer katholischen Erziehung. "In schwierigen Momenten ist der Glaube an Gott für mich ein Anker. Wobei der Glaube für mich verschiedene Ausprägungen hat und auch darin zum Tragen kommt, an sich und seinen eigenen Weg zu glauben", sagte die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin und ehemalige Weltranglisten-Erste der Zeitschrift "Emotion".

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Die Corona-Pause sei "wie eine Vollbremsung im vollen Lauf" gewesen, sagte Kerber. Die Kielerin hält sich aktuell mit Trainingseinheiten in ihrer Tennis-Akademie in Puszczykowo (Polen) fit und ermuntert auch andere zum Sporttreiben. "Aktivität macht den Kopf frei, man kommt auf andere Gedanken", sagte die Nummer 21 der Tennis-Weltrangliste.

HSV verschickt seine Fan-Masken

Der HSV hat mit dem Versenden der Schutzmasken in den Vereinsfarben begonnen. Der blau-weiß-schwarze Mund-Nasen-Schutz war Mitte April im Onlineshop angeboten worden. Binnen sechs Tagen waren sämtliche 57.000 Stück vorbestellt. Die Zahl entspricht den Zuschauerplätzen im Volksparkstadion. Nach Angaben des Clubs sind weitere Masken geplant. Noch ist offen, wann sie wieder angeboten werden.

Der Erlös aus dem Verkauf geht an die HSV-Stiftung "Der Hamburger Weg". Mit dem Geld sollen sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche aus der Hansestadt unterstützt werden.

RB Leipzig: Grünes Licht für Teamtraining

Fußball-Bundesligist RB Leipzig darf das Mannschaftstraining aus Sicht der Behörden wieder aufnehmen. Ein Sprecher des Innenministeriums verwies dabei auf die seit Montag geltende neue Corona-Schutz-Verordnung des Freistaats Sachsen, laut der Athleten ihren Sportwieder ausüben dürfen, wenn ein Arbeitsvertrag besteht.

In der Hygiene-Allgemeinverfügung ist zudem eine Sonderregelung verankert, wonach Training und Wettkämpfe nach den „Vorgaben der Bundesfachverbände durchzuführen“ sind. RB hatte der Stadt Leipzig ein Hygienekonzept vorgelegt. Die Stadt hatte für eine Entscheidung zum Mannschaftstraining jedoch an das Land verwiesen.

BVB-Kapitän Reus verpasst wohl den Neustart

Marco Reus wird wohl den noch für Mai erhofften Neustart der Fußball-Bundesliga wegen seiner langwierigen Verletzung verpassen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, werde der Kapitän von Borussia Dortmund kaum bis zum 16. oder 23. Mai wieder fit, zudem wolle BVB-Trainer Lucien Favre nichts überstürzen und Vorsicht walten lassen.

Reus selbst sieht sich auf einem guten Weg und kurz vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining. "Ich bin gut im Reha-Plan, die Corona-Krise war mein Glück, ich hatte etwas mehr Zeit, die Verletzung auszukurieren“, sagte der 30-Jährige in einem RTL/ntv-Interview.

"Ich bin gut im Soll, ich habe ja mal gesagt, dass ich im Mai wieder zurückkehren möchte – und jetzt hoffe ich, dass es so geschieht“, erklärte der Nationalspieler. "Wann genau das ist, kann ich noch nicht sagen."

Ethikrat zu DFL: "Geschicktes Lobbying"

Im Deutschen Ethikrat gibt es Skepsis hinsichtlich einer schnellen Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga. Dass in die Debatte um die Bundesliga "so viel Energie“ gesteckt werde, sei "ein Beispiel für geschicktes Lobbying“, sagte Ethikrat-Mitglied Steffen Augsberg der Neuen Osnabrücker Zeitung. Der Rechtsprofessor nannte es "sinnvoller, darauf hinzuarbeiten, dass Kinder wieder gemeinsam draußen spielen können und etwa die Gastronomiebranche schnellstmöglich wieder in die Gänge kommt".

Der Fußball werde in den Planungen für die Lockerung der Corona-Restriktionen "doch sehr gehätschelt“, kritisierte Augsberg. Für die Gesamtbevölkerung sei es nicht sonderlich relevant, ob Bundesligaspiele stattfänden oder nicht. Selbst wenn alle Jobs einbezogen würden, die an der Branche hängen, habe der Fußball "eine überschaubare wirtschaftliche Bedeutung“. Andere Teile der Bevölkerung seien "viel erheblicher und existenzieller" von der Corona-Krise betroffen. Der Deutsche Ethikrat berät Bundesregierung und Bundestag.

Corona: NFL verzichtet auf Auslandsspiele

Aufgrund der unklaren Entwicklung hinsichtlich der Corona-Krise verzichtet die US-Football-Profiliga NFL in der kommenden Saison auf ihre Auslandsspiele. Wie auch in den Jahren zuvor sollten vier Spiele der regulären Saison in London (Wembley und Tottenham-Stadion) ausgetragen werden, eines in Mexiko-Stadt (Aztekenstadion).

"Auch wenn die vielen Fans der NFL in London, in Großbritannien und in ganz Europa über diese Nachricht enttäuscht sein werden, war es die absolut richtige Entscheidung, um die Sicherheit der Beteiligten sicherzustelle", sagte Londons Bürgermeister Sadiq Khan.

Damit steht fest, dass in der kommenden Saison alle Spiele in den USA ausgetragen werden. Die Bekanntgabe des Spielplans wird im Laufe der Woche erwartet. Trotz der Krise plant die NFL zunächst mit einer normalen Saison, die im September beginnen soll.

Holzhäuser: "Steuerzahler muss halt herhalten"

Ex-Manager Wolfgang Holzhäuser fordert umfangreiche Reformen im Profifußball und in der Bundesliga. "Es wird höchste Eisenbahn, dass die horrenden Steigerungen der Gehälter und Transfersummen begrenzt wird. Es ist höchste Zeit, etwas zu tun“, forderte der 70 Jahre alte frühere Ligasekretär des DFB und Geschäftsführer von Bayer Leverkusen in einem dpa-Interview.

"Ich gehöre zu den Leuten, die schon vor vielen Jahren vor dieser Art von Darstellung des Fußballs in der Öffentlichkeit gewarnt haben“, sagte Holzhäuser. Das geht unter, wenn der Fußball so funktioniert, wie er in den letzten Jahren funktioniert hat.“ Im Zuge der Corona-Krise und der finanziellen Sorgen mancher Clubs gehört für ihn ebenso die Finanzierung "auf den Prüfstand".

Dagegen hält Holzhäuser die Fortsetzung der Bundesliga ohne Zuschauer wirtschaftlich für notwendig, da sie "ohne Steuerzahlungen durch die Krise gehen“ müssten. "Die Bundesliga hat doch das gleiche Recht, in diese Richtung zu denken, wie es beispielsweise Konzerne wie Lufthansa oder Adidas tun", meinte er. "Auch sie sagen, wir müssen weiterkommen, und wenn es nicht geht, dann muss eben der Steuerzahler dafür herhalten."

Tennis-Vize über Fußball: "Neid fehl am Platz"

Der Tennis-Funktionär Dirk Hordorff (64) hat sich für eine baldige Fortsetzung der Saison im Profifußball ausgesprochen. "Ich plädiere für einen schnellen Wiederanpfiff in den Fußball-Bundesligen. Die DFL hat ein Konzept vorgelegt, das überzeugt“, sagte der Vize-Chef des Deutschen Tennis Bundes in einem Interview dem Münchner Merkur und der tz. Er sei sicher, "dass der Fußball verantwortungsvoll zurückkehrt".

Der Fußball sei "ein ganz wichtiger Teil unserer Gesellschaft, der vielen Millionen von Menschen Vergnügen bereitet. Er ist ein Wirtschaftsbereich, der genauso das Recht hat, wieder zurückzukommen, wie alle anderen Bereiche. Neid ist da völlig fehl am Platz", sagte Hordorff. Im Tennis ist die internationale Tour bis Mitte Juli ausgesetzt, eine Verlängerung der Pause gilt als sehr wahrscheinlich.

Deutscher gewinnt viel beachtetes Tennis-Turnier

Tennisprofi Yannick Hanfmann (München) hat den ersten Teil der vielbeachteten Turnierserie in Höhr-Grenzhausen gewonnen. Der 28-Jährige setzte sich im entscheidenden Match gegen Dustin Brown (Winsen/Aller) durch, mit 4:2 und 4:0 machte er letztlich einen Favoritensieg perfekt: Als Nummer 143 der ATP-Rangliste war er der am besten platzierte Teilnehmer, insgesamt waren acht deutsche Spieler am Start.

Der Wettbewerb auf einem Ascheplatz im Westerwald war das erste Tennisturnier seit der Aussetzung des kompletten Spielbetriebs Anfang März und eines der ersten nicht-virtuellen Sportereignisse in der Corona-Krise. Es ging lediglich um wenige Hundert Euro, das internationale Interesse war dennoch groß: Der "Tennis Channel", alleine in den USA in mehr als 62 Millionen Haushalten zu empfangen, übertrug live. CNN, die New York Times und ESPN hatten vorab berichtet.

Grings für Quarantäne-Trainingslager

Die frühere Fußball-Nationalspielerin und aktuelle Oberliga-Trainerin Inka Grings (41) hat sich für Trainingslager der Männer-Bundesligisten unter Quarantäne-Bedingungen ausgesprochen. "Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Aber nach den Fällen beim 1. FC Köln sieht man ja schon, dass es so immer komplizierter wird“, sagte Grings der Rheinischen Post.

Daher sei es vernünftig, "wenn bereits jetzt alle zu einem Art Trainingslager zusammenkommen und man dadurch den Kreis noch geschlossener hält“, sagte die Trainerin des Männer-Oberligisten SV Straelen. Beim 1. FC Köln waren zwei Spieler und ein Physiotherapeut positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Montag gab die DFL sieben weitere Fälle bei den Tests in der 1. und 2. Bundesliga bekannt.

Langlauf-Coach sorgt sich um WM

Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder macht sich Sorgen um die Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf. "Das ist überhaupt nicht weit weg. Natürlich macht man sich Gedanken. Viele glauben jetzt nach den Lockerungen, ok, wir haben es überstanden. Corona ist vorbei. Deutschland hat bis jetzt sicher vieles richtig gemacht. Aber wenn du in die Welt schaust, dann siehst du: es ist nicht vorbei“, sagte Schlickenrieder dem Münchner Merkur und der tz.

Die Titelkämpfe von Skispringern, Kombinierern und Langläufern sind im Allgäu für 23. Februar bis 7. März angesetzt.

Auch sportlich sieht der ehemalige Profi noch Nachholbedarf bei seinem Team. Nur eine von 17 Athletinnen und Athleten hätte das ganze Jahr durchtrainieren können, sagte Schlickenrieder. Man habe es zudem im vergangenen Winter nicht geschafft, "auf den Punkt voll da zu sein".

Kaymer spielt virtuell um Geld für Hilfsprojekte

Deutschlands Topgolfer Martin Kaymer und einige Kollegen der Europa-Tour treten ab dieser Woche in einer virtuellen Turnierserie gegeneinander an und spielen dabei um Preisgeld für Corona-Initiativen. Jede Veranstaltung ist mit 10.000 Dollar dotiert, die der Sieger an ein Hilfsprojekt seiner Wahl spendet. Prominenteste Akteure neben dem zweimaligen Major-Gewinner Kaymer sind der Engländer Lee Westwood und Bernd Wiesberger aus Österreich.

Die Serie BMW Indoor Invitational mit modernster Simulator-Technologie umfasst fünf Turniere. Die Spieler werden ihre Runde in jeder Woche zwischen Montag und Mittwoch spielen. Zu sehen ist es dann an den folgenden Sonnabenden auf den Social Media Kanälen der European Tour und von BMW Golfsport.

Ungarn: Fußball soll ab 23. Mai rollen

Der ungarische Fußballverband (MLSZ) will trotz der Corona-Krise noch im Mai die Saison fortsetzen. Der Verband teilte mit, dass die Pokalhalbfinals zwischen MTK Budapest und Honved Budapest sowie MOL Fehervar FC und Mezökövesd-Zsory SE als Geisterspiele bereits am 23. Mai stattfinden sollen.

Eine Woche später soll schließlich der Ligabetrieb ohne Zuschauer wieder anlaufen. Damit wäre Ungarn eines der ersten europäischen Länder, in dem nach der Coronapause wieder wettkampfmäßig der Ball rollt.

Spucken verboten: Baseball-Start in Korea

Nach monatelanger Unterbrechung hat in Südkorea der Profisport wieder begonnen. Am Dienstag startete die neue Baseball-Saison der KBO League unter strengen Vorschriften mit fünf Spielen, Fußball und Golf sollen rasch folgen.

Beim Baseball sind keine Zuschauer erlaubt, die Körpertemperatur jedes Spielers wird vor dem Match zweimal gemessen. Abgesehen vom Spielfeld und der Ersatzbank ist das Tragen von Schutzmasken Pflicht, Spucken und Händeschütteln sind verboten.

Der US-Sender ESPN will ab jetzt pro Woche sechs Spiele live übertragen. Im Fußball geht es in Südkorea ab Freitag weiter. Am 14. Mai beginnt die Korea Ladies Professional Golf Association (KLPGA) Championship in Yangju.