Sport in der Coronakrise

Werder-Legenden starten Telefonhilfe für Risikopatienten

Nationalspieler wird zu Quarantäne-Pechvogel. Hilft Sky klammen Clubs? Geister-Debatten in verschiedensten Sportarten.

Die Coronakrise hat auch massive Auswirkungen auf den Sport.

Verfolgen Sie hier die aktuellen Entwicklungen (die wichtigsten Meldungen in der Übersicht):

Werder startet Telefonhilfe für ältere Mitglieder

Frank Baumann ist dabei, Marco Bode auch und Frank Ordenewitz ebenfalls: Die Ex-Fußballer von Werder Bremen greifen in diesen Tagen zum Telefon und rufen ältere Vereinsmitglieder an. Einfach so, um mal zu fragen, wie es ihnen in der Corona-Krise so geht. Rund 1800 der gut 40.000 Vereinsmitglieder des Fußball-Bundesligisten sind nach Informationen von deichstube.de über 70 Jahre alt und zählen damit zur Coronavirus-Risikogruppe. Sie alle sollen einen Anruf bekommen.

"Wir wollen zeigen, dass wir für die Menschen da sind", sagt Michael Rudolph, der Direktor Kommunikation der Norddeutschen. "Wir fragen den grundlegenden Bedarf bei unseren älteren Mitgliedern ab." Dabei geht es zum Beispiel um Einkäufe oder die Frage, ob die Mitglieder zur Apotheke kommen. Wenn Probleme auftauchen, leitet Werder die Mitglieder an Gruppen weiter, die helfen.

Nicht nur die bekannten Bremer-Fußball-Persönlichkeiten wie Sport-Geschäftsführer Baumann, der 1996er Europameister Bode oder Ordenewitz, der 1988 mit Werder Deutscher Meister wurde, beteiligen sich an der Aktion. Alle Club-Mitarbeiter sind aufgefordert mitzumachen.

Mercedes-Stall verbreitet Pläne für Atemhilfe

Das Formel-1-Weltmeisterteam Mercedes setzt sein Know-how im Kampf gegen das Coronavirus ein. Das Werksteam um Champion Lewis Hamilton stellt das Design für eine neue Atemhilfe, die gemeinsam mit Ingenieuren des University College London entwickelt wurde, Herstellern frei zur Verfügung. Die Atemhilfe soll Covid-19-Patienten mit Lungeninfektionen dabei helfen, leichter zu atmen, wenn eine Sauerstoffstoffmaske allein nicht ausreichend ist.

Alle Details, die für die Herstellung des Geräts benötigt werden, stehen für Hersteller im Internet zum Download bereit. "Regierungen, relevante Hersteller aus der jeweiligen Branche, Akademiker und Gesundheitsexperten können Zugang zu den Designs beantragen, um die Qualitätskontrolle bei der Herstellung sicherzustellen. Die Geräte müssen zudem den Genehmigungsprozess in den jeweiligen Ländern durchlaufen“, hieß es in einer Stellungnahme.

Mercedes stellt in der Formel-1-Zwangspause auch seine Werkskapazitäten zur Verfügung. Derzeit werden 40 Maschinen für die Herstellung der Geräte verwendet, die normalerweise Kolben und Turbolader für die Motorsport-Königsklasse produzieren würden. Das gesamte Werk in Brixworth wurde für diesen Zweck umgestellt.

Spanischer Liga-Chef: Spiele ab Ende Mai?

Der spanische Liga-Chef Javier Tebas hat sich am Dienstag zu möglichen Szenarien für den weiteren Saisonverlauf sowohl in seiner Heimat als auch auf europäischer Ebene geäußert. "Wir denken darüber nach, in Spanien und anderen europäischen Ländern am 29. Mai oder am 6. Juni wieder zu spielen“, zitierte die Zeitung "El Mundo“ Tebas, der zuvor eine Telefonkonferenz mit internationalen Medienvertretern zu den Folgen der Corona-Krise abgehalten hatte. Für die europäischen Wettbewerbe sei der 28. Juni angedacht worden. „Aber wir müssen abwarten, was im April passiert“, sagte der 57-Jährige.

Die Spielzeit komplett abzusagen, komme derzeit nicht in Betracht. "Das steht momentan absolut nicht zur Debatte, wir wollen das zu Ende spielen, wahrscheinlich hinter verschlossenen Türen“, erklärte Tebas. Er rechnete vor, welche finanziellen Auswirkungen die Krise haben könnte. Demnach würde LaLiga eine Milliarde Euro verlieren, wenn die Saison völlig abgebrochen wird. Wenn ohne Zuschauer gespielt wird, würden immer noch 350 Millionen Euro verloren gehen.

Spanien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder. Jedoch geht die Zahl der Neuinfektionen mittlerweile immer weiter zurück. Die Regierung plant, eine seit Mitte Mai geltende Ausgangssperre noch einmal um zwei Wochen bis zum 26. April zu verlängern. Anschließend könnte es schrittweise Lockerungen geben.

DTM: Berger schließt Geisterrennen aus

Gerhard Berger hat Rennen des Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) ohne Zuschauer ausgeschlossen. "Unsere Kunden heißen Fans. Wenn die Fans nicht da sind, gibt es keine Rennen“, sagte der 60 Jahre alte frühere Formel-1-Fahrer dem Fernsehsender Servus TV.

Der Vorsitzende der DTM-Dachorganisation ITR zeigt Verständnis dafür, dass Massenveranstaltungen derzeit nicht ausgetragen werden können, fordert aber auch eine schnelle Rückkehr zur Normalität nach der Coronavirus-Krise. Man müsse so schnell wie möglich "in die Gänge kommen“, und da gehören auch die Events zum Beispiel dazu, „um wirtschaftlich wieder unseren Beitrag leisten, um alle unsere Arbeitsplätze zu halten“, sagte Berger warnend. „Wir müssen einfach schauen, dass wir nicht am Ende des Tages nach dieser Corona-Krise in die nächste Krise schlittern.“

Die DTM hat ihren für Ende April im belgischen Zolder geplanten Saisonauftakt verschoben. Nun sollen die Rennen am Norisring am 11. und 12. Juli den Auftakt bilden. Doch auch dieser Termin wackelt.

Kubicki für schnelle Rückkehr zur Bundesliga

FDP-Politiker Wolfgang Kubicki hat sich für eine schnelle Aufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs ohne Fußball-Zuschauer ausgesprochen. "Die sogenannten Geisterspiele abzuhalten, das muss möglich sein“, sagte Kubicki bei Sky Sport News HD. Ein wichtiger Schlüssel für diese Partien ohne Publikum könnten nach Ansicht Kubickis Schnelltests vor Spielbeginn sein, um zu verhindern, dass neue Infektionsketten auf dem Rasen losgetreten werden.

Der Bundesliga-Spielbetrieb ist derzeit bis zum 30. April ausgesetzt und soll ab Mai fortgeführt werden. "Lassen sie uns mal langsam damit planen, dass die erste und zweite Liga wieder in Stadien spielen können ohne Zuschauer - dann ist uns allen in vielerlei Hinsicht geholfen“, meinte Kubicki.

Sein Parteichef Christian Lindner hatte jüngst geäußert, dass das große Stadionpublikum wohl noch deutlich länger ausbleiben müsse. "Bundesliga mit Publikum und Fans wird mit das Letzte sein, was wir wieder öffnen“, hatte Lindner gesagt. Für die Beendigung der aktuellen Saison sind ohnehin nur noch Geisterspiele ein Thema.

Olympisches Feuer nicht länger ausgestellt

Die Ausstellung des Olympischen Feuers wird aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus vorzeitig beendet. Das gaben die Organisatoren zwei Wochen nach der Verlegung der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August 2021) bekannt. "Ursprünglich wollten wir die öffentliche Ausstellung bis Ende April durchführen. Aber angesichts der jüngsten Entwicklungen haben wir beschlossen, damit aufzuhören“, sagte ein OK-Sprecher. Wo die Flamme aufbewahrt werden soll, ist nicht bekannt.

Ebenfalls am Dienstag verhängte Japans Premierminister Shinzo Abe den Notstand für Tokio, Osaka und fünf weitere Präfekturen aus Angst vor einem explosionsartigen Anstieg der Coronafälle. Dieser soll bis zum 6. Mai andauern. Durch die Maßnahme werden die Gouverneure ermächtigt, die Bewohner aufzufordern, zu Hause zu bleiben und nur für wesentliche Aufgaben wie Lebensmitteleinkauf und medizinische Versorgung das Haus zu verlassen.

Seit der vergangenen Woche wurde das Olympische Feuer in einer Laterne in der Region Fukushima, die 2011 durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami zu großen Teilen zerstört worden war, ausgestellt. Laut des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sollte die Flamme in den aktuell schwierigen Zeiten als Licht am Ende des Tunnels dienen.

Hannover 96 beklagt "brutalen Nachteil"

Hannovers Sportchef Gerhard Zuber sieht durch die längere Coronavirus-Zwangspause einen "brutalen Nachteil“ für seine Mannschaft. „Andere haben trainiert, und wir mussten komplett in Quarantäne“, wird der 44-Jährige am Dienstag vom „Sportbuzzer“ zitiert. "Zukünftig gehört es einheitlich geregelt, damit jeder die gleichen Voraussetzungen hat. Da brauchen wir eine große Lösung der DFL.“

Fußball-Zweitligist Hannover 96 war Mitte März der erste deutsche Proficlub, der in Timo Hübers und Jannes Horn zwei positiv auf das Coronavirus getestete Spieler vermeldete. Der kompletten Mannschaft wurde daraufhin eine zweiwöchige häusliche Quarantäne verordnet. Am Montag nahmen die Niedersachsen das Training in Kleingruppen wieder auf.

Zuber sieht den Fußball in der Krise als Vorreiter. „Jeder hat seine Hausaufgaben in den einzelnen Ländern gemacht. Wir müssen mal klar sagen, dass wir Vorreiter sind für andere Berufsgruppen“, sagte er. „Wir treffen alle Maßnahmen, um die Wirtschaft in Gang zu kriegen und unseren Beruf wieder ausüben zu können. Alle arbeiten professionell und gut. Wir sind untereinander in einem sehr guten Austausch, damit wir wirtschaftspolitischer Vorreiter sind und alles wieder in Gang gesetzt wird.“

Motorsport-Promoter: "Wir befinden uns im Krieg"

Der Motorrad-Weltmeisterschaft droht für das Jahr 2020 das Aus. "Wir befinden uns im Krieg. Es würde mich überraschen, wenn es möglich wäre, in diesem Jahr WM-Rennen zu veranstalten“, sagte Promoter Carmelo Ezpeleta in einem Interview des Online-Portals „Speedweek.com“. Der 72-jährige Spanier ist Geschäftsführer der Agentur Dorna Sports, die die Rechte an den GP-Rennen hält.

Unterdessen wurden auch die Grand Prix von Italien und Katalonien, die für den 31. Mai und den 7. Juni vorgesehen waren, zunächst auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Nach dem aktuellen Rennkalender würde nun am 21. Juni auf dem Sachsenring in Deutschland gefahren werden. Beim Saisonauftakt Anfang März in Katar waren nur die Moto2 und Moto3 an den Start gegangen. Das Rennen der MotoGP war abgesagt worden, da die Teams nicht einreisen durften.

Niedersachsens Top-Athleten dürfen wieder trainieren

Spitzensportler dürfen in Niedersachsen wieder an Sportstätten trainieren. Im Rahmen der geänderten Verordnung über die Beschränkung sozialer Kontakte zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilte das niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport am Dienstag mit, dass für Athletinnen und Athleten, die mit dem Sport ihren überwiegenden Lebensunterhalt bestreiten, das Training als Berufsausübung anerkannt werde.

Die Regelung gilt auch für die Olympia- und Perspektivkader des Deutschen Olympischen Sportbundes und Spitzenkader des Deutschen Behindertensportverbandes.

Bobic: Kaderplanung "komplett für die Tonne"

Eintracht Frankfurts Sport-Vorstand Fredi Bobic wird auf dem Transfermarkt nach der derzeitigen Coronakrise komplett neu planen müssen. "Wir hatten schon vieles von dem vorbereitet, was wir für den Kader der nächsten Saison machen wollten. Aber das alles ist jetzt komplett für die Tonne“, sagte Bobic dem Spiegel.

Normalerweise basieren Käufe und Verkäufe auf dem Transfermarkt auf Erfahrungen. Aber in der derzeitigen Ausnahmesituation "ist dieses Gefühl weg“, wie der frühere Torjäger schildert.

Bei der Eintracht sieht Bobic nach eigener Darstellung derzeit zwei mögliche Strategien. Die erste Strategie basiere auf der Annahme, kaum Geld für Einkäufe zu haben. In diesem Szenario sei es möglich, auf Schnäppchen oder günstige Leihspieler von großen Clubs zu hoffen.

In der zweiten Strategie hätten die Hessen etwas größere finanzielle Möglichkeiten, was Bobic erlauben würde, "einen Schattenkader mit Spielern zu erdenken, die man gern verpflichten möchte." Auf dem Weltmarkt geht der Funktionär davon aus, dass die ganz großen Summen zunächst nicht mehr bezahlt werden.

Darts-Profis treten von Zuhause aus an

Was in den meisten Sportaten schon theoretisch gar nicht möglich ist, kommt im Darts in Zeiten der Coronavirus-Pandemie gerade in Mode: direkte Duelle von Branchenstars, ohne direkt miteinander in Kontakt treten zu müssen. Dafür richten die Profis in ihren eigenen Wohnzimmern eine Kamera auf die Scheibe und streamen somit ihre Würfe. Der Weltverband PDC vermarktet die Duelle derzeit als „Darts zuhause“ und kündigt für Mittwoch einen weiteren Abend mit mehreren Partien an.

An diesem Mittwoch (20.30 Uhr) tritt unter anderem WM-Halbfinalist Nathan Aspinall aus England ans Board, die Partien werden online auf Youtube und Facebook übertragen. Aspinall spielt am Mittwoch unter anderem gegen Steve Beaton, Stephen Bunting und Jelle Klaasen. Wegen der derzeitigen Krise pausiert die Darts-Tour noch für einige Wochen.

BBL-Chef ärgern Versäumnisse vor Corona

Der Geschäftsführer der Basketball Bundesliga (BBL) hat Versäumnisse im Vorfeld der Coronakrise kritisiert. "Dieses Szenario geistert seit vielen Jahren immer wieder durch die Medien – was wäre, wenn auf einem Viehmarkt in Asien ein aggressives Virus ausbricht und auf den Menschen überspringt? Das Thema kommt also nicht aus völlig heiterem Himmel", sagte Stefan Holz im Magazin BIG - Basketball in Deutschland (April-Ausgabe).

Holz glaubt, dass eine Pandemie wie Corona womöglich hätte vorhergesehen und besser vorgebeugt werden können. Es habe "niemand aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder auch dem Sport wirklich auf dem Schirm gehabt", so der BBL-Chef, bezog sich selbst aber in die Kritik ein: "Hinterher sind wir jetzt alle schlauer. Wenn wir in drei, sechs oder zwölf Monaten zurückblicken und feststellen sollten, dass wir als BBL Fehler gemacht haben, dann stehe ich dazu."

Aufgrund der Coronakrise ist der Spielbetrieb in der BBL bis mindestens 30. April ausgesetzt worden. Aufgrund fehlender Ticketeinnahmen und möglichen Rückforderungen von Sponsoren und Fans drohen finanzielle Schäden von mehr als 25 Millionen Euro.

Fußball-Star ignoriert spanische Verbote

Die Corona-Pandemie hat den nächsten Fußball-Star zur Flucht aus Spanien veranlasst: Der russische Nationalspieler Fjodor Smolow von Celta Vigo verließ ohne Erlaubnis seines Arbeitgebers und trotz der Ausreisebeschränkungen Spanien.

Mit einer gecharterten Privatmaschine flog der 30 Jahre alte Stürmer zunächst ins weißrussische Minsk. Von dort legt er die restlichen 700 Kilometer bis Moskau mit einem Auto zurück.

Hintergrund für seine Flucht war angeblich der 18. Geburtstag seiner Freundin Maria Jumaschewa, eine Enkelin von Russlands Ex-Präsidenten Boris Jelzin. Smolow will angeblich in Kürze den Teenager heiraten.

Zuvor hatte bereits der dänische Nationalspieler Pione Sisto den Erstligisten aus Vigo verlassen und war mit dem Auto fast 3000 Kilometer nach Kopenhagen gefahren. In Spanien sind insgesamt bereits 13.798 Menschen an Covid-19 gestorben.

Fußball: Laschet kündigt Gespräche über Fortsetzung an

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) hat Gespräche über die Fortsetzung der Saison in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga mit Geisterspielen in der kommenden Woche angekündigt. "Die Liga hat ihre Ideen, damit es Ende April wieder losgehen könnte“, sagte Laschet im RTL-Interview und kündigte an, dass man diese Frage in der "nächsten Woche" erörtern werde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Montag betont, dass es zurzeit keine Lockerung der derzeitigen Einschränkungen für die Bevölkerung und die Wirtschaft geben werde. Nach Ostern soll der erreichte Status quo bei der Corona-Pandemie mit Experten bewertet werden. Dabei soll es in Absprache ein gemeinsames Vorgehen des Bundes mit den Landesregierungen geben.

"Wir brauchen einen Konsens", sagte Laschet, "die Bundesliga wird vielleicht absehbar wieder spielen. Aber klar ist: ohne Zuschauer!" Eine Fortsetzung der Saison Anfang Mai ist somit nur mit Geisterspielen ohne Zuschauer in den Stadien denkbar. "Großveranstaltungen mit vielen Tausend Menschen werden wir in den nächsten Wochen und Monaten nicht erleben", so der NRW-Ministerpräsident.

DFL: Nur 239 Personen bei Geisterspiel erlaubt?

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs anscheinend nur mit dem Allernötigsten. Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge wären bei weiteren Geisterspielen in jedem Stadion inklusive beider Mannschaften (in normaler Stärke) und dem Ordnungspersonal 239 Personen erlaubt, davon 126 im Innenraum.

Beispielsweise dürfte jedes Team noch von acht Trainern, Betreuern und Ärzten begleitet werden, nur vier Balljungen wären in den leeren Stadien zugelassen. 36 Personen würden eine normale TV-Übertragung gewährleisten, insgesamt 70 Ordnerinnen und Ordner auch vor den Arenen Fan-Treffen verhindern.

Beim Geisterderby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (2:1) waren am 11. März etwa 600 Personen im Stadion gewesen. Zu diesem Zeitpunkt waren lediglich Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen untersagt. Vor dem Stadion versammelten sich jedoch Hunderte Gladbach-Fans, um den Sieg zu feiern.

Der Spielbetrieb in der Bundesliga und 2. Liga ist aufgrund der Corona-Pandemie bis mindestens zum 30. April ausgesetzt. Die DFL plant, die Saison bis zum 30. Juni regulär mit allen Spielen zu beenden.

Tritt Sky für Bundesligisten in Vorleistung?

Der Pay-TV-Sender Sky könnte durch die Coronakrise finanziell stark belasteten Clubs der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga möglicherweise mit der Vorauszahlung von TV-Geldern helfen. Nach Informationen der Funke Mediengruppe soll Sky mit der DFL über diese finanzielle Unterstützung für die 36 Profiklubs verhandeln.

"Wir sind in ständigem Austausch mit unserem langjährigen Partner DFL. In diesem Zusammenhang gibt es aktive Diskussionen mit dem Ziel, auch im Hinblick auf Lizenzzahlungen und deren potenzielles Timing konstruktive Lösungen zu finden“, sagte ein Sky-Sprecher.

TV-Rechteinhaber Sky ist mit durchschnittlich 876 Millionen Euro pro Jahr aktuell der größte Finanzier der Liga.

Durch die ausbleibenden TV-Einnahmen fehlt einigen Clubs ein mehrstelliger Millionenbetrag, einigen von ihnen droht laut einem Kicker-Bericht sogar die Insolvenz. Die DFL-Vereine warten noch auf die vierte und letzte Rate für die laufende Saison, die im Mai von den TV-Rechteinhabern gezahlt werden soll.

Tennis: Australian Open als Geisterturnier?

Die Tennis-Saison könnte aufgrund der Coronakrise später enden als bisher geplant. Nach den zahlreichen Absagen von Veranstaltungen prüfen die ATP und die WTA derzeit neue Turnierkalender, wie beide Profiorganisationen der Nachrichtenagentur AP bestätigten. Demnach ziehen ATP und WTA auch in Erwägung, die Saison über das ursprünglich im November vorgesehene Ende hinaus zu verlängern.

Derzeit ruht die Tennis-Tour bis mindestens 13. Juli. Der Zeitpunkt der Fortsetzung ist auch deswegen fraglich, weil Tennis wie kaum eine andere Sportart auf weltweites Reisen angewiesen ist. Auch Wimbledon war erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg abgesagt worden und wird nun erst 2021 wieder ausgetragen. Die Organisatoren der abgesagten Rasenturniere in Stuttgart und Berlin hoffen noch auf einen späteren Termin in diesem Jahr, denkbar ist für diese Veranstaltungen aber nur eine Austragung Ende Juli oder im August.

Die Macher der Australian Open bereiten sich unterdessen bereits für den Fall vor, dass auch im Januar 2021 noch keine Normalität auf der Tennis-Tour eingekehrt ist. Wie Turnierchef Craig Tiley australischen Medien berichtete, wird auch der Notfall eines Grand-Slam-Turniers ohne Zuschauer geprüft. Auch auf die Möglichkeit, dass die Spieler vor dem Turnier in Quarantäne müssen, wolle sich das Turnier vorbereiten.

Fußball: Zwei Hertha-Profis erneut in Quarantäne

Für Nationalspieler Niklas Stark vom Fußball-Bundesligisten Hertha BSC verzögert sich die lang erwartete Rückkehr auf den Trainingsplatz weiter. Der Abwehrspieler muss wie sein Teamkollege Marius Wolf erneut in eine 14-tägige häusliche Quarantäne. Beide gelten aktuell als Kontaktpersonen zu einem Coronapatienten und müssen die nächsten Tage individuell zu Hause trainieren.

Die Berliner waren am Montag wieder ins Training eingestiegen, allerdings nur in Kleingruppen und unter strikten Auflagen. Neben Torhüter Thomas Kraft (Probleme mit den Nasennebenhöhlen) fehlten Stark und Wolf. Das Duo muss damit zum zweiten Mal in eine häusliche Zwangspause. Im März war ein Profi der Berliner an Covid-19 erkrankt. Trainer, Mannschaft und Funktionsteam begaben sich in eine 14-tägige Quarantäne.

Ex-Schwimmtrainer warnt vor Gesundheitsrisiko

Für den langjährigen Cheftrainer des Deutschen Schwimmverbandes (DSV), Henning Lambertz, ist in der Coronakrise Ausdauertraining außerhalb des Beckens für die Top-Schwimmer keine Frage des Wollens, sondern unabdingbar.

"Ansonsten könnte ich mir vorstellen, dass es bei andauernder Shutdown-Problematik zu gesundheitlichen Problemen kommen kann, die man vielleicht nicht abrupt und sofort merkt, aber die einen langfristig doch verfolgen. Deswegen hoffe ich, dass jeder verantwortungsvoll mit der Situation umgeht“, sagte der 49-Jährige der Rheinischen Post.

"Ein abruptes Herausreißen eines Hochleistungssportlers, der es gewohnt war, zehn bis elf Einheiten pro Woche à zwei bis drei Stunden zu trainieren, ist vom gesundheitlichen Aspekt her nie ganz ohne Risiko", sagte Lambertz weiter.

Da müsse man auch im Hinterkopf haben, dass ein Sportler, der seine Karriere beendet, dieses so genannte Abtrainieren hinter sich bringen sollte, damit es eben nicht zu Herzrhythmusstörungen oder Ähnlichem komme. Lambertz war von 2013 bis 2018 Cheftrainer im DSV.

Calmund: Kirch-Insolvenz war ein größeres Problem

Der langjährige Manager und Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen, Reiner Calmund, ist skeptisch, ob der Profifußball tatsächlich die Lehren aus der Coronakrise ziehen wird. "In der derzeitigen Notsituation werden die Vereinsvertreter und Spieler natürlich nachdenklich. Aber man muss realistisch bleiben. Wenn irgendwann Normalität einkehrt, werden die guten Vorsätze vermutlich wieder über den Haufen geworfen. Dann gilt wieder: höher, schneller, weiter", betonte der 71-Jährige im Interview mit der Funke Mediengruppe.

Calmund kann sich an die Pleite des Medienmoguls Leo Kirch im Jahr 2002 erinnern, als der gesamten Bundesliga die TV-Einnahmen wegzubrechen drohten. "Rein wirtschaftlich war der drohende Wegfall der gesamten TV-Einnahmen durch die Kirch-Insolvenz damals ein größeres Problem für die Bundesliga, als es die aktuelle Situation ist", äußerte Calmund: "Kurz vor dem Bundesliga-Start 2002/03 wurde die Krise durch eine optimale Kooperation der Liga, TV-Sender und Vertreter der Bundesregierung gelöst."

Wozniacki muss großes Abschiedsmatch verschieben

Das Abschiedsmatch der früheren dänischen Tennis-Weltranglisten-Ersten Caroline Wozniacki wird wegen der Coronakrise verschoben. Die Begegnung gegen die 23-fache Grand-Slam-Siegerin Serena Williams könne wegen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nicht wie geplant am 18. Mai in der ausverkauften Royal Arena in Kopenhagen stattfinden, teilte der Veranstalter am Dienstag mit.

Die Suche nach einem neuen Datum laufe. Zuvor hatte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Montagabend bekanntgegeben, dass größere Menschenversammlungen im Land bis einschließlich August untersagt bleiben.

Choupo-Moting weicht nach Hamburg aus

Wegen der Fußball-Pause durch die Coronavirus-Pandemie sind die beiden PSG-Profis Eric-Maxim Choupo-Moting und Thilo Kehrer laut der Zeitung "L'Equipe“ aus Paris nach Deutschland zu ihren Familien zurückgekehrt.

Der ehemalige HSV-Akteur Choupo-Moting halte sich daheim in Hamburg auf, berichtete das französische Sportblatt am Montagabend unter Berufung auf einen Instagram-Beitrag des 31-Jährigen. Der deutsche Fußball-Nationalspieler Kehrer sei in die Nähe von Stuttgart gereist. Der 23-Jährige ist in Tübingen geboren.

Insgesamt acht Spieler des französischen Meisters sind dem Bericht zufolge damit derzeit nicht mehr beim Team von Trainer Thomas Tuchel. Unter ihnen sind auch die Stars Neymar und Thiago Silva aus Brasilien sowie Edinson Cavani aus Uruguay.

Formel 1: Unmut über Zwangsurlaube

Nach mehreren Rennställen soll auch die Führung der Formel 1 Sparmaßnahmen ergriffen haben. Geschäftsführer Chase Carey, Sportchef Ross Brawn und 15 weitere leitende Angestellte verzichten einem Bericht der Daily Mail zufolge wegen der Coronakrise für zwei Monate auf 20 Prozent ihres Gehalts. Zudem sei die Hälfte der 500 Angestellten der Betreibergesellschaft der Formel 1 in Zwangsurlaub geschickt worden. Dies habe zu Unmut unter den Beschäftigten geführt, hieß es weiter.

Die Formel 1 hat alle Rennen bis mindestens Juni abgesagt oder verschoben. Wie es danach für die Königsklasse des Motorsports weitergeht, ist derzeit völlig offen. Die Teams McLaren, Williams und Racing Point hatten aus Sorge um die wirtschaftlichen Folgen der Rennpause ebenfalls bereits vielen Mitarbeitern Zwangsurlaub auf Staatskosten verordnet.

Ausnahme für Fußballclubs im Südwesten

Auch die Profi-Fußballer in Baden-Württemberg dürfen nun wieder das Training in Kleingruppen aufnehmen. Für die Fußballer unter anderen des VfB Stuttgart, des Karlsruher SC, des SC Freiburg oder der TSG 1899 Hoffenheim gelte jetzt eine Ausnahmegenehmigung unter "strengsten Abstands- und Hygiene-Auflagen", wie das Sozialministerium am Dienstag mitteilte.

Die Trainingseinheiten dürfen aufgrund der Coronavirus-Krise nur im Freien und mit nicht mehr als fünf Spielern in einer Gruppe stattfinden. "Training von Spielsituationen, in denen ein direkter Kontakt möglich ist, sind zu unterlassen", heißt es in der Verordnung. Zudem werde den Profis empfohlen, bereits umgezogen zum Training zu kommen und zu Hause zu duschen.

Bereits am Sonntag hatte das Sozialministerium angekündigt, dass die Zeit des ausschließlich individuellen Heimtrainings für den Profisport in Baden-Württemberg in dieser Woche vorbei sein wird. Die Genehmigung gilt bislang allerdings nur für den Fußball. Für andere Profi-Mannschaften und weitere Berufsathleten soll die Erlaubnis unter Vorschriften in Kürze folgen. Für den Amateur- und Freizeitbereich bleiben sämtliche Sportstätten gesperrt.

Tischtennis: Neuer WM-Termin steht

Der Tischtennis-Weltverband ITTF hat einen vorläufigen Austragungstermin für die Team-WM gefunden. Das Turnier soll nach Möglichkeit vom 27. September bis zum 4. Oktober im südkoreanischen Busan ausgetragen werden. Ursprünglich war das Turnier Ende März geplant gewesen, dann wegen der Coronavirus-Pandemie aber verschoben worden. Der Weltverband hat alle Veranstaltungen bis zum 30. Juni ausgesetzt.

Man werde die Situation gemeinsam mit dem koreanischen Tischtennis-Verband weiter beobachten, teilte die ITTF mit. Sollte es zum Turnierbeginn Ende September kommen, würde es im Zeitplan eng werden: Vom 15. bis zum 20. September sind bereits die Einzel-Europameisterschaften in Warschau angesetzt.

Leipzig-Profi bei Abbruch für Hinrunden-Wertung

Fußball-Nationalspieler Marcel Halstenberg von RB Leipzig würde im Fall eines Saisonabbruchs in der Bundesliga aufgrund der Corona-Pandemie nur die Hinserie werten. "Wenn bei einem Saisonabbruch nur die Hinrunde zählen würde, wäre das nur fair. Schließlich hätte dann jeweils jede Mannschaft einmal gegeneinander gespielt", sagte Halstenberg im Interview bei DAZN und Spox.

Würde die DFL so entscheiden, wäre Leipzig erstmals Meister. Die derzeit drittplatzierten Sachsen hatten sich die Herbstmeisterschaft gesichert. "Ich glaube aber nicht, dass es so gemacht werden würde oder es so kommt“, sagte Halstenberg.

Aktuell hat RB fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München.

NBA tritt weiter auf die Corona-Bremse

Commissioner Adam Silver sieht aufgrund der Corona-Pandemie in naher Zukunft keine Grundlage für eine Entscheidung über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA. "Wir sollten akzeptieren, dass wir dafür zumindest im gesamten April nicht in der Position sein werden“, sagte Silver in einem Livestream-Interview: "Und womöglich werden wir es auch am 1. Mai nicht sein.“

Die NBA hatte die Saison am 11. März nach dem positiven Test des Franzosen Rudy Gobert (Utah Jazz) auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die Punkterunde sollte am 15. April enden, unmittelbar danach war der Beginn der Play-offs mit der Finalserie im Juni geplant. Die Liga prüft derzeit die Option von Spielen ohne Zuschauer oder eines Finalturniers.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt erklärt, die US-Profiligen sollten "eher früher als später" wieder starten. Allerdings sind die USA mit 370.000 bestätigten Corona-Infektionen und 11.000 Todesfällen besonders hart von der Pandemie getroffen.

Fußball: Fans hauen Chemie Leipzig um

Die Fans von Fußball-Regionalligist BSG Chemie Leipzig haben ihren Verein mit 185.000 Euro unterstützt. Die Summe wurde durch die Aktion "Das kann doch einen Leutzscher nicht erschüttern" eingespielt. Das Geld soll dem Club helfen, Einnahmeverluste durch die Coronakrise abzufedern.

Die Chemie-Anhänger hatten insgesamt 3217 Pakete zu unterschiedlichen Preisen erworben. "Was hier in den letzten Tagen passiert ist, hat uns alle förmlich umgehauen. Chemie lebt mehr denn je", sagte Chemie-Boss Frank Kühne in einer Mitteilung.

Laut Schatzmeister Florian Berger würden die Einnahmen helfen, bis zum Saisonende durchzuhalten. "Auch wenn man betonen muss, dass von der Summe noch Geld abgeht“, sagte Berger der Bild-Zeitung.

Nach Abzug der Umsatzsteuer und Produktionskosten blieben rund 125.000 Euro übrig. "Im Vergleich zu anderen Clubs sind wir momentan sicherlich in einer besseren Lage, mittelfristig kann das jedoch ganz anders aussehen“, sagte Berger.

Biathlon: Sommer-WM soll stattfinden

Der Biathlon-Weltverband IBU und der Deutsche Skiverband gehen derzeit weiter von einer Durchführung der Sommer-WM der Skijäger im bayerischen Ruhpolding aus.

Wie beide Organisationen auf Anfrage mitteilten, sei es aufgrund der derzeit schwierigen Situation mit der Coronavirus-Pandemie jedoch noch zu früh für eine finale Entscheidung für die Weltmeisterschaft, die vom 19. bis 23. August mit möglichst vielen Top-Athleten auf Skirollern in der Chiemgau Arena stattfinden soll.

"Ein Update dazu ist Anfang Mai geplant", hieß es von der IBU, die zudem mitteilte: "Wir sind mit den Organisatoren in Ruhpolding in engem Austausch."

Olympia-Rekordler Phelps: Offen mit Psyche umgehen

Schwimm-Legende Michael Phelps sieht in der Verschiebung der Olympischen Spiele um ein Jahr eine enorme emotionale Belastung für die Athleten. "Ich habe versucht, durchzuspielen, was ich zum jetzigen Zeitpunkt emotional durchmachen würde, wenn ich noch aktiv wäre. Es ist wirklich schwer zu begreifen“, sagte der Rekord-Olympiasieger im US-Fernsehsender NBC.

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) vor knapp zwei Wochen beschlossen, die im Sommer in Tokio geplanten Spiele um ein Jahr zu verschieben. "Du bereitest dich vier Jahre auf etwas vor. Wir wissen genau, wann es soweit ist, unser Körper ist bereit und dann musst du warten“, erklärt Phelps. Er empfiehlt den Athleten, die Verschiebung als Chance zu verstehen, "gewisse Details anzupassen, die einen großen Unterschied machen können“.

Der heute 34-Jährige, der bei Olympischen Spielen 23 Goldmedaillen gewann, rät Sportlern zudem zu einem offenen Umgang bei psychischen Problemen. "Wenn du an einem Punkt bist, an dem du Hilfe brauchst, frag danach. Für mich war das immer schwer“, sagte der US-Amerikaner, der selbst an Depressionen und Angstzuständen litt.